mini|Heinrich Wilhelm von Huth (1798; das angegebene Geburtsdatum 1712 ist ein Fehler des Künstlers Lahde) Heinrich Wilhelm von Huth (* 17. August 1717 in Costewitz (Elstertrebnitz); † 7. Mai 1806 in Kopenhagen) war dänischer General der Artillerie und Politiker.
Herkunft Seine Eltern waren der Gutsbesitzer Salomon Huth (22. Juli 1660; † 27. Oktober 1748) und dessen Ehefrau Catharina Maria von Lüschwitz († 29. März 1747). Der hessische Kriegsrat August Adolph Huth (1714–1768) war sein Bruder. Leben Von Huth erhielt seine Schulbildung an dem Gymnasium in Schleusingen, anschließend studierte an der Universität Leipzig Mathematik. Nach seinem Abschluss kam er zur Hessischen Armee, wo er 1745 Hauptmann der Artillerie und 1759 Oberst wurde. Zwischen 1742 und 1762 nahm er an allen Feldzügen teil. Ferner hatte er von 1749 bis 1755 die Bauleitung bei Schloss Wilhelmsthal, danach kam er als Bauleiter nach Hanau.
Er diente während des Siebenjährigen Kriegs als hannoverscher Generalmajor und Chef des Ingenieurkorps, Militäringenieur und Festungsbauer. Als solcher nahm er an zahlreichen Belagerungen teil. Er zeichnete sich am 1. August 1759 in der Schlacht bei Minden aus. Dort kommandierte er als Oberstleutnant eine Batterie, durch deren geschicktes Feuer viel zum Sieg der Hannoveraner beigetragen wurde.
Nach dem Krieg kehrte er in hessische Dienste zurück und noch im Jahr 1763 wurde von Huth Gouverneur von Hanau. Dort wurde der spätere dänische General Johann Ludwig Jacob von Binzer (* 1746, † 1811) sein Protegé. Er unterrichtete den Prinzen Karl von Hessen-Kassel, kam mit ihm 1765 nach Kopenhagen und trat 1766 in dänische Dienste über, in denen er Generalleutnant und Chef der Artillerie und des Ingenieurkorps wurde.Friedrich II. kommentierte „Ein kleiner Huth, aber ein großer Kopf“ Dies geschah nach dem Tod Friedrichs V. († 1766). Am 26. Februar 1766 wurde er dänischer Generalleutnant. Mit dem Tod des Königs im gleichen Jahr begann man die Reformen rückgängig zu machen, der französisch-stämmige General Saint-Germain verließ Dänemark und auch Huth wurde am 21. Mai 1767 entlassen und kehrte mit einer Pension nach Hanau zurück.
Aber der Kanzler Johann Friedrich Struensee holte ihn 1771 zurück und machte ihn zum Kommandeur des Artilleriekorps und des Ingenieurkorps. 1772 wurde Struensee gestürzt, aber Huth blieb und wurde 1772 sogar General der Infanterie, wurde er 1781 Chef des Generalitätskollegiums und 1784 nach dem Sturz Ove Høegh-Guldbergs Staatsminister. In Dänemark und Norwegen brachte er die Festungswerke in Ordnung, baute Straßen und gründete die Artillerieschule in Kopenhagen. 1790 kaufte der General das Gut Huthenborg (heute Sandviggård).
Dänisch soll der Autorität ausstrahlende Sachse nie gelernt haben. Nach seinem Tod am 7. Mai 1806 wurde ihm von den Offizieren des Heeres acht Tage lang gedacht. Von Huth ist mit seiner Frau zusammen in der Grabkapelle von St. Petri bestattet.
Familie Huth heiratete im Jahr 1745 in Hanau Charlotte Wilhelmine geb. Wagner († 24. Nov. 1795). Das Paar hatte einen Sohn und eine Tochter. Der Sohn Karl Wilhelm starb als dänischer Hauptmann.Nach Bicka, nach anderen Angaben war die Ehe kinderlos, es gab aber einen Adoptivsohn Die Tochter Charlotte Wilhelmine heiratete am 14. Oktober 1793 der Hofjägermeister Christian Friedrich Ernst von Rantzau.Christian von Stramburg, Denkwürdiger und nützlicher rheinischer antiquarius, Teil 3, Band 4, S.520
Lebenswerk
Heinrich Wilhelm von Huth mobilisierte Norwegen und führte eine Landvermessung durch, welche sich später auch auf Dänemark und Holstein ausdehnte. Ebenso formte er das Pionierwesen und die Artillerie um. Zu seinen Reformen gehörte auch das Unterrichtsreglement der Kadetten, welche nicht mehr durch Geburt, sondern durch ihre Fähigkeit zu militärischen Beförderungen kamen. Im Jahre 1796 wurde von Huth zum Ritter des Elefantenordens geadelt. Seit 1796 zog sich von Huth aus der Politik und somit vom Hof zurück. Während der Zeit am Hofe war er engster Berater des Kronprinzen Friedrich VI.
Literatur
Bernhard von Poten, Die Generale der Königlich Hannoverschen Armee und ihrer Stammtruppen in Militär-Wochenblatt: Beihefte, 1902, S. 274f Nr. 178
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Geheimer Staatsminister Kategorie:General der Artillerie (Dänemark) Kategorie:Militärperson (Hannover) Kategorie:Festungsbauer Kategorie:Person im Siebenjährigen Krieg Kategorie:Träger des Elefanten-Ordens Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1717 Kategorie:Gestorben 1806 Kategorie:Mann