Bad Vilbel [] (bis 1948 Vilbel) ist mit 37.338 Einwohnern (Stand 30. Juni 2025) die bevölkerungsreichste Stadt im hessischen Wetteraukreis und grenzt an den nördlichen Stadtrand von Frankfurt am Main. Sie ist für ihre Mineralquellen überregional bekannt.
Geografie mini|Lage Bad Vilbels im Nordosten von Frankfurt am Main
Geografische Lage Bad Vilbel liegt auf einer Höhe von 109 m über NN an der Südspitze der Wetterau, einem aufgrund seiner sehr fruchtbaren Böden seit der Jungsteinzeit besiedelten Landstrich zwischen Taunus und Vogelsberg. Ihr Ende bildet die im Süden Bad Vilbels befindliche Erhebung Schöllberg mit der Siedlung Heilsberg und der Stadtgrenze nach Frankfurt.
Vom Vogelsberg kommend fließt die Nidda durch die Stadt, um bei Frankfurt-Höchst in den Main zu münden. Im Südosten befindet sich der Vilbeler Wald. Fallwinde und Kaltluftströme vom Taunus sorgen fast täglich für einen kompletten Luftaustausch.
Nachbargemeinden Die angrenzenden Gemeinden sind die Stadt Karben im Norden, die Gemeinde Niederdorfelden (Main-Kinzig-Kreis) im Osten sowie die kreisfreie Stadt Frankfurt am Main im Süden, Westen und Südosten, die Bad Vilbel nahezu von drei Seiten umgibt. Es liegt so wesentlich näher an der Frankfurter Innenstadt als einige Stadtteile von Frankfurt selbst. Deshalb wurde die politische Eingemeindung von Bad Vilbel nach Frankfurt mehrmals in Erwägung gezogen.
Stadtgliederung mini|Hauptstraße mit Blick zum Rathaus
Bad Vilbel besteht heute aus der Kernstadt und vier weiteren Stadtteilen:
Wappen Stadtteil Eingemeindung 30px|Wappen Kernstadt Bad Vilbel Heilsberg Stadtteil seit 1948 30px|Wappen Gronau 1971 eingemeindet 30px|Wappen Dortelweil 1972 eingemeindet 30px|Wappen Massenheim 1972 eingemeindet
Klima
Geschichte Zur Geschichte der einzelnen Ortsteile siehe: Dortelweil Heilsberg Massenheim Gronau
Ur- und Frühgeschichte mini|Ruine der Wasserburg mini|Ruine der Wasserburg In Vilbel finden sich Siedlungsspuren aus allen Zeiten seit dem Neolithikum (Bandkeramische Kultur) wie später den Kelten, Germanen, Römern oder Burgunden.
Im Zuge des Baus der Main-Weser-Bahn 1848/1849 wurden Reste römischer Thermen in der Nähe des heutigen Haltepunkts Bad Vilbel Süd entdeckt.
Das römische Bad verfügte über ein prächtiges Mosaik.D. Baatz In: D. Baatz, F. R. Herrmann (Hrsg.): Die Römer in Hessen. S. 241 f., Abb. 140, 167 u. 168. Das Original befindet sich heute im Landesmuseum Darmstadt, eine Nachbildung des Mosaiks kann in einem eigenen Glaspavillon im Kurpark besichtigt werden.
Mittelalter Die älteste erhaltene Erwähnung von Vilbel stammt aus dem Jahr 774, als es als „Felwila“ in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Lorsch genannt wurde. Die früheste erhaltene Erwähnung der Salzquellen findet sich in einer Tauschurkunde Kaiser Ludwig des Frommen von 817. In der Folgezeit kam Vilbel unter die Herrschaft des Ministerialengeschlechts der Familie von Hagen-Münzenberg, nach deren Aussterben 1255 wurde es durch die Münzenberger Erbschaft zwischen den Herren von Hanau und den Herren von Falkenstein geteilt. Innerhalb dieses Kondominats gab es eine Realteilung mit der Nidda als Grenze. Der Teil rechts der Nidda gehörte den Falkensteinern, der Teil links der Nidda zu Hanau und wurde dort zum Gericht und späteren Amt Bornheimerberg gerechnet. Nach dem Tod des letzten Falkensteiners Werner III. Kurfürst und Erzbischof von Trier 1418 fiel dessen Anteil an die Herrschaft Eppstein. Bei der Teilung der Grafschaft Hanau 1458 kam der Bornheimerberg – und damit auch der Hanauer Anteil an Vilbel – zur Grafschaft Hanau-Münzenberg.Uta Löwenstein: Grafschaft Hanau. In: Ritter, Grafen und Fürsten – weltliche Herrschaften im hessischen Raum ca. 900–1806 = Handbuch der hessischen Geschichte 3 = Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen 63. Marburg 2014, ISBN 978-3-942225-17-5, S. 196–230 (207).
mini|hochkant|Wappen derer von Vilbel
Aus Vilbel stammt auch das im 17. Jahrhundert ausgestorbene Ministerialengeschlecht der Ritter von Vilbel, das einen silbern-rot quadrierten Wappenschild mit einer mittigen Rose führte. Sein bekanntester Vertreter war der Benediktinerabt und Chronist Apollo von Vilbel († 1536).Friedrich Philipp Usener: Beiträge zu der Geschichte der Ritterburgen und Bergschlösser in der Umgegend von Frankfurt am Main, Frankfurt, 1852, S. 104 (Digitalscan).
Frühe Neuzeit Wohl unter dem Einfluss der Grafen von Hanau-Münzenberg, in deren Grafschaft das Solmser Landrecht gewohnheitsrechtlich galt, übernahm auch Vilbel diese Rechtsordnung. Das Gemeine Recht galt nur noch, wenn das Solmser Landrecht für einen Sachverhalt keine Bestimmungen enthielt. Das Solmser Landrecht blieb auch, als Vilbel im 19. Jahrhundert zum Großherzogtum Hessen (Hessen-Darmstadt) gehörte, geltendes Recht, S. 106., das erst zum 1. Januar 1900 von dem einheitlich im ganzen Deutschen Kaiserreich geltenden Bürgerlichen Gesetzbuch abgelöst wurde.
mini|hochkant|Kriegerdenkmal im Kurpark Nach dem Tod des letzten Hanauer Grafen, Johann Reinhard III., 1736 erbte Landgraf Friedrich I. von Hessen-Kassel die Grafschaft Hanau-Münzenberg mit dem Amt Bornheimerberg und damit auch eine Hälfte von Vilbel. Seitdem gehörte diese Vilbeler Hälfte zur Landgrafschaft Hessen-Kassel, die 1803 zum Kurfürstentum Hessen erhoben wurde. Dadurch wurde auch die Grafschaft Hanau-Münzenberg zum Fürstentum Hanau erhoben. Weil Kurfürst Wilhelm I. nicht dem von Napoleon dominierten Rheinbund beitreten wollte und sein Land für neutral erklärte, wurde Kurhessen im Rahmen des Vierten Koalitionskrieges vom Kaiserreich Frankreich besetzt und das kurhessische Fürstentum Hanau wurde bis 1810 unter französische Militärverwaltung gestellt. Dann wurde das Fürstentum Hanau als Departement Hanau dem kurzlebigen Großherzogtum Frankfurt zugeordnet – bis nach der Niederlage Napoleons das Kurfürstentum Hessen (Hessen-Kassel) auf dem Wiener Kongress 1815 wiederhergestellt wurde.
Neuzeit mini|links|Kurpark und Kurhaus Nach den Gebietsbereinigungen der napoleonischen Zeit gelangte Vilbel an das Großherzogtum Hessen (Hessen-Darmstadt). Hier gehörte es bis 1821 zum Amt Vilbel, bis 1832 zum Landratsbezirk Vilbel und bis 1848 zum Kreis Friedberg. Während der Revolutionszeit von 1848 kam es zu dem nur kurzfristig bestehenden Regierungsbezirk Friedberg, der 1852 wieder aufgelöst wurde. Danach folgte die erneute Zugehörigkeit zum Kreis Vilbel bis 1874 und anschließend für fast 100 Jahre erneut zum Kreis Friedberg. Seit 1972 liegt Bad Vilbel im Wetteraukreis. Von 1821 bis 1853 gehörte Vilbel zum Bezirk des Landgerichts Großkarben, der 1853 aufgelöst wurde, dann bis 1879 zu dem des Landgerichts Vilbel, ab 1879 zu dem des Amtsgerichts Vilbel.
Die Stadt Vilbel erhielt 1948 aufgrund ihrer zahlreichen Quellen das Prädikat Bad. Der einstige Kurbetrieb wurde bereits in den 1960er Jahren zu großen Teilen aufgegeben, so dass in den 1990er Jahren eine Aberkennung des Prädikates „Bad“ drohte. Seit etwa dem Jahr 2000 wurden erhebliche Flächen für Wohnbebauung und Dienstleistungsgewerbe ausgewiesen, unter anderem in Dortelweil-West und im Baugebiet Krebsschere zwischen Bad Vilbel und Massenheim.
Ende 2004 wurde das Amtsgericht Bad Vilbel geschlossen.
Von Anfang 2012 bis 2017 wurde der Einsatz elektronischer Fußfesseln deutschlandweit von Bad Vilbel aus überwacht.
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde am 1. Juli 1971 auf freiwilliger Basis die bis dahin selbständige Gemeinde Gronau aus dem Kreis Hanau nach Bad Vilbel eingegliedert. Dortelweil folgte am 31. Dezember 1971. Die Reihe der Eingemeindungen wurde mit der Eingliederung von Massenheim am 1. Juni 1972 abgeschlossen. Für alle Stadtteile und die Kernstadt wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung eingerichtet. Die Stadtteile sind heute teilweise baulich zusammengewachsen und dieser Prozess hält an.
Einwohnerentwicklung mini|Einwohnerentwicklung von 1821 bis 2017 nach nebenstehender Tabelle
1821: 1.430 EinwohnerZahl nach: Thomas Klein: Grundriß zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815–1845. Reihe A: Preußen. Band 11: Hessen-Nassau einschließlich Vorgängerstaaten. Marburg 1979, S. 109. 1939: 6.257 Einwohner 1961: 14.237 Einwohner 1970: 17.866 Einwohner 1998: 28.509 Einwohner 2002: 30.290 Einwohner 2006: 31.348 Einwohner 2008: 31.456 Einwohner 2010: 31.822 Einwohner 2011: 31.673 Einwohner 2014: 32.584 Einwohner 2015: 33.020 Einwohner 2016: 33.458 Einwohner 2017: 33.745 EinwohnerJeweils 31. Dezember; Quelle seit 1998: Hessisches Statistisches Landesamt, im Übrigen: 2023: 36.894 Einwohner 2025: 37.338 Einwohner
Politik Stadtverordnetenversammlung Für die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Bad Vilbel erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 15. März 2026 - 23° Election Manager: Bad Vilbel 2026 in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:
Stadtverordnetenversammlung – Kommunalwahlen 2026
Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001 41,7 19 40,7 18 48,3 22 46,7 21 55,6 25 62,7 28 23,8 11 29,4 13 16,0 7 18,9 9 10,2 5 10,8 5 14,4 7 16,8 8 21,2 10 25,5 11 24,7 11 21,9 10 5,5 2 6,5 3 6,7 3 4,4 2 6,4 3 4,5 2 9,1 4 3,7 2 — — — — — — — — 5,5 2 — — — — — — 3,1 1 — — — — 2,9 1 7,7 3 4,4 2 — — — — Gesamt 100,0 45 100,0 45 100,0 45 100,0 45 100,0 45 100,0 45 Wahlbeteiligung in %58,8 57,7 52,9 52,9 52,0 56,7
Bürgermeister und Magistrat mini|hochkant|Das Alte Rathaus nach der Restaurierung 2005 Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Magistrats, dem in der Stadt Bad Vilbel neben dem Bürgermeister hauptamtlich ein Erster Stadtrat und ein weiterer Stadtrat sowie ehrenamtlich zwölf Stadträte angehören.Gremien: Magistrat der Stadt Bürgermeister ist seit dem 17. Juni 2022 Sebastian Wysocki (CDU), der bis dahin als Erster Stadtrat dem Magistrat angehörte. Er wurde als Nachfolger von Thomas Stöhr (CDU), der nach drei Amtszeiten nicht wieder kandidiert hatte, am 13. Februar 2022 in einer Stichwahl bei 45,8 Prozent Wahlbeteiligung mit 53,0 Prozent der Stimmen gewählt.hessenschau: Bürgermeister-Stichwahl am 13. Februar 2022 in Bad Vilbel
Amtszeiten der Bürgermeister; Hinweis: Einzelergebnis 1998 ist nicht archiviert 2022–2028 Sebastian Wysocki (CDU)Sebastian Wysocki: Über mich: „Von Juli 2016 bis Juni 2022 war ich hauptamtlicher Erster Stadtrat der Stadt Bad Vilbel. Seit dem 17. Juni 2022 bin ich Bürgermeister der Stadt Bad Vilbel.“ - 2004–2022 Thomas Stöhr (CDU)Stadt Bad Vilbel, 15. Juni 2022: Verabschiedung Dr. Thomas Stöhr: „Am 16. Juni ist der letzte Tag von Dr. Thomas Stöhr im Amt des Bürgermeisters. Ab dem 17. Juni übernimmt dann Sebastian Wysocki die Amtsgeschicke. Nach 18 Jahren im Amt verabschiedet sich mit Dr. Thomas Stöhr der fünfte Bürgermeister der Stadt Bad Vilbel nach dem zweiten Weltkrieg. Rechnet man die vier Jahre dazu, die Stöhr zuvor Erster Stadtrat war, schließt sich für ihn die Bürotür des Rathauses nach 22 Jahren.“ 1980–2004 Günther Biwer (CDU) 1968–1980 Erich Glück (SPD) 1955–1968 Georg Muth (SPD) 1946–1955 Kurt Moosdorf (SPD) 1945–1946 Karl Bruder jun. (SPD) (kommissarisch) 1933–1945 Joseph Seitz (NSDAP) 1928–1933 Kurt Moosdorf (SPD) 1919–1928 Bernhard Rechthien (SPD)
+ Ergebnisse der Bürgermeister-Direktwahlen Jahr Wahlbeteili-gung in % Kandidaten Partei Stimmenin % 2022Stichwahl 45,8 Sebastian Wysocki CDU 53,0 Clemens Breest Grüne 47,0 2016 54,1 Thomas Stöhr CDU 65,7 Clemens Breest Grüne 22,7 Raimo Biere FW 11,6 2010 49,1 Thomas Stöhr CDU 57,8 Helmut Betschel-Pflügel 24,3 Gesine Wambach FDP 11,3 Manfred Manthey FW 4,9 Helge Welker 1,8 2003 53,3 Thomas Stöhr CDU 71,9 Roland Fischer 26,1 Peter Ringel 1,9 1998 51,5 Günther Biwer CDU 72,1 Klaus Arabin SPD 27,9
Magistrat