Die 5. Division, für die Dauer des mobilen Verhältnisses auch als 5. Infanterie-Division bezeichnet, war ein Großverband der Preußischen Armee.
Gliederung Die Division war Teil des III. Armee-Korps. Ihr unterstanden:
Friedensgliederung 1914 9. Infanterie-Brigade in Frankfurt (Oder) Leib-Grenadier-Regiment „König Friedrich Wilhelm III.“ (1. Brandenburgisches) Nr. 8 in Frankfurt (Oder) Infanterie-Regiment „von Stülpnagel“ (5. Brandenburgisches) Nr. 48 in Küstrin 10. Infanterie-Brigade in Frankfurt (Oder) Grenadier-Regiment „Prinz Carl von Preußen“ (2. Brandenburgisches) Nr. 12 in Frankfurt (Oder) Infanterie-Regiment „von Alvensleben“ (6. Brandenburgisches) Nr. 52 in Cottbus und Crossen (I. Bataillon) 5. Kavallerie-Brigade in Frankfurt (Oder) 1. Brandenburgisches Dragoner-Regiment Nr. 2 in Schwedt Ulanen-Regiment „Kaiser Alexander II. von Rußland“ (1. Brandenburgisches) Nr. 3 in Fürstenwalde 5. Feldartillerie-Brigade in Frankfurt (Oder) Feldartillerie-Regiment „General-Feldzeugmeister“ (2. Brandenburgisches) Nr. 18 in Frankfurt (Oder) Neumärkisches Feldartillerie-Regiment Nr. 54 in Küstrin und Landsberg an der Warthe (II. Abteilung)
Kriegsgliederung bei Mobilmachung 1914 9. Infanterie-Brigade Leib-Grenadier-Regiment „König Friedrich Wilhelm III.“ (1. Brandenburgisches) Nr. 8 Infanterie-Regiment „von Stülpnagel“ (5. Brandenburgisches) Nr. 48 10. Infanterie-Brigade Grenadier-Regiment „Prinz Carl von Preußen“ (2. Brandenburgisches) Nr. 12 Infanterie-Regiment „von Alvensleben“ (6. Brandenburgisches) Nr. 52 Brandenburgisches Jäger-Bataillon Nr. 3 3. Eskadron/Husaren-Regiment „von Zieten“ (Brandenburgisches) Nr. 3 5. Feldartillerie-Brigade Feldartillerie-Regiment „General-Feldzeugmeister“ (2. Brandenburgisches) Nr. 18 Neumärkisches Feldartillerie-Regiment Nr. 54 1. Kompanie/Pionier-Bataillon „von Rauch“ (1. Brandenburgisches) Nr. 3
Kriegsgliederung vom 26. Mai 1918 10. Infanterie-Brigade Leib-Grenadier-Regiment „König Friedrich Wilhelm III.“ (1. Brandenburgisches) Nr. 8 Grenadier-Regiment „Prinz Carl von Preußen“ (2. Brandenburgisches) Nr. 12 Infanterie-Regiment „von Alvensleben“ (6. Brandenburgisches) Nr. 52 MG-Scharfschützen-Abteilung Nr. 13 3. Eskadron/Husaren-Regiment „von Zieten“ (Brandenburgisches) Nr. 3 Artillerie-Kommandeur Nr. 142 Feldartillerie-Regiment „General-Feldzeugmeister“ (2. Brandenburgisches) Nr. 18 Fußartillerie-Bataillon Nr. 67 Pionier-Bataillon Nr. 116 Divisions-Nachrichten-Kommandeur Nr. 5
Geschichte Der Großverband ging aus der im März 1816 in Crossen gebildeten Truppen-Brigade hervor und wurde am 5. September 1818 zur 5. Division erweitert. Das Kommando stand zunächst bis 1840 in Frankfurt (Oder), dann in Berlin und ab 1845 wieder in Frankfurt (Oder). Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde die Division dort demobilisiert und 1919 schließlich aufgelöst.
Erster Weltkrieg Mit Beginn des Ersten Weltkriegs im August 1914 machte die Division mobil und wurde im Verband des III. Armee-Korps an der Westfront eingesetzt. Sie marschierte unter Führung des Generalleutnant Georg Wichura durch das neutrale Belgien in Nordfrankreich ein. Am 18. August 1914 kam es bei Tirlemont zu ersten Kämpfen, denen am 22. und 23. August die Schlachten bei Mons und am 26. August die bei Le Cateau folgten. Nach der Schlacht an der Marne deckte die Division den Rückzug des II. Armee-Korps vom linken auf das rechte Aisneufer. Mitte September ging die Division nach schweren Kämpfen in der Schlacht an der Aisne in den Stellungskrieg über.
Im Januar 1915 kämpfte die Division in der Schlacht von Soissons, die sich aus einem Durchbruchsversuch der Franzosen entwickelt hatte. Im Spätsommer 1915, bereits zum Abtransport an die Ostfront vorgesehen, wurde die Verladung gestoppt und die Division ab 24. September als nächstverfügbare Reserve in die Herbstschlacht in der Champagne geworfen. Nach Beendigung der dortigen Kämpfe Anfang November verblieb die Division bis Anfang Dezember 1915 in der Champagne und trat dann in den Bereich der 5. Armee, die vor Verdun lag, über.
Während der am 21. Februar 1916 beginnenden Schlacht um Verdun stürmte die Division innerhalb weniger Tage Bois de Ville, den Walvrille-Wald, die Louvremont-Stellung sowie den Pfefferrücken und kämpfte schließlich um das stark befestigte Dorf Douaumont, das am 2. März kurzfristig eingenommen werden konnte. Daran schlossen sich erbitterte Kämpfe im Caillette-Wald und um das Dorf und Fort Vaux an. Nach schweren Verlusten wurde die Division zur Erholung und Auffrischung aus der Front gezogen. Sie kam zu Beginn der Schlacht an der Somme wieder zum Einsatz und verteidigte den Abschnitt Longueval-Wald von Delville. Am 7. September 1916 übernahm General Hasso von Wedel die Division, die zu diesem Zeitpunkt wieder in der Champagne lag.
Nach den folgenden Stellungskämpfen kam sie anschließend Mitte April 1917 bei der 1. Armee in der Doppelschlacht Aisne-Champagne zum Einsatz. Anfang Juli 1917 verlegte die Division an die Ostfront und wurde während der Kerenski-Offensive am Sereth eingesetzt. Im September 1917 kam die Einheit an die Italienfront. In der 12. Isonzoschlacht und nach den Durchbruch bei Tolmein gelang am 27. Oktober die Erstürmung des Monte Hum, des Monte Spinh sowie das Castel del Monte. Nach der Schlacht bei Udine blieb die Division im Vormarsch und überschritt den Tagliamento. Kurzzeitig zur Erholung aus der Front gezogen, war sie Armeereserve und trat dann wieder in die venezischen Gebirgskämpfe ein.
Mitte Dezember 1917 erfolgte der Rücktransport an die Westfront, wo sich die Division bei der 18. Armee an der Michael-Offensive beteiligte. Am 21. März 1918 überschritt die beim III. Armee-Korps eingesetzte Division, den Kanal zwischen St.-Christ und Tergnier und stieß bis Ende März auf die Linie Montdidier-Noyon vor. Es folgten Verfolgungskämpfe zwischen Oise und Aisne. Im Verband des Generalkommando 54 an der Dritten Aisneschlacht beteiligt, gelang am 27. Mai die Erstürmung der westlichen Höhen des Chemin-des-Dames. Nach dem weiteren Vormarsch zur Marne, folgte nach der am 18. Juli einsetzenden französischen Gegenoffensive, der Rückzug auf die Vesle. Rückzugskämpfe über die Aisne auf die alte Siegfriedlinie, bis November 1918 erfolgte der Rückzug auf die Maas-Stellung.
Gefechtskalender 1914 18. bis 19. August – Schlacht an der Gette 23. bis 24. August – Schlacht bei Mons 25. bis 27. August – Schlacht bei Solesmes und Le Cateau 28. bis 30. August – Kämpfe an der Somme 1. September – Gefecht bei Villers-Cotterêts 4. September – Gefechte bei Vieils-Maisons-Montmirail 5. bis 9. September – Schlacht am Ourcq 10. September – Nachhutgefechte bei Neuilly-St. Front ab 12. September – Kämpfe an der Aisne
1915 bis 1. Juli 1915 – Kämpfe an der Aisne 8. bis 14. Januar – Schlacht bei Soissons 9. Mai bis 23. Juli – Schlacht bei La Bassée und Arras 24. Juli bis 22. September – Stellungskämpfe in Flandern und Artois 24. September bis 3. November – Herbstschlacht in der Champagne 4. November bis 10. Dezember – Stellungskämpfe in der Champagne ab 30. November – Kämpfe an der Aisne
1916 bis 2. Februar – Kämpfe an der Aisne 21. Februar bis 31. Mai – Schlacht bei Verdun 21. bis 22. Februar – Erstürmung des Bois-de-Ville 23. Februar – Erstürmung des Wavrille-Waldes 25. bis 26. Februar – Erstürmung der Louvémont-Stellung und des Pfefferrückens 25. Februar bis 2. März – Kämpfe um Dorf Douaumont 3. bis 20. März – Stellungskämpfe vor Verdun 12. bis 15. März – Kämpfe im Caillette-Wald 22. bis 25. Mai – Kämpfe um Fort Douaumont 1. Juni bis 18. Juli – Reserve der OHL 19. Juli bis 4. August – Schlacht an der Somme 14. August bis 27. Oktober – Stellungskämpfe in der Champagne 27. Oktober bis 16. Dezember – Stellungskämpfe vor Verdun ab 16. Dezember – Reserve der OHL
1917 bis 7. Februar – Reserve der OHL 18. Februar bis 17. April – Stellungskampf im Oberelsass 18. April bis 4. Mai – Doppelschlacht Aisne-Champagne 5. Mai bis 5. Juli – Reserve der OHL 7. bis 18. Juli – Stellungskämpfe östlich Zloczow 19. bis 28. Juli – Durchbruchsschlacht in Ostgalizien 19. Juli – Erstürmung der Mackowa-Gora 20. Juli – Verfolgungskämpfe bis zur Bahn Jezierna-Tarnopol 21. Juli – Durchbruchskämpfe an der Straße Jezierna-Tarnopol 22. Juli – Vorstoß an den Sereth 23. Juli – Erzwingung des Überganges über den Sereth 24. Juli – Waldkämpfe im Wielki-Las 25. Juli – Gniezna-Übergang 29. Juli bis 20. September – Stellungskämpfe am Sereth 20. September bis 15. Oktober – Aufmarsch hinter der Isonzo-Front 3. bis 23. Oktober – Stellungskämpfe am Isonzo 24. bis 27. Oktober – Durchbruch durch die Julischen Alpen 26. Oktober – Erstürmung des Monte Hum 27. Oktober – Erstürmung des Monte San Giovanni, Monte Spighi und Castel del Monte 28. Oktober bis 3. November – Schlacht bei Udine 29. Oktober bis 1. November – Vorstoß gegen den unteren Tagliamento 4. bis 11. November – Verfolgung vom Tagliamento bis zur Piave 12. November bis 18. Dezember – Gebirgskämpfe in den Venezianischen Alpen ab 18. Dezember – Stellungskämpfe in der Champagne
1918 bis 4. März – Stellungskämpfe in der Champagne 5. bis 20. März – Ruhezeit hinter der 18. Armee 21. März bis 6. April – Große Schlacht in Frankreich 7. April bis 27. Mai – Kämpfe an der Avre und bei Montdidier-Noyon 27. Mai bis 13. Juni – Schlacht bei Soissons und Reims 27. Mai – Erstürmung der Höhen des Chemin des Dames 28. Mai bis 1. Juni – Verfolgungskämpfe zwischen Oise und Aisne und über die Vesle bis zur Marne 30. Mai bis 13. Juni – Angriffskämpfe westlich und südwestlich von Soissons 14. Juni bis 4. Juli – Stellungskämpfe zwischen Oise, Aisne und Marne 18. bis 25. Juli – Abwehrschlacht zwischen Soissons und Reims 26. Juli bis 3. August – Bewegliche Abwehrschlacht zwischen Marne und Vesle 4. August bis 3. September – Stellungskämpfe an der Vesle 3. bis 27. September – Kämpfe vor und in der Siegfriedstellung 10. bis 12. Oktober – Kämpfe vor der Hunding- und Brunhildfront 13. Oktober bis 4. November – Kämpfe in der Hundingstellung 5. bis 11. November – Rückzugskämpfe vor der Antwerpen-Maas-Stellung ab 12. November – Räumung des besetzten Gebietes und Rückmarsch in die Heimat
Kommandeure mini|Generalleutnant Otto von Dulitz, Divisionskommandeur 1901/06.