miniatur|Dorfstraße mit sanierten Fachwerkhäusern Glasehausen ist ein Ortsteil der Stadt Heilbad Heiligenstadt im thüringischen Landkreis Eichsfeld; er gehört zum historischen Eichsfeld und dialektisch zum niederdeutschen Sprachgebiet.
Geographie miniatur|links|Blick von Süden über die Landschaft bei Glasehausen Glasehausen liegt ungefähr 7 Kilometer nördlich von Heiligenstadt im oberen Gartetal innerhalb des Buntsandsteinplateaus des mittleren Eichsfeldes unmittelbar an der niedersächsisch-thüringischen Landesgrenze. Eingerahmt wird die Ortslage vom Silberberg (ca. 315 m) im Norden, dem Gehlenberg (383 m) im Südosten und dem Auberg (345 m) im Westen. Durch den Ort fließt der Glasehausener Bach, der in nördlicher Richtung in die Garte mündet.
Nachbarorte sind die in Niedersachsen gelegenen Ortsteile der Gemeinde Gleichen Weißenborn im Westen und Etzenborn im Nordosten sowie der Eichsfelder Ort Günterode im Süden.
Geschichte Um 1300 erfolgt die erste urkundliche Erwähnung eines Johannes de Glasehusen. Glasehusen war zeitweilig eine Wüstung und wurde erst um 1550 wieder aufgebaut. Die Herren von Bültzingslöwen waren von 16. bis zum 19. Jahrhundert Gerichtsherren am Ort. Von 1802 an war der Ort preußisch und kam dann kurz an das Königreich Westphalen. Ab 1815 war der Ort Teil der preußischen Provinz Sachsen. 1945 bis 1949 war der Ort Teil der sowjetischen Besatzungszone und ab 1949 Teil der DDR. Von 1961 bis 1990 bis zur Wende und Wiedervereinigung war der Ort eine bewachte Sperrzone. 1993 wurde der Ort von einer Windhose heimgesucht. Er ist der einzige Ort des Eichsfelds, in dem ein Teil der Bevölkerung obereichfeldischen, der andere Teil untereichsfeldischen Dialekt spricht.
Seit dem 1. Januar 1992 gehörte die ehemalige Gemeinde der Verwaltungsgemeinschaft Leinetal an. Zum 1. Januar 2024 wurde die Gemeinde aufgelöst und aus der Verwaltungsgemeinschaft Leinetal ausgegliedert. Es folgte die Eingemeindung in die Stadt Heilbad Heiligenstadt.
Einwohnerentwicklung Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember): 1994: 173 1995: 173 1996: 173 1997: 172 1998: 170 1999: 171 2000: 177 2001: 179 2002: 179 2003: 183 2004: 189 2005: 189 2006: 189 2007: 187 2008: 182 2009: 176 2010: 180 2011: 171 2012: 174 2013: 171 2014: 177 2015: 174 2016: 167 2017: 166 2018: 162 2019: 159 2020: 159 2021: 144 2022: 147 2023: 149 2024: 167 Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik
Politik Bürgermeister Die ehrenamtliche Bürgermeisterin Christina Janik (WG Freiwillige Feuerwehr) wurde am 12. Juni 2022 gewählt.
Religion Bis Ende 2007 war die Katholische Gemeinde Glasehausen eine Filialgemeinde von Günterode. Seit dem 1. Januar 2008 ist Glasehausen Filialgemeinde von Siemerode.
Kultur und Sehenswürdigkeiten miniatur|St. Johannes der Täufer Vereinsleben In Glasehausen existieren der Feuerwehrverein, der Glasehäuser Kirmesverein e. V. und ein Kirchenchor.
Bauwerke Katholische Filialkirche „Johannes der Täufer“ von 1714. Sie befindet sich in der Mitte des linear angeordneten Ortes und wurde 1750 konsekriert. 1960 fand eine Erweiterung am westlichen Ausläufer der Kirche statt. Im Innenraum befindet sich ein wertvoller Schnitzaltar aus der Spätgotik mit frühbarocken Ornamenten. Gedenkstein zur Grenzöffnung. Errichtet am zehnten Jahrestag der Grenzöffnung besitzt er die Daten 1952 und 1990 sowie die Inschrift 31.12. 1990 / Grenz- / Öffnung. Weiterhin ist auf dem Stein zu lesen In / Dankbarkeit / 31.12.1999 und auf einer Plakette die Worte Erkenne die Vergangenheit / Beherrsche die Zukunft.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Geographie (Heilbad Heiligenstadt) Kategorie:Ort im Landkreis Eichsfeld Kategorie:Ort im Eichsfeld Kategorie:Ersterwähnung 1300 Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Eichsfeld) Kategorie:Gemeindeauflösung 2023