Heuthen ist eine Gemeinde in der Verwaltungsgemeinschaft Leinetal im thüringischen Landkreis Eichsfeld.

Geschichte Die erste urkundliche Erwähnung geht auf eine Schenkungsurkunde derer von Kirchberg aus dem Jahr 1146 zurück. Zwei ältere Nennungen, um 724 zur Zeit des Bonifatius (als Heiten) und um 950 sind nicht mit einer Urkunde zu belegen. Heuthen ist eines der ältesten Dörfer der Region. Der Ort gehörte bis zur Säkularisation zu Kurmainz, von 1815 bis 1945 war der Ort Teil der preußischen Provinz Sachsen.

Im März 1945 waren 11 russische Zwangsarbeiter im Dorf gemeldet.Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933–1945 (Hrsg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu den Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933–1945. Bd. 8, Thüringen. VAS – Verlag für Akademische Schriften, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-88864-343-0, S. 37f.

1945 bis 1949 war der Ort Teil der sowjetischen Besatzungszone und ab 1949 Teil der DDR. Bis 1989/1990 lag der Ort nahe der innerdeutschen Grenze.

Wappen Blasonierung: „In Blau eine goldene Kirche, den Turm vorn, oben beseitet von je einem silbernen Eichenblatt.“

Einwohnerentwicklung Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember): 1994: 813 1995: 794 1996: 798 1997: 797 1998: 803 1999: 802 2000: 800 2001: 789 2002: 784 2003: 774 2004: 787 2005: 797 2006: 792 2007: 781 2008: 781 2009: 767 2010: 763 2011: 751 2012: 745 2013: 739 2014: 734 2015: 728 2016: 738 2017: 735 2018: 725 2019: 720 2020: 726 2021: 724 2022: 724 2023: 722 2024: 706 Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat von Heuthen setzt sich aus acht Gemeinderatsmitgliedern zusammen. CDU: 6 Sitze Wahlvorschlag AL: 2 Sitze (Stand: Kommunalwahl am 25. Mai 2014)

Bürgermeister Der ehrenamtliche Bürgermeister Michael Gaßmann wurde am 5. Juni 2016 wiedergewählt.

Gemeindepartnerschaft Niederelbert in Rheinland-Pfalz

Wirtschaft und Infrastruktur Wasser und Abwasser Die Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung wurde auf den Zweckverband Wasserversorgung und Abwasserentsorgung Obereichsfeld übertragen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Mehlbeerbaumallee zwischen Heuthen und Kefferhausen im Obereichsfeld In Heuthen befindet sich eine Filialkirche der Pfarrei St. Cosmas und Damian in Geisleden, die St. Nikolaus (erbaut 1745–1749). Sie gilt als eine der schönsten barocken Dorfkirchen des Eichsfeldes. Alljährlich in der Adventszeit ist dort eine Krippenausstellung mit über 400 Darstellungen zu sehen.

An der Gemarkungsgrenze zum östlichen Nachbarort Kefferhausen erstreckte sich im Mittelalter die Wüstung Werdingshausen, von deren Existenz heute die dort befindliche Wallfahrtskapelle zeugt. Der Weg zur Kapelle wurde ab 1910 zu einer Allee mit etwa 100 seltenen Schwedischen Mehlbeerbäumen aufgewertet. Diese gilt nun als Naturdenkmal.

Persönlichkeiten Am 23. Februar 1666 wurde in Heuthen Urban Kobert geboren, der am 14. Juli 1687 in den Jesuitenorden eintrat, Professor an der Universität Heidelberg (1706–1715), Rektor in Erfurt, Fulda, Speyer und Ettlingen war und am 9. März 1752 zu Mainz starb.Opfermann zählt ihn zu den „Gestalten des Eichsfeldes“ (Nr. 955 im Verzeichnis). vgl. Bernhard Opfermann, Bearb. von Thomas T. Müller: Gestalten des Eichsfeldes : ein biographisches Lexikon Hrsg. vom Verein für Eichsfeldische Heimatkunde. 2., erweiterte und bearbeitete Auflage. Heiligenstadt: Cordier, 1999. ISBN 3-929413-37-X

Literatur Rüdiger Hans Kruse: Auswanderung aus Heuthen nach Amerika. Amazon / Kindle 2017, ISBN 978-1-5497-2455-8.

Weblinks

Website der Gemeinde Heuthen Geschichte der Gemeinde Heuthen

Einzelnachweise

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