Werdeck, , ist ein kleines Dorf im nordöstlichen Teil des sächsischen Landkreises Görlitz, das seit 1994 als Ortsteil zur Gemeinde Krauschwitz gehört. Es bildet zusammen mit Skerbersdorf, Pechern, Sagar, Podrosche und Klein Priebus die Ortschaft Neißedörfer. Werdeck liegt im offiziellen sorbischen Siedlungsgebiet in Sachsen.
Geographie mini|Neiße bei Werdeck
Werdeck liegt als Rundweiler in der waldreichen Muskauer Heide an der Lausitzer Neiße. Flussabwärts liegt Pechern, flussaufwärts Podrosche.
Geschichte Werdeck wird erstmals urkundlich im Jahr 1521 erwähnt. Spätestens seit 1552 gehört der Ort zur Standesherrschaft Muskau. Durch seine Lage in einem Waldgebiet abseits der Heeresstraßen übersteht der Ort den Dreißigjährigen Krieg, der in anderen Orten der Lausitz zum Teil verheerende Auswirkungen hat, unbeschadet.
Ursprünglich nach Priebus eingepfarrt, gehört Werdeck seit 1668 zur Parochie Podrosche.
Im 20. Jahrhundert wird Werdeck mehrfach eingemeindet. 1938 erfolgt der Zusammenschluss mit dem rechts der Neiße liegenden Doppelort Jamnitz-Pattag zur Gemeinde Neißebrück. Nach der Westverschiebung Polens bis zur Oder-Neiße-Linie nach dem Zweiten Weltkrieg wird Werdeck 1945 wieder eine eigenständige Gemeinde. Bereits am 1. Juli 1950 wird der Ort erneut eingemeindet, dieses Mal nach Klein Priebus. Als sich 1994 mehrere Gemeinden zwischen Bad Muskau und Rothenburg/O.L. entlang der Neiße zusammenschließen, gehört auch Klein Priebus zu ihnen. Werdeck ist fortan ein Ortsteil der Einheitsgemeinde Krauschwitz.
Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1825 61 1871 52 1885 61 1905 55 1910 55 1925 60 1946 77 2009 30
Aus dem Jahr 1552 sind für Werdeck vier besessene Mann und ein Häusler überliefert. Im Jahr 1777 hat sich die soziale Struktur etwas verbessert, neben den vier besessenen Mann werden drei Gärtner genannt.
Ortsname Der Ursprung des Namens wird in der Literatur uneinheitlich gesehen. Jan Meschgang leitet den Wortstamm vom mittelhochdeutschen wert ‘Insel’ ab und sieht darin, ähnlich dem südwestlich gelegenen Werda, ein „Inseldorf“, das mit dem Suffix zu einem „kleinen Inseldorf“ wird. Ernst Eichler und Hans Walther geben dieser Möglichkeit prinzipiell recht, zumal sie „wegen der Lage an der Neiße nahe“ liegt, favorisieren aber einen sorbischen Ursprung. Demnach wäre der Ortsname aus einer Ableitung des Wortes ‘drehen, wenden, bohren, schrauben (vom Wasserwirbel)’ nicht ganz auszuschließen.
Literatur
Weblinks
Gemeinde Krauschwitz – Der Ortsteil Werdeck
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in der Oberlausitz Kategorie:Ort im Landkreis Görlitz Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Görlitz) Kategorie:Krauschwitz (Sachsen) Kategorie:Ort an der Lausitzer Neiße Kategorie:Ersterwähnung 1521 Kategorie:Gemeindeauflösung 1938 Kategorie:Gemeindegründung 1945 Kategorie:Gemeindeauflösung 1950