mini|Nikolaus Geiger (um 1893) Nikolaus Geiger (* 6. Dezember 1849 in Lauingen, Bayern; † 27. November 1897 in Deutsch-Wilmersdorf) war ein deutscher Maler, Bildhauer und Hochschullehrer an der Berliner Kunstakademie. Seine Ehefrau war die Bildhauerin Henny Spiegel.

Leben Zunächst begann Geiger eine Steinmetz-Lehre, die er jedoch abbrach, um mit 16 Jahren an die Münchner Kunstakademie zu gehen,02237 Nikolaus Geiger, Matrikelbuch 1841–1884, Eintrittsdatum 28. März 1866, Fach Bildhauerei. matrikel.adbk.de; abgerufen am 14. Februar 2020 wo bereits sein älterer Bruder Caspar Augustin Geiger studierte. Nikolaus Geiger war Schüler von Joseph Knabl und nahm an mehreren Wettbewerben innerhalb der Akademie erfolgreich teil. 1872 verließ er die Akademie.

Während des kurzen, nach dem gewonnenen Deutsch-Französischen Krieg 1870/1871 einsetzenden Wirtschaftsbooms ging Geiger nach Berlin, wo er aber zunächst nur schwer Fuß fassen konnte. Erst durch die Mitarbeit am Palais Tiele-Winckler für die Familie von Tiele-Winckler wurde er auch in Berlin bekannt. 1877 bis 1879 absolvierte er Studien in Italien, war 1880 in Paris, 1881 in Wien und 1881 bis 1884 in München. Zurück in Berlin bezog Geiger Parterre und Hof in der Dessauerstraße 7 in Berlin-Lankwitz. 1886, beim Bau der Kuppelhalle des Landesausstellungsgebäudes am Lehrter Bahnhof unter den Architekten Kayser & von Großheim wurden die Kunstschöpfungen in der Gesamtanlage von Nicolaus Geiger übernommen und eine der Gruppen, die „Inspiration“, ausgeführt. Um 1887/88 wohnte er auf der Potsdamerstraße 66, nun zusammen mit seiner Frau Henny.Henny Spiegel in Berlin, Potsdamerstraße 66. In: Katalog Ausstellung der Königlichen Akademie der Künste zu Berlin im Landes-Ausstellungsgebäude, 1887, S. 243 Anfang 1890 bezogen die Geigers ein Haus in der Nachodstraße Ecke Kaiserallee in Berlin-Wilmersdorf.Geiger, N. Bildhauer u. Historienmaler. * Wilmersdorf, Nachodstraße (a. d. Kais.Allee, Geigersches Haus). E.; Geiger-Spiegel, Henny, Bildhauerin. * Wilmersdorf, Nachodstr. (a. d. Kaiserallee, Geigersches Haus). In: Gesellschaft von Berlin, Ausgabe 3, 1893/94; zlb.de

Von 1893 bis 1897 war er Mitglied der Preußischen Akademie der Künste in Berlin. In der Folgezeit stellte er mehrmals auf den internationalen Kunstausstellungen in Berlin und München aus. Er wirkte bis zu seinem frühen Tod mit nur 47 Jahren durch zwei kurz aufeinander folgende Blutstürze an zahlreichen Bauwerken und – auch international – an Denkmälern mit.

Geiger war mit der Bildhauerin Henny, geborene Spiegel (1856–1915), verheiratet,Henny Geiger-Spiegel: geboren am 22. September 1856 in Berlin; Ausbildung in den Ateliers von Nikolaus Geiger und Max Klein; Bildhauerin für Figuren und Büsten; Mitglied im Verein der Berliner Künstlerinnen; verheiratet mit dem Bildhauer Nikolaus Geiger (1849–1897); 1915 in einer Anstalt für Geisteskranke bei Leipzig gestorben. die unter anderem eine Büste ihres Gatten und des Architekten Bruno Schmitz fertigte und eine Schülerin von Max Klein war. Im Münchner Glaspalast stellte sie in den Jahren 1889 bis 1892 unter der Bezeichnung „Gestrandet“ die Figur eines ertrunkenen Mädchens aus.

Für die realitätsnahe Gestaltung der beiden Büsten wurde sie in der Kunst-chronik 1892 lobend erwähnt:

Geiger wurde auf dem Friedhof Wilmersdorf beigesetzt. Die in der Publikation von Willi Wohlberedt noch erfasste Grabstelle ist heute nicht mehr erhalten. In Lauingen wurde eine Straße nach ihm benannt.

Werke (Auswahl) mini|hochkant|Grabstätte Carl Hofmann, Architektur von Bruno Schmitz, Skulptur Trauernde von Nikolaus Geiger, (Alter St.-Matthäus-Kirchhof Berlin)

Plastiken „Centaur mit tanzender Nymphe“, vor 1897, Bronze Bestand der Nationalgalerie Berlin. „Kopf einer alten Frau“, vor 1897, Bronze„Kopf einer alten Frau“. Bestand der Nationalgalerie Berlin. „Kopf eines jungen Mädchens“, vor 1897, Bronze Bestand der Nationalgalerie Berlin. „Nach dem Sündenfall“, 1896, Bronze Bestand der Nationalgalerie Berlin. Skulptur des Kaisers Friedrich Barbarossa für das Kyffhäuserdenkmal

Hochfries „Die Armee“ für das Soldiers’ and Sailors’ Monument in Indianapolis USA 1886/1887: Atlanten Erde und Wasser am Wohnhaus Ecke Wilhelm- und Behrenstraße, Architekten Cremer & Wolffenstein Relief Die Vollstreckung, Die Untersuchung, Das Urteil und Die Gnade in der Wartehalle des Reichsgerichtsgebäude Leipzig (Bauzeit zwischen 1888 und 1895) Giebelrelief Anbetung der Könige an der St.-Hedwigs-Kathedrale (nach einem Entwurf von Georg Franz Ebenhech aus dem 18. Jahrhundert);Giebelrelief „Anbetung der Könige“. stiftung-masswerk.de (Maßwerk – Stiftung zur Erhaltung und Ergänzung kirchlicher Bauten und Kunstwerke der christlichen Kirchen in Berlin und Brandenburg); abgerufen am 15. Februar 2020 Fertigstellung Henny Geiger-SpiegelBerlin: Henny Geiger-Spiegel; Ausführung Giebelfeld Hedwigskirche. In: Die Kunst für alle, Heft 23, 1. September 1898, S. 364 mini|Dresdner Bank am Opernplatz, 1888 Zahlreiche weitere Werke wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört, u. a. die Skulpturen in der Villa Saloschin in Berlin, die lebensgroße Statue „Arbeit“ für die Reichsbank in Berlin, der figürlicher Fries und die krönende Figurengruppe über der Attika des Mittelbaus der Dresdner Bank, vier Figuren an der Ecke des Werderhaus Berlin.

Gemälde Die Sünderin, 1884, 1898 durch die Nationalgalerie Berlin angekauft Deckengemälde Anbetung des Christkinds in der St.-Hedwigs-Kathedrale in Berlin

Literatur

Weblinks

PrAdK Pers. BK 154; Geiger, Nikolaus, Bildhauer Eigenhändig ausgefülltes Formular mit Lebenslauf, Werkliste, vom 20. Januar 1893. archiv.adk.de; abgerufen am 14. Februar 2020

Einzelnachweise

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