Die Feuerwehr Münster besteht aus der Berufsfeuerwehr Münster und der Freiwilligen Feuerwehr Münster. Sie wurde am 5. Mai 1905 gegründet und untersteht als Amt 37 dem Dezernat I für Bürgerservice, Personal, Organisation, Ordnung, Brandschutz und IT. Der oberste Dienstherr der Feuerwehr Münster ist der Oberbürgermeister der Stadt Münster, vertreten durch den Dezernenten I.

Eine Besonderheit der Feuerwehr ist der Türmer auf dem Kirchturm der Lambertikirche, der sich jeden Abend zum Dienst anmeldet und wie seit dem Mittelalter als Brandwache über die Stadt wacht. Er ist neben dem Türmer von Nördlingen einer von zwei noch aktiven Türmern in Deutschland, zwar nicht als Feuerwehrangestellter, aber als Angestellter der Stadt im Öffentlichen Dienst. Seit dem 1. Januar 2014 übt mit Martje Thalmann erstmals eine Frau dieses Amt in Münster aus.

Geschichte Anfänge bis 1932 Bis zur Gründung der Berufsfeuerwehr Münster im Jahr 1905 war eine ausschließlich Freiwillige Feuerwehr mit zuletzt etwa 300 Mann für die Brandbekämpfung in der Stadt zuständig, die im Jahr 1871 gegründet worden war. Als mit der Eingemeindung im Jahr 1903 das Stadtgebiet um das Fünffache anwuchs und gleichzeitig die Bevölkerung stetig zunahm, wurde beschlossen, eine ständige Feuerwehr aufzustellen, die vom damaligen Dezernenten für das Stadtlöschwesen, Stadtbaurat Tormin, ins Leben gerufen wurde. Ihr Standort war das Betriebsgelände des städtischen Gaswerks am Albersloher Weg. Sie bestand zunächst aus einem Techniker und acht Handwerkern und besaß einen Einzylinder-Opel mit einer Leiter und zwei Motorräder als Einsatzfahrzeuge. Die damalige Dienstzeit betrug 36 Stunden Dienst mit anschließend zwölf Stunden Pause. Bereits kurze Zeit nach der Gründung wurde sie personell verstärkt und mit einem pferdebespannten Transportwagen für Kranke ausgerüstet.

Wenig später wurde das erste Großgerät angeschafft. Es war eine Gasdruckspritze mit zwei Tanks mit jeweils 400 l Fassungsvermögen und einer angebauten Kohlensäureflasche. Mithilfe der Kohlensäure wurde das Wasser aus den Schläuchen gespritzt. Nachdem es mit diesem Gerät nicht möglich war, den am 19. November 1911 brennenden Kirchturm der Martini-Kirche zu löschen, wurde eine Dampfdruckspritze beschafft, die bei Großbränden eingesetzt wurde und bis in die 1930er Jahre im Einsatz war.

Die nächsten großen Anschaffungen standen im Jahr 1913 an, als die Berufsfeuerwehr mit einer Automobilmotorspritze, einer Automobildampfspritze und einer 26 m langen fahrbaren mechanischen Drehleiter ausgerüstet wurde. Gleichzeitig wurden die bisherigen Kompanien der Freiwilligen Feuerwehr in Löschzüge umstrukturiert, die zudem mit dem zur Brandbekämpfung notwendigen Gerät ausgestattet wurden.

Der Erste Weltkrieg führte zu personellen Engpässen in der Berufsfeuerwehr, da ein Großteil der Feuerwehrmänner zum Fronteinsatz eingezogen wurde. Die Hauptlast der Brandbekämpfung während dieser Zeit lag bei der Freiwilligen Feuerwehr, die ihr Personal an die Berufsfeuerwehr abstellte. Kurze Zeit nach Ende des Krieges erreichte deren Personalstärke 18 Mann. Zudem wurde der Wachdienst auf 24 Stunden verkürzt.

Da sich die Bahnschranken am Albersloher Weg immer mehr als zeitraubendes Hindernis bei den steigenden Einsatzzahlen der Feuerwehr herausstellten, erwarb die Stadt von der Deutschen Reichsbahn ein Gelände im Bereich Albersloher Weg, Hafenweg und Hafenstraße, direkt am oberen Ende des Hafenbeckens des Stadthafens I. Dies trug erheblich zum Erfolg von Brandbekämpfungen bei, da von diesem Zeitpunkt an keine wertvollen Minuten mehr durch das Warten an geschlossenen Bahnschranken verloren gingen.

mini|Frontansicht der alten Feuerwache an der Bernhard-Ernst-Straße

Im Jahr 1925 wurden eine Motorspritze mit einer Leistung von 2000 l Wasser pro Minute und eine automobile Drehleiter mit einer Höhe von bis zu 25 m erworben. Gleichzeitig wurde die Feuerwehr auf 27 Mann verstärkt. In den Jahren von 1928 bis 1930 wurde auf dem am Hafen erworbenen Gelände eine neue Feuerwache nach den Plänen des damaligen Stadtbaumeisters Sittel errichtet. Sie zeichnete sich vor allem durch Rutschschächte bzw. Rutschstangen aus allen Ruheräumen in die Alarmhalle, durch Federkraft öffnende Tore und kurze Wege von allen Werkstätten in die Alarmhalle aus. In der Presse wurde sie als die modernste Feuerwache Deutschlands erwähnt.

1933 bis 1945 mini|Rückansicht der alten Feuerwache an der Bernhard-Ernst-Straße

In der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 zündeten SA-Männer die Münsterer Synagoge an. Die Feuerwehr griff erst ein, als der Funkenflug die angrenzenden Gebäude wie etwa die Raphaelsklinik bedrohte.

Die Gesetzgebung während der Zeit des Nationalsozialismus hatte auch auf die Feuerwehr in Münster erheblichen Einfluss. So wurde mit dem Reichsgesetz über das Feuerlöschwesen am 23. November 1938 die Selbstständigkeit der Freiwilligen Feuerwehr aufgelöst und sie unterstand als Hilfspolizeitruppe dem Ortspolizeiverwalter. Die Berufsfeuerwehr wurde als Feuerlöschpolizei und später als Feuerschutzpolizei ein Teil der Ordnungspolizei. Zusätzlich bekam sie im selben Jahr mit einer Kraftfahrspritze mit einer Minutenleistung von 1500 l Wasser und einer Drehleiter mit einer Höhe von bis zu 26 m zwei neue Einsatzfahrzeuge.

Während des Zweiten Weltkriegs blieb die Feuerwehr ebenso wie die Stadt Münster nicht von den Luftangriffen der Alliierten verschont. Bereits beim ersten Angriff am 2. Juli 1940 trafen zwei Bomben den Innenhof der Feuerwache und töteten zwei Feuerwehrmänner. Aufgrund der Beschädigungen wurde in der ehemaligen Von-Einem-Kavalleriekaserne an der Steinfurter Straße mit der „Wache Nord“ eine zweite Feuerwache eingerichtet. Die Hauptfeuerwache am Hafen indes wurde bei weiteren Angriffen am 12. und 30. September 1944 so stark beschädigt, dass sie nicht mehr einsatzfähig war. Beim letzten schweren Luftangriff am 25. März 1945, bei dem die Stadt sturmreif bombardiert werden sollte, fielen etwa 1800 Spreng- und über 150.000 Brandbomben. Wegen des Versagens der Hydranten war es nahezu unmöglich, die vielen Brände in der Stadt zu löschen. Kurz vor dem Einmarsch der Alliierten am 2. April 1945 erteilte der Polizeipräsident den Befehl, dass sich die Feuerwehr mit Fahrzeugen und Ausrüstung aller Art in das Weserbergland absetzen solle. Dennoch gerieten sie wie ihre Kameraden, die nicht dem Befehl gefolgt waren, zunächst in Kriegsgefangenschaft. So war die Stadt einige Wochen nach Ende des Krieges ohne jeglichen Feuerschutz, bis die Militärregierung die Aufstellung einer einsatzbereiten Feuerwehr befahl. Die ersten Feuerwehrleute der Nachkriegszeit bestanden aus einzelnen versprengten sowie der Gefangenschaft entkommenen Feuerwehrleuten, darunter auch der Brandrat Doeker, dem der Wiederaufbau der Feuerwehr aufgetragen wurde. Neben dem personellen Problem war ein weiteres Problem das Fehlen jeglicher Ausrüstung. Die Hauptfeuerwache war vollständig, die Feuerwehrhäuser der Freiwilligen Feuerwehr zu 75 % zerstört, darunter die Löschfahrzeuge und die öffentlichen Brandmelder. Es gab nur wenige oder gar keine Schutzbekleidung. Erst nach mühsamen Gesprächen mit älteren Feuerwehrmännern erklärten sich diese bereit, ihren Dienst bei der Freiwilligen Feuerwehr zu übernehmen.

Nach Kriegsende unterstand die Feuerwehr nicht mehr dem Polizeipräsidenten, sondern einem Offizier der Militärregierung. Jene verfügte auch die Umbenennung von Feuerschutzpolizei in Berufsfeuerwehr. Neben der Leitung der Feuerwehr war die Unterstellung der Militärregierung auch von Vorteil, da sie so bevorzugt mit Gerätschaften und Material ausgestattet wurden. Dazu zählten zum Beispiel beschlagnahmte Fahrzeuge, Reifen und Werkzeuge. Daneben begann der Wiederaufbau der Infrastruktur und die Suche nach den gegen Kriegsende verschleppten und teilweise ausgeplünderten Fahrzeugen, die sich in Garagen, Scheunen und Waldstücken wiederfanden. Auch der Wiederaufbau der zerstörten Gebäude nahm konkrete Formen an, so dass im Juli 1945 die Hauptfeuerwache wieder telefonisch erreichbar war. Die Krankentransporte übernahm die Feuerwehr wieder ab 1946, nachdem seit 1944 das Deutsche Rote Kreuz dafür zuständig gewesen war. Dazu wurden deren sieben Fahrzeuge übernommen, von denen allerdings nur zwei bedingt einsatzfähig waren.

1945 bis heute Der Wiederaufbau gestaltete sich jedoch schwierig, was insbesondere auf die allgemeine wirtschaftliche Lage zurückzuführen ist. Erst mit der Währungsreform vom 20. Juni 1948 sollte sich dies ändern. Die Beschaffung neuer Fahrzeuge war möglich, so zum Beispiel ein neues Tanklöschfahrzeug im Jahr 1951. Auch in die Kommunikationseinrichtung wurde investiert. So begann gleichzeitig mit dem Wiederaufbau des Telefonnetzes die Einführung und der Ausbau einer Sprechfunkanlage, die ab 1953 in Betrieb ging. Im Jahr 1955, zum fünfzigjährigen Bestehen der Feuerwehr, war der Wiederaufbau abgeschlossen. Von diesem Zeitpunkt begann der Ausbau der Feuerwehr, insbesondere nachdem durch neue Gesetze des Landes Nordrhein-Westfalen neue Aufgaben auf die Feuerwehr zukam.

Diese neuen Aufgaben machten eine Erweiterung der Feuerwehr unumgänglich. So begannen gegen Ende der 1950er Jahre die Planungen für eine neue Feuerwache, für die im Jahr 1959 ein Vorentwurf vorgelegt wurde. Gleichzeitig besichtigte der Feuerwehrausschuss mehrere Feuerwachen in Bielefeld, Gelsenkirchen, Braunschweig und Zwolle. Das zunächst als neuen Standort geplante Gelände musste ein Jahr später jedoch aufgegeben werden, da die vorhandene Fläche mit etwa 10.000 m² als zu knapp und die Verkehrsanbindung als zu schlecht erachtet wurden. Die Suche nach einem geeigneten Standort wurde fortgesetzt und so konnte 1966 nach langen Verhandlungen mit dem Bund ein Teil des Geländes der ehemaligen Herwarth-von-Bittenfeld-Kaserne an der Grevener Straße / Im Münster Esch (heute York-Ring) mit einer Fläche von 21.072 m² zum Preis von 2.235.000 DM erworben werden. Die feierliche Grundsteinlegung zu diesem Neubau erfolgte durch Münsters Oberbürgermeister Dr. Albrecht Beckel am 19. Juni 1968. Nach zweijähriger Bauzeit war die neue Feuerwache zum 24. Deutschen Feuerwehrtag in Münster vom 17. bis 21. Juni 1970 fertiggestellt. In den darauffolgenden Jahren kam neben einem Feuerwehrhaus für einen Löschzug der Altstadt der Freiwilligen Feuerwehr noch ein Übungsbecken für Taucher hinzu. Die alte Feuerwache am Stadthafen blieb zudem weiterhin in Betrieb.

Mit der Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen zum 1. Januar 1975 vervierfachte sich das Einsatzgebiet der Feuerwehr über Nacht von knapp 75 km² auf über 300 km², als mehrere Umlandgemeinden in die Stadt Münster eingegliedert wurden. Trotz des vergrößerten Einsatzgebietes verbesserten sich die Feuerwehreinsätze. Zusätzlich stationierte die Berufsfeuerwehr eine Rettungswache in Hiltrup, die 1986 durch einen größeren Neubau ersetzt wurde. Eine weitere Neuerung im Rettungsdienst trat in Münster zum 1. Januar 1978 in Kraft, nach der zu Rettungseinsätzen seit diesem Zeitpunkt zusätzlich auch immer ein Notarzt zum Einsatzort fährt. Seit dem Jahr 1993 ist zudem ein zweiter Notarzt ständig einsatzbereit.

Im Jahr 1988 wurde das Amt für Zivilschutz aufgelöst und dessen Aufgaben an die Feuerwehr übertragen. So gehören der Unterhalt der Schutzräume und die Trinkwassernotversorgung seit diesem Zeitpunkt ebenfalls zu den Aufgaben der Feuerwehr. Die damit und zudem durch Änderungen am Schichtdienst verbundene Zunahme an Personal machte einen weiteren Ausbau der vorhandenen Gebäude notwendig, so dass die Hauptfeuerwache am York-Ring um ein weiteres Stockwerk und zusätzliche Garagen aufgestockt werden musste.