Owen Liam Nolan (* 12. Februar 1972 in Belfast, Nordirland) ist ein ehemaliger kanadischer Eishockeyspieler britischer Herkunft. Während seiner aktiven Karriere spielte er zwischen 1988 und 2011 unter anderem für die Nordiques de Québec, Colorado Avalanche, San Jose Sharks, Toronto Maple Leafs, Phoenix Coyotes, Calgary Flames und Minnesota Wild in der National Hockey League sowie die ZSC Lions in der Schweizer National League A auf der Position des rechten Flügelstürmers in der Rolle eines Power Forwards.

Nach einer erfolgreichen Juniorenkarriere bei den Cornwall Royals in der Ontario Hockey League wurde Nolan im NHL Entry Draft 1990 als Gesamterster von den Nordiques de Québec ausgewählt. Im Verlauf seiner 18-jährigen NHL-Karriere lief der Außenstürmer für insgesamt sechs verschiedene Franchises auf, wobei er seine erfolgreichste Zeit zwischen 1995 und 2003 bei den San Jose Sharks verlebte, deren Mannschaftskapitän er ab Herbst 1998 für viereinhalb Jahre war. In insgesamt 1265 NHL-Spielen erreichte er 925 Scorerpunkte und nahm fünfmal am NHL All-Star Game teil. Auf internationaler Ebene gewann Nolan mit der kanadischen Nationalmannschaft Goldmedaillen bei den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City und der Weltmeisterschaft 1997 in Finnland.

Karriere Kindheit und Juniorenkarriere in Ontario Owen Nolan wurde am 12. Februar 1972 in der nordirischen Hauptstadt Belfast geboren. Gemeinsam mit seinen Eltern zog er im Sommer 1972 – im Alter von sieben Monaten – ins kanadische Thorold in der Provinz Ontario und erhielt alsbald die kanadische Staatsbürgerschaft. Mit dem Schlittschuhlaufen und Eishockeyspielen begann er nicht vor seinem neunten Lebensjahr, spielte aber ab seinem 15. Lebensjahr für das Juniorenteam seiner Heimatstadt Thorold, die Thorold Blackhawks, in der Ontario Minor Hockey Association und der Junior-B-Gruppe der Ontario Hockey Association. In seinem letzten Jahr für die Mannschaft – der Saison 1987/88 – kam der Stürmer in 31 Spielen auf 54 Tore und insgesamt 86 Scorerpunkte.

Anschließend wurde Nolan im Sommer 1988 in der OHL Priority Selection in der zweiten Runde an 26. Stelle von den Cornwall Royals aus der Ontario Hockey League ausgewählt und wechselte umgehend zum Team, das von Orval Tessier betreut wurde. In seiner Spielzeit als Rookie bestritt Nolan 62 der 66 Partien für die Royals in der regulären Saison. Er erreichte 34 Tore und insgesamt 59 Punkte, womit er teamintern auf den siebten Rang der Scorerwertung kam. Mit 213 Strafminuten untermauerte er auch die starke physische Komponente seines Spiels. Unter allen Rookies der Liga sicherte er sich dennoch den Emms Family Award als bester Liganeuling. Obwohl Cornwall in der Leyden Division nur den vierten Rang in der regulären Saison belegt hatte, schaffte es das Team in den Play-offs bis ins Halbfinale, wo es an den von Mike Ricci angeführten Peterborough Petes scheiterte. Nolan verbuchte in 18 Play-off-Partien weitere 16 Scorerpunkte. In der folgenden Spielzeit erreichten die Cornwall Royals unter dem neuen Cheftrainer Marc Crawford erneut, aber mit einer deutlich schwächeren Bilanz, die Play-offs. Nolan war in seinem zweiten OHL-Spieljahr zum absoluten Topscorer avanciert und schloss die Saison nach 58 Partien mit 111 Scorerpunkten, darunter 51 Toren ab. Hinter Keith Primeau, Paul DiPietro und Mike Ricci belegte er sowohl in der Scorer- als auch der Torschützenwertung den vierten Platz. Er erhielt am Saisonende die Jim Mahon Memorial Trophy als punktbester rechter Flügelstürmer der Liga und wurde auf dieser Position auch in First All-Star-Team der Liga gewählt. In den Play-offs fügte Nolan seinem Punktekonto in sechs Spielen weitere zwölf hinzu, während die Royals an den Oshawa Generals scheiterten. Zudem war er in seinem zweiten Jahr bereits Assistenzkapitän seiner Mannschaft.

Im Juni 1990 war der damals 18-Jährige schließlich für den NHL Entry Draft 1990 verfügbar. Aufgrund der zur damaligen Zeit sehr gefragten Kombination aus Torjägerqualitäten und körperbetontem Spiel war Nolan unter den Franchises äußerst begehrt. Beim Draft in Vancouver wurde er an erster Gesamtposition des im Nachhinein sehr starken Draft-Jahrgangs – noch vor Spielern wie Jaromír Jágr, Keith Tkachuk und Martin Brodeur – von den Nordiques de Québec ausgewählt.

Anfänge im Profibereich bei den Nordiques de Québec Da die Nordiques in den zwei Spielzeiten vor Nolans Draft jeweils das mit Abstand schlechteste Team der National Hockey League gewesen waren, holten sie ihn bereits im Herbst 1990 in ihren Kader. Dasselbe taten sie vor der Saison 1990/91 mit dem Schweden Mats Sundin, den sie ebenfalls mit dem allerersten Wahlrecht im NHL Entry Draft 1989 ausgewählt hatten. Gemeinsam mit dem zum Mannschaftskapitän beförderten Joe Sakic sollten sie in den folgenden Jahren das Grundgerüst des Neuaufbaus bilden. Mit Ausnahme von sechs Partien für das Farmteam Halifax Citadels in der American Hockey League, in denen Nolan acht Punkte gelangen, schaffte Nolan den schwierigen Sprung in den Stammkader und bestritt 59 der 80 Saisonpartien. Bei seinem NHL-Debüt am 4. Oktober 1990 war er der sechste Spieler der NHL-Geschichte, der in Nordirland oder Irland geboren worden warDie fünf anderen Spieler waren Sid Finney, Bobby Kirk, Jim McFadden, Sammy McManus und Jack Riley. und der erste seit 1954 in der Liga.Sid Finney und Jim McFadden spielten in der Saison 1953/54 für die Chicago Black Hawks. Seine Saison-Ausbeute von drei Toren und zehn Vorlagen fiel für den jungen Angreifer dabei mager aus. Die Spielzeit beendeten die Nordiques erneut als schlechtester Klub der Liga, womit sie auch im NHL Entry Draft 1991 das erste Wahlrecht besaßen. Da der ausgewählte Eric Lindros sich aber weigerte für das franko-kanadische Franchise zu spielen, erhielten die Nordiques durch den Transfer von Lindros zu den Philadelphia Flyers eine enorme Entschädigung in Form mehrerer Spieler, mehrerer Draft-Wahlrechte und Geld, die das Team auf Dauer stärkten und den Grundstein für spätere Erfolge legten.

Der Effekt der Veränderungen stellte sich nicht umgehend zur Spielzeit 1991/92 ein, da Québec weiterhin zu den schwächsten Mannschaften der Liga gehörte. Doch Nolan zeigte mit einer Steigerung um 60 auf 73 Scorerpunkte erstmals sein Offensiv-Potential. Er schloss das Spieljahr hinter Sakic und Sundin als drittbester Scorer der Nordiques ab und war mit 42 Treffern deren unangefochtener Top-Torschütze, gleichbedeutend mit dem zehnten Platz ligaweit. Vor Beginn der folgenden Saison verlängerte Nolan seinen auslaufenden Vertrag um vier Jahre bis zum Sommer 1996 mit der Option auf ein weiteres Jahr. Der Kontrakt war mit 4,2 Millionen US-Dollar dotiert. Das Vertrauen des Managements in ihn zahlte der Stürmer umgehend zurück und verbesserte den Wert von 73 Scorerpunkten in der Saison 1992/93 noch einmal um vier Punkte und stellte mit 41 Torvorlagen einen weiteren persönlichen Rekord auf. Angeführt vom Duo Sakic und Sundin sowie den Neuzugängen Mike Ricci und Steve Duchesne aus dem Lindros-Transfer schafften die Nordiques erstmals seit der Saison 1986/87 die Qualifikation für die Play-offs. Dort scheiterten sie in der ersten Runde an den Canadiens de Montréal. Im Verlauf der Spielzeit wurde Nolan erstmals zum NHL All-Star Game eingeladen, bei dem er ein Tor erzielte sowie ein weiteres vorbereitete.

Die Saison 1993/94 stellte einen erstmaligen Tiefpunkt in Nolans Karriere dar. Im sechsten Saisonspiel am 18. Oktober 1993 verletzte er sich im Spiel gegen die Canadiens de MontréalAndere Quellen nennen das 18. Saisonspiel am 13. November 1993 gegen die Tampa Bay Lightning. so schwer an der Schulter, dass er für den Rest der Spielzeit ausfiel. In seinen sechs Einsätzen erzielte er vier Punkte, konnte die Verletzung aber lange ausheilen lassen, da die NHL-Saison 1994/95 aufgrund eines Lockouts erst im Januar 1995 statt Oktober 1994 begann. Vollständig genesen kehrte der Kanadier in den Kader zurück und verstärkte die Nordiques ebenso wie der Schwede Peter Forsberg. In der auf 48 Spiele verkürzten Saison spielte Québec die erfolgreichste Spielzeit seit dem Wechsel von der World Hockey Association in die NHL, die mit dem Gewinn der Northeast Division und dem ersten Platz in der Eastern Conference gekrönt wurde. In den Play-offs schied das Franchise aber gegen den amtierenden Stanley-Cup-Sieger New York Rangers aus. Mit 49 Scorerpunkten, darunter 30 Toren, in 46 Einsätzen absolvierte der Flügelstürmer die Spielzeit mit dem bis dato besten Punkteschnitt seiner Karriere. Hinter Sakic und Forsberg war er teamintern erneut drittbester Scorer, und seine 30 Tore bedeuteten erneut den ersten Platz in der Torjägerliste des Teams. Ligaweit lag er mit seinen 30 Treffern auf dem vierten Rang. Mit einem Plus/Minus-Wert von +21 stellte er den besten Wert seiner Karriere auf. Die sechs Play-off-Einsätze gegen die Rangers wurden die letzten im Dress Québecs.

Karrierehöhepunkt bei den San Jose Sharks Am 21. Juni 1995 wurden die Nordiques wegen anhaltender finanzieller Probleme verkauft und aus der franko-kanadischen Metropole in das US-amerikanische Denver im Bundesstaat Colorado umgesiedelt. Davon betroffen waren auch die unter Vertrag stehenden Spieler, die fortan für die Colorado Avalanche aufliefen. Nolan bestritt in der Saison 1995/96 lediglich neun Begegnungen für Colorado. Am 26. Oktober 1995 wurde er nach nur gut vier Monaten Zugehörigkeit zum neuen Team im Tausch für den lettischen Offensiv-Verteidiger Sandis Ozoliņš zu den San Jose Sharks transferiert.

Bei den nach den Abgängen von Igor Larionow, Sergei Makarow und Ray Whitney mit wenigen namhaften Spielern besetzten Nordkaliforniern, die ihre Mannschaft nach sieben sieglosen Spielen zum Saisonstart massiv umgestalteten, genoss Nolan von Beginn an einen höheren Stellenwert als in Colorado und Québec. Obwohl der Power Forward den ersten Monat der Spielzeit nicht mit dem Team verbracht hatte und die Spielzeit von unkonstanten Leistungen seinerseits geprägt war, lag er mit seinen 61 Scorerpunkten für San Jose am Saisonende nur einen Punkt hinter dem Teamleader Craig Janney. Zudem war er der einzige Vertreter der Sharks im NHL All-Star Game 1996. Es war die zweite All-Star-Game-Teilnahme seiner Karriere.

Vor der Saison 1996/97 machte das Sharks-Management den aufgrund der Option noch ein Jahr gültigen Vertrag von Nolan nichtig und stattete ihn mit einem besser dotierten Zweijahresvertrag aus. Sie erhofften sich davon unter anderem, dass der Angreifer die ihm angedachte Rolle als Anführer des Teams besser ausfüllte als im Vorjahr. Am Ende der Spielzeit führte er die Mannschaft in den Kategorien Punkte und Tore an und avancierte somit immer mehr zum „Aushängeschild“ des Franchises. Er kam auf 31 Tore und 63 Punkte, allerdings verpasste er mit dem Klub zum zweiten Mal in Folge die Qualifikation für die Play-offs. Der persönliche Höhepunkt der Saison war allerdings die Teilnahme am NHL All-Star Game 1997, das in San José stattfand. Nolan erzielte in dieser Partie einen Hattrick. Zwei dieser Tore erzielte er gegen Ende des zweiten Drittels binnen acht Sekunden, die einen neuen All-Star-Game-Rekord bedeutetenDen bisherigen Rekord hatte Dennis Ververgaert im NHL All-Star Game 1976 mit zwei Treffern binnen 10 Sekunden aufgestellt. Ververgaert erzielte die Treffer zum zwischenzeitlichen 2:7 und 3:7 für die Campbell Conference nach 44:33 und 44:43 Minuten., und um den Show-Charakter des Spiels zu unterstreichen, traf er gegen den tschechischen Torwart Dominik Hašek sehenswert, als er während eines Alleingangs die zu treffende Torecke vorher anzeigte. Der Treffer ging unter der Bezeichnung „called shot“ in die NHL-Geschichte ein. Die Leistung von drei Treffern reichte allerdings nicht aus, um zum wertvollsten Spieler der Begegnung ernannt zu werden. Diese Ehre wurde Mark Recchi zuteil, der ebenfalls drei Treffer markierte und dem siegreichen Team der Eastern Conference angehörte.