Werner Gottfried Lieven (* 15. Oktober 1909 in Dresden; † 7. März 1968 in München) war ein deutscher Schauspieler, Hörspiel- und Synchronsprecher.
Leben Werner Lieven besuchte zunächst das Gymnasium und das Konservatorium in seiner Heimatstadt Dresden. Anschließend besuchte er die Universität und legte ein theologisches Examen ab. Danach, im Jahre 1933 erhielt er sofort eine Anstellung als evangelischer Pfarrer. Er versah sein Amt bis 1939. Da er sich aber für die Schauspielerei interessierte, nahm er ab diesem Jahr Schauspielunterricht. Um das Studium finanzieren zu können, arbeitete er nebenbei als Transportfahrer. Aber 1941 musste er das Studium abbrechen, da er zur Wehrmacht eingezogen wurde. Nach Kriegsende bekam er ein Engagement am Staatstheater in Dresden. 1946 wechselte er an das Schlossparktheater in Berlin. Von 1947 bis 1950 war er in München am Bayerischen Staatsschauspiel unter Vertrag.
In der Folgezeit unternahm er Gastspiele und trat häufiger auch in Spielfilmen auf. Er war meist in Nebenrollen zu sehen. Oftmals verkörperte er dabei südländische Typen. So sah man ihn beispielsweise 1952 in dem Zarah-Leander-Film Cuba Cabana oder 1954 in den Doppelfilmen Sterne über Colombo und Die Gefangene des Maharadscha. Eine für ihn sicher maßgeschneiderte Rolle war die eines evangelischen Pfarrers in dem 1964 entstandenen Spielfilm Kennwort… Reiher. Seine bekannteste Rolle spielte er beim Fernsehen. Er war einer der Hauptdarsteller in dem 1960 entstandenen fünfteiligen Fernsehfilm Am grünen Strand der Spree von Regisseur Fritz Umgelter nach dem gleichnamigen Roman von Hans Scholz. Es war damals einer der ersten großen Straßenfeger des noch jungen deutschen Fernsehens.
Das Hauptgewicht seines künstlerischen Schaffens lag aber auf dem Gebiet der Synchronisation fremdsprachiger Filme. In diesem Medium gehörte er etwa 20 Jahre lang zu den meistbeschäftigten Schauspielern Deutschlands. Hier sprach er auch häufig die Hauptrollen. Er arbeitete in den Studios von Hamburg, Berlin, Remagen und München. Auch in Hörspielen war er häufiger zu hören, wie beispielsweise als Inspektor Kingston in dem 1956 vom WDR produzierten sechsten Krimi seiner Paul-Temple-Reihe mit dem Titel Paul Temple und der Fall Gilbert von Francis Durbridge, mit René Deltgen, Annemarie Cordes, Kurt Lieck und Peter René Körner.
Werner Lieven war mit der Lektorin und Malerin Gertrud Lieven (1925–2018) verheiratet, mit der er zwei Kinder hatte. Bis zuletzt wohnte er in der Gemeinde Grünwald bei München. Seine Grabstätte befindet sich auf dem Waldfriedhof Grünwald, Abteilung 1, Grab 47a. Beigesetzt wurde er ursprünglich in Abteilung 3, Grab 37.knerger.de: Das Grab von Werner Lieven
Synchronarbeiten (Auswahl) Warren William als Charles d’Artagnan in Der Mann mit der eisernen Maske (The Man in the Iron Mask) Gino Cervi als Peppone in vier von fünf Don-Camillo-Filmen Oliver Hardy in der 1949er-Synchronfassung von Auf hoher See Alec Guinness als Marcus Aurelius in Der Untergang des Römischen Reiches Karius in Karius und Baktus James Cagney als Mr. MacNamara in Eins, zwei, drei Sig Ruman als Gruppenführer Erhardt (Konzentrationslager-Erhardt) in Sein oder Nichtsein und als Unteroffizier Schulz in Stalag 17 Rod Steiger als Al Capone in Al Capone Ed Begley als Geschworener 10 in Die zwölf Geschworenen Louis de Funès als Scapin in Fracass, der freche Kavalier Folco Lulli als Luigi in Lohn der Angst Cecil Parker als Bob Matthews in 23 Schritte zum Abgrund Nehemiah Persoff als Little Bonaparte in Manche mögen’s heiß Peter Ustinov als Kapitän Vere in Die Verdammten der Meere Lino Ventura als Angelo in Wenn es Nacht wird in Paris Robert Strauss als Kruhulik in Das verflixte 7. Jahr Edward G. Robinson als Louis Chamalis in San Francisco im Goldfieber Billy Gilbert als Feldmarschall Hering in Der große Diktator
Filmografie 1949: Hans im Glück – Regie: Peter Hamel 1952: Cuba Cabana (Pedro) – Regie: Fritz Peter Buch 1953: Die goldene Gans (Hofmarschall) – Regie: Walter Oehmichen 1953: Arlette erobert Paris (M. Boiret) – Regie: Viktor Tourjansky 1953: Junges Herz voll Liebe (Italienischer Wirt) – Regie: Paul May 1953: Sterne über Colombo (Reishändler) – Regie: Veit Harlan 1954: Die Gefangene des Maharadscha – Fortsetzung von Sterne über Colombo 1955: Parole Heimat (Reinhold) – Regie: Hans F. Wilhelm 1955: Der doppelte Ehemann – Regie: Ferdinand Dörfler 1955: Frauen um Richard Wagner – Regie: William Dieterle 1956: Santa Lucia – Regie: Werner Jacobs 1957: Frauenarzt Dr. Bertram – Regie: Werner Klingler 1960: Die Irre von Chaillot (Makler) – Fernsehfilm – Regie: Harry Buckwitz 1960: Am grünen Strand der Spree (Hans Schott) – Fernseh-Mehrteiler – Regie: Fritz Umgelter 1961: Cancan und Bakarole – Fernsehfilm – Regie: Arthur Maria Rabenalt 1961: Flimmerparade – Regie: Johannes Häussler 1962: Der Marquis von Keith (Saranieff) – Fernsehfilm – Regie: Axel Corti 1962: Wer einmal aus dem Blechnapf frisst (Wirt) – Fernseh-Mehrteiler – Regie: Fritz Umgelter 1962: Das schwarz-weiß-rote Himmelbett – Regie: Rolf Thiele 1963: Die fünfte Kolonne; Folge: Das gelbe Paket (Polizeiwachtmeister) – Regie: Jürgen Goslar 1963: Der Impresario von Smyrna – Fernsehfilm – Regie: Arthur Maria Rabenalt 1963: Ferien vom Ich – Regie: Hans Grimm 1963: Die Karte mit dem Luchskopf – Fernsehserie – Regie: Hermann Kugelstadt 1964: Eines schönen Tages (Bertram Krogull) – Fernsehfilm – Regie: Dieter Munck 1964: Kennwort: Reiher (Pfarrer) Regie: Rudolf Jugert 1964: Kommissar Freytag; Folge: Ein schwarzer Germane (Anatol Echbach) – Regie: Michael Braun 1965: Weekend im Paradies – Fernsehfilm – Regie: Rolf von Sydow 1965: Der Diplomat auf Eis (Finger-Boss) – Fernsehfilm – Regie: Korbinian Köberle 1966: Standgericht (Zimmerle) – Fernsehfilm – Regie: Rolf Busch 1967: Die Zimmerwirtin (Der ältere Kriminalbeamte) – Fernsehfilm – Regie: Ludwig Cremer 1967: Bürgerkrieg in Rußland – Fünfteiliger Fernsehfilm – Regie: Wolfgang Schleif 1967: Spiel mit dem Tode (Charitschkin) – Regie: Karlheinz Bieber 1967: Lösegeld für Mylady (In Verschiedenen Chargen) – Fernsehfilm – Regie: Georg Wildhagen 1967: Landarzt Dr. Brock; 2 Folgen (Herr Dübbers) – Regie: Ralph Lothar 1968: Risiko für Weihnachtsmänner (Mulka) – Fernsehfilm – Regie: Thomas Fantl
Hörspiele 1947: Der Teufel stellt Monsieur Darcy ein Bein nach Ernst Nebhut (Flamat, ehemaliger Ringkämpfer) – Regie: Paul Verhoeven 1948: Undine (Andreas) – Regie: Helmut Brennicke 1948: Wir haben nichts hinzugelernt (Hermes) – Regie: Wilm ten Haaf 1948: Das Lied von Bernadette (Duran) – Regie: Walter Ohm 1948: Prossy's Mam (Polly Bunker) – Regie: Fritz Benscher 1949: Das Verhör des Lukullus nach Bertolt Brecht – Regie: Harald Braun 1949: Frauen verlieren den Kopf – Regie: Fritz Benscher 1949: Stella, nach Johann Wolfgang von Goethe – Regie: Heinz-Günter Stamm 1950: Nichts von Bedeutung (Der Boß) – Autor: Dietmar Schönherr – Regie: Heinz-Günter Stamm 1950: Das Christgeburtsspiel aus Oberufer – Regie: Peter Glas 1951: Die traurige Geschichte einer Chance – Regie: Fritz Benscher 1951: Am Ende der Straße (Schutzmann) – Regie: Fritz Benscher 1951: Pit und Fonso; 1. Folge: SOS Mädchenraub – Autor und Regie: Willy Purucker 1951: In der 25. Stunde – Regie: Hanns Cremer 1951: Der blaue Wilson – Regie: Willy Purucker 1951: Das große Messer (Regisseur) – Regie: Gert Westphal 1951: Herr Richter, das ist mein Kind! (Posten) – Regie: Heinz Schimmelpfennig 1951: Der Gang durch das Fegefeuer (Reporter) – Regie: Werner Hausmann 1951: Der verhexte Spitzweg – Regie: Peter Glas 1952: Die Tage sind gezählt (Grieche) – Regie: Gerd Beermann 1952: Die Antwort (Poldi) – Regie: Christian Boehme 1952: Auf dem Weg zum Paradies (Drago) – Regie: Helmut Brennicke 1952: Sängerkrieg der Heidehasen (Wackelohr) – Kinderhörspiel – Regie: Hanns Cremer 1953: Celia und ihre Abenteuer; 3. Folge: Die Geschichte von dem verschwundenen Kinderstar (Butch) – Regie: Fritz Benscher 1953: Die scharlachrote Blume (Chauvelin) – Regie: Kurt Meister 1953: Der kleine Mann mit dem großen Schein (Wirt) – Autor und Regie: Willy Purucker 1953: Die Sensationsnachricht (Gendarm) – Autor und Regie: Gustav Machatý 1954: Tim unter den Piraten – Regie: Hanns Cremer 1954: Neues aus Schilda; Folge: Durch Dick und Dünn (Roland, Polizeiwächter) – Regie: Franz Zimmermann 1954: Neues aus Schilda; Folge: Der Prozeß um des Esels Schatten (Anthrax, Eseltreiber und Vermieter) – Regie: Raoul Wolfgang Schnell 1954: Ein Engel kommt nach Babylon, nach Friedrich Dürrenmatt (Nimrid, Exkönig von Babylon) – Regie: Raoul Wolfgang Schnell 1955: Der Feuersalamander (Paul Taylor) – Regie: Fritz Benscher 1956: Nachts in Manhattan (Jack) – Regie: Fritz Benscher 1956: Der kleine Lord (Mr. Silas Hobbs) – Regie: Otto Kurth 1956: Es kam ein Wal geschwommen (Koinar) – Regie: Wilhelm Semmelroth 1956: Das Altersbildnis (Dritter Jude) – Regie: Otto Kurth 1956: Nachtwache (Baruch) – Regie: Otto Kurth 1956: Die Gangster von Valence (Perrier) – Regie: Wilhelm Semmelroth 1957: Paul Temple und der Fall Gilbert (Inspektor Kingston) – Regie: Eduard Hermann 1957: In Frieden leben (Rechtsanwalt) – Regie: Raoul Wolfgang Schnell 1957: Die Rechenaufgabe (Chauffeur) – Regie: Wilhelm Semmelroth 1957: Der Roßdieb zu Fünsing (Jockl Flapp) – Regie: Otto Kurth 1957: Das Attentat (Aky) – Regie: Ludwig Cremer 1957: Eine Gondel in Paris (Lombard Poulain) – Regie: Raoul Wolfgang Schnell 1957: Daphnis und Chloe (Pan) – Regie: Wilhelm Semmelroth 1957: Der Mann von den Thermopylen (Koryander) – Regie: Wilhelm Semmelroth 1957: Nicht leicht, ein Narr zu sein (Doktor Stevens) – Regie: Otto Kurth 1958: Die Schnüffelkommission (Landwirt Müller) – Regie: Otto Kurth 1958: Tom Sawyers Abenteuer (Verteidiger) – Regie: Heinz Dieter Köhler 1959: Vorsätzlich (Sam Eldridge) – Regie: Alexander Pestel 1960: Zahnarzt am Scheideweg (Captain Rowley) – Regie: Oswald Döpke 1961: Die Stunde Null war drei Uhr fünfzehn (Mr. Stanford) – Regie: Walter Netzsch 1961: Gespräch am Nachmittag (Chef) – Regie: Gustav Machaty 1961: Der große Fang (Davizes) – Regie: Fritz Benscher 1962: Ein schwerer Fall (Direktor Günther Berneck) – Regie: Walter Netzsch 1962: Inspektor Hornleigh (2. Staffel); 2. Folge: 9 Uhr 30 – Meilenstein 10 (Dr. Purves) – Regie: Walter Netzsch 1963: Inspektor Hornleigh (3. Staffel); 1. Folge: Der Señor aus Norivien (Mr. Castro) – Regie: Walter Netzsch 1963: Partysorgen (Herr Vogt) – Regie: Sammy Drechsel 1963: Für Narren mit guten Nerven – Autor und Regie: Walter Netzsch 1963: Gestatten, mein Name ist Cox – Die kleine Hexe (Taxifahrer) – Regie: Walter Netzsch 1964: Ärger mit Perlen (Lou Ganbesi, Barbesitzer) – Regie: Ludwig Cremer 1964: Halbe-halbe oder Die kleinen grünen Kreise (Direktor Schober) – Regie: Walter Netzsch 1965: Gestatten, mein Name ist Cox; 6. Folge: Das Wundern ist des Müllers Lust – Regie: Walter Netzsch 1965: Postraub (Watts) – Regie: Walter Netzsch 1966: Ein gutgekleideter Herr (Inspektor Dwyer) – Regie: Walter Netzsch 1966: Glocken in der Neujahrsnacht, nach Dorothy L. Sayers (Harry Gotobed) – Regie: Otto Kurth, mit Marianne Mosa 1967: Ein Fall für Dr. Dahlberg – Regie: Fritz Benscher
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Einzelnachweise
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