Stromsystem: 1000 V = (1911–1961) 600 V = (1961–1974) 750 V = (ab 1974) Eröffnung: 5. September 1911 Stationen: 15 Fahrzeit: 25 Minuten
Die Siegburger Bahn ist der Streckenabschnitt der Bonner Stadtbahn vom Bonner Hauptbahnhof nach Siegburg zum Bahnhof Siegburg/Bonn. Die Linie 66 verkehrt werktags im 10-Minuten-Takt, abends und an Wochenenden viertelstündlich und nächtens einmal die Stunde. Die Fahrzeit von Bonn Hbf bis zum Bahnhof Siegburg/Bonn beträgt 25 Minuten.
Die Siegburger Bahn gehört den Elektrischen Bahnen der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises (SSB), die gesamte Betriebsführung obliegt jedoch seit 2004 der SWB Bus und Bahn (Tochter der Bonner Stadtwerke).
Geschichte Am 18. September 1910 erhielt die SSB die Konzession zum Bau und Betrieb einer Kleinbahn (Siegburger Bahn) zwischen Bonn und Siegburg für eine Dauer von 100 Jahren. Die Eröffnung der Strecke fand am 5. September 1911 statt. Die Endhaltestelle in Bonn befand sich anders als bei der zeitgleich gebauten Siebengebirgsbahn in der Brückenstraße (heute Berliner Freiheit) vor der damaligen Beethovenhalle nahe der Rheinbrücke.Hans-Georg Nolden: Die Straßenbahn Bonn–Siegburg: Eine Beschreibung der Bahngeschichte aus der Sicht der heutigen Stadt Sankt Augustin von den Anfängen 1911 bis 1993 (= Beiträge zur Stadtgeschichte, Heft 23). Rheinlandia Verlag, Siegburg 1995, ISBN 3-925551-99-9, S. 81, 85.General-Anzeiger, 6. September 1911, S. 2 (online) Der Endpunkt in Siegburg befand sich zunächst im Stadtteil Zange, bis am 21. Mai 1915 die Verlängerung bis zum Staatsbahnhof in Siegburg in Betrieb genommen wurde.Hans-Georg Nolden: Die Straßenbahn Bonn–Siegburg: Eine Beschreibung der Bahngeschichte aus der Sicht der heutigen Stadt Sankt Augustin von den Anfängen 1911 bis 1993 (= Beiträge zur Stadtgeschichte, Heft 23). Rheinlandia Verlag, Siegburg 1995, ISBN 3-925551-99-9, S. 87. Die zwischen Vilich und Siegburg errichteten Stationsgebäude, Bahnwärterhäuser und Wartehallen entstanden in einer einheitlichen Gestaltungsweise nach Plänen des bei dem ausgeschriebenen Wettbewerb zweitplatzierten Bonner Architekten Walter Frese unter Bauleitung des ebenfalls ortsansässigen Architekten Hermann Schmitt.Volkhard Stern: Bahnhofsgebäude der Siegburger und Siebengebirgsbahn. In: Köln-Bonner Verkehrsmagazin, , Heft 20, 3/2011, S. 56–63 (hier: S. 56/57).Bonner Zeitung, 4. September 1910, S. 2 (zeitpunkt.nrw)General-Anzeiger, 15. April 1911, S. 9 (zeitpunkt.nrw) 1924 wurde auch am Endpunkt in Bonn gegenüber der Beethovenhalle im Vorgarten des städtischen Gymnasiums (Oberrealschule) eine Wartehalle errichtet.Volkhard Stern: Bahnhofsgebäude der Siegburger und Siebengebirgsbahn. In: Köln-Bonner Verkehrsmagazin, , Heft 20, 3/2011, S. 56–63 (hier: S. 63).Deutsche Reichszeitung, 15. März 1924, S. 5 (zeitpunkt.nrw); General-Anzeiger, 31. Juli 1924, S. 2 (zeitpunkt.nrw); General-Anzeiger, 24. September 1924, S. 2 (zeitpunkt.nrw)
Während des Zweiten Weltkrieges erlitt die Bahn erhebliche Schäden. So waren unter anderem die Brücken über den Rhein und die Sieg von den deutschen Truppen gesprengt worden. Der Wiederaufbau der Brücke über die Sieg wurde im Dezember 1946 und der Brücke über den Rhein erst am 12. November 1949 beendet. In Bonn endete die Strecke seither in der früheren Kreuzstraße am Rande desGeneral-Anzeiger, 21. Oktober 1949, S. 4 (zeitpunkt.nrw) und ab 1951 direkt auf dem zum Verkehrsplatz ausgebauten neuen Bertha-von-Suttner-Platz.Elektrische Bahnen der Kreise Bonn-Stadt, Bonn-Land und des Siegkreises (Hrsg.); Alfred Hüwel, Eva Stamm, Franz Guthoff: 50 Jahre Elektrische Bahnen der Kreise Bonn-Stadt, Bonn-Land und des Siegkreises: 1911–1961. Bonn 1961, S. 38.Aktivität um den „Berta-von-Suttner-Platz“, General-Anzeiger, 21. Januar 1950, S. 4 (zeitpunkt.nrw)
Die ursprünglich zwischen Vilich und Siegburg eingleisige Strecke wurde 1953 bis Hangelar zweigleisig ausgebaut. Im Jahre 1960 wurde die Strecke zusammen mit der Siebengebirgsbahn zur Straßenbahn umkonzessioniert, um Kosten zu sparen. Das zweite Gleis wurde 1967/68 bis Sankt Augustin-MülldorfHans-Georg Nolden: Die Straßenbahn Bonn–Siegburg: Eine Beschreibung der Bahngeschichte aus der Sicht der heutigen Stadt Sankt Augustin von den Anfängen 1911 bis 1993 (= Beiträge zur Stadtgeschichte, Heft 23). Rheinlandia Verlag, Siegburg 1995, ISBN 3-925551-99-9, S. 122/123. und im August 1980Stadtbahngesellschaft Rhein-Sieg mbH (Hrsg.); Karl-Heinz Dresselhaus, Jürgen Burmeister, Rolf Hafke: Eine Region wird mobil: 25 Jahre Stadtbahngesellschaft Rhein-Sieg mbH. Köln 1999, S. 25. über die neue Siegbrücke verlängert. Während des Stadtbahnbaus wurde ab Dezember 1975 in der Haltestelle Landgericht, kurz darauf in der neuen Haltestelle Stadthaus gewendet.Hans-Georg Nolden: Die Straßenbahn Bonn–Siegburg: Eine Beschreibung der Bahngeschichte aus der Sicht der heutigen Stadt Sankt Augustin von den Anfängen 1911 bis 1993 (= Beiträge zur Stadtgeschichte, Heft 23). Rheinlandia Verlag, Siegburg 1995, ISBN 3-925551-99-9, S. 127.Wolfgang Hilger, Franz Fischer: Die Stadtbahn Rhein-Sieg im Bonner Raum. In: Straßenbahn Magazin, Heft 20 (Mai 1976), S. 125–137 (hier: S. 134).Zentrale Transportleitung, Kursbuchstelle der Deutschen Bundesbahn (Hrsg.): Kursbuch. Gesamtausgabe, , Ausgabe Winter 1977/78, Mainz 1977, Teil 4, S. 173. Ab September 1973 kamen auf der Strecke erstmals testweise und vorübergehend auch auf Zusatzkursen im Fahrgastbetrieb Stadtbahnwagen B zum Einsatz, die aber erst im August 1976 weitgehend auf der nunmehrigen Stadtbahnlinie S (heute Linie 66) den Verkehr übernahmen.Hans-Georg Nolden: Die Straßenbahn Bonn–Siegburg: Eine Beschreibung der Bahngeschichte aus der Sicht der heutigen Stadt Sankt Augustin von den Anfängen 1911 bis 1993 (= Beiträge zur Stadtgeschichte, Heft 23). Rheinlandia Verlag, Siegburg 1995, ISBN 3-925551-99-9, S. 126/127.Axel Reuther: Die Siebengebirgs- und Siegburger Bahn: Der Weg zur Stadtbahn. In: Straßenbahn Magazin, Ausgabe 02/12 (Februar 2012), S. 20–29 (hier: S. 27/28).Hans Schmitt: Der Stadtbahnbau in Bonn. In: Der Stadtverkehr, 24. Jahrgang, Heft 2/1979 (Februar 1979), S. 53–57 (hier: S. 57). Nach der Eröffnung des U-Bahnhofs Hauptbahnhof und der zu diesem führenden Zulaufstrecke der Linien S und H am 21. April 1979 wurde sie in den Stammstreckentunnel eingefädelt und bis in die Rheinaue verlängert.Johannes T. Theißen: Eröffnung der 2. Betriebsstufe der Stadtbahn Rhein-Sieg in Bonn. In: Der Stadtverkehr, 24. Jahrgang, Heft 4/1979 (April 1979), S. 158–160.
Im Zuge des Neubaus der Siegbrücke für die Stadtbahn wurde die Strecke 1980 zwischen Sankt Augustin-Mülldorf und Siegburg-Zange zweigleisig neu trassiert und dabei die Haltestelle Siegburg-Zange um über 100 m von der Siegstraße nach Osten verlegt.Johannes T. Theißen: Nachrichten vom Bonner Nahverkehr. In: Der Stadtverkehr, 25. Jahrgang, Heft 1/1980 (Januar 1980), S. 16/17 (hier: S. 17).Johannes T. Theißen: 5 Jahre Stadtbahn in Bonn. In: Der Stadtverkehr, 25. Jahrgang, Heft 4/1980 (April 1980), S. 167–169 (hier: S. 169). Mit der Fertigstellung der Bonner Südbrücke im Jahr 1981 wurde die Stadtbahnlinie S verlängert, sie endete nun nach einer weiteren Querung des Rheines in Ramersdorf an der Siebengebirgsbahn. Teile der alten Oberleitung blieben noch bis in die 1980er-Jahre erhalten.Axel Reuther: Kleinbahn, Straßenbahn, Stadtbahn: Die Siebengebirgs- und Siegburger Bahn. In: Nahverkehr in Köln und Bonn (= Straßenbahn Nahverkehr Special, Nr. 12). GeraNova Zeitschriftenverlag, München 2004, ISBN 3-89724-015-7, S. 78–81 (hier: S. 80).Axel Reuther: Die Siebengebirgs- und Siegburger Bahn: Der Weg zur Stadtbahn. In: Straßenbahn Magazin, Ausgabe 02/12 (Februar 2012), S. 20–29 (hier: Abbildung S. 25).
In Siegburg wurde die Strecke ab 1998 verlegt und dabei verkürzt: Nun vollständig zweigleisig, endet die zuvor gemeinsam mit der Bonner Straße unter der Eisenbahnbrücke geführte Verbindung seit 2000 im Untergeschoss des neugebauten Siegburger Bahnhofs an der Ende 2002 eröffneten Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main. Die Haltestelle Siegburg-Zange entfiel im Zuge der Streckenverlegung aufgrund ihrer Nähe zur neuen Endhaltestelle.Tomas Meyer-Eppler: Straßenbahn nach Bonn und Siegburg ist 100. In: Fundgrube Vergangenheit: Aufsätze zur Stadtgeschichte. Folge 9 (= Stadtarchiv Sankt Augustin: Beiträge zur Stadtgeschichte, Band 50). Rheinlandia-Verlag, Sankt Augustin 2011, ISBN 978-3-938535-67-7, S. 67–116 (hier: S. 104–106).Tomas Meyer-Eppler: Neues vom Schienenverkehr in Bonn. In: Stadtverkehr, 44. Jahrgang, Heft 1/1999 (Januar 1999), S. 50.Bilder auf drehscheibe-online, abgerufen am 19. Juli 2023. Durch den ICE-Halt Siegburg gab es einen deutlichen Bedeutungszuwachs, da nun Bonn mit einem zweiten Fernbahnhof verbunden ist.
Wegen der höheren Frequentierung wurde der Takt im Jahr 2004 abends und an den Wochenenden verdichtet. Im Rahmen des Gesamtprojektes Umbau und Beschleunigung der Linie 66 zwischen Bonn Hauptbahnhof und Siegburg Bahnhof wurden die Fahrleitung in Beuel Mitte der 2000er-Jahre erneuert und bis dahin auch die meisten Haltestellen barrierefrei umgebaut (außer Vilich erst provisorisch 2012 und Stadthaus 2014–15). Auf der Kennedybrücke erhielt die Stadtbahn im Zuge der Sanierung und Verbreiterung Ende August 2010 einen besonderen Bahnkörper zwischen den Fahrstreifen.
Seit dem Fahrplanwechsel zum 15. Dezember 2013 wird auf der Strecke zwischen dem Bonner Hauptbahnhof und dem Siegburger Bahnhof am Wochenende nachts ein durchgehender Stundentakt angeboten.
Streckenverlauf mini|links|Brücke über die Sieg
Von den Innengleisen des Hauptbahnhofs verläuft die Strecke ca. 800 m unterirdisch zum Alten Friedhof, bevor sie mit einer Rampe am Stadthaus an die Oberfläche tritt. Direkt hinter der Haltestelle trifft sie auf die Straßenbahnstrecke aus der Thomas-Mann-Straße. Wenige Meter weiter ist die Straßenbahnstrecke aus der Wilhelmstraße durch ein Gleisdreieck angeschlossen. Auf einer ÖPNV-Spur folgt die Strecke der Oxfordstraße, über den Bertha-von-Suttner-Platz und die Berliner Freiheit, bevor sie auf der Kennedybrücke den Rhein überquert. Am Konrad-Adenauer-Platz zweigt die Straßenbahn-Strecke zum Beueler Bahnhof ab, die Siegburger Bahn folgt der Sankt Augustiner Straße (B 56) weiterhin auf einem eigenen Gleiskörper, den sie mit Ausnahme einer etwa 200 Meter langen Engstelle zwischen Combahnstraße und Kreuzstraße bis zum Ende beibehält. Hinter der Haltestelle Adelheidisstraße wechselt die Strecke aus der Straßenmitte in Seitenlage. Im weiteren Verlauf bleibt die Strecke weitgehend parallel zur Bundesstraße. Die rechte Rheinstrecke und die Bundesautobahn 59 werden mit Brücken überquert, die jeweils nur wenige Meter von denen der Bundesstraße entfernt sind. Nach der Haltestelle Sankt Augustin Mülldorf steigt die Strecke auf einen Damm, bevor sie die Bundesautobahn 560 und die Sieg überquert. Hinter der Siegbrücke windet sich die Strecke in mehreren Kurven durch den Siegburger Ortsteil Zange, bevor sie im Tiefgeschoss des Bahnhofs endet.
Stationen Stadthaus mini|Haltestelle Stadthaus (2015) mini|Haltestelle Stadthaus, Situation vor dem Umbau (2013)