Soboth (slowenisch: Sobota) ist eine Ortschaft der Gemeinde Eibiswald in der Weststeiermark.
Soboth war bis Ende 2014 eine Gemeinde mit 319 Einwohnern (Stand 2014) im Bezirk Deutschlandsberg in der Steiermark. Im Rahmen der steiermärkischen Gemeindestrukturreform wurde die Soboth ab 2015 mit den Gemeinden Aibl, Eibiswald, Großradl, Pitschgau und St. Oswald ob Eibiswald zur Marktgemeinde Eibiswald zusammengeschlossen.Steiermärkische Gemeindestrukturreform.
Geographie Geografische Lage Soboth liegt in der südlichen Weststeiermark an der Koralpe. Soboth grenzt dabei an Slowenien und Kärnten. Soboth besteht aus zwei Katastralgemeinden, Soboth im Norden und Laaken (slowenisch: Mlake) im Süden. Der Ort wird vom Krumbach und dem Feistritzbach durchflossen. Wichtige Erhebungen sind der Narrenfelsen mit und der Gradischkogel mit . Der Dreieckkogel mit liegt an seiner höchsten Stelle nur knapp östlich der Gemeindegrenze.
Soboth liegt im Landschaftsschutzgebiet Nr. 3 „Soboth-Radlpass“. Dieses Gebiet ist von Wiesen und Wäldern in einer großräumigen Waldlandschaft, von Grünlandnutzung und kleinräumigen Streuobstwiesen geprägt. Die Unterschutzstellung dient der Erhaltung des landschaftlichen Charakters, der natürlichen und naturnahen Landschaftselemente sowie der Bewahrung der Landschaft als Erholungsraum für die Allgemeinheit. Geschützt sind beispielsweise die großen zusammenhängenden unverbauten Flächen wie naturnahe Waldflächen, die strukturierte Kulturlandschaft mit ihren Kleinbiotopen wie Gebüschen und Baumgruppen, die Feldrain- und Waldrandgesellschaften, die naturnahen strukturreichen Kleingewässer wie Quellen, Bäche etc., die Lebensräume für die im Schutzgebiet vorkommenden Tier- und Pflanzenarten und die naturnahen Bachabschnitte.Verordnung der Steiermärkischen Landesregierung vom 19. Dezember 2013 über die Erklärung von Gebieten der Soboth und des Radlpasses zum Landschaftsschutzgebiet Nr. 3. Steiermärkisches Landesgesetzblatt vom 27. Jänner 2014. Nr. 10. . S. 1–2. Diese Verordnung ersetzte die Verordnung über die Erklärung von Gebieten der Soboth und des Radlpasses zum Landschaftsschutzgebiet, LGBl. Nr. 38/1981, zuletzt in der Fassung LGBl. Nr. 64/1981.
Nachbarorte
Eingemeindungen Am 1. Jänner 1954 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Laaken mit Soboth vereinigt.Verordnung vom 3. November 1953, Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 31. Dezember 1953, 18. Stück, Nr. 69. S. 90.
Im Rahmen der steiermärkischen Gemeindestrukturreform wurde die Soboth ab 2015 mit den Gemeinden Aibl, Eibiswald, Großradl, Pitschgau und St. Oswald ob Eibiswald zur Marktgemeinde Eibiswald zusammengeschlossen.Steiermärkische Gemeindestrukturreform. Grundlage dafür ist das Steiermärkische Gemeindestrukturreformgesetz – StGsrG.§ 3 Abs. 2 Z 2 des Gesetzes vom 17. Dezember 2013 über die Neugliederung der Gemeinden des Landes Steiermark (Steiermärkisches Gemeindestrukturreformgesetz – StGsrG). Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 2. April 2014. Nr. 31, Jahrgang 2014. . S. 2.
Geschichte Namensherkunft Der Ortsname Soboth stammt vom slawischen Wort potòk ab, das sich mit Bach oder Fluss übersetzen lässt. Das bezieht sich auf den Krumbach und die Feistritz, die tief eingeschnittene Täler geformt haben. Da sich der Name auf die gesamte Gegend bezieht, lässt sich der Name mit „Ort der tiefen, steilen Bäche“ übersetzen. Diese Deutung wird in einer anderen Quelle durch einen Hinweis auf das slawische Wort sobota, sopot und dessen Bedeutung „Wasserfall, Wasserrauschen“ unterstützt. Der Name Laaken wird dort auf mlaka, mlake für „feuchtes Gebiet, Lache, Sumpf“ zurückgeführt, die Bezeichnung „Rothwein“ auf radvanje, raduvanje und damit auf eine Wortwurzel mit der Bedeutung „froh“. Der Name der Feistriz kann von bystrica „klarer Bach“ abgeleitet werden, der Name Krumbach von slawisch grm, gròm „Donner, rauschen“ usw.Klaus-Jürgen Hermanik: Eine versteckte Minderheit. S. 24–25.
Eine andere Deutung leitet sich vom Wort Samstag (slawisch: Sobota, ungarisch: Szombat) her, welches regelmäßig Bezug auf einen regelmäßigen Markt- oder Gerichtstag nimmt.
Soboth im Mittelalter und der Neuzeit Die erste urkundliche Erwähnung eines Flurnamens stammt aus dem Jahre 1311 mit dem Gegendnamen in der Zambit (vgl. ungar. Szombat) nahe der Landesgrenze zu Kärnten (Obersoboth). Laaken wurde 1498 im Urbar der Herrschaft Schwanberg erstmals urkundlich erwähnt. Die Kirche St. Jakob ist erstmals aus dem Jahre 1615 belegt. Vom 17. Jahrhundert bis 1920 gehörte Soboth zum Gerichtsbezirk Mahrenberg bzw. zur Bezirkshauptmannschaft Windisch-Graz.
1728 wurde durch die Gräfin von Künburg eine Glashütte errichtet, die nach ihr „Künburger Hütte“ benannt wurde. Die Glashütte südlich des Zigeunerkogels wurde bereits um 1733 zu einer ernsthaften Konkurrenz für die Hütte im Ort Glashütten in Gressenberg. 1764 wurde sie jedoch auf Grund von fehlenden Rohstoffen wie Asche und Brennholz geschlossen. 1795 wurde die Hütte vom Glasmachergesellen Georg Voith wiedereröffnet. Es bestand eine obere und eine untere (bei St. Vinzenz) Glashütte, von denen im Gebiet nur mehr geringe Reste des Pochwerks, eines Brennofens für Quarze, des Kalkofens und der Glashüttengebäude ersichtlich sind. Die Reste der oberen Glashütte stehen unter Denkmalschutz (). Voith errichtete die Spiegelglashütte östlich des 1687 gegründeten Orts St. Vinzenz, der dem Schutzpatron der Holzfäller geweiht war. Sie wurde 1858 endgültig geschlossen, nachdem die Glashütte wegen ihrer entlegenen Lage nicht mehr wirtschaftlich zu führen und durch den schweren Schneefall im Winter 1856 auch noch das Dach eingedrückt worden war. Spiegel aus dieser Glashütte wurden exportiert und befanden sich auch im Spiegelsaal des Kreml. Quarz wurde in Klüften am Gradischkogel gewonnen, westlich davon wurde im Markaly-Stollen Feldspat abgebaut. Diese Lagerstätten wurden bis 1960 ausgebeutet, die dafür errichtete Seilbahn und andere Einrichtungen wurden wieder abgebaut. Auch der zur Glasherstellung verwendete Kalk war in der Nähe der Hütte gewonnen worden.Obere Glashütten – einstige Stätte der Glasmacherkunst – Spiegel für den Kreml kamen einst aus der Soboth. In: Weststeirische Rundschau, Nr. 3, Jahrgang 2021 (22. Jänner 2021). 94. Jahrgang. S. 12. Unter Hinweis auf einen Artikel in derselben Zeitung von J. Eder 1960. mini|Die Soboth mit ihren Wegeverbindungen um 1910. rot: Grenze zum Bezirk Deutschlandsberg, schwarz: Grenze zu Kärnten Soboth ab dem 20. Jahrhundert Im Zuge der Grenzkämpfe mit jugoslawischen Truppen nach dem Ende des Ersten Weltkrieges kam es am 12. März 1919 in Soboth zu einem Feuergefecht, bei dem zwei der Verteidiger des Ortes getötet wurden und der Ort selbst von den Jugoslawen besetzt und geplündert wurde.Siehe dazu: Heinz Richter: Unsere Grenze im Süden. 1919–1991. Graz: Verlag für Sammler 1993, S. 46–51 und 156 sowie Kleine Zeitung Nr. 218 vom 20. September 1953, S. 12: „Die Soboth – Treueland der Steiermark“. – Das Grab der beiden Gefallenen ist auch heute noch im Friedhof durch sein großes Holzkreuz deutlich erkennbar. Bei der Volksabstimmung in der Bergkirche St. Urban im Juli 1920 entschied sich die Bevölkerung der Soboth für den Verbleib bei Österreich. Am 20. Oktober 1920 wurde Soboth schließlich von den jugoslawischen Truppen geräumt und erhielt seine endgültige Zugehörigkeit zu Österreich, die bereits im Friedensvertrag von St. Germain bestätigt worden war. Durch die neue Grenzziehung war die Soboth aber nur mit einem schlechten kurvenreichen Fahrweg über das Krumbachtal an das übrige Österreich angebunden, weil mit dem Drautal das Hinterland und damit die wirtschaftliche Anbindung von Soboth verloren gegangen war.
Um diesen Umstand zu beheben, war der Anschluss an Eibiswald durch den Ausbau des Güterweges dringend notwendig. Wegen Geldmangels ließ dieser aber jahrelang auf sich warten, was bei der Bevölkerung für zunehmende Verbitterung sorgte. 1927 machten die Sobother ihrem Unmut über den immer noch nicht erfolgten Güterwegebau durch einen Boykott der Nationalratswahl Luft. Von 343 Wahlberechtigten gaben nur 12 ihre Stimme ab.Gerald M. Wolf: „Jetzt sind wir die Herren …“ Die NSDAP im Bezirk Deutschlandsberg und der Juli-Putsch 1934 (= Grazer zeitgeschichtliche Studien. Band 3). StudienVerlag, Innsbruck/Wien/Bozen 2008, ISBN 978-3-7065-4006-3, S. 50, Anmerkung 81. Erst in den Jahren 1931 bis 1937 wurde der Güterweg Krumbach-St. Jakob ausgebaut und die Gemeinde besser an Eibiswald angeschlossen. Die Straße wurde in der Folge erweitert und erreichte über Obersoboth (vulgo Skutnig) die steirische Landesgrenze und Lavamünd in Kärnten.
Im Zuge des nationalsozialistischen Juliputsches erschien am 26. Juli 1934 eine Gruppe von Nationalsozialisten vor dem Gendarmerieposten und forderte die Herausgabe sämtlicher Waffen und die Auslieferung der am Posten zusammengezogenen Männer der Zollwache, was vom Postenkommandanten aber verweigert wurde. Daraufhin zogen die Nationalsozialisten wieder ab, wohl weil sie Verstärkung holen wollten, die aber wegen des raschen Zusammenbruchs des Putsches nie eingetroffen sein dürfte. Am Morgen des 27. Juli gelang es der Gendarmerie hier zwei Anführer des Juliputsches in Stainz zu verhaften, die gerade dabei waren, den Grenzübergang nach Jugoslawien auszukundschaften. Kurz darauf erschienen jedoch deren Gesinnungsgenossen und erzwangen die Freilassung der beiden Nationalsozialisten, indem sie androhten, ein Ehepaar, das sie als Geiseln genommen hatten, zu erschießen.Siehe dazu: Gerald M. Wolf: „Jetzt sind wir die Herren …“ Die NSDAP im Bezirk Deutschlandsberg und der Juli-Putsch 1934 (= Grazer zeitgeschichtliche Studien. Band 3). StudienVerlag, Innsbruck/Wien/Bozen 2008, ISBN 978-3-7065-4006-3, S. 177f.
Noch vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges besetzten 1944 jugoslawische Partisanen den Gendarmerieposten von Soboth. Nach dem Ende des Krieges wurde die Gemeinde von sieben verschiedenen Brigaden abwechselnd besetzt. 1954 wurde die Straße zwischen Eibiswald und der steirischen Landesgrenze zur Landesstraße erhoben. Da die wirtschaftliche Bedeutung stieg, wurde die Straße (heute: Südsteirische Grenzstraße B69) ausgebaut und 1974 neu eröffnet. Die Arbeiten zur Errichtung des Kraftwerks Koralpe begannen 1987 und wurden im Jahr 1990 fertiggestellt. Der Stausee Soboth ist heute auch durch ein gemeindeeigenes See-Cafe erschlossen.
Bevölkerungsentwicklung Soboth hatte laut Volkszählung 2001 421 Einwohner. 95,0 % der Bevölkerung besaßen die österreichische Staatsbürgerschaft. Zur römisch-katholischen Kirche bekannten sich 94,5 % der Einwohner, 3,1 % waren ohne religiöses Bekenntnis.
Die Bevölkerungszahl von Soboth ist seit 1869 massiv geschrumpft. Bereits zwischen 1869 und 1910 sank die Einwohnerzahl um 27 %. Danach konnte sich die Bevölkerungszahl wieder stabilisieren und sogar leicht erhöhen. Seit 1951 ist die Einwohnerzahl aber weiter gesunken und erreicht heute nur mehr ungefähr ein Drittel der Einwohnerzahl von 1869.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Pfarrkirche Soboth: Die Kirche St. Jakob ist erstmals 1545 belegt. Sie wird jedoch vermutlich schon längeren Bestand gehabt haben. 1637 brannte die Kirche in der Folge eines Blitzschlages bis auf die Mauern ab. Zwischen 1645 und 1653 folgte der Wiederaufbau durch die Mahrenberger Pfarrherren, da die Gemeinden Soboth und Laaken zum Gerichtsbezirk Mahrenberg bzw. Bezirkshauptmannschaft Windisch-Graz gehörten, eine Weiheinschrift nennt das Jahr 1704. Ihr Hochaltar ist mit 1659 datiert, er wurde 1859 restauriert. Seit 1789 ist sie Pfarrkirche.Kurt Woisetschläger, Peter Krenn: Dehio Handbuch – Die Kunstdenkmäler Österreichs: Steiermark (ohne Graz). Topographisches Denkmälerinventar, hg. vom Bundesdenkmalamt, Abteilung für Denkmalforschung. Verlag Anton Schroll, Wien 1982, ISBN 3-7031-0532-1, S. 526–527.