Louis Kurt Weinhold (* 28. September 1896 in CharlottenburgGeburtsregister Standesamt Charlottenburg, Nr. 3381/1896; † 2. September 1965 in Calw) war ein deutscher Maler der Neuen Sachlichkeit.
Leben Kurt Weinhold wurde als Sohn des Malers, Kunstschmiedes und Kunstgewerblers Carl Weinhold (1867–1925) geboren. Nach Stationen in Essen und Bonn zog die Familie 1911 nach München. Weinhold erhielt keine akademische Ausbildung, sondern wurde von seinem Vater unterrichtet. 1922 heiratete er Margarete Schüz und zog zu ihr nach Calw, wo er sich mit Rudolf Schlichter befreundete.
In der Zeit des Nationalsozialismus war Weinhold Mitglied der Reichskammer der bildenden Künste. Für diese Zeit ist seine Teilnahme an 10 Gruppenausstellungen sicher belegtMartin Papenbrock, Gabriele Saure (Hrsg.): Kunst des frühen 20. Jahrhunderts in deutschen Ausstellungen. Teil 1. Ausstellungen deutsche Gegenwartskunst in der NS-Zeit. VDG, Weimar, 2000; S. 587 und passim, u. a. 1937 an der Großen Deutschen Kunstausstellung in München. 1934 erhielt er den Rompreis der Preußischen Akademie der Künste, in der Folge hielt er sich von 1935 bis 1936 in der Villa Massimo in Rom und in Florenz auf. 1939/1940 war er als Militärzeichner in Baden-Baden und Freudenstadt tätig.
Weinhold war vor allem als Porträtmaler gefragt. Vom Realismus kommend, näherte er sich Ende der 1940er Jahre der abstrakten Figuration und dem Gebiet des Surrealen.
Weinhold trat offen gegen den Nationalsozialismus ein und fand in Wolfgang Willrichs Pamphlet Säuberung des Kunsttempels Erwähnung, da er 1930 mit der Novembergruppe an der Großen Berliner Kunstausstellung im Schloss Bellevue teilgenommen hatte. Um einer Verhaftung zu entgehen, tauchte er mehrfach unter und lebte zeitweilig bei Freunden in Weil der Stadt. Als Nationalsozialisten 1945 planten, Calw vor dem Einmarsch der Alliierten zu zerstören, beteiligte er sich an Sabotageakten, um dies zu verhindern. Nach Ende des NS-Staats gehörte er dem Verwaltungsrat der Stadt an.
Werkbeispiele Mann mit dem Radio (Homo Sapiens), 1929, Öl auf Leinwand, Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg, Gm 2290, Leihgabe aus Privatbesitz seit 2001 Bildnis Rudolf Schlichter (1930 auf der Großen Berliner Kunstausstellung) Cora Weinhold (geb. 1924). Tochter des Künstlers, 1933, Harzölfarben und Tempera auf Sperrholzplatte, 60 × 46 cm, Staatsgalerie Stuttgart, Inv. 1867 Florenz, 1935, Leinwand, 75 × 85 cm, Kunstsammlung der Sparkasse Pforzheim Calw St. Angelo auf Ischia (Aquarell; 1937 auf der Großen Deutschen Kunstausstellung) Albrecht Goes (1908–2000), 1954, Pappe, 90 × 60 cm, Schiller-Nationalmuseum, Marbach Theodor Heuss beim Diktat, Öl auf Holz, 1956, Land Baden-Württemberg Bundespräsident T. Heuss, Öl auf Holz, 1957, Land Baden-Württemberg Harlekin, 1958, 100 × 67 cm, Kunstsammlung der Sparkasse Pforzheim Calw Marionette, 1959, Öl auf Pappe, 72 × 52 cm, Galerie der Stadt Stuttgart, Inv. 0-1441Hans F. Schweers: Gemälde in Museen. Deutschland, Österreich, Schweiz. Band 1. Saur, München 2008, ISBN 978-3-598-24250-2, S. 1753.
Literatur Ursula Peters: Kurt Weinhold. Mann mit Radio (Homo sapiens), 1929. In: monats anzeiger, Museen und Ausstellungen in Nürnberg, Ausgabe Februar 2004, S. 2–4. (online als PDF-Dokument) Günther Wirth: Kunst im deutschen Südwesten von 1945 bis zur Gegenwart. Hatje, Stuttgart 1982. Art in Germany. The Marvin and Janet Fishman Collection. Prestel, München 1991, ISBN 0-944110-02-9. Hans Günter Golinski: Kurt Weinhold zum 100. Geburtstag. (Katalog zur Ausstellung 1996/1997 in der Galerie der Stadt Calw) Calw 1996.
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