The Rattles sind eine deutsche Beat- und Rockband, die in den 1960er- und frühen 1970er-Jahren in Deutschland zu den erfolgreichsten ihres Genres gehörte.

Bandgeschichte mini|links|2006 live auf der Osnabrücker Maiwoche Im Dezember 1960 wurden die Rattles in Hamburg von Achim Reichel und Herbert Hildebrandt gegründet. Am 3. Februar 1963 gewann die Band einen Wettbewerb im Hamburger Star-Club und wurde daraufhin die erste deutsche Band mit einem Engagement in diesem Club. Im Herbst desselben Jahres nahmen sie ihre erste Single auf. Danach ging die Gruppe für sechs Wochen auf England-Tour mit Bo Diddley, Little Richard, den Everly Brothers sowie den noch kaum bekannten Rolling Stones. Nach Veröffentlichung des Kinofilms Hurra, die Rattles kommen Anfang 1966 standen sie im Juni desselben Jahres mit den Beatles zusammen auf der Bühne und spielten im Vorprogramm der Bravo-Beatles-Blitztournee in München, Essen und Hamburg – mit großem Zuspruch.

Es erschienen Rattles-Schallplatten, die in England regional Erfolg hatten, und so wurden sie phasenweise in Liverpool als die „deutschen Beatles“ gefeiert.

Insgesamt hatte die Gruppe ein Dutzend Hits, dazu gehörten Titel wie La La La (1965), Come On and Sing (1966) und Cauliflower (1967). 1965 nahmen sie darüber hinaus Titel mit Johnny Hallyday auf (Laß die Leute doch reden, It’s Monkeytime), die auf der LP/CD Johnny Hallyday Meets The Rattles erschienen.

Deutschlandweite mediale Bekanntheit erlangte die Band mit ihren Auftritten in der ARD-Musikshow Beat-Club. In der dritten Ausgabe am 4. Dezember 1965 spielte sie live die vier Titel Come On and Sing, Little Queenie, She’s the One und (Stopping In) Las Vegas. Der Titel Come On and Sing wurde in der am 18. Juni 1966 ausgestrahlten Folge neun, einem Zusammenschnitt von Auftritten verschiedener Künstler aus den Folgen eins bis acht, wiederholt. Einen weiteren Auftritt hatten sie in Folge 16 am 21. Januar 1967, in welcher sie Love of My Life, Hey Sally und It Is Love aufführten.

1970 hatten die Rattles mit The Witch einen internationalen Hit. Das Lied war zuerst als B-Seite der 1969 erschienenen Single Geraldine erschienen. Im Juni 1970 kam The Witch in den USA als A-Seite bis auf Platz 79 und im Oktober in Großbritannien bis auf Platz acht. Die Rattles-Besetzung zu diesem Zeitpunkt: Kurt „Zappo“ Lüngen (Bass), Rainer Degner (Gitarre), Peet Becker (Schlagzeug) und Henner Hoier (Gesang), der von den Rivets gewechselt war. Wegen des Erfolges nahmen die Rattles mit Edna Bejarano als Sängerin eine neue Version von The Witch auf, die im Oktober 1970 bis auf Platz vier der bundesdeutschen Charts kletterte. Komponiert hatte das Stück Herbert Hildebrandt. Hoier, der das Original gesungen hatte, verließ die Band ein Jahr später und gründete mit Les Humphries die Les Humphries Singers. Zu dieser Zeit hatte Achim Reichel die Gruppe längst verlassen. Nach seiner Bundeswehrzeit gründete er 1967 mit den Ex-Rattles Dicky Tarrach und Frank Dostal sowie Helmut Franke und Les Humphries die Gruppe Wonderland. Die „neuen“ 1970er-Rattles mit Edna Bejarano, Frank Mille, Borny Bornhold und Zappo Lüngen hatten mit der Originalformation nur noch insofern zu tun, als Herbert Hildebrandt weiterhin der Komponist und Produzent der Gruppe war. Weitere Singles, wie You Can’t Have Sunshine Every Day und Devil’s on the Loose (beide 1971) waren nur noch kleinere Hits in der Bundesrepublik Deutschland.

1977 lösten sich die Rattles nach einigen weiteren Umbesetzungen auf. 1988 veröffentlichten sie, nun wieder mit Achim Reichel, ein neues Studioalbum mit dem Titel Hot Wheels sowie eine gleichnamige Single. Am 26. September 2005 feierten die Rattles ihr fünfundvierzigjähriges Bestehen mit einem Konzert im „Hamburger Landhaus Walter“ und der DVD Beat Made in Germany, die die komplette Band-Geschichte erzählt. 2007 veröffentlichten sie das erste Studioalbum seit fünfzehn Jahren, Say Yeah! Die Platte enthält 15 neue Songs und wurde in der Rattles-Heimatstadt Hamburg aufgenommen. Die neuen Lieder entsprechen dem alten Stil, der die Rattles vor vielen Jahren so bekannt gemacht hatte.

2010, zum 50-jährigen Bühnenjubiläum, unterschrieb die Band beim Hamburger Musiklabel Edel Records und veröffentlichte ein neues Studioalbum, Rattles 50, mit 14 neuen Titeln in einem neuen, modernen Sound. Zeitgleich erschienen neu arrangierte und aufgenommene Greatest Hits. Bis heute spielen sie mit dem Gründungsmitglied Hildebrandt wieder regelmäßig auf Festen und Veranstaltungen.

Bandmitglieder

Diskografie

Alben

Weitere Alben 1964: The Searchers Meet the Rattles (Splitalbum mit The Searchers) 1965: Star-Club Show 1 1965: Liverpool Beat 1966: Rattles Greatest Hits „New Recording“ 1967: Remember Finale Ligure 1968: Rattles Production 1971: The Witch 1972: Tonight: The Rattles Starring Edna 1974: Gin Mill 1984: Johnny Hallyday trifft die Rattles (mit Johnny Hallyday) 1990: Painted Warrior 1991: Rattles ’91 1992: New Wonderland 1994: Weihnachten mit den Rattles 1997: Live 2007: Say Yeah! 2010: Rattles 50 2012: Need 2 C You 2015: Hotter Than Hell

Kompilationen

Weitere Kompilationen 1970: Rattles’ Greatest Hits 1971: The Best of the Rattles 1974: The Rattles! 1979: The Star-Club Tapes (2 LPs) 1986: The Best of the Rattles 1988: Die großen Erfolge einer Supergruppe 1988: The Rattles 1988: With All the Original Hits! 1992: 16 Tons 1997: The Greatest Hits 2000: Smash … ! Boom … ! Bang … ! The Singles 1

Singles

Weitere Singles 1963: Twist im Star-Club – 3. Folge 1963: Twist im Star-Club 1963: Star Club Sound Serie 1963: Twist im Star-Club – 7. Folge 1963: Twist im Star-Club – 9. Folge 1964: Baby, That Is Rock ’n Roll 1964: Tell Me What Can I Do 1964: What Do You Want with My Baby 1964: Bye Bye Johnny 1964: Geh’ zu ihm 1964: Do Wah Diddy Diddy 1964: Live at the Star-Club Hamburg (EP) 1964: Memphis Tennessee 1965: Shame, Shame, Shame 1965: Spanish Harlem 1965: Lass die Leute doch reden (Keep Searchin’) (Johnny Hallyday meets the Rattles) 1966: Sha-La-La-La-Lee (als The „In“ Crowd) 1966: Land of 1.000 Dances (als The Fixx) 1966: Take This Hammer (als Our Gang) 1967: Raindrop 1968: Fought the Lord 1968: Mr. … 1969: Geraldine 1969: Lady Love 1970: Shop Fifteen 1970: Silly Lilly 1970: Funk ’70 1972: Money Making Machine 1973: Somethin’ Else 1973: Alabama 1974: Hot Banana 1989: The Witch (Re-Recording) 1989: Little Miss Wunderbar (Remix ’89) 1990: Painted Warrior 1992: I Drove All Night 1993: No Way Out 2012: Maybe Tonight (The Rattles feat. Ireen Sheer)

Videoalben 2003: Hilfe, die Rattles kommen 2005: The Rattles – Beat Made in Germany

Filmografie 1966: Hurra, die Rattles kommen (Kinofilm)

Auszeichnungen RSH-Gold 1989: in der Kategorie „Comeback des Jahres“

Literatur Thorsten Knublauch: Die Bravo-Beatles-Blitztournee – Fünf Tage Beatlemania in Deutschland im Juni 1966. BOD, 2011, ISBN 978-3-8423-5356-5. Werner Walendowski (Hrsg.): The Rattles – Die Story von 1960 bis heute … and the beat goes on. Hommage Verlag, Hamburg 2008, ISBN 978-3-86735-552-0.

Quellen

Weblinks

Offizielle Website

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