mini|Die Cheerleader der damaligen Washington Redskins auf Truppenbetreuung in Bahrain am 29. November 2004 Die Washington Commanders sind ein American-Football-Franchise aus Washington, D.C., das in der National Football League (NFL) spielt. Zuvor trug es die Namen Boston Braves, Boston Redskins, Washington Redskins und Washington Football Team. Es spielt in der National Football Conference (NFC), in der Eastern Division. Die Mannschaft gewann mit ihrem Trainer Joe Gibbs und drei verschiedenen Quarterbacks (Joe Theismann, Doug Williams und Mark Rypien) zwischen 1982 und 1991 drei Super Bowls.
Geschichte 1932 wurde das Footballteam Boston Braves gegründet, das bald in Boston Redskins umgetauft wurde und 1937 nach Washington umzog, so dass die Washington Redskins entstanden. Das Team von Besitzer George Preston Marshall, der die Redskins 37 Jahre lang leitete, Coach Ray Flaherty und den beiden Stars Sammy Baugh (in der Offensive als Quarterback, defensiv als Defensive Back, in Special Teams als Punter eingesetzt) und Runningback Cliff Battles gewann sowohl das NFL Championship Game 1937 als auch das NFL Championship Game 1942. Doch in den Nachkriegsjahren versanken die Redskins im Mittelmaß, und machten eher außerhalb des Spielfeldes Schlagzeilen: Grund hierfür war der Rassismus von Besitzer George Preston Marshall, der nur weiße Spieler verpflichtete. Erst als der US-Kongress Marshall mit drakonischen Strafen drohte, wurden 1962 die ersten schwarzen Spieler verpflichtet.
Erst 1971 wurden die Play-offs wieder erreicht, doch auch unter dem neuen Quarterback Sonny Jurgensen schied Washington stets früh aus. Erst mit der Ankunft von Coach Joe Gibbs (1981) wurden die Redskins zum Topteam: er baute eine starke Offensive Line um Center Jeff Bostic, die Guards Russ Grimm und Mark May, die Tackles Joe Jacoby und George Starke sowie die Tight Ends Don Warren und Rick Walker auf, die für ihre dominante Line-Kontrolle „The Hogs“ (dt.: die Wildschweine) genannt wurde. Die Hogs hielten sowohl dem neuen Runningback John Riggins als auch Starting-Quarterback Joe Theismann und Wide Receiver Art Monk den Rücken frei, und in der Defensive etablierte sich Cornerback Darrell Green als wertvolle Verstärkung. Unter Gibbs gewannen die Redskins im Januar 1983 den Super Bowl XVII. Nachdem Theismann seine Karriere nach einem komplizierten Beinbruch hatte beenden müssen, gewann sein Ersatz Doug Williams mit den Redskins 1988 den Super Bowl XXII. Williams schrieb Geschichte, da er als erster schwarzer Quarterback den Super Bowl gewann – ausgerechnet für die Redskins, die einst für ihren Rassismus berüchtigt gewesen waren. 1992 gewannen die Redskins zum dritten Mal den Titel, als sie im Super Bowl XXVI die Buffalo Bills mit 37:24 bezwangen, dieses Mal mit Mark Rypien als Quarterback. Nachdem Gibbs 1993 zu Gunsten des Motorsports zurückgetreten war, versanken die Redskins wieder im Mittelmaß, während Joe Gibbs Racing mehrfach den NASCAR-Meister stellte.
Seitdem (Stand Saison 2019) erreichte das Team zwar sechsmal die Play-offs, darunter 2005 und 2007 wieder mit Gibbs als Coach, verfehlte aber stets die Conference Finals. Ab 2014 war Jay Gruden, Bruder des ehemaligen Cheftrainer und Super-Bowl-Gewinners Jon Gruden, Head Coach der Redskins. Die Saison war von Rückschlägen geprägt, da die Redskins u. a. mit drei Starting-Quarterbacks spielen mussten. Am Ende beendete man die Saison mit einer 4–12-Bilanz. Zur Saison 2015 wurde Kirk Cousins zum Starting-Quarterback ernannt, und man konnte nach der Regular Season die Division gewinnen. Das Wild Card Game gegen die Green Bay Packers wurde jedoch mit 18:35 verloren. Die Saison 2016 war von der Leistung der Offense geprägt, da diese mehr als 6.000 Yards Raumgewinn erreichen konnte und acht Spieler jeweils mehr als 500 Yards erlaufen bzw. gefangen haben. Dennoch verpasste man mit einer 8–7–1-Bilanz knapp die Play-offs, da man am letzten Spieltag nicht gegen die New York Giants gewann.
Für die Saison 2018 wurde, nach dem Weggang von Kirk Cousins zu den Minnesota Vikings, auf der Quarterback-Position der erfahrene ehemalige Nummer-Eins-Draftpick Alex Smith von den Kansas City Chiefs geholt. Da dieser sich jedoch während der Saison schwer verletzte, beendeten die Redskins die Saison mit einer 7-9-Bilanz auf dem dritten Platz der NFC East und nahmen erneut nicht an den Playoffs teil.
Die Saison 2019 begannen die Redskins dann mit Case Keenum, der von den Denver Broncos geholt worden war und der für seine starke Saison 2017 bei den Minnesota Vikings viel Lob erhalten hatte. Jedoch konnte auch dieser das Spiel der Redskins nicht mit der notwendigen Stabilität führen, sodass man mit fünf sieglosen Spielen begann. Aufgrund dieser Entwicklung wurde Coach Gruden am 8. Oktober 2019 von den Redskins entlassen.
Obwohl Name und Logo der Washington Redskins jahrzehntelang in der Kritik standen, rassistisch zu sein, hielt die Führung entgegen aller Proteste lange daran fest. Im Zuge der gesellschaftlichen Proteste nach dem Todesfall George Floyd im Jahr 2020 jedoch wuchs die Kritik an Name und Logo des Teams erneut. Nachdem sich mehrere Großsponsoren des Teams distanziert hatten, gab die Mannschaftsführung im Juli 2020 bekannt, dass der Name Redskins abgelegt werde. In dieser Saison werde man temporär unter dem Namen Washington Football Team auftreten, bis ein neuer Name gefunden sei. Nachdem die Mannschaft den ersten Platz der Division mit einer 7-9-Bilanz abgeschlossen hatte, unterlag das Team mit 23:31 den Tampa Bay Buccaneers in der Wild Card Round.
Am 2. Februar 2022 gab das Franchise offiziell bekannt, dass man ab der Saison 2022 den Namen Washington Commanders tragen werde.
Am 20. Juli 2023 genehmigte die NFL den Verkauf des Franchise an eine Eigentümergruppe um Josh Harris. Nachdem die Saison 2023 mit einer 4-13-Bilanz abgeschlossen worden war, wurde der Head Coach Ron Rivera entlassen.
Titel NFL-Meisterschaften vor Einführung des Super Bowls 1937: 28:21 gegen die Chicago Bears 1942: 14:6 gegen die Chicago Bears Super-Bowl-Siege XVII – 1982: 27:17 gegen die Miami Dolphins XXII – 1987: 42:10 gegen die Denver Broncos XXVI – 1991: 37:24 gegen die Buffalo Bills NFC-Meisterschaft: 1972, 1982, 1983, 1987 und 1991
Personen Spieler Aktueller Kader
Nicht mehr vergebene Trikotnummern Retired Numbers der Washington Commanders Nr.SpielerPositionZeitraum 21 Sean Taylor S 2004–2007 33 Sammy Baugh QB, P 1937–1952 49 Bobby Mitchell RB 1962–1968 Die Commanders haben bisher nur die Rückennummern von Sammy Baugh, Bobby Mitchell und Sean Taylor offiziell zurückgezogen. Sean Taylors Nummer 21 wurde seit seinem Tod 2007 nicht wieder verwendet. Allerdings waren sich die Verantwortlichen nicht einig, ob seine Nummer zu den „inoffiziell zurückgezogen“ Nummern hinzugefügt werden soll. O.J. Atogwe, der bisher in seiner Karriere immer die Nummer 21 getragen hatte, wechselte jedoch aus Respekt für Taylor die Nummer und trug bei den Redskins die 20. Im Oktober 2021 beschloss man, die Nummer am sechsten Spieltag offiziell zurückzuziehen.Nick Shook: Washington to retire Sean Taylor's No. 21 on Sunday auf nfl.com. 14. Oktober 2021, abgerufen am 14. Oktober 2021 (englisch). Allerdings gibt es noch weitere Nummern, die entweder nur inoffiziell zurückgezogen wurden oder nur noch selten vergeben werden. Die folgenden Nummern von ehemaligen Redskins-Spieler fallen in diese Kategorie:
Inoffiziell Retired Numbers der Washington Commanders Nr. Spieler Position Zeitraum Anmerkung 7 Joe Theismann QB 1974–1985 Quarterback mit den meisten geworfenen Yards bei den Redskins 9 Sonny Jurgensen QB 1964–1974 Quarterback mit den meisten geworfenen Touchdowns bei den Redskins 28 Darrell Green CB 1983–2002 Hat mit 295 Partien die meisten Spiele für die Redskins absolviert 42 Charley Taylor WR 1964–1977 Meiste gefangene Touchdowns für die Redskins (79) 43 Larry Brown RB 1969–1976 44 John Riggins RB 1976–1979,1981–1985 Meiste erlaufene Touchdowns für die Redskins (79) 65 Dave Butz DT 1975–1988 70 Sam Huff LB 1985–1999 81 Art Monk WR 1980–1993 Erster Wide Receiver, der in seiner Karriere 900 Pässe gefangen hat Die Nummer 7 von Joe Theismann wurde von dessen Karriereende 1985 bis 2019 nicht mehr vergeben. Theismann erklärte sich damit einverstanden, dass die Nummer an den in der ersten Runde des NFL Draft 2019 von den Redskins ausgewählten Quarterback Dwayne Haskins wieder vergeben wurde.Kevin Patra: Dwayne Haskins gets Theismann blessing to wear No. 7 auf nfl.com, 1. Mai 2019, abgerufen am 26. Juli 2019 (englisch).
Mitglieder in der Pro Football Hall of Fame Mit 34 Personen stellen die Washington Commanders neben den Chicago Bears die meisten Mitglieder in der Hall of Fame. Mit Sammy Baugh, Earl „Curly“ Lambeau und dem Mitbegründer George Preston Marshall haben sie zudem drei Gründungsmitglieder in der Hall. Mit dem ehemaligen General Manager Bobby Beathard wurde 2018 die letzte Person, die für Washington tätig war, in die Hall aufgenommen. mini|Sammy Baugh war einer der ersten Spieler im Profifootball, der das Passspiel als Angriffsspielzug im Spielsystem seiner Mannschaft dauerhaft und systematisch etablierte. mini|Russ Grimm spielte 11 Jahre auf der Position des Guard für Washington. mini|Jason Taylor ist bisher der letzte Spieler, der für Washington spielte und in die Hall aufgenommen wurde. mini|Während Bobby Beathard in Washington als General Manager tätig war, spielte die Mannschaft in drei Super Bowls und gewann zweimal. TrikotnummerNamePositionFür die Braves/Redskins AktivJahr der Aufnahme 33 Sammy Baugh QB 1937–1952 1963 – Earl „Curly“ Lambeau Head Coach 1952–1953 1963 – George Preston Marshall Besitzer,Gründer 1932–1969 1963 – Otto Graham Head Coach 1966–1968 1965 35 Bill Dudley RB 1950–51, 1953 1966 20 Cliff Battles HB 1932–1937 1968 40 Wayne Millner TE 1936–1941 1968 17 Albert Glen „Turk“ Edwards T 1932–1940 1969 – Vince Lombardi Head Coach 1969 1971 – Ray Flaherty Head Coach 1936–1942 1976 75 Deacon Jones DE 1974 1980 70 Sam Huff LB 1964–1969 1982 9 Sonny Jurgensen QB 1964–1974 1983 49 Bobby Mitchell RB 1962–1968 1983 – Mike McCormack Assistenztrainer 1965–1972 1984 42 Charley Taylor WR 1964–75, 77 1984 27 Ken Houston S 1973–1980 1986 73 Stan Jones DT 1966 1991 44 John Riggins RB 1976–1979,1981–1985 1992 – Joe Gibbs Head Coach 1981–1992,2004–2007 1996 26 Don Shula CB 1957 1997 26 Paul Krause S 1964–1967 1998 – George Allen Head Coach 1971–1977 2002 28 Darrell Green CB 1983–2002 2008 81 Art Monk WR 1980–1993 2008 – Emmitt Thomas Assistenztrainer 1986–1994 2008 78 Bruce Smith DE 2000–2003 2009 68 Russ Grimm G 1981–1991 2010 55 Chris Hanburger LB 1965–1978 2011 21 Deion Sanders CB 2000 2011 89 Dave Robinson LB 1973–1974 2013 60 Dick Stanfel G 1956–1958 2016 55 Jason Taylor DE 2008 2017 – Bobby Beathard GM 1978–1989 2018
90 Greatest Zu Ehren des 70-jährigen Bestehens der Redskins am 13. Juni 2002 wählte ein Gremium die 70 größten Redskins (The 70 Greatest Redskins) aus, um die Spieler, Trainer und Funktionäre zu ehren, die maßgeblich als Mitwirkende vor Ort zur glorreichen Vergangenheit und zu den fünf Meisterschaften der Redskins beigetragen haben. Mitsamt einer speziellen Halbzeit-Zeremonie beim 26:21-Sieg der Redskins über die Indianapolis Colts wurden sie zwischen dem 25. und 27. Oktober 2002 an dem Festwochenende geehrt.
Das Gremium, das die 70 auswählte, bestand aus dem ehemaligen Nachrichtensprecher Bernard Shaw, dem ehemaligen Spieler Bobby Mitchell, dem Senator George Allen (Sohn des Trainers George Allen), dem Radiosprecher Ken Beatrice, dem Redakteur der Washington Post Noel Epstein, dem ehemaligen Diplomaten Joseph J. Sisco, Phil Hochberg, der 2001 nach 38 Jahren als Stadionsprecher zurücktrat, dem Historiker der Pro Football Hall of Fame Joe Horrigan, dem Sportreporter George Michael, dem Sportdirektor Andy Pollin, dem Präsidenten von NFL Films Ed Sabol und dem Nachrichtensprecher Jim Vance.