Baneuil (, ) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Bergerac und zum Gemeindeverband Communauté de communes des Bastides Dordogne-Périgord. Die Einwohner werden Baneuillais und Baneuillaises genannt.

Geografie

Baneuil liegt etwa 38 Kilometer südsüdöstlich von Périgueux, etwa 34 Kilometer westsüdwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 24 Kilometer östlich von Bergerac am linken Ufer der Dordogne in der Région naturelle des Bergeracois, Teil des touristisch benannten Périgord pourpre.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Baneuil liegt in der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit.

Das Gebiet der Gemeinde erstreckt sich abgesehen vom Tal der Dordogne über eine bewaldete, hügelige Landschaft. Das Zentrum der Gemeinde befindet sich etwa zwei Kilometer vom Ufer der Dordogne entfernt auf einem Hügel mit Höhe, der gleichzeitig den topographisch höchsten Punkt der Gemeinde bildet. Der tiefste Punkt liegt auf Meereshöhe im Südwesten beim Austritt der Dordogne aus dem Gemeindegebiet.

Rund 52 % der Fläche der Gemeinde sind bewaldet, rund 27 % werden landwirtschaftlich, hauptsächlich als Grünland genutzt, etwa 2 % entfallen auf bebaute Flächen, etwa 2 % auf Binnengewässer, vor allem durch den Anteil an der Dordogne.

Baneuil wird von folgenden sechs Gemeinden umgeben:

mini|Risikokarte des Quellungs/Schrumpfungsverhältnisses von Tonmineralen in Böden für Baneuil

Natürliche und technologische Risiken Naturrisiken manifestieren sich in Baneuil als Überschwemmungen und den mit ihnen assoziierten Schlammströmen und Hangrutschungen, besonders entlang der Dordogne Dürren Waldbrände Bodensetzungen.

Aufgrund der Schäden, die durch Überschwemmungen und Schlammlawinen in den Jahren 1944, 1952, 1960, 1982 und 1994 verursacht wurden, wurde für die Gemeinde der Naturkatastrophenzustand ausgerufen. Im Dossier des Départements über Hauptrisiken sind vorbeugende Maßnahmen zur Reduktion von Hochwasserschäden festgelegt. Im gesamten Gemeindegebiet besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräte.

Wie die Risikokarte zeigt, ist insgesamt über ein Drittel von Baneuil von der starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen. Das Gemeindegebiet ist einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 zugeordnet.

Ein technologisches Risiko besteht durch einen Bruch des Staudamms von Bort-les-Orgues, der die Dordogne staut. Es ist daher wahrscheinlich, dass die Gemeinde von einer Überflutungswelle betroffen sein wird.

Etymologie und Geschichte Es gibt menschliche Anwesenheit in der Urgeschichte, während der Altsteinzeit und der Jungsteinzeit, auf dem Gebiet der Gemeinde. Der romanische, heute verfallene Donjon, die Kirche, deren Bau am Ende des 11. Jahrhunderts begann, belegen die Existenz des Dorfes, bevor sein Name im 13. Jahrhundert in der latinisierten Form Banolium in den Schriften auftauchte, im 15. Jahrhundert als Banolhium (1472), am Ende des 16. Jahrhunderts als Baneilh (1582). Wie andere Typonyme, die auf -euil enden, ist Baneuil zumindest zu einem Teil gallischen Ursprungs. Er ist zusammengesetzt aus dem gallischen Wort °banno () – oder eines Namens einer ursprünglich germanischen Person Banno – mit dem gallischen °-ialo. Letzteres hat zuerst die Bedeutung „Freifläche, Lichtung, Rodungsfläche“ und wurde zu einem Suffix im weiteren Sinne. Eine weitere Theorie schlägt vor, in Baneuil als Ergebnis des Lateinischen balneolum (), abgeleitet von balneum (), zu sehen. Der Name erinnert bei anderen Orten an das frühere Vorhandensein von römischen Bädern, aber dies scheint bei Baneuil nicht der Fall zu sein.Tanet, Hordé, Seite 41

Im 11. Jahrhundert wurde auf den Fundamenten einer Erdhügelburg ein Adelssitz errichtet, ein einfacher romanischer Donjon mit flachen Strebepfeilern, der als Wachturm diente. Im 13. und 14. Jahrhundert herrschte die Familie Abzac über das Anwesen, und eine Wachstube wurde hinzugefügt. Während des Hundertjährigen Krieges wurde der Donjon mehrfach belagert, und seine militärische Bauweise, die seine Widerstandsfähigkeit garantierte, wurde weiterentwickelt und machte ihn für den Feind praktisch unzugänglich. Er war nur über eine Leiter und dann über ein Ausfalltor zugänglich, das in einen dunklen Raum führte, von dem aus man die oberen Bereiche über weitere Leitern und ein Oculus erreichen musste. Im 15. und 16. Jahrhundert errichteten die Calvimonts, nachdem sie das Lehen erworben hatten, ein Wohnhaus im Renaissancestil und einen Rundturm mit Scharwachtturm.

Bevölkerungsentwicklung

Sehenswürdigkeiten Romanische Kirche Saint-Etienne aus dem 12. Jahrhundert; Chor und darüberliegender Kirchturm auf einer Kuppel sind seit 1948 als Monument historique eingeschrieben Burg Baneuil mit Ursprüngen aus dem 11. Jahrhundert, seit 1946 als Monument historique eingeschrieben Dolmen tranche du saumon (deutsch: Lachsscheibe).Alexis de Gourgues: Sur les Voies Romaines de la Dordogne. In: Société Française d’Archéologie (Hrsg.): Séances générales tenues à Périgueux et à Cambrai en 1858 (= Congrès Archéologique de France. Session 25, ). Derache u. a., Paris u. a. 1859, S. 640–653, hier S. 652. Chartreuse La Borie-Basse Canal de Lalinde, ehemaliger Seitenkanal der Dordogne, 1844 eröffnet, seit 1996 in Teilen (Schleusen, Aquädukt, Parkbecken, Überlaufbacken, Brücken über und unter dem Kanal usw.) als Monument historique eingeschrieben

Bildung Baneuil verfügt über eine öffentliche Vorschule (École maternelle).

Wirtschaft Erwerbstätigkeit Im Jahre 2022 waren 141 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Baneuil erwerbstätig, entsprechend 75,4 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse. Die Zahl der Arbeitslosen ist mit 20 im Jahr 2022 niedriger als im Jahr 2016 (23). Die Arbeitslosenquote stieg leicht von 13,9 % (2016) auf 14 % (2022).

Branchen und Betriebe 15 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2022 in Baneuil wirtschaftlich aktiv: Branche Anzahl %Gesamt15Fertigung, Bergbau und andere Industrien213,3 %Baugewerbe426,7 %Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie320,0 %Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten426,7 %Andere Dienstleistungen213,3 %

Die Gemeinde beherbergt seit 1956 das Unternehmen Polyrey, das Pressspanplatten herstellt.Michel Genty: Villes et bourgs du Périgord et du pays de Brive. Le fait urbain dans des espaces de la France des faibles densités. Band 1. Presses Universitaires de Bordeaux u. a., Talence u. a. 1984, ISBN 2-86781-008-6, S. 322, (Bordeaux, Universität, Dissertation, 1980).

Landwirtschaft Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung. Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 11 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 8 im Jahr 2000, 4 im Jahr 2010 und schließlich auf 2 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 82 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verringerte sich von 161 Hektar im Jahre 1988 auf 124 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg hingegen erheblich von 14,6 Hektar auf 62,2 Hektar.

Rad- und Fernwanderwege Ein Radwanderweg verläuft von Saint-Capraise-de-Lalinde nach Mauzac-et-Grand-Castang entlang der Dordogne und des Canals de Lalinde.

Durch Baneuil verläuft der 14 Kilometer lange Rundwanderweg GRP „Entre Dordogne Louyre et Lindois“.

Verkehr Die zur Departementsstraße D 660 herabgestufte ehemalige Nationalstraße N 660, die von Bergerac über Saint-Capraise-de-Lalinde im Westen kommend nach Saint-Médard über Couze-et-Saint-Front im Südosten führt, verläuft durch Baneuil entlang des Nordufers der Dordogne. Das Zentrum von Baneuil selbst ist nur über lokale Landstraßen erreichbar.

Die Bahnstrecke Libourne–Buisson verläuft ebenfalls entlang des Nordufers der Dordogne und durchquert das Gemeindegebiet, allerdings ohne Haltepunkt.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in Nouvelle-Aquitaine Kategorie:Ersterwähnung im 13. Jahrhundert Kategorie:Ort an der Dordogne