Bratpfannen- und Banjowelse (Aspredinidae) kommen in Südamerika in Süßgewässern, teilweise auch im Brackwasser vor. Sie sind weit verbreitet und kommen im Río Magdalena, dem Stromgebieten des Orinoko, im Amazonasbecken, im Rio São Francisco und im Stromgebiet von Río Paraguay und Río Paraná vor.
Merkmale Sie haben einen stark verbreiterten, dorsoventral abgeplatteten Vorderkörper und einen langen, dünnen Schwanzstiel. Der Körper ist schuppenlos, die Haut ist rau und an den Körperseiten mit in Längsreihen angeordneten, verhornten Tuberkeln besetzt. Die Kiemenöffnung ist zu einem kleinen Schlitz reduziert. Eine Fettflosse fehlt, ebenso fehlt den meisten Arten ein Stachelstrahl in der Rückenflosse. Die Schwanzflosse wird von zehn oder weniger Flossenstrahlen gestützt.
Lebensweise Bratpfannen- und Banjowelse sind träge dämmerungs- und nachtaktive Tiere, die den Tag meist vergraben im Bodengrund verbringen. Sie sind wahrscheinlich Allesfresser. Bei Magenuntersuchungen fand man wasserlebende Wirbellose, Landinsekten und Detritus. Amaralia ist ein Nahrungsspezialist, der eventuell nur von den Gelegen der im gleichen Lebensraum vorkommenden Harnischwelsen lebt. Die Fortpflanzung der Bratpfannen- und Banjowelse ist nur ungenügend bekannt. Die Weibchen von Aspredo, Aspredinichthys, Platystacus und Pterobunocephalus tragen die Eier an ihrer Bauchseite geheftet mit sich herum, wobei sie bei Pterobunocephalus direkt am Bauch befestigt sind, bei den übrigen drei Gattungen aber auf fleischigen Stielen (Cotylephoren) sitzen, die sich nur während der Fortpflanzungszeit entwickeln und eventuell dem Nährstofftransport zwischen Muttertier und Eiern dienen. Bunocephalus coracoideus laicht in flachen Gruben im Gewässergrund. Seine Eizahl ist sehr groß.
Äußere Systematik Die nächsten Verwandten der Bratpfannen- und Banjowelse innerhalb der Welsartigen wurde und wird kontrovers diskutiert. Verschiedene südamerikanische, afrikanische und asiatische Welsfamilien wurden als mögliche Schwestergruppen genannt. Eine jüngere Untersuchung auf der Grundlage von DNA-Sequenzierungen stellt die Bratpfannen- und Banjowelse in einem Schwestergruppenverhältnis mit den neotropischen Dornwelsen (Doradidae) und Falschen Dornwelsen (Auchenipteridae), die als Überfamilie Doradoidea vereint werden.
Innere Systematik Die Bratpfannen- und Banjowelse werden in drei Unterfamilien, 13 Gattungen und 39 Arten unterteilt.
Unterfamilie Banjowelse Die Banjowelse (Aspredininae) leben in den drei Guyanas und in Brasilien. Einige Arten gehen auch ins Brackwasser. Banjowelse besitzen eine sehr lange Afterflosse mit 50 und mehr Flossenstrahlen. Ihr Schwanzstiel ist kürzer als der der Bratpfannenwelse. Banjowelse werden 20 bis 38 Zentimeter lang.
Gattung Acanthobunocephalus Acanthobunocephalus nicoi Friel, 1995 Acanthobunocephalus scruggsi Carvalho & Reis, 2020 Gattung Aspredo Aspredo aspredo (Linnaeus, 1758) Gattung Aspredinichthys Aspredinichthys filamentosus Aspredinichthys tibicen Gattung Platystacus Platystacus cotylephorus Bloch, 1794
Unterfamilie Bratpfannenwelse Die Bratpfannenwelse (Bunocephalinae) kommen im tropischen Südamerika, östlich der Anden, südlich bis zur Nordgrenze Uruguays, im Río Magdalena und im Maracaibo-See vor. Die dämmerungsaktiven Tiere bevorzugen flache, schnell fließende Bäche. Bratpfannenwelse besitzen eine kurze Afterflosse, einen längeren Schwanzstiel mit einer reduzierten Muskulatur und einer gerade abschließenden Schwanzflosse. Sie können sich nach dem Düsenprinzip fortbewegen, indem sie das Wasser aus den Kiemen schnell ausstoßen. Bratpfannenwelse sind kleine Fische, die meist unter zehn Zentimeter Länge bleiben. Sie sind Allesfresser. Zur Fortpflanzung graben sie flache Mulden in den Gewässergrund.
mini|Bunocephalus sp. Gattung Amaralia Amaralia hypsiura (Kner, 1855) Amaralia oviraptor Friel & Carvalho, 2016 Gattung Bunocephalus Bunocephalus aleuropsis Cope, 1870 Bunocephalus amaurus Eigenmann, 1912 Bunocephalus chamaizelus Eigenmann, 1912 Bunocephalus colombianus Eigenmann, 1912 Zweifarbiger Bratpfannenwels (Bunocephalus coracoideus) (Cope, 1874) Bunocephalus doriae Boulenger, 1902 Bunocephalus erondinae Cardoso, 2010 Bunocephalus hartti Carvalho et al., 2015 Bunocephalus knerii Steindachner, 1882 Bunocephalus larai Ihering, 1930 Bunocephalus minerim Carvalho et al., 2015 Großkopf-Bratpfannenwels (Bunocephalichthys verrucosus) (Walbaum, 1792) Gattung Micromyzon Micromyzon akamai Friel & Lundberg, 1996 Micromyzon orinoco Carvalho et al., 2016 Gattung Pseudobunocephalus Friel, 2008 Pseudobunocephalus amazonicus (Mees, 1989) Pseudobunocephalus bifidus (Eigenmann, 1942) Pseudobunocephalus iheringii (Boulenger, 1891) Pseudobunocephalus lundbergi Friel, 2008 Pseudobunocephalus quadriradiatus (Mees, 1989) Pseudobunocephalus rugosus (Eigenmann & Kennedy, 1903) Gattung Pterobunocephalus Pterobunocephalus depressus Pterobunocephalus dolichurus
Unterfamilie Hoplomyzontinae Zusätzlich zu den alten Unterfamilien ist eine dritte, die Hoplomyzontinae aufgestellt worden. Ihr wurden Gattungen zugeordnet, die vorher zu den Bunocephalinae gehörten.
Gattung Dupouyichthys Dupouyichthys sapito Schultz, 1944 Gattung Ernstichthys Ernstichthys anduzei Fernández-Yépez, 1953 Gattung Hoplomyzon Hoplomyzon atrizona Hoplomyzon cardosoi Carvalho et al., 2017 Hoplomyzon papillatus Hoplomyzon sexpapilostoma Gattung Xyliphius Xyliphius anachoretes Figueiredo & Britto, 2010 Xyliphius barbatus Xyliphius kryptos Xyliphius lepturus Xyliphius lombarderoi Xyliphius magdalenae Xyliphius melanopterus Xyliphius sofiae Sabaj et al., 2017
Literatur Günther Sterba: Süsswasserfische der Welt. 2. Auflage. Urania, Leipzig/Jena/Berlin 1990, ISBN 3-332-00109-4. Joseph S. Nelson: Fishes of the World, John Wiley & Sons, 2006, ISBN 0-471-25031-7. Roberto E. Reis, Sven O. Kullander, Carl J. Ferraris: Check list of the freshwater fishes of South and Central America. Porto Alegre, Brasil : EDIPUCRS, 2003.
Einzelnachweise
Weblinks
John P. Friel: Aspredinidae The Tree of Life Web Project
Kategorie:Welse