Lohe (, nürnbergisch: LouD. Fastnacht: Nürnberg, S. 210. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „lou“.) ist ein Stadtteil der kreisfreien Stadt Nürnberg (Mittelfranken, Bayern). Lohe liegt im Statistische Bezirk 75 (Almoshof).

Geographie Gemarkung Die Gemarkung Lohe hat eine Fläche von 1,280 km². Sie ist in 489 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 2617,91 m² haben.

Lage Das Dorf Lohe bildet mit Almoshof im Westen eine geschlossene Siedlung. Diese liegt im Norden Nürnbergs im Knoblauchsland. Im Norden jenseits des Bucher Landgrabens befindet sich der Nürnberger Flughafen. Die Marienberger Straße im Süden führt zur Bundesstraße 4 bei Schnepfenreuth (1 km westlich) bzw. nach Marienberg (1 km östlich). Die Lohestraße führt die Marienberger Straße kreuzend nach Kleinreuth hinter der Veste (1 km südlich).

Geschichte Im Jahr 1235 wurde ein „Eberhard de La“ urkundlich erwähnt. Dies ist zugleich – indirekt – die erste Erwähnung des Ortes. Dem Ortsnamen liegt das Appellativum zugrunde.D. Fastnacht: Nürnberg, S. 209f. Lohe geht auf eine Rodung durch die Herren von Stein zurück, gehörte später den Nürnberger Burggrafen und wurde 1427 unter das Amt der Veste gestellt. Im Ersten Markgrafenkrieg wurde das Dorf zerstört.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Lohe aus 44 Anwesen. Das Hochgericht übte die Reichsstadt Nürnberg aus, was vom brandenburg-bayreuthischen Oberamt Baiersdorf bestritten wurde. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatten die jüngere und ältere Linie der Nürnberger Eigenherren von Tucher gemeinsam inne. Grundherr waren von Tucher, jüngere Linie (1 Hof, 1 Gut, 20 Gütlein, 3 Häuser) und von Tucher, ältere Linie (1 Hof, 11 Güter, 7 Gütlein).H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 138. Hier werden abweichend 43 Anwesen als Gesamtzahl angegeben.

1796 wurde Lohe wie das gesamte Knoblauchsland unter die Verwaltung Preußens gestellt. Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Erlangen. 1810 kam Lohe an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Lohe dem 1813 gebildeten Steuerdistrikt und der im selben Jahr gebildeten Ruralgemeinde Kraftshof zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Lohe. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Erlangen zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Erlangen. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden die Anwesen bis 1835 den Patrimonialgerichten Lohe und Behringersdorf. Ab 1862 gehörte Lohe zum Bezirksamt Nürnberg. Die Gerichtsbarkeit ging 1862 an das Landgericht Nürnberg über (1879 in Amtsgericht Nürnberg umbenannt). Die Finanzverwaltung wurde 1871 vom Rentamt Nürnberg II übernommen (1919 in Finanzamt Nürnberg-Nord umbenannt).H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 242. Die Gemeinde hatte 1904 eine Gebietsfläche von 1,343 km². Am 1. November 1923 wurde Lohe nach Nürnberg eingemeindet.

Baudenkmäler In Lohe gibt es sieben Baudenkmäler: Kriegerlindenstraße 1: Bauernhaus Loher Hauptstraße 100: Wohnhaus mit Nebengebäude und Backofen Loher Hauptstraße 102: Wohnhaus mit Kleintierstall Loher Hauptstraße 104: Wohnstallhaus Loher Hauptstraße 128: Kleinbauernhaus Lohestraße 227: Fachwerkscheune und Hofmauer eines Bauernhofes Kriegerdenkmal

ehemalige Baudenkmäler Dorfeldstraße 17: Sandsteingiebel mit Voluten und Kugelaufsatz mit Kartusche, bezeichnet „PK 1754“, vom abgebrochenen Nebengebäude an neuer Stelle wieder aufgebaut. An der Nachbargrenze Reste der profilierten HofmauerG. P. Fehring u. a.: Die Stadt Nürnberg, S. 377f. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen. Dorfeldstraße 19: Eingeschossiges Wohnhaus mit zwei Rundbogentüren, im Kern 18. Jahrhundert, modern verkleidet und verändert. Scheune des 18. Jahrhunderts, mit Brettergiebel. Loher Hauptstraße 87 und 91: Einfache eingeschossige Giebelhäuser des 18./19. Jahrhunderts, modernisiert und verändert. Loher Hauptstraße 88 und 112: Reste von Hofmauern mit profilierten Sandsteinpfeilern des 18./19. Jahrhunderts. Loher Hauptstraße 93: Fachwerkscheune des 18./19. Jahrhunderts. Loher Hauptstraße 107: Eingeschossiges Giebelhaus des 18./19. Jahrhunderts mit zweigeschossigem Zwerchhaus und kleinem Nebengebäude. Loher Hauptstraße 116: Eingeschossiges Sandsteinhaus mit dreigeschossigem Giebel, im Kern 18. Jahrhundert. Lohestraße 122, 126 und 127: Einfache eingeschossige Giebelhäuser des 18./19. Jahrhunderts, zum Teil modernisiert. Haus Nr. 127 mit Schopfwalm und verputzter Sandsteinmauer. Lohestraße 218: Hofanlage; eingeschossiges Wohnhaus mit zweigeschossigem Giebel, im Kern 18. Jahrhundert; Stallanbau und Fachwerkscheune. Rest einer Hofmauer sowie ein profilierter Sandsteinpfeiler mit Kugelaufsatz. Lohestraße 226: Eingeschossiges niedriges Sandsteinhaus mit zweigeschossigem Giebel, Stallgebäude mit Scheune; Mitte des 19. Jahrhunderts. Lohestraße 229: Eingeschossiges Wohnhaus des 18. Jahrhunderts, massiv, verputzt. Mit Fachwerkgiebel und Schopfwalm.

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1997 2005 2016Einwohner 270 339 329 321 351 307 329 343 368 378 376 379 369 388 400 343 347 296 373HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und von 1871 bis 1900 als Wohngebäude. 52 54 55 62 63 63 Quelle Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 338 Einwohner. W. Fischer-Pache: Lohe, in: Stadtlexikon Nürnberg, S. 649.

Religion Lohe ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Georg (Nürnberg-Kraftshof) gepfarrt.H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 138. Die Katholiken sind nach St. Thomas (Boxdorf) gepfarrt.

Verkehr In Lohe fahren die Stadtbuslinien 22, 32 und 33.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Stadtteil von Nürnberg Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Nürnberg) Kategorie:Statistischer Distrikt von Nürnberg Kategorie:Gemarkung von Nürnberg Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1923 Kategorie:Ersterwähnung 1235