mini|Das Logo des Hamburger Doms mini|Gesamtansicht Hamburger Dom, April 2017 Der Hamburger Dom ist ein dreimal jährlich auf dem Heiligengeistfeld im Hamburger Stadtteil St. Pauli stattfindendes Volksfest. Der Name rührt von dem ursprünglichen Veranstaltungsort um den früheren Hamburger Mariendom her. Mit einem Spitzenwert von 10 Millionen Besuchern im Jahr 2009 und rund 4 Millionen p. a. in den vergangenen Jahren gilt der Dom als größtes Volksfest Norddeutschlands.

Die einzelnen Veranstaltungen dauern jeweils einen Monat. Ab 2026 wird die Laufzeit des Sommerdoms für zwei Jahre testweise auf fünf Wochen verlängert.

Frühlingsdom (Mitte März bis Mitte April) Sommerdom (früher auch: Hummelfest, Ende Juli bis Ende August) Winterdom (Anfang November bis Anfang Dezember)

Geschichte mini|Eingang zum Dom mini|Erster internationaler Markt auf dem Sommerdom 2014 Ein (jahr-)marktartiges Treiben rund um die frühere Hamburger Domkirche auf dem heutigen Hammaburg-Platz ist erstmals im 14. Jahrhundert nachgewiesen:Hamburg-Lexikon, S. 285 f. Damals suchten Händler und Handwerker, aber auch Gaukler und Quacksalber wiederholt in den weitläufigen Hallen des Doms Schutz vor Wind und Wetter. Burchard Grelle, als Erzbischof von Bremen zugleich auch Hamburger Domherr, erteilte den Schaustellern daraufhin 1334 Hausverbot. Nach Protesten aus der Hamburger Bevölkerung gestattete Burchard 1337 ausdrücklich die Anwesenheit der Händler im Dom, jedoch nur bei „Hamburger Schietwetter“. Und so blieb der Markt im Dom, bis der Bau 1804 abgerissen wurde.

Danach zogen die Händler und Schausteller ohne festen Standort über die übrigen Marktplätze der Stadt: den Gänsemarkt, den Pferdemarkt, den Zeughausmarkt und schließlich den Großneumarkt. Da insbesondere die aufkommenden Fahrgeschäfte den regulären Marktbetrieb zunehmend behinderten, wurde den Dom-Händlern 1893 das damals noch außerhalb der Kernstadt gelegene Heiligengeistfeld als Veranstaltungsort zugewiesen.

Zum ursprünglichen Winterdom gesellten sich ab 1930 der Frühlingsdom sowie ab 1947 der anfangs noch als „Hummelfest“ bezeichnete Sommerdom.

Auf dem Sommerdom 2014 gab es erstmals einen internationalen Markt nach dem Motto „In einem Tag um die Welt und der Sommerdom machts möglich“. Neben landestypischen Spezialitäten und Köstlichkeiten wird ein Unterhaltungsprogramm geboten.

Wegen der Covid-19-Pandemie und mit Blick auf das Infektionsgeschehen in Hamburg wurden alle drei Veranstaltungen 2020 und auch der Frühlingsdom 2021 abgesagt. Der Sommerdom und der Winterdom 2021 wurden mit Hygienekonzepten durchgeführt.

Heute Über 260 Schausteller und 110 Gastronomiebetriebe befinden sich bei jedem Dom auf dem etwa 160.000 m² großen Festgelände. Zeitweise gab es steigendes Interesse: Waren es 2007 rund 7,5 Millionen Besucher, wuchs die Nachfrage 2008 auf 9 Millionen und 2009 auf 10,8 Millionen. Dieser Trend hat sich in den letzten Jahren aber nicht mehr fortgesetzt, so gab es 2014 etwa 10,1 Millionen Besucher und damit eine Million weniger als 2013. Die Besucher des Volksfestes erwartet eine bunte Mischung aus Kinderkarussells, Losbuden, Imbiss- und Schankbetrieben, Süßwarenanbietern und modernen, schnellen Fahrgeschäften. Besondere Attraktionen sind die regelmäßigen Feuerwerke jeweils freitags um 22:30 Uhr und die speziellen Themen-Events auf der ca. 2500 m² großen Sonderveranstaltungsfläche.

Besucherzahlen (Auswahl) Jahr Veranstaltung Besucherzahl 2007 alle drei Dom-Veranstaltungen 7,5 Mio. 2008 alle drei Dom-Veranstaltungen 9,0 Mio. 2009 alle drei Dom-Veranstaltungen 10,8 Mio. 2024 Frühlingsdom 1,3 Mio. 2024 Sommerdom 1,4 Mio. 2024 Winterdom < 1,0 Mio. 2025 Frühlingsdom 1,4 Mio. 2025 Sommerdom > 1,3 Mio. 2025 Winterdom 1,0 Mio.

Organisation Veranstalter des Volksfestes ist die Stadt Hamburg mit ihrer Behörde für Wirtschaft und Innovation. Der hier ansässige Fachbereich des Dom-Referats bewirtschaftet das Heiligengeistfeld und ist für die Organisation der Dom-Veranstaltung zuständig. Für jedes Geschäft und für jede Veranstaltung muss sich jeweils bis Mitte August des Vorjahres neu beworben werden. Die Vergabe wird hinsichtlich Konzept und Attraktivität entschieden und ist gegliedert in die Geschäftsbereiche: Bäckereigeschäfte, Bauchläden, Fahrgeschäfte, Imbissgeschäfte, Kinderfahrgeschäfte, Schankgeschäfte, Schau- und Belustigungsgeschäfte, Schießgeschäfte, Spielgeschäfte, Süßwarengeschäfte, Verkaufsgeschäfte und Nostalgiegeschäfte.Dom – Der Veranstalter stellt sich vor hamburg.de, abgerufen am 27. Mai 2017.

Die Interessen der Domkaufleute werden durch den „Landesverband des Ambulanten Gewerbes und der Schausteller Hamburg“ und den „Schaustellerverband Hamburg“ vertreten.Landesverband des Ambulanten Gewerbes und der Schausteller Hamburg (LAGS) e. V., abgerufen am 27. Mai 2017., abgerufen am 27. Mai 2017.

Verkehrsanbindung Der Hamburger Dom ist günstig zu erreichen, beispielsweise über die Hamburger U-Bahn-Linie 3 an den Stationen St. Pauli oder Feldstraße, die sich beide direkt an einem der Eingänge zum Volksfest befinden. Ebenso mit der U-Bahn-Linie 2, Haltestelle Messehallen. Als Busse können die Linien Metrobus 3 und 17, der Nachtbus 602 (bis Haltestelle U Feldstraße) sowie Metrobus 12 und 16, Nachtbusse 601, 607, 608, 609, 610, 688 (bis Haltestelle U St.Pauli) genutzt werden.

Unfälle In der Nacht vom 13. auf den 14. August 1981 ereignete sich mit einem Sky Lab ein schwerer Unfall. Bei Arbeiten an seinem Fahrgeschäft Katapult geriet der Teleskopkran des Schaustellers Norbert Witte in den Fahrbereich der Gondeln des Karussells. Es wurden sieben Menschen getötet, 15 Personen erlitten zum Teil schwere Verletzungen. Der Unfall gilt bis heute als schwerster Kirmesunfall der Nachkriegszeit. Norbert Witte wurde wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt.

Am 15. April 1984 brach bei der Achterbahn „Der Blaue Enzian“ während der rasanten Fahrt beim ersten Wagen, welcher eine Lokomotive darstellte, ein Bolzen, wodurch der Zug entgleiste. Ein Mann kam hierbei ums Leben, 18 Personen wurden verletzt.Hamburger Abendblatt Jahrbuch 1984.

Am 17. August 2015 wurde das 40 Meter hohe und bis zu 100 km/h schnelle Fahrgeschäft „Turbo Force“ zeitweise stillgelegt, nachdem ein Ausleger abgebrochen war und vier Menschen verletzt wurden.Unfall auf dem Hamburger DOM hamburg.de vom 18. August 2015, abgerufen am 27. Mai 2017.

Weblinks

Hamburger Dom auf hamburg.de Historisches zum Hamburger Dom Zur Geschichte des Heiligengeistfeldes Informationen, Bilder und Termine zum Hamburger Dom

Einzelnachweise

Dom Kategorie:Volksfest in Hamburg