zentriert|197px|Papst Urban II. auf der Synode von Clermont Papst Urban II. ruft auf der Synode von Clermont zum ersten Kreuzzug auf. zentriert|143px|Koloman Koloman wird König von Ungarn. 1095 in anderen Kalendern Armenischer Kalender 543/544 (Jahreswechsel Juli) Äthiopischer Kalender 1087/88 Buddhistische Zeitrechnung 1638/39 (südlicher Buddhismus); 1637/38 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana) Chinesischer Kalender 63. (64.) Zyklus Jahr des Holz-Schweins 乙亥 (am Beginn des Jahres Holz-Hund 甲戌) Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 457/458 (Jahreswechsel April) Iranischer Kalender 473/474 (um den 21. März) Islamischer Kalender 487/488/489 (10./11. Januar // 30./31. Dezember) Jüdischer Kalender 4855/56 (2./3. September) Koptischer Kalender 811/812 Malayalam-Kalender 270/271 Seleukidische Ära Babylon: 1405/06 (Jahreswechsel April) Syrien: 1406/07 (Jahreswechsel Oktober) Spanische Ära 1133 Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1151/52 (Jahreswechsel April) Im Jahr 1095 ruft Papst Urban II. auf der Synode von Clermont zum Ersten Kreuzzug auf. Zuvor ist es auf der Synode von Piacenza durch das Erscheinen eines Gesandten des byzantinischen Kaisers Alexios I. zu einer Annäherung zwischen der Ost- und Westkirche gekommen.
Ereignisse Politik und Weltgeschehen Päpstliche Synoden und Kreuzzugsidee
1. bis 5. März: An der von Papst Urban II. einberufenen Synode von Piacenza nehmen rund 4.000 Kleriker, darunter etwa 200 Bischöfe, und 30.000 Laien teil. Urban will mit der großen Versammlung vor zahlreichen kirchlichen und weltlichen Würdenträgern seine Autorität nach dem Ende des Investiturstreits unterstreichen, insbesondere gegenüber dem Kaiser Heinrich IV. unterstützenden Gegenpapst Clemens III. und seinen Anhängern. Das im Nachhinein bedeutsamste Ereignis der Synode von Piacenza ist das Erscheinen eines Gesandten des byzantinischen Kaisers Alexios I., das eine Annäherung Roms an Byzanz signalisiert. In Piacenza berichten die Byzantiner von der Bedrohung ihres Reiches durch die Seldschuken, erinnern daran, dass Jerusalem von den Moslems besetzt ist, und bitten um Hilfe aus der lateinischen Welt. 18. bis 28. November: Die Synode von Clermont thematisiert die Zerrüttung der Kirche und damit auch des politischen Systems in Europa durch das Schisma und den Investiturstreit. Im Verlauf der Synode verkündet Urban eine Reihe von Reformgesetzen, die die Rechte weltlicher Herrscher innerhalb der Kirche einschränken sollen. So untersagt er die Laieninvestitur und den Lehnseid von Klerikern gegenüber weltlichen Mächten. Darüber hinaus verschärft Urban die Verordnungen über den Zölibat, bekräftigt das Verbot der Simonie sowie des Tragens von Waffen durch Priester und verkündet Bestimmungen über die Fastenzeiten. Außerdem wird der Bann gegen den ehebrecherischen König Philipp I. von Frankreich bekräftigt. 27. November: Im französischen Clermont ruft Papst Urban II. in einer dramatisierenden Rede zu einer „bewaffneten Pilgerfahrt zur Befreiung der Heiligen Stätten im Heiligen Land“ auf. Angeblich wird bereits zu diesem Zeitpunkt das spätere Motto der Kreuzzüge – Deus lo vult! (Gott will es!) – geprägt. Von einem „Kreuzzug“ spricht er nicht – diese Bezeichnung kommt erst im späten 12. Jahrhundert auf. Adhemar de Monteil, Bischof von Le Puy, der später zum Führer des Zugs ernannt wird, kniet in einem zuvor besprochenen Auftritt unmittelbar nach dem Ende der Rede vor Urban nieder und bittet als Erster um die Erlaubnis, ziehen zu dürfen. Urbans Aufruf zum Kreuzzug und zur Einigung der christlichen Welt ist auch eine Kampfansage an den am kaiserlichen Hof befindlichen Gegenpapst Clemens III., der in den nächsten Jahren viel an Unterstützung verliert.
Iberische Halbinsel
König Alfons VI. von Kastilien überträgt Portugal als Grafschaft seinem Schwiegersohn Heinrich von Burgund. Die Almoraviden erobern Santarém. Mit der Hinrichtung von Umar al-Mutawakkil und seinen Söhnen stirbt das andalusische Berbergeschlecht der Aftasiden aus.
Osteuropa
Koloman wird nach dem Tod seines Onkels Ladislaus I. König von Ungarn. Der kroatische König Álmos wird letzter Fürst des Fürstentums Nitra.
Urkundliche Ersterwähnungen
Das Adelsgeschlecht der Hohenlohe wird erstmals erwähnt. Achern, Haigerloch, Kuppenheim, Neresheim, Scuol und Wilflingen werden erstmals urkundlich erwähnt.
Religion
Der Antoniter-Orden wird in Frankreich gegründet und im gleichen Jahr durch Papst Urban II. bestätigt.
Geboren Geburtsdatum gesichert
4. Juli: Usama ibn Munqidh, syrischer Schriftsteller, Dichter, Politiker und Diplomat; wichtiger zeitgenössischer Chronist der Kreuzzüge auf arabischer Seite († 1188) 21. Juli: Kakuban, buddhistischer Mönch der japanischen Shingon-Schule († 1143) 22. Dezember: Roger II., Graf/König von Sizilien († 1154)
Genaues Geburtsdatum unbekannt
Conan III. der Dicke, Herzog der Bretagne († 1148) Viktor IV., Gegenpapst zu Alexander III. († 1164)
Geboren um 1095
Adolf II., Graf von Berg († 1160) Baldwin de Redvers, englischer Adliger, der als Erster gegen König Stephan rebellierte († 1155) Heloisa, Ehefrau des Philosophen und Theologen Peter Abaelard und Äbtissin des Frauenkonvents Le Paraclet († um 1164) Suryavarman II., König im Reich der Khmer († 1150) Wilhelm III. Talvas, Graf von Ponthieu, Herr von Montgommery, Graf von Alençon († 1172) William Turbe, Bischof von Norwich († 1174)
Gestorben Todesdatum gesichert
18. Juni: Sophia von Ungarn, Markgräfin von Istrien und Krain sowie Herzogin von Sachsen (* um 1050) 29. Juli: Ladislaus I., König von Ungarn und katholischer Heiliger (* 1048) 18. August: Olaf I., König von Dänemark (* 1050) 12. Oktober: Leopold II., Markgraf von Österreich aus dem Geschlecht der Babenberger (* 1050) 23. Oktober: Heinrich II., erster Pfalzgraf bei Rhein (* um 1050)
Genaues Todesdatum unbekannt
mini|hochkant|Kolumne des al-Muʿtamid im Alcazar-Garten von Sevilla al-Muʿtamid, Herrscher des Taifa-Reiches Sevilla bis 1091 (* 1040) Guido I., Herr von Montlhéry und Bray-sur-Seine Shen Kuo, chinesischer Naturwissenschaftler, Mathematiker, Geologe, Feldherr, Diplomat, Erfinder des Kompasses für die Navigation (* 1031) Nizār ibn al-Mustansir, nizaritischer Imam (* 1045) Ruben, erste Fürst von Kleinarmenien (* 1025) Tutusch I., seldschukischer Herrscher von Damaskus
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