mini|Katzen in verschiedenen Farben und Zeichnungen mini|Verschiedene Hauskatzen-Züchtungen mini|Getickte Katze Hauskatzen kommen in verschiedenen Fellfarben vor, die sich alle von den Farben Schwarz, Rot und Weiß herleiten. Die Farben können dicht oder verdünnt vorkommen, so ist z. B. die Farbe Blau eine Verdünnung von Schwarz. Die Benennung der Farben ist nicht einheitlich, bei manchen Rassen sind zum Teil phantasievolle Bezeichnungen für die Farben üblich. In der Kürschnerei waren andere Bezeichnungen für die Fellfarben und -muster der Hauskatze üblich (siehe hierzu Pelzarten der Hauskatzen).
Genetische Übersicht über die Farben Erstmals wurde das Katzengenom 2007 publiziert. Die Genbezeichnungen unterliegen keiner Normung. Deshalb sind die hier benutzten vielleicht nicht immer international zutreffend. Sie werden in der Literatur jedoch benutzt. Die Zeichnungen werden unter Tabby näher beschrieben, die Points unter Point-Katze.
Gen Artübergreifender Genlocus Chromosom Farbe (D-) verdünnt (dd und dmdm) modifiziert-verdünnt (dd und Dm- ) A Agouti-LocusE. Eizirik, N. Yuhki, W. E. Johnson, M. Menotti-Raymond, S. S. Hannah, S. J. O’Brien: Molecular genetics and evolution of melanism in the cat family. In: Curr Biol. Band 13, Nr. 5, 4. Mar 2003, S. 448–453. PMID 12620197 A3 Agouti (mit Zeichnung) – – a Agouti-Locus A3 Nonagouti (einfarbig, ohne Zeichnung) – – B Braun-Locus, Okulokutaner Albinismus Typ 3L. A. Lyons, I. T. Foe, H. C. Rah, R. A. Grahn: Chocolate coated cats: TYRP1 mutations for brown color in domestic cats. In: Mamm. Genome. Band 16, Nr. 5, Mai 2005, S. 356–366. PMID 16104383. D4 Schwarz (Black, Seal, Ebony, Natural) Blau (Blue) Karamell (Caramel) b Braun-Locus, Okulokutaner Albinismus Typ 3 D4 Braun (Chocolate, Chestnut, Havanna, Champagne) Lavendel (Lilac, Lavender, Platinum, Frost) Taupe (Lilac based Caramel) b1 Braun-Locus, Okulokutaner Albinismus Typ 3 D4 Zimtfarben (Cinnamon, Sorrel, Honey) Beige, Rehfarben, Pfirsichfarben (Fawn, Peach) C Tyrosinase-locus, Okulokutaner Albinismus Typ 1A. Schmidt-Küntzel, E. Eizirik, S. J. O’Brien, M. Menotti-Raymond: Tyrosinase and tyrosinase related protein 1 alleles specify domestic cat coat color phenotypes of the albino and brown loci. In: J Hered. Band 96, Nr. 4, Jul.-Aug. 2005, S. 289–301. PMID 15858157. D1 Vollfarbe, ohne Points (Colouration) – – cb Tyrosinase-Locus, Okulokutaner Albinismus Typ 1 D1 Burma Points – – cbcs Tyrosinase-Locus, Okulokutaner Albinismus Typ 1 D1 Tonkanese-Points (Mink) – – cs Tyrosinase-Locus, Okulokutaner Albinismus Typ 1 D1 Points – – c Tyrosinase-Locus, Okulokutaner Albinismus Typ 1D. L. Imes, L. A. Geary, R. A. Grahn, L. A. Lyons: Albinism in the domestic cat (Felis catus) is associated with a tyrosinase (TYR) mutation. In: Anim Genet. Band 37, Nr. 2, Apr 2006, S. 175–178. PMID 16573534. D1 Vollständiger Albinismus (weißes Fell, rote Augen) – – D MLPH siehe: Dilute-GenY. Ishida, V. A. David, E. Eizirik u. a.: A homozygous single-base deletion in MLPH causes the dilute coat color phenotype in the domestic cat. In: Genomics. Band 88, Nr. 6, Dez 2006, S. 698–705, Epub: 24. Juli 2006, PMID 16860533 C1 d MLPH siehe: Dilute-Gen C1 − e Extension-Locus E2 Amber Light Amber e Extension-Locus E2 Russet Light Russet G c-Kit-LocusSheila M. Schmutz: Cat Coat Color Genetics. Gloves (weiße Handschuhe) – – I Inhibitor LocusM. Menotti-Raymond u. a.: Mapping of the Domestic Cat "SILVER" Coat Color Locus Identifies a Unique Genomic Location for Silver in Mammals. In: J Hered. 27. Apr. 2009. PMID 19398491 D2 Silber – – O Orange-LocusAnne Schmidt-Küntzel, M. Menotti-Raymond u. a.: A Domestic cat X Chromosome Linkage Map and the Sex-Linked orange Locus: Mapping of orange, Multiple Origins and Epistasis Over nonagouti In: Genetics. Vol. 181, April 2009, S. 1415–1425. X Rot (Red, Flame, Cameo, Auburn) Creme (Cream) Apricot S White Spotting Locus B1 Scheckung (White Spotting) – – Ta Ticked-Locus B1 Abessinier-Ticking – – Tm Tabby-LocusL. A. Lyons, S. J. Bailey, K. C. Baysac, G. Byrns, C. A. Erdman, N. Fretwell, L. Froenicke, K. W. Gazlay, L. A. Geary, J. C. Grahn, R. A. Grahn, G. M. Karere, M. J. Lipinski, H. Rah, M. T. Ruhe, L. H. Bach: The Tabby cat locus maps to feline chromosome B1. In: Animal Genetics. Band 37, Nr. 4, Aug 2006, S. 383–386. A1 Streifenzeichnung (mackerel) – – tb Tabby-Locus A1 Räderzeichnung (blotched, classic) – – Sp Getupft (spotted tabby) – – W Weiß (White) – – Wb Golden ohne Silber, Shaded, Shell oder Chinchilla mit Silber – –
Agouti-Locus: Einfarbige oder gemusterte Katzen Damit eine Katze einfarbig ist, muss das Tabby-Muster von einem anderen Gen maskiert sein. Durch das Allel Nonagouti (a) des Agouti-Locus wird aus einer gemusterten Katze eine einfarbige. Gestreifte, gestromte und getickte Katzen haben das Allel A für Agouti, einfarbige Katzen haben das Allel a für Nonagouti. Rote Katzen haben immer eine sichtbare Geisterzeichnung, wirklich einfarbig rote Katzen zu züchten ist nicht möglich.
Gene, die die Grundfarben aufhellen Albinoserie mini|Burma-Katze – Braun mit Pointzeichnung = Chocolatepoint (Genotyp bb)
In der Katzenzucht spielen vollständige Albinos (OCA1) ohne funktionsfähige Tyrosinase keine Rolle. Die Pointzeichnung einiger Katzenrassen entsteht jedoch durch teilweisen Albinismus aufgrund einer hitzeempfindlichen Tyrosinase.
Braunserie Jede Katze trägt in ihrem Erbbild zwei Allele des Genortes B, die verantwortlich für die schwarze oder braune Fellfärbung der Katze sind. Mutationen des entsprechenden Gens beim Menschen verursachen Okulokutanen Albinismus vom Typ 3 (OCA3, oculo-cutan setzt sich zusammen aus: oculus=Auge, cutaneus=die Haut betreffend).
Bislang sind bei der Katze drei unterschiedliche Allele des Genortes B bedeutsam: Das dominante Allel B für Schwarz, das gleichzeitig dem Wildtyp entspricht, das Allel b für Kastanienbraun (Chocolate) und das Allel bl für Zimtfarben (Cinnamon). Eine schwarze Katze kann auch die Erbanlage für Braun (Chocolate) oder Zimtfarben (Cinnamon) verdeckt tragen, da diese beiden Farben durch ein rezessives Allel bewirkt werden und folglich durch das dominate Allel für die schwarze Fellfärbung überdeckt werden. Die Genkombination ist dann Bb oder Bbl. In äußerst seltenen Fällen kommt es durch einen Gendefekt während der Zellteilung zu einer doppelten Merkmalsanlage innerhalb eines Gens. So kann es schwarze Katzen geben, die gleichzeitig sowohl das Gen für Zimtfarben als auch das Gen für Braun tragen; Ein solch fehlerhaftes Gen bringt die Natur allerdings sehr selten hervor. Hierbei handelt es sich nicht um eine Neumutation, sondern lediglich um ein nicht korrektes Gen, welches durch einen fehlerhaften Bruchstückaustausch während der Meiose (Abschnitt innerhalb der Zellteilung) entstanden ist. Das Gen für schwarze oder braune Farbe wird autosomal (nicht geschlechtsgebunden) vererbt. Sogenannte Braun-Tabbies haben die Grundfarbe Schwarz, die genetische Farbe zeigt sich an den dunklen Teilen der Fellzeichnung.
Die Farben Braun und Zimtfarben sind bei verschiedenen Katzenrassen (etwa Maine Coon, Norwegische Waldkatze, Sibirische Katze) nicht zugelassen und gelten als Hinweis auf eine unerwünschte Einkreuzung.
Verdünnung und Karamellisierung Zwei weitere Gene beeinflussen die Farbe weiter: Das Verdünnungs- oder Dilute-Gen (d) und das Gen für modifizierte Verdünnung oder Karamellisierung (Dm). Diese beiden Gene dürfen von der dominanten „Nicht-Verdünnung“ (D) nicht überlagert sein, wenn sie ihre Wirkung zeigen sollen. Das Gen für die modifizierte Verdünnung hat höchstwahrscheinlich einen eigenen Genort. Die „Wildform“ ist dabei (als eine der Ausnahmen) rezessiv gegenüber der modifizierten Form. Die Verdünnungen schwächen die Farbintensität weiter ab, sodass aus Schwarz zunächst Blau und dann Karamell wird. In der Fachsprache ist eine Katze niemals grau, sondern stets blau.
Der Karamellfaktor Dm ist bei verschiedenen Katzenrassen (z. B. Maine Coon oder Norwegische Waldkatze) nicht zugelassen und gilt als Hinweis auf eine unerwünschte Einkreuzung.
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Amber mini|Norwegische Waldkatze, Amber gestromt mit Weiß
Bei der Norwegischen Waldkatze wird das Schwarz durch ein anderes Gen, das den provisorischen Namen Bm (Black Modifier) erhielt, zu Amber (mit Verdünnung: Light Amber; Amber: englisch für Bernstein) aufgehellt. Amberfarbene Katzen erscheinen bei der Geburt schwarz und werden dann im Laufe des ersten Lebensjahrs immer heller, bis sie zimtfarben erscheinen. An der Schwanzspitze bleibt die dunklere Farbe erhalten. Durch Testpaarungen konnte gesichert werden, dass das Gen für Amber nicht zu einer der folgenden Serien gehört: Schwarzserie (B), Albinoserie (Colouration, C), Verdünnung (Dilute, D, Dm), Inhibitorserie (I) und Goldserie (Wb). Wie Amber mit den anderen Allelen der Schwarzserie als Schwarz (B) zusammenwirkt, ist bis jetzt (2007) unerforscht, da diese Allele bei der norwegischen Waldkatze nicht vorkommen. In den Jahren 2007 und 2008 identifizierte Marc Peterschmitt (Frankreich) in seiner Doktorarbeit über Norwegische Waldkatzen in den Farben Amber bzw. Amber-tabby diese Genmutation als eigenständiges Gen. Es befindet sich auf dem für die Katze erstmals entdeckten Extension-Locus. Der Extension-Locus ist seit Jahren bei anderen Tierarten mit ähnlichen Wirkungen bekannt; er führt beim Menschen zu rotem Haar, bei Pferden zu Füchsen und bei Hunderassen wie dem Golden Retriever und dem Setter zu rehfarbenem Fell.
Analog zu den dort verwendeten Gencodes bietet sich die Terminologie E/e für die Ausprägung der Amber-Farbe an, wobei E (dominantes Allel) verantwortlich für die Wildfarbe ist, wie sie auch beim Genotyp Ee äußerlich in Erscheinung tritt und e (rezessives Allel) als ee verantwortlich wird für die äußerlich sichtbare Amber-Färbung.
Inzwischen sind kommerzielle Tests verfügbar, um insbesondere bei schwierig zu identifizierenden Amber-Varianten wie Light-amber-non-agouti Gewissheit über die genetische Farbveranlagung zu erlangen.
Rot
Das Gen für rote Farbe liegt auf dem X-Chromosom und tritt in zwei Allelen O (Rot) und o (Nicht-Rot) auf. Kater haben, da sie nur ein X-Chromosom besitzen, auch nur ein Allel des Gens. Wenn es sich hierbei um das Gen o für Nicht-Rot handelt, sind sie, je nachdem welche Variante des Agoutilocus vorliegt, einfarbig oder tabby (gemustert: gestreift, getickt oder getupft). Besitzen sie das Allel O für Rot, sind sie unabhängig davon, welches Allel auf dem Agoutilocus vorliegt, tabby. Es gibt also keine einfarbig roten Katzen. Dabei sind die Bereiche, die bei einer Tabby-Katze schwarz wären, orange und die helleren Bereiche entsprechend heller orange-rosa.A. Schmidt-Küntzel, G. Nelson, V. A. David, A. A. Schäffer, E. Eizirik, M. E. Roelke, J. S. Kehler, S. S. Hannah, S. J. O’Brien, M. Menotti-Raymond: A Domestic cat X Chromosome Linkage Map and the Sex-Linked orange Locus: Mapping of orange, Multiple Origins and Epistasis Over nonagouti. In: Genetics. Band 181, Nr. 4, Apr 2009, S. 1415–1425. Epub 2. Feb 2009. PMID 19189955
Weibliche Katzen haben zwei X-Chromosomen. Deshalb kann es vorkommen, dass sie beide Allele besitzen, also Oo. Von diesen beiden Genen wird jeweils eines durch X-Inaktivierung inaktiviert, wodurch rote und nicht rote Fellbereiche entstehen (kodominanter Erbgang). Katzen mit diesem Muster nennt man Schildpattkatzen. In Einzelfällen treten Schildpattkater mit zwei X-Chromosomen auf (z. B. Klinefelter-Syndrom, XX-Kater). Aufgrund der geschlechtsgebundenen intermediären Vererbung der roten Farbe gilt, dass rote Kätzinnen rote oder cremefarbene Väter haben müssen und schwarze Kätzinnen schwarze Väter haben (das schließt alle durch die Schwarzserie bestimmten Farben ein, z. B. Blau oder Schokoladenbraun).
Rot wird zu Creme und Apricot verdünnt. Rote Hauskatzen erscheinen optisch meist leuchtend orange; die kräftige Rotfärbung der Katzen einiger Rassen ist auf weitere Gene, die die Rotfärbung verstärken (Rufismus), zurückzuführen.
Weiß