mini|16. Welt-AIDS-Konferenz, 2006 in Toronto, Kanada Die Welt-AIDS-Konferenz () wird seit 1985 regelmäßig von der International AIDS Society abgehalten. Es handelt sich dabei um das bedeutendste Treffen von Wissenschaftlern und Nichtwissenschaftlern zum Thema HIV und AIDS.

Ein wichtiges Charakteristikum der Konferenz ist das Global Village als Treffpunkt von Betroffenen, Angehörigen und Vertretern der helfenden und heilenden Berufe, in dem oft schon Todkranke durch künstlerische Darbietungen ihren Überlebenswillen demonstrieren und sich die weltweite Community der Infizierten trifft und austauscht. Hoffnung trotzdem lautet die Devise des bunten Spektakels, das an den Karneval in Rio, die Paraden zum Christopher Street Day oder den Life Ball erinnert. Die Konferenzen wurden bis 1994 jährlich, seitdem alle zwei Jahre abgehalten. 2026 fand die Welt-AIDS-Konferenz vom 26. bis 31. Juli in Rio de Janeiro statt.

Geschichte Höhepunkte Die erste Konferenz fand 1985 in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia statt. Weitere in den USA geplante Konferenzen konnten dort – aufgrund des Einreiseverbots für Menschen mit HIV und AIDS – nicht abgehalten werden und mussten kurzfristig nach Amsterdam bzw. Vancouver verlegt werden.

Während in den 1980er Jahren das Verständnis um die Wirkung des Virus auf den Organismus und den Verlauf der Krankheit im Mittelpunkt der Konferenzen stand, waren die frühen 1990er geprägt von ersten Erfolgen der Kombinationstherapie und der Frage, wie die Therapie am sinnvollsten und wirkungsvollsten eingesetzt werden kann.

Während sich schon die frühen Welt-AIDS-Konferenzen um gesellschaftliche Akzeptanz und gegen Diskriminierung bemühten, gelang der weltweite Durchbruch gegen das Schweigen erst im Jahr 2000 in Durban. Nachdem der südafrikanische Präsident Thabo Mbeki wissenschaftliche Erkenntnisse in Frage gestellt und Theorien der AIDS-Leugner um Peter Duesberg unterstützte,Welt-Aids-Konferenz: HIV-Theorie bekräftigt. Deutsches Ärzteblatt 2000; 97(28-29): A-1932 / B-1628 / C-1524 erklärten über 5.000 Wissenschaftler und Ärzte aus über 50 Ländern, unter ihnen ein Dutzend Nobelpreisträger, dass HIV eindeutig die Ursache von AIDS sei. Auch Mbekis Vorgänger, Nelson Mandela, stellte sich in seiner Schlussrede unmissverständlich auf die Seite der Wissenschaftler.

Liste aller Konferenzen Nr. Jahr Ort Titel/Thema Website 1 1985 2 1986 3 1987 4 1988 5 1989 Die wissenschaftliche und soziale Herausforderung von Aids 6 1990 Aids in den Neunzigern: Von der Wissenschaft zur Politik 7 1991 Die Wissenschaft fordert Aids heraus 8 1992 Eine Welt vereint gegen Aids 9 1993 10 1994 Die globale Herausforderung von Aids: Gemeinsam für die Zukunft 11 1996 Eine Welt, eine Hoffnung 12 1998 (dt.: Die Lücke überbrücken) www.hon.ch/aids98 13 2000 Das Schweigen brechen 14 2002 Wissen und Verpflichtung für Handlung 15 2004 Zugang für alle www.aids2004.org 16 2006 (Zeit, abzuliefern) www.aids2006.org 17 2008 (Jetzt weltweit handeln) www.aids2008.org 18 2010 www.aids2010.org 19 2012 (Die Gezeiten wechseln) www.aids2012.org 20 2014 www.aids2014.org 21 2016 www.aids2016.org 22 2018 (Barrieren einreißen, Brücken bauen) www.aids2018.org 23 2020 virtuell (COVID-19-Pandemie) (Standhalten) www.aids2020.org 24 2022 www.aids2022.org 25 2024 www.aids2024.org

Siehe auch Welt-AIDS-Tag

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:AIDS Kategorie:Wissenschaftliche Tagung (Medizin) Kategorie:Erstveranstaltung 1985