Fred Hennings (* 26. Jänner 1895 in Klagenfurt, Österreich-Ungarn als Franz Josef Theresia von PawłowskiMatriken der Diözese Gurk, Pfarre Klagenfurt-St. Egid, Geburtsbuch XXII, 1893-1895, S. 215.; † 22. November 1981 in Wien) war ein österreichischer Schauspieler und Autor. Von 1923 bis 1971 war er am Wiener Burgtheater tätig, ab 1963 als Ehrenmitglied.
Familie Der Vater von Fred Hennings war der in Tállya, Ungarn geborene und spätere k. k. Regierungsrat und Bezirkshauptmann von Spittal an der Drau in Oberkärnten Alexander von Pawlowski (1859-), der sich am 27. September 1890 in Klagenfurt mit Helene von Edlmann (1866-), aus einer Familie des Kärntner Beamtenadels stammend, verehelicht hatteGenealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser Österreichs, Jg. 1905, S. 172.. Die Familie Pawłowski gehörte ursprünglich dem alten polnischen Adel an und am 1. Juli 1907 erhielt Bezirkshauptmann Alexander von Pawłowski mit Ah. Entschließung die Bestätigung seines polnischen Adels mit den Vorzügen des österreichischen Ritterstandes, weiters erhielt er die Berechtigung zur Führung des Prädikats „von Jarosław“ und des Wappens KorabPeter Frank-Döfering (Hrsg.): Adelslexikon des Österreichischen Kaisertums, 1804–1918. Wien 1989, S. 592 (Rz. 199).. Fortan konnte sich die Familie „Ritter Pawłowski von Jarosław des Wappens Korab“ nennen. Der älteste der drei Brüder von Fred Hennings war Wladimir von Pawlowski (1891–1961), welcher in der Zeit des Nationalsozialismus zeitweilig in hohen Regierungspositionen, unter anderem auch als stellvertretender Reichsstatthalter in Kärnten, tätig war.Anton Kreuzer: Kärntner. Biographische Skizzen, 17.–20. Jhdt. Klagenfurt 1997, S. 157–158.
Leben Hennings absolvierte das Gymnasium und war anschließend Offizier bei der K.u.k. Armee. Seit 1923 war er Heldendarsteller am Wiener Burgtheater. Im Juni 1933 trat er der in Österreich verbotenen NSDAP bei.Oliver Rathkolb: Führertreu und gottbegnadet. Künstlereliten im Dritten Reich, Österreichischer Bundesverlag, Wien 1991, S. 56. Ebenso gehörte er der illegalen SA-Brigade 6 an.Rathkolb: Führertreu und gottbegnadet, S. 158. 1936 spielte Hennings an der Seite von Magda Schneider, Willy Eichberger und Hilde von Stolz eine tragende Rolle im Film Der Weg des Herzens.
Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in Österreich und dem „Anschluss“ versicherte er „als führende(r) Nazi unter den Solisten“ dem aus Deutschland kommenden Regisseur Carl Ebert, bei dem er Cassius in Shakespeares Julius Caesar probte, „daß er schon den Betrieb fest in der Hand habe, daß in der Nacht alle wichtigen Entscheidungen getroffen worden seien und daß er für eine humane Behandlung der ‚armen Juden etc.‘ am Burgtheater sich verbürge“.Vollständiges Zitat aus Eberts Memoiren bei Rathkolb: Führertreu und gottbegnadet, S. 154. Trotz dieser Versicherung wurden vorauseilend am 11. März 1938 und in den Folgetagen verschiedene Ensemblemitglieder und Angestellte des Burgtheaters „beurlaubt“ und ihre Bezüge gestrichen.Rathkolb: Führertreu und gottbegnadet, S. 154. Am 25. Mai 1938 beantragte er die reguläre Aufnahme in die NSDAP und wurde rückwirkend zum 1. Mai desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 6.194.271).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/31860825
Hennings war ein kenntnisreicher Sammler von Viennensia – seine Sammlung von etwa 16.000 Fotos von Wiener Häusern ist heute Teil des Bildarchives der Österreichischen Nationalbibliothek. Als kulturgeschichtlicher Autor war Hennings vor allem mit seinen Bänden über die Ringstraßenära erfolgreich.
In seinem Alter fand er zur katholischen Kirche zurück und pflegte enge Beziehungen zu einigen Mitbrüdern im Stift Heiligenkreuz. Er wurde in Heiligenkreuz bestattet.Werner Richter: Historia Sanctae Crucis, Heiligenkreuz 2011, S. 443–444.
Werke Zweimal Burgtheater, 1955 Und sitzet zur linken Hand, 1962 Ringstraßen-Symphonie, 3 Bände, 1963/64 Das barocke Wien, 2 Bände, 1965 Das josephinische Wien, 1966 Solange er lebt, 5 Bände, 1968–71 Mir gefällt das Altsein, 1971 Heimat Burgtheater, 3 Bände, 1972–74
Filmografie 1923: Narren der Liebe (Das Bildnis) 1929: Spiel um den Mann 1934: Bei der blonden Kathrein 1936: Der Weg des Herzens (Prater) 1936: Silhouetten 1936: Die Julika (Ernte) 1938: Heiraten – aber wen? 1950: Kind der Donau 1950: Cordula 1952: 1. April 2000 1953: Der Verschwender 1953: Franz Schubert – Ein Leben in zwei Sätzen 1954: Der rote Prinz 1955: Geliebte Feindin 1955: Don Juan 1955: Götz von Berlichingen 1955: Mozart 1956: Die Geierwally 1957: Wer die Heimat liebt 1957: Wien, du Stadt meiner Träume 1960: Ihre Durchlaucht (TV) 1960: Das weite Land (TV) 1960: Don Carlos 1964: Der Verschwender
Auszeichnungen Aus Anlass des 50. Geburtstages von Adolf Hitler wurde er am 20. April 1939 zum Staatsschauspieler ernannt.Deutscher Reichsanzeiger und Preußischer Staatsanzeiger vom 21. April 1939, S. 1. 1955: Preis der Stadt Wien für Volksbildung 1960: Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse 1977: Ehrenring der Stadt Wien
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Einzelnachweise
Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Darstellende Kunst (Nationalsozialismus) Kategorie:Träger des österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst I. Klasse Kategorie:Ehrenringträger der Stadt Wien Kategorie:Ehrenmitglied des Burgtheaters Kategorie:Person (Heiligenkreuz, Niederösterreich) Kategorie:Autor Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:SA-Mitglied Kategorie:Adliger Kategorie:Pseudonym Kategorie:Person (Cisleithanien) Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1895 Kategorie:Gestorben 1981 Kategorie:Mann