Landau (Pfalz) Hauptbahnhof – bis 1874 Landau, in der Folgezeit vereinzelt Landau Ostbahnhof – ist der zentrale Bahnhof der rheinland-pfälzischen Mittelstadt Landau in der Pfalz. Er verfügt über fünf Bahnsteiggleise. Der Bahnhof liegt im Verbundgebiet des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar (VRN). Die Anschrift des Bahnhofs lautet Maximilianstraße 11.

Er wurde am 18. Juli 1855 als Endbahnhof der in Neustadt beginnenden Pfälzischen Maximiliansbahn eröffnet. Mit deren Durchbindung nach Wissembourg am 26. November selben Jahres wurde er Durchgangsbahnhof. Mit Eröffnung der Bahnstrecke Germersheim–Landau 1872 und der „Südpfalzbahn“ genannten Strecke nach Zweibrücken in den Jahren 1874 und 1875 – die später in der Bahnstrecke Landau–Rohrbach aufging – wurde er zum Kreuzungsbahnhof. 1898 kam noch die Stichbahn nach Herxheim hinzu und 1913 die Pfälzer Oberlandbahn. Heute sind lediglich noch die Maximiliansbahn und die Strecke nach Rohrbach in Betrieb; die Bahnstrecken nach Germersheim und Herxheim sind stillgelegt, die Oberlandbahn komplett abgebaut, sodass es sich seither um einen Trennungsbahnhof handelt.

Lage Örtliche Lage Der Bahnhof befindet sich zwischen dem östlichen Rand der Landauer Kernstadt und dem Stadtteil Queichheim. Der südliche Bahnhofsbereich wird von der Landesstraße 509 nach Queichheim überbrückt und der nördliche von der Horststraße – zugleich Kreisstraße 5 –, die ins Neubaugebiet Horst führt. Zwischen den beiden Brücken überqueren die Bahngleise außerdem die Queich. Annähernd parallel zu den Gleisen befindet sich westlich der Gleise die Maximilianstraße, zwischen ihr und dem Empfangsgebäude der Bahnhofsvorplatz. Südlich von letzterem ist der Busbahnhof angesiedelt. Die Ostbahnstraße stellt die Verbindung des Bahnhofs mit der Innenstadt her. Östlich der Bahnstation auf dem Terrain des früheren Rangierbahnhofs wurde in den 1990er Jahren eine Grünfläche und eine Fußgängerunterführung nach Queichheim angelegt.

Bahnstrecken Die Pfälzische Maximiliansbahn kommt aus nördlicher Richtung und biegt bereits auf Höhe der Ortsgemeinde Knöringen in einer weiten Kurve nach Südwesten ab, um Landau zu erreichen. Im Bahnhofsbereich selbst verläuft sie vertikal, um danach in die südöstliche Richtung weiter zu verlaufen. Die Bahnstrecke Landau–Rohrbach verläuft nach Westen in einem großen Bogen annähernd halbkreisförmig um die Stadt herum und verläuft dabei teilweise in einem Einschnitt durch früheres Kasernengelände.

Die fast geradlinig trassierte und stillgelegte Bahnstrecke Germersheim–Landau kommt aus dem Nordosten und unterquert niveaufrei die Maximiliansbahn, um den Landauer Hauptbahnhof zu erreichen. Die ebenfalls stillgelegte Stichstrecke nach Herxheim verlief nach Süden zunächst parallel zur Maximiliansbahn, wenngleich ihre Gleise etwas tiefer lagen. Nachdem beide Bahnstrecken den südlichen Rand des Gewerbeparks Am Messegelände passiert haben, biegt die Herxheimer Strecke nach Osten ab, um die Bundesautobahn 65 zu unterqueren. Die schmalspurige und inzwischen abgebaute Pfälzer Oberlandbahn war eine Überlandstraßenbahn, die mehrere Orte zwischen Neustadt und Landau jenseits der Maximiliansbahn anband und durch die Landauer Innenstadt führte. Sie endete am Bahnhofsvorplatz.

Geschichte Entstehung des Bahnhofs Erste Überlegungen zum Bau einer Bahnstrecke über Landau gehen bis ins Jahr 1829 zurück, da innerhalb des damaligen Rheinkreises zuerst eine Bahnstrecke in Nord-Süd-Richtung entstehen sollte. Diese sollte als linksrheinisches Gegenstück zu einer geplanten Bahnstrecke zwischen Mannheim und Basel fungieren. Für eine solche wurden zum Teil sehr unterschiedliche Varianten hinsichtlich des Verlaufs – einschließlich solche über Landau – gemacht. Nach der im Zeitraum von 1847 bis 1849 entstandenen Ludwigsbahn von der Rheinschanze (ab 1853: Ludwigshafen) nach Bexbach, die hauptsächlich dem Kohletransport diente. Anschließend liefen heftige Diskussionen, ob eine Strecke am Rand des Pfälzerwalds von Neustadt über Landau nach Wissembourg oder eine Strecke am Rhein dringender und wünschenswerter sei. Vor allem das Militär bevorzugte erstere. Die Entscheidung fiel im Jahr 1852 schließlich zu Gunsten der Gebirgslinie, nachdem im Vorjahr Gutachten und Untersuchungen eingeleitet worden waren. Am 3. November 1852 gab der damalige bayerische König Maximilian II grünes Licht für den Bau, indem er die Gründung einer Aktiengesellschaft genehmigte, die das Projekt in Angriff nahm.

Probleme bereitete im Zuge der Planungen unter anderem die Standortfrage für den Landauer Bahnhof, die sich aufgrund der damaligen Stadtfestung als schwierig erwiesen hatte. Dies führte beispielsweise dazu, dass der Bundestag in seinen Ausschüssen sich mit dieser Thematik befasste.

Das Militär verlangte außerdem einen Keller für die Lokomotiven, der Bombenangriffen standhalten würde. Eine weitere Option bestand darin, den Bahnhofsbereich mit einer Brustwehr, Geschützständen, Graben und Palisaden zu versehen. Die Pfälzische Maximiliansbahn-Gesellschaft und das bayerische Außenministerium lehnten das jedoch ab, weil dies Kosten annähernd 800.000 Gulden gekostet hätte. Das Kriegsministerium und der Bundesausschuss für militärische Angelegenheiten beharrten erfolglos auf ihrer Forderung.

Erste Betriebsjahre (1855–1872) Der Bahnhof wurde am 18. Juli 1855 mit dem nördlichen Abschnitt der Pfälzischen Maximiliansbahn eröffnet. Am 26. November selben Jahres erfolgte die Durchbindung bis nach Wissembourg. Der Bahnhof befand sich östlich und vergleichsweise weit entfernt vom damaligen Siedlungsgebiet der Stadt Landau. Hinzu kam, dass die Stadt, die damals eine Festung bildete, lediglich in Richtung Norden in Form des Deutschen Tors beziehungsweise in Richtung Süden in Form des Französischen Tors verlassen werden konnte. Dies erschwerte die Erreichbarkeit der Bahnstation. Zudem waren die beiden Stadttore lediglich tagsüber geöffnet. So wurden sie im Dezember um 18 Uhr geschlossen und öffneten erst um 7 Uhr des Folgetages. Dies hatte zur Folge, dass Fahrgäste, die abends aus den Zügen ausstiegen, außerhalb übernachten mussten. 1871 wurde die schon damals als überholt geltende Stadtfestung aufgegeben. Ihre erste Lücke entstand in Richtung Osten an dem Punkt, der sich dem Bahnhof am nächsten befand. Im September 1872 war dieser provisorische Weg, aus dem später die heutige Ostbahnstraße hervorging, fertiggestellt. mini|Dampflok „Kalmit“ im Landauer Bahnhof Ende der 1870er Jahre Im Zuge des Baus der Bahnstrecke Germersheim–Landau musste der Bahnhof umfangreich erweitert werden. Die neue Bahnstrecke wurde am 16. Mai 1872 eröffnet. Dadurch wurde Landau nach Schifferstadt (1847), Ludwigshafen (1853), Neustadt an der Haardt (1855), Homburg (1857), Winden (1864), Schwarzenacker (1866), Landstuhl (1868) und Hochspeyer (1870) der neunte Eisenbahnknotenpunkt innerhalb der Pfalz.

Entwicklung zum Eisenbahnknotenpunkt (1874–1914) Im Zuge der Errichtung der Strecke nach Zweibrücken mussten die Bahnanlagen nochmals erweitert werden. Auch die Trasse in Richtung Winden wurde in diesem Zusammenhang verlegt, um längere Nebengleise zu ermöglichen. Der Abschnitt Landau–Annweiler wurde am 12. September 1874 eröffnet. Der erste Zug verließ den Bahnhof um 6:15 Uhr und besaß aufgrund sehr ungünstigen Wetterlage nur wenige Fahrgäste. Da entlang dieser Strecke am südwestlichen Stadtrand unweit der Straße An 44 auf Initiative des Stadtrates mit dem Westbahnhof ein zusätzlicher Halt entstanden war, wurde der bisherige Bahnhof fortan offiziell „Hauptbahnhof“ genannt. Vereinzelt wurde er in der Folgezeit inoffiziell als „Ostbahnhof bezeichnet“. Der Lückenschluss bis Zweibrücken folgte am 25. November 1875. Im selben Jahr wurde der Bahnhof außerdem zu einer Staats-Telegrafen-Station.

mini|Zweites Empfangsgebäude im Jahr 1914 1897 wurden im nördlichen Bereich die Gleisanlagen so umstrukturiert, dass fortan niveaufreie Kreuzungen zwischen der Maximiliansbahn und der Strecke nach Germersheim möglich waren. In diesem Zusammenhang mussten die Gleise in Richtung Neustadt verlegt werden, die vorherige Trasse blieb als Ausziehgleis übrig. Am 1. Dezember 1898 wurde der Bahnhof Ausgangspunkt der Stichstrecke nach Herxheim. 1905 erfolgte die Einführung von Sperren für die Bahnsteige; die Benutzung letzterer kostete fortan zehn Pfennig, was vor Ort Unmut auslöste. 1913 wurde die am Bahnhofsvorplatz endende Pfälzer Oberlandbahn eröffnet, eine Überlandstraßenbahn, die von Neustadt nach Landau führte.

Weltkriege und Zwischenkriegszeit (1914–1945) mini|Die Haupthalle des Landauer Hauptbahnhofs Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde Landau zum Aufmarschbahnhof. Der zivile Verkehr kam zunächst zum Erliegen. Der Hausbahnsteig diente dabei denjenigen Soldaten und Zügen, die über Zweibrücken nach Metz gebracht wurden, auf dem nächsten Bahnsteig fuhren und hielten diejenigen Züge, die ins Elsass verkehrten. Erst im weiteren Kriegsverlauf nahm die Zahl der Truppentransporte ab und es wurde im begrenzten Maße wieder Personenverkehr eingeführt. Dennoch diente Landau noch als Zielbahnhof für Lazarettzüge. Unter den Verwundeten, die in Landau versorgt wunden, befanden sich ebenso französische Soldaten.

1921 wurde südöstlich des Bahnhofs eine Außenstelle des Bahnbetriebswerk Neustadt errichtet, das fünf Jahre später schließlich als eigenständiges Betriebswerk firmierte. 1922 erfolgte die Eingliederung des Bahnhofs in die neu gegründete Reichsbahndirektion Ludwigshafen. Nach der Auflösung der Reichsbahndirektion Ludwigshafen wechselte er zum 1. April 1937 in den Zuständigkeitsbereichs der Reichsbahndirektion Mainz. Das zweite Bahnhofsgebäude wurde im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört.

Deutsche Bundesbahn (1945–1993) Bereits 1953 wurde die Oberlandbahn zwischen Landau und Edenkoben stillgelegt. Die Reste des im Krieg zerstörten Bahnhofsgebäudes nahmen einige Jahre noch provisorisch seine Funktion auf, bis es am 11. Juli 1962 durch den heutigen Bau ersetzt wurde. Ebenfalls noch Jahre nach dem Krieg existierte von der Bahnsteigüberdachung lediglich das Gerüst. Im Zuge der schrittweisen Auflösung der Mainzer Direktion gelangte er am 1. Juni 1971 in den Zuständigkeitsbereich ihres Karlsruher Pendants.

Ab den 1980er Jahren verlor der Bahnhof massiv an Bedeutung: Am 25. September 1983 wurde der Personenverkehr auf der Stichstrecke nach Herxheim eingestellt, die Bahnstrecke Germersheim–Landau folgte am 1. Juni 1984. Ein Jahrzehnt später verloren sie den Güterverkehr ebenfalls und wurden wenig später stillgelegt. Das benachbarte Bahnbetriebswerk war ab 1984 offiziell eine Außenstelle seines Pendants von Karlsruhe und wurde neun Jahre später ganz geschlossen. Für den kleineren Rangierbahnhof kam ebenfalls das Aus.

Deutsche Bahn (seit 1994) 1998 und 1999 verkehrten von Landau aus letztmals Militärschnellzüge für vor Ort stationierte französische Soldaten. Diese fuhren über die Bahnstrecke Mannheim–Saarbrücken, Forbach und Metz nach Paris Gare de l’Est. Im Zeitraum vom 16. bis 18. April 2010 wurde der Bahnhof, der bislang mit Formsignalen ausgestattet war, auf den Betrieb mit Lichtsignalen umgestellt. Damit wurden die beiden Stellwerke außer Betrieb genommen; zuständig ist seitdem das ESTW in Neustadt.

Im Jahr 2010 wurde der Bahnhof renoviert, die Bahnsteige modernisiert und Aufzüge eingebaut, ab 2012 folgte der aus den 1960er Jahren stammende Bahnhofsvorplatz. Der Busbahnhof wurde 2013 umgebaut.Lewentz: Neuer Busbahnhof wichtig für Nahverkehrs-Drehscheibe, Pressemitteilung des rheinland-pfälzischen Ministeriums des Innern, für Sport und Infrastruktur vom 18. April 2013, abgerufen am 24. Dezember 2013.

Am 15. und 16. Oktober 2012 hielt der Zug der Erinnerung auf Gleis 1 im Bahnhof, um an die Deportationen der Juden im Dritten Reich zu erinnern.

Für den Einsatz von Akkumulatortriebwagen im Pfalznetz ab Dezember 2026 wird eine Oberleitungsinselanlage über alle fünf Bahnsteiggleise mit einer Gesamtlänge von rund 3700 Metern errichtet.

Bauwerke