Aidos () ist in der griechischen Mythologie die personifizierte Scham.

Nach Pindar ist sie die Tochter des Prometheus.Pindar, Olympien 7,44 ff. Der Begriff der Aidos ist komplex und in der klassischen Philologie noch immer umstritten. Sie ist mit der Rachegöttin Nemesis eng verbunden.Homer, Ilias 13,121–122 Nach Hesiod sind Aidos und Nemesis die letzten der Götter, die das verkommene Menschengeschlechte des Eisernen Zeitalters verlassen werden.Hesiod, Werke und Tage 200 Bei Platon sendet Zeus Aidos zusammen mit Dike („Gerechtigkeit“) zu den Menschen, um diesen ein gesittetes Zusammenleben zu ermöglichen.Platon, Protagoras 322c

Sophokles nennt sie in seinem Drama Ödipus auf Kolonos „die neben Zeus auf dem Thron sitzt“ ().Sophokles, Ödipus auf Kolonos 1267 Euripides nennt sie gar „Herrin, Gebieterin“ (), was sie vielleicht an die Göttin Artemis in ihrer Eigenschaft als „schüchtern, schamhaft“ () annähern soll.Euripides, Iphigenie in Aulis 821 und rfg. 436N

Sie ist auch als Amme der Athene überliefert.Scholion zu Aischylos, Prometheus 12 Als solche hatte sie einen Altar nahe dem alten Athene-Tempel auf der Akropolis von Athen,Pausanias, Beschreibung Griechenlands 1,17,1; Hesych. s. v. ; Vgl. CIA III 367 in Sparta gab es ein altes, ihr von Ikarios geweihtes KultbildPausanias, Beschreibung Griechenlands 3,20,10 und zwei Heiligtümer in Rom waren ihr geweiht.

Literatur Douglas L. Cairns: Aidos: The Psychology and Ethics of Honour and Shame in Ancient Greek Literature. Oxford, Clarendon Press, 1992.

Rudolf Schultz: Aidos. Dissertation, Rostock 1909. M. Scott: Aidos and Nemesis in the works of Homer and their relevance to social and co-operative values. In: Acta Classica. 23, 1980, S. 13–35.

Weblinks Aidos im Theoi Project (engl.)

Einzelnachweise

Kategorie:Griechische Gottheit Kategorie:Weibliche Gottheit