Der Internationale Feuerwehrverband (CTIF) führt seit 1961 alle vier Jahre die Internationalen Feuerwehrwettkämpfe des CTIF (Weltmeisterschaften) an verschiedenen Orten durch. Sie werden auch als Feuerwehrolympiade bezeichnet. Auch für die Jugendfeuerwehr (Feuerwehrjugend) werden regelmäßig Wettkämpfe auf internationaler Ebene durchgeführt. Diese werden allerdings im Zweijahresrhythmus veranstaltet.
Die Wettkämpfe 2026, die ursprünglich in Berlin stattfinden sollten, wurden aufgeteilt, sodass zuerst die Jugend im Juli 2026 im tschechischen Šumperk und kurz die Aktiven im burgenländischen Eisenstadt ihre Bewerbe abhielten.Tschechische Republik und Österreich sind 2026 für die CTIF Jugendwettbewerbe und die Feuerwehrwettbewerbe bestätigt auf CTIF vom 13. August 2025, abgerufen am 5. Juli 2026
Bei den Wettkämpfen im Juli 2017 in Villach/Österreich haben nahezu 2.900 Teilnehmer aus 27 Ländern teilgenommen.
Wettkampfarten
mini|X. Internationale Feuerwehrsportwettkämpfe 1993 in Berlin, Disziplin 4 × 100-m-Hindernisstaffel – Freiwillige Feuerwehren
Es gibt drei Wettkampfarten, welche in zeitlichen Abständen eingeführt wurden:
1961–1969: Traditionelle Internationale Feuerwehrwettbewerbe 1973–1977: Traditionelle Internationale Feuerwehrwettbewerbe und Internationale Feuerwehrsportwettkämpfe 1981: Traditionelle Internationale Feuerwehrwettbewerbe, Internationale Feuerwehrsportwettkämpfe (für Berufsfeuerwehr (BF)) und Internationale Jugendfeuerwehrwettbewerbe ab 1985: Traditionelle Internationale Feuerwehrwettbewerbe, Internationale Feuerwehrsportwettkämpfe (für BF und Freiwillige Feuerwehren (FF)) und Internationale Jugendfeuerwehrwettbewerbe
Traditionelle Internationale Feuerwehrwettbewerbe (TIF)
Grundlage für die im Jahr 1961 eingeführten traditionellen Feuerwehrwettkämpfe sind die Wettkampfvorschriften von 1951 aus Österreich. Sie teilen sich in zwei Disziplinen auf, die von der angetretenen Mannschaft durchgeführt werden müssen.
mini|1. CTIF Leistungsspange 1961
Löschangriff (trocken)
Beim trockenen Löschangriff wird ein Einsatz mit einer Gruppe (neun Feuerwehrleute) simuliert. Nachdem der Gruppenführer oder Gruppenkommandant den Einsatzbefehl erteilt hat, hat die Mannschaft Schlauchleitungen von der Wasserentnahmestelle bis zu den beiden C-Stahlrohren aufzubauen. Dabei wird neben der benötigten Zeit auch die regelkonforme Durchführung bewertet. Für den Aufbau werden folgende Geräte benutzt: 1 Tragkraftspritze oder eine entsprechende Attrappe 4 A-Saugschläuche 2 B-Druckschläuche 6 C-Druckschläuche 2 C-Strahlrohre 1 Verteiler 1 Saugkorb 2 Leinen 3 Kupplungsschlüssel Schlauchbinden und Schlauchhalter
Hindernis-Staffellauf
Der Hindernis-Staffellauf hat eine Länge von 400 Metern und ist in acht gleiche Teilstrecken unterteilt. Jeweils nach 50 Metern wird das mitgeführte Strahlrohr als Staffelstab übergeben. Im dritten Bahnabschnitt steht ein sechs Meter langer und 60 cm hoher Schwebebalken. Im siebten Abschnitt steht eine 150 cm hohe Hinderniswand. Im achten Abschnitt befindet sich eine acht Meter lange Kriechstrecke (Rohr, Durchmesser 70 bis 80 cm). Bei den Frauen wird die Hinderniswand durch einen zweiten Schwebebalken im vierten Abschnitt ersetzt. Auch hier werden neben der benötigten Zeit Bewertungspunkte von den Kampfrichtern vergeben, um einen Vergleich zu ermöglichen.
Internationale Feuerwehrsportwettkämpfe (IFS)
Beim Feuerwehrsport handelt es sich um einen Leistungssport, der von den Sportlern Leistungsbereitschaft, Ausdauer, Geschicklichkeit und Schnelligkeit abverlangt. Die wohl interessantesten Disziplinen sind dabei die Zweikampf-Disziplinen des 100-Meter-Hindernislaufs und des Hakenleitersteigens, offiziell: „Aufstieg mit der Hakenleiter“.
Im Feuerwehrsport wird zwischen Mannschafts- und Einzeldisziplinen unterschieden. Einzeldisziplinen sind der 100-Meter-Hindernislauf und das Hakenleitersteigen, Mannschaftsdisziplinen sind die 4×100-Meter-Feuerwehrstafette, der Löschangriff Nass und die Gruppenstafette (nur Frauen).
Bei den alle vier Jahre stattfindenden Internationalen Feuerwehrsportwettkämpfen des CTIF werden die jeweils drei erstplatzierten Wettkämpfer, Staffeln und Mannschaften mit der Internationalen Feuerwehrsportwettkampfmedaille ausgezeichnet.
Internationale Jugendfeuerwehrwettbewerbe (IJFW)
Im Jahr 1977 wurde diese Wettkampfart vom CTIF eingeführt, um auch den Kindern und Jugendlichen (12 bis 16 Jahre) der Feuerwehr eine Möglichkeit zu geben, sich international zu vergleichen. Die Wettkämpfe der Jugend finden alle zwei Jahre statt.
Die Wettkampfgruppe (10 Sportler) startet in zwei Disziplinen. In der Feuerwehrhindernisübung (A-Teil) werden von der Gruppe mehrere Aufgaben auf Zeit durchgeführt. Die Bewertung erfolgt nach Zeit und korrekter Erfüllung der Aufgaben. Beim 400-Meter-Staffellauf mit Hindernissen starten neun Jugendliche und nehmen ein C-Strahlrohr als Staffelstab. In sechs der neun Bahnabschnitte sind Hindernisse zu bewältigen.
Austragungsorte mini|X. Internationale Feuerwehrsportwettkämpfe 1993 in Berlin, Disziplin Löschangriff FF – Sieger: Mannschaft FF Beselich–Obertiefenbach mini|X. Internationale Feuerwehrsportwettkämpfe 1993 in Berlin, Disziplin Hakenleitersteigen – Freiwillige Feuerwehren mini|X. Internationale Feuerwehrsportwettkämpfe 1993 in Berlin, Disziplin 100-m-Hindernislauf – Freiwillige Feuerwehren
WettbewerbJugendJahrAustragungsortvon – bisWettkampfartenI. – 1961 Bad Godesberg, BR Deutschland 21.07.–26.07.TIFII. – 1963 Mülhausen, Frankreich 02.09.–08.09.TIFIII. – 1966 Karlovac (; ), Jugoslawien (im heutigen Kroatien)03.09.–11.09.TIFIV. – 1969 Krems, Österreich01.07.–07.07.TIFV. – 1973 Brünn, Tschechoslowakei (im heutigen Tschechien)09.07.–16.07.TIF, IFSVI. – 1977 Trient, Italien31.07.–07.08.TIF, IFS - I.1977 Ettelbrück, Luxemburg20.07.–24.07.IJFW - II.1979 Perchtoldsdorf, Österreich08.08.–12.08.IJFWVII.III.1981 Böblingen, BR Deutschland19.07.–27.07.TIF, IFS, IJFW - IV.1983 Veldhoven, Niederlande24.07.–31.07.IJFWVIII.V.1985 Vöcklabruck, Österreich15.07.–21.07.TIF, IFS, IJFW - VI.1987 Havlíčkův Brod (deutsch Deutschbrod), Tschechoslowakei (im heutigen Tschechien) 22.07.–28.07.IJFWIX.VII.1989 Warschau, Volksrepublik Polen24.07.–31.07.TIF, IFS, IJFW - VIII.1991 Lappeenranta, Finnland15.07.–21.07.IJFWX.IX.1993 Berlin, Deutschland 11.07.–17.07.TIF, IFS, IJFW - X.1995 Arco (Dialekt: Árko oder nur Árk), Italien23.07.–29.07.IJFWXI.XI.1997 Herning, Dänemark 06.07.–12.07.TIF, IFS, IJFW - XII.1999 Altkirch, Frankreich11.07.–17.07.IJFWXII.XIII.2001 Kuopio, Finnland 22.07.–28.07.TIF, IFS, IJFW - XIV.2003 Kapfenberg, Österreich20.07.–26.07.IJFWXIII.XV.2005 Varaždin, Kroatien 17.07.–24.07.TIF, IFS, IJFW - XVI.2007 Revinge, Schweden15.07.–22.07.IJFWXIV.XVII.2009 Ostrava, Tschechien 19.07.–26.07.TIF, IFS, IJFW - XVIII.2011 Kočevje, Slowenien17.07.–24.07.IJFWXV.XIX.2013 Mülhausen, Frankreich 14.07.–21.07.TIF, IFS, IJFW - XX.2015 Opole, Polen19.07.–26.07.IJFWXVI.XXI.2017 Villach, Österreich 09.07.–16.07.TIF, IFS, IJFW - XXII.2019 Martigny, Schweiz14.07.–21.07.IJFWXVII.XXIII.2022 Celje (deutsch Cilli oder Zilli), Slowenien 17.07.–24.07.TIF, IFS, IJFW - XXIV.2024 Borgo Valsugana (deutsch veraltet Burg im Suganertal), Italien 21.07.–28.07.IJFWXVIII.XXV.2026 Sumperk (deutsch Mährisch Schönberg), Tschechien 13.07.–19.07.IFS, IJFWXVIII.2026 Eisenstadt, Österreich23.07.–26.07.TIF
Teilnehmende Gruppen Die 40 Mitgliedsländer des CTIF dürfen jeweils eine begrenzte Anzahl von Gruppen zu den Wettkämpfen entsenden. Dabei gibt es die Unterteilung in Berufsfeuerwehr, Freiwillige Feuerwehr und Frauengruppen.
BR Deutschland/Deutschland mini|VIII. Feuerwehrolympiade des CTIF am 21. Juli 1985: Bereits vier Jahre vor der Wende kam es zu einer deutsch-deutschen Begegnung. Die DDR-Feuerwehr-Nationalmannschaft der Berufsfeuerwehren (helle Uniformen) und die einzige Sportwettkampf-Mannschaft des Deutschen Feuerwehrverbandes, die FF Beselich-Obertiefenbach (dunkle Uniformen).
Für die Qualifikation der deutschen Wettkampfgruppen gibt es die Deutsche Meisterschaft im Feuerwehrsport (ehemals Bundesausscheid). Diese findet alle vier Jahre statt. Im Jahr 2008 qualifizierten sich insgesamt 20 Gruppen für die Teilnahme an der XIV. Feuerwehrolympiade des CTIF in Ostrava.
WettbewerbJahrAustragungsortvon – bisWettkampfarten1.1972Frankfurt am Main24.06.–02.07.TIF2.1976Holzminden17.09.–18.09.TIF3.1980Hannover13.06.–14.06.TIF4.1984Holzminden01.06.–02.06.TIF5.1988Hannover27.05.–28.05.TIF, IJFW6.1992Olpe19.06.–20.06.TIF, IJFW7.1996Böblingen25.07.–27.07.TIF, IFS, IJFW8.2000Augsburg21.06.–24.06.TIF, IFS, IJFW9.2004Halle (Saale)14.07.–18.07.TIF, IFS, IJFW10.2008Böblingen23.07.–26.07.TIF, IFS, IJFW11.2012Cottbus25.07.–29.07.TIF, IFS, IJFW12.2016Rostock28.07.–30.07.TIF, IFS, IJFW13.2022Mühlhausen/Thüringen03.06.–06.06.TIF, IFS14.2025Böblingen10.07.–13.07. TIF14.2025Torgau, Taura30.07.–02.08.IFS
mini|X. Internationale Feuerwehrsportwettkämpfe 1993 in Berlin, Sieger in der Disziplin Löschangriff – FF Beselich-Obertiefenbach Von den teilnehmenden deutschen Gruppen wurden folgende deutsche Mannschaften Weltmeister:
JahrAustragungsortFeuerwehrwettbewerbMannschaftBundesland1973 BrünnFeuerwehrsportwettkämpfe – LöschangriffBF DDR1981 BöblingenFeuerwehrsportwettkämpfe – LöschangriffBF DDR1985 VöcklabruckFeuerwehrsportwettkämpfe – LöschangriffBF DDR1985 VöcklabruckTraditionelle Feuerwehrwettbewerbe ohne AlterspunkteFF Nidderau-Eichen1985 VöcklabruckTraditionelle Feuerwehrwettbewerbe mit AlterspunktenFF Friedrichsthal1993 BerlinFeuerwehrsportwettkämpfe – LöschangriffFF Beselich-Obertiefenbach1993 BerlinFeuerwehrsportwettkämpfe – 4×100-Meter-FeuerwehrstafetteFF Berlin1993 BerlinTraditionelle Feuerwehrwettbewerbe ohne AlterspunkteFF Bundenthal1993 BerlinTraditionelle Feuerwehrwettbewerbe mit AlterspunktenFF Asendorf II1997 HerningTraditionelle Feuerwehrwettbewerbe mit Alterspunkten (Frauen)FF Asendorf 22001 KuopioFeuerwehrsportwettkämpfe – 4×100-Meter-Feuerwehrstafette (Frauen)FF Muldentalkreis2013 MülhausenFeuerwehrsportwettkämpfe – LöschangriffFF Team Lausitz2017 VillachFeuerwehrsportwettkämpfe – LöschangriffFF Märkisch-Oderland2022 CeljeFeuerwehrsportwettkämpfe – LöschangriffFF Märkisch-Oderland
Österreich mini|Logo für die Bewerbe in Kärnten
Aus Österreich nahmen an den traditionellen Wettbewerben zwischen 1961 und 2009 insgesamt 88 Gruppen teil. 2013 kamen die Gruppen 89 (Kirnberg NÖ), 90 (Niederabsdorf, NÖ), 91 (Königschlag – Gemeinde Schenkenfelden OÖ) und 92 (Ludesch, Vlbg) hinzu. Erfolgreich waren beispielsweise Gruppen aus Sankt Martin im Mühlkreis, Eichhorn, St. Pölten, Mistelbach, Grafenbach, Oberkreuzstetten, Kürnberg, Palterndorf, Zillingdorf, Zillingtal, St. Martin an der Raab-Berg, Rudersdorf-Berg (Damen), Furth, Leopoldsdorf, Gloggnitz, Wiesenfeld, Ossarn, Ebersegg – Gemeinde St. Ulrich bei Steyr (Sieger 1989, 2013), Weeg (4-facher Sieger 1997, 2001, 2005, 2009), Au im Bregenzerwald (Weltrekord in Kuopio, Finnland, im Löschangriff), Neufeld an der Leitha (inges. 4 ×; 1993: Weltrekordhalter der Freiwilligen Feuerwehren beim Hindernis-Staffellauf (9 × 50 m) – traditioneller Bewerb), Ainet.
Der Modus für die erfolgreiche Qualifikation ist in den Bundesländern unterschiedlich. Beispielsweise dürfen in Oberösterreich die zwei Gruppen, die in aufeinanderfolgenden Jahren zusammengerechnet die meisten Punkte in der Wertungsklasse A ohne Alterspunkte erreichen, teilnehmen.