mini|Dolly Parton (2005) rahmenlos|zentriert|klasse=notpageimage skin-invert-image|hochkant=0.8|Unterschrift von Dolly Parton Dolly Rebecca Parton (* 19. Januar 1946 in Pittman Center, Tennessee; † 25. August 2026 in Nashville, Tennessee) war eine US-amerikanische Country-Sängerin, Songwriterin, Multiinstrumentalistin,Axel Hill: Dolly Parton beeindruckt in der Lanxess-Arena Kölnische Rundschau. 7. Juli 2014, abgerufen am 7. Juli 2014. Schauspielerin und Unternehmerin. Sie gehörte ab den 1970er-Jahren zu den erfolgreichsten Sängern und Songautoren im Bereich Country-Musik und hatte 25 Nummer-eins-, mehr als 50 Top-10- und über 110 Top-40-Hits in den Country-Charts.

Sie verkaufte über 100 Millionen Tonträger, erhielt zehn Grammys und wurde in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. 2025 wurde sie mit dem Jean Hersholt Humanitarian Award ausgezeichnet, einem Ehrenoscar. Zu ihren bekanntesten Songs gehören I Will Always Love You, 9 to 5, Jolene, Coat of Many Colors und das Duett Islands in the Stream mit Kenny Rogers.

Als Unternehmerin war sie Miteigentümerin des Freizeitparks Dollywood. Außerdem war sie als Philanthropin und für ihr soziales Engagement bekannt. So gründete sie die Leseinitiative Imagination Library und unterstützte während der COVID-19-Pandemie die Impfstoffforschung mit einer Million US-Dollar. Daneben war sie als Unterstützerin der Rechte von Homosexuellen und Transgeschlechtlichen bekannt.

Leben Dolly Parton wurde 1946 in Pittman Center als viertes von zwölf Kindern von Robert Lee Parton (1921–2000) und Avie Lee Owens (1923–2003) geboren und verbrachte ihre Jugend in den Smoky Mountains in Tennessee. Ihre Familie gilt als sehr musikalisch und brachte viele Künstler hervor, wie zum Beispiel ihre Schwester Stella (* 1947), die mehrere Studioalben aufnahm, und ihren Bruder Randy Parton (1953–2021), ebenfalls Sänger. Früh entdeckt und gefördert wurde Partons Talent von ihrem Onkel Bill Owens (1935–2021), der sie zu Teilnahmen an unterschiedlichen Radiosendungen und Fernsehshows ermutigte.

In einem ihrer größten Hits, dem 1971 veröffentlichten Coat of Many Colors, berichtet sie von den ärmlichen, aber dennoch glücklichen Lebensumständen ihrer Kindheit. Im Alter von sieben Jahren lernte sie Gitarre spielen. Drei Jahre später trat sie zum ersten Mal öffentlich in Knoxville in einer Fernsehshow des Geschäftsmanns und Politikers Cas Walker (1902–1998) auf.

Im Mai 1966 heiratete Parton in Ringgold, Georgia, den Bauunternehmer Carl Dean (1942–2025), den sie in einem Waschsalon kennengelernt hatte und mit dem sie fast 60 Jahre verheiratet war. Dean mied von Anfang an die Öffentlichkeit und gab keine Interviews. Das Paar bewohnte ab 1999 ein Haus in Brentwood bei Nashville.Bridie Wilkins: Dolly Parton's Nashville home with husband Carl is not what you’d expect: Dolly and Carl have lived in the same house since 1999 In: hellomagazine.com, 12. Mai 2021. Ihr Mann starb im März 2025 im Alter von 82 Jahren infolge einer Krebserkrankung. Parton war die Patentante der Schauspielerin und Sängerin Miley Cyrus.

Parton stand dazu, dass sie ab ihrem 22. Lebensjahr Schönheitsoperationen vornehmen ließ, und ging damit selbstironisch um; so sagte sie: „Es kostet ein Vermögen, so billig auszusehen.“Michael Mathes: Die Königin der Country-Musik, in: Rheinische Post, 19. Januar 2026, S. B8. 2020 startete sie die #DollyPartonChallenge im Internet, bei der sich die Teilnehmer mit einer Collage aus vier unterschiedlichen Fotos selbst darstellten. Über 200.000 Nutzer griffen dies auf, darunter auch zahlreiche Prominente.

Dolly Parton starb am 25. August 2026 im Alter von 80 Jahren im Vanderbilt-Ingram Cancer Center in Nashville an den Folgen einer Krebserkrankung. US-Präsident Donald Trump ordnete zu ihrem Gedenken eine einwöchige bundesweite Trauerbeflaggung an.

Musikalische Karriere Im Alter von 13 Jahren gab Parton mit ihrem selbstgeschriebenen Lied Puppy Love ihr Debüt in der Grand Ole Opry. Nach ihrem Schulabschluss 1964 ging sie nach Nashville, wo sie zunächst als Songschreiberin arbeitete. Entdeckt und gefördert wurde sie von Country-Star Porter Wagoner, der an ihrer ersten Single Dumb Blonde (1966) Gefallen gefunden hatte und eine Sängerin für seine Fernsehshow suchte. In den folgenden Jahren produzierten Wagoner und Parton mehrere erfolgreiche Duette. Die Zusammenarbeit dauerte bis 1974. Dann hatte Parton ihren Mentor an Popularität überflügelt und begann eine sehr erfolgreiche Solokarriere.

Parton schrieb ihre Lieder meist selbst, sie werden oft gecovert. 1992 wurde ihr Song I Will Always Love You aus dem Jahr 1973 von Whitney Houston gecovert und machte ihn zur meistverkauften Single einer Sängerin weltweit. Jolene (1973), ein Country-Song, der auch in der Independent-Szene beliebt ist, ist mit mehr als 50 Coverversionen das am häufigsten interpretierte ihrer Stücke.Dolly Parton „Jolene“. In: whosampled.com, abgerufen am 20. Januar 2021. In vielen ihrer Lieder besingt sie typische Themen wie unglückliche Liebe, Armut oder Gottvertrauen, aber sie machte auch mit Texten über Suizid, Inzest, Mord, Fehlgeburten und Geisteskrankheit auf sich aufmerksam. Ihr Titel Travelin’ Thru, den sie für den Film Transamerica (2006) schrieb, widmet sich dem Thema Transgeschlechtlichkeit.

Zu den vielen Interpreten ihrer Songs zählen unter anderem The White Stripes, The Sisters of Mercy, Norah Jones und Shelby Lynne. 1966 gründete Parton gemeinsam mit ihrem Onkel und Schreibpartner Bill Owens den Musikverlag Owe-Par, wodurch sie die Rechte an ihren Songs von Anbeginn ihrer Karriere behalten konnte. In den 1970er-Jahren konnte sie aus diesem Grund ablehnen, dass Elvis Presley ihren Hit I Will Always Love You covert, weil er 50 Prozent der Verlagsrechte forderte; dies wäre eine Vereinbarung gewesen, die Parton nicht annehmen wollte.

mini|hochkant|Dolly Parton (ca. 1989) Auch mit Kenny Rogers sang Parton zahlreiche Duette. Das erfolgreichste ist das von den Bee Gees geschriebene und produzierte Lied Islands in the Stream, das 1983 veröffentlicht wurde und an die Spitze der Charts kletterte. 2013 erschien das Duett You Can’t Make Old Friends, in dem Parton und Rogers ihre langjährige Zusammenarbeit und Freundschaft Revue passieren lassen. Wichtige Zusammenarbeiten ergaben sich auch mit Linda Ronstadt und Emmylou Harris, mit denen Parton eine Country-Supergroup bildete, die 1987 und 1999 die Alben Trio und Trio II veröffentlichte. Peter Gabriel hatte 1986 Don’t Give Up ursprünglich mit Bezug auf die US-amerikanische Roots-Musik geschrieben und Parton gebeten, das Stück mit ihm zu singen. Sie lehnte jedoch ab, und so nahm seine Freundin Kate Bush ihren Platz ein.

Parton nahm rund 80 Alben auf; die meisten im Country-Stil, aber auch einige Pop-Alben. Sie widmete sich außerdem immer wieder der Gospelmusik und in den späten 1990ern auch mehr und mehr dem Bluegrass. Parton war Mitglied der Country Music Hall of Fame sowie der Songwriters Hall of Fame; sie hatte das Urheberrecht an über 3000 selbstverfassten Songs. Sie hielt zahlreiche Rekorde und war laut Billboard die reichste Frau in der Geschichte der Popmusik. Keine andere Sängerin schaffte es mit demselben Song zweimal an die Spitze der Charts (I Will Always Love You, 1973 und 1982). Als einzige Sängerin hatte sie innerhalb von vier Jahrzehnten 25 Nummer-eins-Hits in den Country-Charts.

mini|Dolly Parton (2007) 2005 veröffentlichte Parton das Album Those Were the Days, eine Zusammenstellung von Coverversionen bekannter Hits aus den 1960er- und 1970er-Jahren, wie John Lennons Imagine und Cat Stevens’ Where Do the Children Play? Im Frühjahr 2008 folgte Backwoods Barbie, das erste Album, das bei ihrem eigenen Label Dolly Records erschien. Im Herbst 2008 fand die Premiere ihres Musicals 9 to 5 in Los Angeles statt.

mini|hochkant|Dolly Parton in der Kölner Lanxess Arena (2014) 2011 veröffentlichte Parton ihr 41. Studioalbum, Better Day, dessen Stücke sie auf ihrer gleichnamigen Welttournee präsentierte. Danach widmete sie sich nach längerer Pause wieder der Schauspielerei und übernahm an der Seite von Queen Latifah eine der Hauptrollen in der Musikkomödie Joyful Noise, für deren Soundtrack sie vier von zwölf Stücken schrieb. Das dazugehörige Duett From Here to the Moon and Back, das Parton mit Willie Nelson einsang, erschien 2014 auf ihrem Album Blue Smoke. Im Januar 2014 startete auch ihre Blue Smoke World Tour, die nach über 40 Jahren auch erstmals wieder Auftritte in Deutschland (Köln und Berlin) beinhaltete. Im Zuge dieser Welttournee trat sie im Juni 2014 auch erstmals beim Glastonbury Festival in England auf.

2016 veröffentlichte Parton mit Pure & Simple ihr 43. Studioalbum; es erreichte ebenfalls die Spitze der Country-Charts. 2020 folgte das Weihnachtsalbum A Holly Dolly Christmas, 2022 das Album Run, Rose, Run – parallel zu einem gleichnamigen Roman, den sie gemeinsam mit James Patterson geschrieben hat. Nach ihrer Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame nahm Parton 2023 mit Rockstar erstmals ein Rockalbum auf. Es stieg auf Platz drei in die US-Albumcharts ein – ihre höchste Platzierung dort – und führte die Country-Albumcharts an.

Unternehmerin Ab 1986 war Parton Miteigentümerin des in Pigeon Forge in Tennessee gelegenen Freizeitparks Dollywood. 2010 wurde dieser von einer Fachjury mit dem Applause Award ausgezeichnet und durfte sich für zwei Jahre „Der beste Freizeitpark der Welt“ nennen. Im Herbst 2013 kündigte Parton Investitionen in Höhe von 300 Millionen Dollar für die kommenden zehn Jahre an, um den Themenpark mit neuen Attraktionen und einem Familienresort erweitern zu können.

Im November 1979 brachte Bally einen Flipperautomaten mit dem Thema Dolly Parton heraus, der in enger Zusammenarbeit mit ihr gestaltet wurde. In den frühen 1990er-Jahren wurde von Revlon eine Kosmetik- und Perückenlinie Partons vertrieben.

Soziales Engagement Kurz nach der Öffnung von Dollywood gründete sie im April 1988 die Dollywood Foundation, eine Non-Profit-Organisation, die zunächst damit begann, Stipendien an Highschool-Schüler des Sevier County, Partons Heimatregion in Tennessee, zu vergeben. Daraus erwuchs 1995 die Lese-Initiative Imagination Library, die im Rahmen des Programms Kindern ab dem Zeitpunkt ihrer Geburt bis zum Kindergartenbesuch jeden Monat ein Buch zukommen lässt. Damit wollte Parton ein Zeichen gegen Jugendanalphabetismus setzen. Zunächst ausschließlich im Sevier County tätig, wurde das Projekt 2004 auf nationaler Ebene und danach auch auf andere englischsprachige Länder ausgeweitet. Bis November 2025 versendete die Imagination Library insgesamt über 300 Millionen Bücher in fünf Ländern. Im Zuge dessen arbeitete Parton auch als Kinderbuchautorin.

Im Mai 2009 hielt sie die Rede zur Abschlussfeier an der University of Tennessee, die als Grundlage für ihren 2013 erschienenen Ratgeber Dream More diente. Dort wurde ihr für ihre musikalischen, kulturellen und philanthropischen Leistungen ein Ehrendoktortitel verliehen. Damit war sie die zweite Person, die diese Auszeichnung bisher verliehen bekam.

2016 gründete Parton den My People Fund, der nach den Waldbränden in Gatlinburg, Tennessee, betroffene Familien sechs Monate lang monatlich mit 1000 US-Dollar unterstützte. Wegen der hohen Spendensumme wurde die Abschlusszahlung auf 5000 US-Dollar erhöht, sodass insgesamt 8,9 Millionen US-Dollar direkt an die Betroffenen gingen. Die verbliebenen 200.000 US-Dollar des Fonds gingen im März 2019 an acht freiwillige Feuerwehren des Sevier County und deren Ausbildungszentrum.

Im Zuge der COVID-19-Pandemie spendete sie im April 2020 eine Million US-Dollar für die Forschung am Vanderbilt University Medical Center in Nashville.