mini|Michael Schanze (2016) Michael Schanze (* 15. Januar 1947 in Tutzing) ist ein deutscher Schauspieler, Moderator, Sänger, Komponist und Buchautor.

Bekannt wurde er insbesondere durch seine Moderation zahlreicher Fernsehshows wie Hätten Sie heut’ Zeit für mich?, 1, 2 oder 3, Show-Express und Kinderquatsch mit Michael zwischen den 1970er- und 2000er-Jahren. Daneben hatte er als Schlagersänger einige Chartplatzierungen, tritt als Theater- und Filmschauspieler auf und komponiert Musicals.

Karriere Musik Michael Schanze ist der Sohn des Rundfunk-Orchesterchefs Artur Schanze (1910–1956) und dessen Frau Ursula, geb. Ivanczik (1924–2017). Seine musikalische Ausbildung erhielt er im Windsbacher KnabenchorRadiointerview mit M. Schanze bei „SWR1 Leute“, 30. Januar 2008. und durch klassischen Klavierunterricht. Nach dem Abitur 1966 gründete er u. a. mit Daniel Friedrich seine Quarter Deck Combo, mit der er 1968 erstmals in der Fernsehshow Talentschuppen auftrat.Zimmer frei! Folge 201. Beitrag auf Fernsehserien.de, abgerufen am 21. Februar 2021. Dabei wurde er von einem Plattenproduzenten entdeckt. Der Erfolg seiner ersten Single, Ich bin kein Lord, führte zu weiteren Aufnahmen. Mit Ich hab dich lieb, Oh wie wohl ist mir und Wer dich sieht, hat dich lieb platzierte er sich in den deutschen Hitparaden. Zugunsten der ARD-Fernsehlotterie sang er 1978 das Titellied Schalt mal dein Herz auf Empfang. Im Jahr 1982 erhielt er für die mit der deutschen Fußballnationalmannschaft zur Weltmeisterschaft in Spanien aufgenommene LP Olé España eine Goldene Schallplatte. Danach folgten vorwiegend musikalische Produktionen für Kinder zu den Themen Verkehrserziehung und Umweltschutz sowie Hörbücher.

Als Komponist war er bereits in den 1970er Jahren für seine Schallplattenproduktionen tätig. 2014 komponierte er nach Texten von Christian Berg die Musik zu Eine Weihnachtsgeschichte. Dem geizigen Scrooge geschieht das Weihnachtswunder. Das Familien-Musical hatte im November 2014 in der Komödie Winterhuder Fährhaus in Hamburg Premiere. Im Herbst 2018 hatte seine Musicalfassung von Heidi in Wien mit Maya Hakvoort und Alfons Haider Premiere. Seine Version von Bambi als Familienmusical stellte Schanze im Januar 2021 auf seiner Webseite der Öffentlichkeit vor.

Fernsehen Im Jahr 1968 holte ihn das Fernsehen erstmals als Nachwuchskünstler zum Talentschuppen des Südwestfunks. Anfang der 1970er Jahre moderierte Schanze beim Bayerischen Fernsehen für die ARD zwei Jahre lang samstagnachmittags das Wochenend-Journal Mobile. Danach wechselte er auf Hinweis von Dieter Pröttel zum ZDFMichael Pohl: . AP, epochtimes.de, 12. Januar 2007. und erhielt dort 1972 seine eigene Personality-Show Hätten Sie heut’ Zeit für mich? mit zahlreichen Gaststars und Einzelauftritten. 1973 moderierte er mehrsprachig gemeinsam mit Jean-Pierre Cassel die Gala du MIDEM in Cannes, Europas größte Musikfachmesse, übertragen vom ZDF. Schanze begann 1977 sein Kinder-Quiz 1, 2 oder 3, das er bis zum September 1985 moderierte. Markenzeichen der Sendung wurde ein Finger-Backen-Schnalzer, dem Geräusch nach dann „Plopp“ genannt. Als erster deutschstämmiger bzw. deutscher Künstler nahm er 1978 mit einer Trampolin-Nummer an der Gala de l’Union de l’artistes (ein Pendant zu Stars in der Manege) im Pariser Cirque d’Hiver teil. Es folgten weitere Showreihen und Einzelsendungen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Mitte der 1980er Jahre wechselte Schanze zur ARD. Dort zeigte er sich in einer mehrteiligen Personalityshow mit dem Titel Die Michael-Schanze-Show und moderierte die WDR-Kinder- und Jugendserie Telefant. Im Jahr 1988 startete der von ihm präsentierte Flitterabend. In dieser regelmäßigen neunzigminütigen Live-Show am Samstagabend spielten frisch vermählte Brautpaare um eine Traumreise in die Flitterwochen.

Ab 1991 produzierte er Kinderquatsch mit Michael, dessen Konzept aus Elementen vorangegangener Sendungen entstanden war. In dieser Sendung wurden meist drei 4- bis 6-jährige Kinder eingeladen, um auf der Fernsehbühne ihr Talent unter Beweis zu stellen. Die kleinen Stars trugen Lieder und Gedichte vor und wurden von Michael Schanze interviewt.Kinderquatsch mit Michael. Fernsehserien.de, abgerufen am 2. Januar 2019. Im Jahr 2003 kam es zu einer Plagiatsklage vor dem Bundesgerichtshof, weil die Show an das französische Format L’école des fans angelehnt war. Der BGH stellte fest, dass sich die deutsche Sendereihe vom Format des französischen Senders ausreichend unterscheide. Besonders hervorgehoben wurde als Unterscheidungsmerkmal die Moderation Michael Schanzes, die für den Erfolg maßgeblich sei. Seine kindergerechte Gesprächsführung in Reaktion auf die spontanen Einfälle der Kinder sei eine eigenständige schöpferische Leistung. Dennoch lief die Sendung im November 2003 zum letzten Mal.Michael Reufsteck und Stefan Niggemeier: Das Fernsehlexikon: Alles über 7000 Sendungen von Ally McBeal bis zur ZDF-Hitparade. Goldmann, 2005. ISBN 3-442-30124-6.

Im Lauf seiner Fernsehkarriere wurde Schanze mehrmals für seine TV-Arbeit ausgezeichnet. Er bekam unter anderem den Bambi, die Goldene Kamera und den deutschen Fernsehpreis Telestar. Im Jahr 1984 wurde er von der ETMA (European TV Magazines Association) in Cannes als „Bester Kinder-Entertainer Europas“ für 1, 2 oder 3 ausgezeichnet. Nominierungen erhielt er 1996 für den Adolf-Grimme-Preis (Kinderquatsch mit Michael) sowie für die Goldene Rose von Montreux (Wunderland).

Schauspiel Im Jahr 1970 erhielt Schanze sein Diplom von der Hochschule für Fernsehen und Film München und nahm zusätzlich Schauspielunterricht. Anschließend wirkte er in verschiedenen deutschsprachigen Kino-Produktionen mit. In einer Neuverfilmung des klassischen Stoffes Krambambuli mit dem Titel Sie nannten ihn Krambambuli spielte er 1972 eine Hauptrolle. Im Jahr 2010 war Schanze in einzelnen Folgen der Fernsehserie Dahoam is Dahoam in der Rolle des Jürgen Wiesmüller zu sehen.

Seit 2002 ist Schanze sowohl in Boulevardkomödien als auch in ernsthaften Rollen auf deutschen Bühnen zu sehen. Regisseur und Intendant Hellmuth Matiasek holte ihn 2007 als Gagler in Carl Orffs Astutuli zu den Festspielen im Kloster Andechs. Für die Darstellung des Milchmanns Tevje in Anatevka erhielt Schanze im Sommer 2012 bei den Bad Hersfelder Festspielen den Zuschauerpreis als beliebtester Darsteller (Silberner Ring). 2013 kehrte er als Käpt’n Andy im Musical Show Boat zu den Bad Hersfelder Festspielen zurück.

Von Dezember 2012 bis Juli 2014 spielte er an der Oper Chemnitz die Rolle des Zirkusdirektors Obolski in Das Feuerwerk – O mein Papa. 2013 begann seine Theatertournee mit dem Stück Othello darf nicht platzen, das vor allem an der Komödie im Bayerischen Hof, München, zu sehen war. Darauf folgte die Bühnenfassung des Erfolgsfilms Miss Daisy und ihr Chauffeur in einer Aufführung im Schlosshof Paderborn.

Im Sommer 2015 spielte er die Titelfigur in Ein Fall für Pater Brown bei den Schlossfestspielen Neersen. Ab August 2015 stand er für das Musical Der kleine Horrorladen (Opernhaus des Theater Bonn) in einer der Hauptrollen auf der Bühne.

Als Dorfrichter Adam im Stück Der zerbrochne Krug von Heinrich von Kleist zeigte er sich im Sommer 2017 bei den Schlossfestspielen Neersen erneut als Protagonist im klassischen Charakterfach. Während der Wintersaison 2017/2018 schlüpfte er in die Rolle des Millionärs Tobler in Erich Kästners Lustspiel Drei Männer im Schnee, aufgeführt im Schlosstheater Neuwied und im Kleinen Theater. Ab September 2018 wirkte er im Musical Kiss Me, Kate an der Bonner Oper mit.

Privatleben Schanze ist Vater dreier Söhne aus einer im Jahr 2000 geschiedenen Ehe mit seiner Frau Monika, die er 1983 geheiratet hatte. Er engagiert sich für Kinderhilfsorganisationen wie zum Beispiel Plan International. Aufgrund seiner Wohltätigkeitssendungen im Fernsehen wurden zwei SOS-Kinderdörfer in Mexiko und Bangladesch errichtet.

Seit Jahrzehnten fördert der Segler und Golfer auch die Lebenshilfe Starnberg e. V., die sich um Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung sowie Kinder mit Entwicklungsstörungen und Verhaltensauffälligkeiten kümmert. Zusätzlich unterstützt er als Mitglied im Stiftungsrat des Bündnis für Kinder. Gegen Gewalt. ausgesuchte Projekte zu Gewaltprävention und Kinderschutz, um Kinder und Jugendliche in einer kinderfreundlichen Gesellschaft gewaltfrei aufwachsen lassen zu können.

1976 belegte Schanze bei den Weltmeisterschaften im Windsurfen auf den Bahamas den 7. Platz.Horst Stellmacher: Fernseh-Star Michael Schanze. Ich mache noch immer gerne Plopp! In: express.de, 27. Juli 2013.

Im Jahr 2003 zog sich Schanze bei einem Skiunfall schwere Verletzungen zu, eine Knieprothese musste eingesetzt werden. Die Monate andauernden Behandlungen, verbunden mit starken Schmerzen, bedeuteten einen Karriereknick für seine Fernsehproduktionen. Seit 2007 ist er verstärkt am Theater tätig, häufig auch in Musik- und Musicalproduktionen.Michael Schanze: Sein tiefer Fall nach dem großen Erfolg. In: bild.de vom 12. Januar 2012, abgerufen am 2. Januar 2019.

2019 erlitt Michael Schanze eine beidseitige Lungenembolie. Mit dieser Vorgeschichte zählte er in der Zeit der COVID-19-Pandemie zur Risikogruppe und lebte weitgehend zurückgezogen. Im Juli 2024 starb seine Lebensgefährtin Uschi Köhl (1954–2024) an einer Hirnblutung. Schanze bewohnte 2026 seit 13 Jahren ein gemietetes Haus mit Garten in München, das zum Jahresende abgerissen werden soll.

Diskografie

Studioalben

Studioalben – Mitwirkung 1975: Hätten Sie heut’ Zeit für mich – Höhepunkte aus der gleichnamigen Fernseh-Sendung 1976: Musik ist Trumpf – Folge 1&2 '76 1983: Die schönsten Lieder der Weihnachtszeit 1996: Michael Schanze präsentiert Wunderland 1999: Rudolph mit der roten Nase – Soundtrack 2000: Wolke 7 – Kuschelsongs & Das Musikmärchen 2002: Rudolph mit der roten Nase 2 – Soundtrack

Kompilationen 1974: Die großen Erfolge 1976: Starportrait 1979: Star Discothek 1980: Michael Schanze 1981: Applaus für Michael Schanze

Singles

Weitere Singles 1968: Ich bin kein Lord (A-Seite) und Es muss nicht Frühling sein (B-Seite) 1969: Keiner weiß, wie ich dich liebe (A-Seite) und Das wird eine schöne Zeit (B-Seite) 1971: Solang wir zwei uns lieben 1972: Sonntag im Zoo 1973: Wo du bist, will ich sein 1973: Ich lass dich nie mehr aus den Augen 1976: Nie mehr 1976: Es ist morgen und ich liebe dich noch immer 1977: Ich bin dein Freund 1978: Schalt mal dein Herz auf Empfang (Lied der ARD-Fernsehlotterie) 1978: Sonne scheint in alle Herzen 1979: Das Mädchen im Spiegel 1981: Wie ich dich liebe

Filmografie Kino 1971: Außer Rand und Band am Wolfgangsee, Regie: Franz Antel 1972: Sie nannten ihn Krambambuli, Regie: Franz Antel 1972: Die lustigen Vier von der Tankstelle, Regie: Franz Antel 1983: Laß das – ich haß’ das, Regie: Horst Hächler

Fernsehen 2010: Dahoam is Dahoam (TV-Serie) – Gastrolle 2017: Um Himmels Willen (TV-Serie) – Gastrolle Eigene Fernsehsendungen 1971–1972: Mobile 1972–1978: Hätten Sie heut’ Zeit für mich? 1977–1985: 1, 2 oder 3 1979–1984: Hätten Sie heut’ Zeit für uns?Hätten Sie heut’ Zeit für uns? Bei: Fernsehserien.de. 1980–1982: Show-Express 1981–1988: Telezirkus (vier Ausgaben) 1983–1992: Nur keine Hemmungen 1983: Start ins Glück 1984–1986: Die Michael Schanze-Show 1985–1988: Telefant 1988–1995: Flitterabend 1989: Spiel ohne Grenzen 1991–2003: Kinderquatsch mit Michael 1996–1997: Wunderland 2004–2006: Wenn das kein Grund zum Feiern ist / Herzlichen Glückwunsch

Hörspiele 1963: Alexandre Dumas d. J.: Die Kameliendame (BR) 1963: Sherlock Holmes: Der Mann mit der Hasenscharte (BR) 1963: Sherlock Holmes: Silberstrahl (BR) 1963: Friedrich Hebbel: Maria Magdalena (BR) 1964: Sir Arthur Conan Doyle (BR) 1964: Gebt euch nicht der Trauer hin (BR) 1965: Frederick Lonsdale: Mrs. Cheneys Ende (BR) 1969: Oskar Maria Graf: Der Fall Bolwieser (BR)

Theater/Bühne Rollen