mini|hochkant|Pfosten einer CEPS-Leitung bei Untergruppenbach (2007)

Das Central Europe Pipeline System (CEPS) ist das größte der acht großen Pipeline- und Lagersysteme der NATO. Es dient zusammen mit dem Northern Europe Pipeline System (NEPS) der Kraftstoff-Versorgung der NATO (NATO Pipeline System, NPS) in Mitteleuropa und erstreckt sich auf Belgien, Frankreich, Deutschland, Luxemburg und die Niederlande. In Deutschland verbindet es im Wesentlichen Luftwaffenstützpunkte im Westen, unter anderem den Fliegerhorst Büchel, den Flugplatz Fürstenfeldbruck, die Ramstein Air Base und die Spangdahlem Air Base. Auf dem NATO-Gipfel in Ankara 2026 beschloss das Bündnis allerdings ein Milliarden-schweres Ausbauprogramm Richtung östliches Mitteleuropa.

Das System ist ausgelegt zum Transport von Kerosin, Benzin, Diesel und Naphtha (Rohbenzin).

Den Verlauf der in der Erde verlegten Hochdruck-Pipeline kann man an oberirdisch aufgestellten, rot-weiß bzw. orange-weiß gestreiften Pfosten erkennen, die auf Sichtweite stehen oder wenn beispielsweise eine Straße oder ein Bach unterquert wird.

Das Netz ist rund 5300 Kilometer lang mit Rohrdurchmessern zwischen sechs und zwölf Zoll (174–348 mm). Es verbindet 29 NATO-Depots und sechs nicht-militärische Depots mit einer Gesamtspeichermenge von 1,2 Millionen Kubikmetern, militärische und zivile Flughäfen, Raffinerien, zivile Depots und Seehäfen. – Die Seite listet am 3. Oktober 2023: 6 (fehlerhaft: "eight") nationale Pipelinesysteme: Greek Pipeline System (GRPS) Icelandic Pipeline System (ICPS) Northern Italy Pipeline System (NIPS) Norwegian Pipeline System (NOPS) Portuguese Pipeline System (POPS) Turkish Pipeline System (TUPS) Western Turkey Pipeline System Eastern Turkey Pipeline System. und 2 multinationale Pipelinesysteme: North European Pipeline System (NEPS) in Denmark and Germany Central Europe Pipeline System (CEPS) in Belgium, France, Germany, Luxembourg and the Netherlands. This is the largest system. Weitere 11 "fuel systems" in: Bulgaria Czech Republic Estonia Hungary Latvia Lithuania Poland Romania Slovakia Slovenia Spain

Im Verteidigungsfall war (Stand 1989) vorgesehen, den Betrieb der Rohrleitungsnetze auf deutschem Boden über die Pipelinepionierbataillone der Bundeswehr abzuwickeln und die Tanklager militärisch zu sichern. Bis 2001 waren die Pipelinepioniere, denen in Friedenszeiten nur die Schadensbeseitigung unterliegt, Teil des Territorialheers, den Truppenteilen der Bundeswehr, die selbst im Verteidigungsfall noch nationalem Oberbefehl unterstehen sollten. Sie waren beauftragt mit der „Aufrechterhaltung der Operationsfreiheit für die NATO-Streitkräfte, einschließlich des Schutzes rückwärtiger Gebiete, um damit eine Voraussetzung für die Vorneverteidigung zu schaffen“, also „Raum- und Objektschutz, Verkehrsführung, Sanitätsversorgung“, schließlich „logistische Aufgaben“, unter denen natürlich die Treibstoffversorgung eine wichtige Rolle spielt. Die Pipelinepioniere sind ausgebildet, zerstörte Abschnitte durch mobile Rohrsysteme zu überbrücken, um auch unter Gefechtsbedingungen die Leitungen für die logistische Versorgung erhalten zu können.

Geschichte mini|Tanklager der FBG bei Altenrath

NATO-Pipelinesystem NPS Das NATO-Pipelinesystem NPS wurde während des Kalten Krieges errichtet, um die Streitkräfte der Allianz mit Treibstoff zu versorgen. Zu diesem Zweck wurde ein modulares Konzept entwickelt, mit dem alle Kraftstoffanforderungen durch eine Kombination von 16 unkompliziert zu handhabenden und kompatiblen Modulen erfüllt werden können, die Kraftstoff in jedem Einsatzgebiet aufnehmen, speichern und verteilen können.

Central Europe Pipeline System CEPS als Teil des NPS Das CEPS, 1958 im Rahmen des allgemeinen NATO-Infrastrukturprogrammes gegründet, bündelte einzelne bereits vorhandene oder im Bau befindliche nationale Pipelines und Infrastrukturvorhaben zu einem Gesamtprogramm, um die militärische Treibstoffversorgung in Mitteleuropa sicherzustellen. Das CEPS gliedert sich regional in Pipeline-Divisions (Betriebsabschnitte) und diese wiederum in sogenannte Distrikte.

Deutscher Anteil am CEPS Die Bundesrepublik hat gemäß der Charta der CEPS die Verpflichtung für den Betrieb, die Instandhaltung, die Schadensbeseitigung und die Sicherung der auf ihrem Boden liegenden Betriebsabschnitte übernommen, nämlich der 6. und 7. Pipeline-Division. Die 6. Pipeline-Division ist geografisch identisch mit dem früheren Bereich des Territorialkommandos Süd, die 7. Pipeline-Division mit dem Bereich des früheren Territorialkommandos Nord, der deutsche Teil des NEPS schließlich mit dem des früheren Territorialkommandos Schleswig-Holstein.

Eigentümer und Betreiber der militärischen Pipeline-Systeme der NATO und der Bundeswehr auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland ist der Bund. Verwaltet wurde der deutsche Anteil zunächst durch die bundeseigene Industrieverwaltungsgesellschaft (IVG), die vor 1951 unter dem Namen „Montan-Industriewerke“ firmierte.

Eine Tochtergesellschaft der IVG, die bereits 1956 gegründete Fernleitungs-Betriebsgesellschaft (FBG), ist bis heute für die Pipelines zuständig, während eine andere Tochter, die Vereinigte Tanklager und Transportmittel (VTG), die ehemals 6.400 bundeseigenen Eisenbahn-Kesselwagen verwaltet und zum Eisenbahn-Transport der Kraftstoffe zur Verfügung stellte. Die FBG ist als Erfüllungsgehilfe dem Bund für die Durchführung von Aufgaben des Betriebs dieser Systeme verantwortlich. Die private Rechtsform wurde gewählt, weil der Bundeswehr im Rahmen der festgelegten Personalstärke keine Stellen zur Verfügung standen und stehen, um die Aufgaben wahrzunehmen.

Lediglich die FBG hat sich als bundeseigenes Unternehmen erhalten und ist für Transport und Lagerung der Treibstoffe zuständig. Ihr Sitz befindet sich in Bonn-Bad Godesberg mit der Hauptverwaltung und den zunächst drei (entsprechend den zuständigen Territorialkommandos), dann zwei Bereichsverwaltungen in Xanten (2015 aufgelöst) und Idar-Oberstein (jetzige Betriebszentrale). Von hier erfolgt die Steuerung des Betriebs und die Überwachung der Pipelinesysteme in Deutschland.

Die Rechtsnachfolgerin der IVG, die private IVG Immobilien, betreibt über ihre Tochter IVG Logistik GmbH weitere Tanklager, die an das CEPS direkt oder indirekt angeschlossen sind. 2007 wurden die Tanklagerstandorte der IVG vom Unternehmen TanQuid erworben und integriert.

Das Stammkapital der FBG liegt traditionell in zwei Händen: 51 Prozent zunächst bei der Vebeg, inzwischen beim Bundesministerium der Verteidigung, 49 % zunächst bei der IVG Logistik GmbH, später bei der IVG Tanklager-Betriebsführungsgesellschaft und inzwischen bei der TanQuid Betriebsführungsgesellschaft mbH.

Einrichtungen in Deutschland mini|NATO Pipeline France and neighbouring countries, 1970 Angeschlossen an das CEPS sind in Deutschland NATO-Tanklager in beziehungsweise bei Lauchheim-Röttingen (Aalen), Altenrath, Mainhausen (Aschaffenburg), Bellheim, Niederstedem (Bitburg), Boxberg, Bramsche, Wonsheim (Fürfeld), Hademstorf (Hodenhagen), Hohn-Bollbrüg, Untergruppenbach-Obergruppenbach (Heilbronn), Huttenheim, Kork (Kehl), Weichering (Neuburg an der Donau NATO) Littel (Oldenburg), Pfungstadt (Kapazität von 40.700 m³, bzw. 40,7 Millionen Liter)Wolfgang Görg: 40 Millionen Liter Kerosin im Wald – Ein Tanklager bei Pfungstadt ist Teil eines europaweiten Leitungsnetzes der Nato, das den Frankfurter Flughafen mitversorgt in Wiesbadener Kurier S. 6 vom 25. Januar 2020, Bodelshausen (Tübingen), Würselen und Walshausen (Zweibrücken) sowie nationale Tanklager zu CEPS bei bundeswehr.de (abgerufen am 28. Dezember 2012). in Gustavsburg, Honau, Krailling (Unterpfaffenhofen), Oberhausen (Neuburg an der Donau IVG) und Speyer.

Die Pipeline wurde entsprechend den jeweils geltenden allgemein anerkannten Regeln der Technik (z. B. TRbF 301/302), ausgelegt. Durch Verlegung in der Erde sollen die Rohrleitungen des Systems dem Zugriff und somit auch Manipulationen entzogen werden. Die Schieberschächte sind mit 30 cm Stahlbeton umwehrt, mit einem Stahldeckel verschlossen und meist umzäunt. Verstärkte Rohrwandungen und sicherheitstechnische Einrichtungen sollen für die Vermeidung von Unfällen sorgen. In wasserwirtschaftlich sensiblen Gebieten werden Sondierleitungen verlegt, um auch Kleinstleckagen zu erkennen. Außerdem sind die Anlagen fernüberwacht. Die Trasse liegt in einem Schutzstreifen, der von Bauwerken und tiefwurzelnden Pflanzen freigehalten wird. Zur Abwicklung von Produkt- und Materialtransporten im Rangierdienst verfügte die FBG zumindest zeitweise auch über eigene Schienenfahrzeuge wie Lokomotiven und Güterwagen.http://www.privat-bahn.de/FBG.html, https://www.bahn-express.de/archiv/77694-02.htm, https://www.rangierdiesel.de/index.php?view=fahrzeuge&object=kork&nav=1406157&lang=1&action=results

Mit zunehmendem Alter der Pipeline und ihrer angeschlossenen Infrastruktur sowie durch steigende Anforderungen an die Wirtschaftlichkeit und Betriebssicherheit wächst auch der finanzielle Unterhaltungsaufwand. So führt eine einzige Firma folgende Referenzen mit Bezug zur Pipeline für die Jahre 2008–2019 auf:

NEPS: 2008–2012 Erneuerung von 2 Tanklägern, 4 Übergabestationen und 3 Pumpstationen in Norddeutschland und Dänemark NEPS und CEPS seit 2011 Einführung instationäre Leckerkennung für 126 Pipelineabschnitte auf 973 km Länge in Deutschland 2016–2018 Erneuerung des Massenbilanzierungs- und Abrechnungssystems im Pipelinenetzwerk auf 753 km Länge mit 9 enthaltenen Pump- und 62 Übergabe-/ Schieberstationen CEPS 2009–2016 Erneuerung von 8 Tanklägern, 28 Übergabestationen, 18 Pumpstationen und 12 Verladestationen in Mittel- und Süddeutschland Neubau der zentralen Leitwarte seit 2012 mit „Cube Technologie“ für 5 Operator-Arbeitsplätze Tanklager Altenrath: Erneuerung Leittechnik und Automatisierungstechnik, Tankrehabilitation, Einführung Fernüberwachung 2010–2015 Tanklager Würselen: Einführung Fernüberwachung 2010–2014 Tanklager Hohn: Erneuerung und Erweiterung TKW-Anlage, Einführung Fernüberwachung 2009–2015 Erneuerung Leittechnik und Automatisierungstechnik: Tanklager und Pumpstation Bitburg: 2012–2015 Tanklager Fürfeld 2014–2016 Tanklager Bellheim 2015–2017 Tanklager Zweibrücken 2014–2017 Hochdruckpumpstation Engden: Verfahrenstechnische Anpassung der Pumpen an geänderte Anforderungen 2014–2015

Finanzierung Der Betrieb der Kraftstoffleitungen wird von der Central Europe Pipeline Management Agency (CEPMA) gesteuert, die seit 1. Juli 2012 Teil der NATO Support Agency (NSPA) ist. Betrieb und Wartung der Kraftstoffleitungen und sonstigen Anlagen (insbesondere Depots) sind Aufgabe der nationalen Betreiberorganisationen (Deutschland: FBG), auf deren Gebiet sich die Kraftstoffleitungen befinden (Gastgeberstaaten). Die Kosten des CEPS einschließlich der CEPMA werden durch Einnahmen aus militärischer und nicht-militärischer Nutzung sowie durch Beiträge der Teilnehmerstaaten gedeckt. Die Finanzierung der FBG als Betreibergesellschaft erfolgt aus den Haushalten des Bundes und der NATO. Der deutsche Beitragsanteil wird im Einzelplan 14 (Bundesministerium der Verteidigung) des Bundeshaushaltes veranschlagt. HaushaltsjahrMio. €198319 (36,5 Mio. DM)198419 (36,4 Mio. DM)198519 (36,4 Mio. DM)1998171999112000112001122002102003122004112005720067200792008920091120107201111201212201314201410201512201617201716201817201912202016202126202224202322202425 Angegeben sind die Ist-Ansätze, für 2023 und 2024 der Soll-Ansatz. Die Werte für die 1980er Jahre stammen aus Bundestagsdrucksachen zu Haushaltsbeschlüssen oder Fragestunden.

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