mini|Kapriole von Ludwig Koch gemalt
Die Kapriole (von ital. capriola = Bocksprung) ist eine Übung der klassischen Reitkunst, bei der das Pferd hoch genug nach vorne oben in die Luft springt, um am höchsten Punkt seiner Flugbahn mit den Hinterbeinen auszuschlagen und danach wieder sicher landen zu können.
Die Kapriole ist die Veredlung des Auskeilens aus dem natürlichen Kampfverhalten der Pferde. Sie war in nicht näher beschriebener Form bereits zu Xenophons Zeiten im antiken Griechenland (um 400 v. Chr.) in der Kriegsreiterei bekannt, denn er spricht in diesem Zusammenhang von:Zitat enthalten in Die Wagen und Fuhrwerke der Griechen und Römer, Joh. Chr. Ginzrot, 1817
Die Meinung, dass hiermit eine kapriolenartige Bewegung gemeint war, vertritt auch Bertold Schirg.Reitkunst im Spiegel ihrer Meister, Band 2, Bertold Schirg, 1992
mini|Kapriole von Ludwig Koch gezeichnet Die Kapriole in ihrer Verwendung als Verteidigungssprung im Krieg wird erstmals bildlich in einer Bilderhandschrift aus dem späten 15. JahrhundertMittelalterliches Hausbuch dargestellt.Mittelalterliches Hausbuch, Schloss Wolfegg. Ende 15. Jahrhundert Die Kapriole zählt zu den Schulen über der Erde der klassischen Reitkunst. Diese werden unterschieden in Erhebungen (Levade und Pesade) und Schulsprünge (Croupade, Ballotade, Kapriole, Wiener Courbette).
Griso unterscheidet zwei Arten der Kapriole: den Widdersprung (Pferd springt senkrecht nach oben, keilt gen Boden aus und landet auf allen vieren) und den Bocksprung (Pferd springt nach vorne oben und keilt aus und landet mit den Vorderhufen zuerst). Letzteren favorisiert er wie später auch Löhneysen.Über die Reutterei, Georg E. Löhneysen, 1609
mini|Cabriole à la main durch einen Reitmeister des Cadre Noir. Die Kapriole wird zuerst an der Hand geschult, und später an der Hand und unter dem Reiter ausgeführt. Guérinière gibt dem Reiter wichtige Anweisungen, wie er sich im Sattel zu halten habe:
Als Vorübungen zeigt Pluvinel die „gestandene Kapriole“ (Pferd steht auf beiden Vorderbeinen und keilt mit beiden Hinterbeinen aus) sowie die Pesade (Pferd steht auf beiden Hinterbeinen und hebt beide Vorderbeine in die Luft).Abb. in Le maneige Royal, Antoine de Pluvinel, 1605
Ziel war es, die Kapriolen in Serie zu springen. Machten die Pferde zwischen den Kapriolen einzelne Sprünge in stark verkürztem Galopp, so sprach man von „Schritt und Sprung“, auch Galopp gaillardReitkunst im Spiegel ihrer Meister, Band 2, Berthold Schirg, 1992 genannt.
Steinbrecht beschreibt Kapriolen sogar auf Volten und in Seitengängen, merkt aber an:
Einzelnachweise
Kategorie:Lektion (Dressurreiten)
en:Airs above the ground#Capriole fr:Airs relevés#Croupade et cabriole