Star Wars: X-Wing ist eine 1993 veröffentlichte Weltraum-Flugsimulation von LucasArts. Programmiert wurde sie für MS-DOS, später kam eine Portierung für den Apple Macintosh hinzu. Das Spiel, das von seinen Machern als „Raumkampf-Simulator“ bezeichnet wird, war das erste, in dem ein Spieler im Cockpit eines Raumjägers in das beliebte Star-Wars-Universum eintauchen konnte. X-Wing wurde für LucasArts ein großer Erfolg und markiert den Beginn einer Reihe von PC-Spielen, die auf der Star-Wars-Saga basieren. Es ist Teil einer Reihe, der auch Star Wars: TIE Fighter und Star Wars: X-Wing Alliance angehören.
Handlung Die Handlung des Spiels beginnt einige Monate vor Beginn von Episode IV – Eine neue Hoffnung. Die Macht des Imperators Palpatine über sein Galaktisches Imperium ist gefestigt. Die fortgesetzten Grausamkeiten bei der Durchsetzung seiner „Neuen Ordnung“ führten jedoch zur Gründung der Allianz der Rebellen. Mit Hilfe der Mon Calamari und anderer Völker gelang es der Allianz, eine schlagkräftige Flotte aufzubauen. Lediglich die Jagdpiloten müssen sich zumeist auf veraltete Schiffe verlassen.
Das Intro des Spiels zeigt die Schlacht von Turkana: Die Hauptflotte der Allianz, darunter das Flaggschiff Independence, wird von einer Gruppe Sternzerstörer entdeckt. Bei der folgenden Schlacht setzen die Rebellen erstmals eine Staffel der neuen, im Geheimen gebauten X-Flügler ein. Dieser neue Sternenjäger richtet unter den TIE-Schwadronen des Imperiums verheerende Schäden an und zwingt ihre Flotte zum Rückzug.
Der Spieler selbst beginnt als Flugkadett der Allianz. Obwohl der Spieler den Namen des Piloten selbst wählen kann, etablieren ein dem Spiel beigelegtes Heft sowie das offizielle Lösungsbuch den Charakter „Keyan Farlander“. In dem Buch werden auch weitere, im Spiel namenlose, Charaktere eingeführt, die allgemein in den Star-Wars-Kanon aufgenommen wurden. Farlander wird nach seiner Ausbildung zur Staffel Rot an Bord des Kreuzers Defiance versetzt.
Feldzug I: Eine neue Allianz Als die imperiale Korvette Bixby zu den Rebellen überläuft, erfahren diese von der Operation „Strike Fear“, die als Reaktion auf die neue Bedrohung durch die X-Flügler gedacht ist. Die Operation soll, unter der Führung des Sternzerstörers Invincible, die vermuteten Basen der Allianz angreifen, anstatt sich ihr im Raumkampf zu stellen. Farlander gelingt es in einer seiner ersten Missionen, den Aufmarsch der imperialen Flotte auszuspähen und einen Großteil der beteiligten Schiffe zu identifizieren. Als erstes mögliches Ziel wird die Rebellenbasis auf Briggia ausgemacht. Die Piloten der Defiance beschützen die Schiffe während der Evakuierung der Basis. Zur gleichen Zeit greifen Sternzerstörer die Rebellenbasis auf Orion IV an und erobern sie. Bevor es zu einem Angriff auf eine dritte Basis kommt, benötigt die Invincible neue Versorgungsgüter. Den Rebellen gelingt es, den Versorgungskonvoi abzufangen und zu zerstören, wodurch die Operation „Strike Fear“ um Wochen zurückgeschlagen wird.
Währenddessen bemüht sich die Allianz der Rebellen um die Unterstützung der Sullustaner. Offiziell dem Imperium verbunden, regt sich im Geheimen Widerstand gegen die Neue Ordnung. Als die Rebellen mehrere von den Imperialen entführte Sullustaner befreien, sagen diese Gesprächen zu. Trotz strenger Geheimhaltung taucht während des Treffens die Invincible auf. Keyan Farlander hat maßgeblichen Anteil daran, dass Rebellen und Sullustaner unbeschadet entkommen können. Mit Hilfe ihrer neuen Verbündeten entwickeln die Rebellen einen Plan, Operation „Strike Fear“ endgültig zu beenden. Die Rebellen entführen mehrere Techniker der Cygnus Corporation. Diese sollen eine Lambda-Fähre so präparieren, dass sie von den Imperialen als Versorgungsfähre erkannt wird. In einer zweiten Mission stehlen die Rebellen einen imperialen Frachter mit einem Atomsprengkopf an Bord. Bei einem fingierten Versorgungsflug mit der umgerüsteten Fähre platzieren die Rebellen die Bombe an Bord der Invincible und bringen den Sternzerstörer zur Explosion. Für seinen Anteil an der Niederschlagung von „Strike Fear“ wird Farlander mit dem Corellianischen Kreuz ausgezeichnet.
Feldzug II: Die große Suche Keyan Farlander und sein Flügelmann assistieren bei der Befreiung zweier Piloten der Allianz aus der Gefangenschaft. Diese informieren die Rebellen erstmals über Gerüchte über eine neue Geheimwaffe des Imperiums. Um die Gerüchte um dieses neue Militärprojekt des Imperators zu verifizieren, startet die Allianz die Operation „Skyhook“. Die Piloten der Defiance kapern einen Frachter mit imperialen Kommunikationssatelliten. Diese Satelliten werden von einer Rebellen-Korvette ausgesetzt und gliedern sich in das Funknetzwerk des Imperiums ein. Einige Zeit später empfängt eine Horchstation in der Cron Drift tatsächlich Details über eine riesige Kampfstation des Imperiums – den Todesstern.
Um ihre Spuren über den Erwerb der Pläne zu verwischen, entwirft der Stab der Defiance einen Plan: Der Sternzerstörer Intrepid, der in diesem Sektor operiert, soll zerstört werden. Die Piloten zerstören in mehreren Missionen erfolgreich Versorgungsmaterial, Geleitschiffe und Jägerstaffeln des Schiffes. In einem waghalsigen Angriff der Staffeln Rot, Gold und Blau soll das nun gestrandete Trägerschiff schließlich direkt angegriffen werden: Während die A-Flügler die verbliebenen Jäger auf sich ziehen, gelingt es Keyan Farlander, die Schildgeneratoren auf der Brücke des Sternzerstörers auszuschalten. Die Y-Flügler führen den eigentlichen Angriff durch: Die Intrepid wird vernichtet.
Währenddessen werden die in der Cron Drift empfangenen Pläne der Senatorin von Alderaan, Leia Organa übergeben. An Bord ihres Konsularschiffs sammelt sie alle Daten, die die Rebellion über den Todesstern in Erfahrung bringen konnte. Überraschend erscheint der Sternzerstörer Immortal und startet seine Jäger gegen die Korvette. Farlander gelingt es, die TIE-Bomber lange genug zurückzuhalten, sodass Prinzessin Leia entkommen kann. Für seine Verdienste bei der Operation „Skyhook“ und die Verteidigung Leia Organas erhält Farlander das Mantooine-Medaillon.
(An dieser Stelle beginnt Episode IV, in der Prinzessin Leia mit den Plänen vor der imperialen Flotte flieht.)
Feldzug III: Das letzte Gefecht Die Allianz der Rebellen bereitet sich auf den Kampf gegen die neue Raumstation des Imperiums vor. Die Piloten der Defiance versuchen zunächst, den Bau der Station zu verlangsamen. Nach wie vor auf der Suche nach dem Produktionsort des Todessterns, beschließt das Kommando der Allianz einen gewagten Plan. Durch die Zerstörung eines Treibstoffdepots soll ein so gestrandetes imperiales Raumschiff erobert werden. Den Piloten der Defiance gelingt es, die Fregatte Priam zu kapern, die die Station mit fast leeren Treibstofftanks anfliegt. Die Rebellen erfahren so den Ort, wo der Todesstern gefertigt wird: den Gefängnisplaneten Despayre. Als die Allianz den Planeten erreicht, hat der inzwischen funktionsfähige Todesstern diesen bereits mit allen Gefangenen vernichtet und das System verlassen. Darüber hinaus wird das Rebellen-Flaggschiff Independence vom Imperium angegriffen. Das Oberkommando der Allianz wird von dem Schiff auf die geheime Basis Yavin IV evakuiert.
Als Prinzessin Leia den Todesstern zu der Geheimbasis lockt, kommt es zu der aus dem Film bekannten Entscheidungsschlacht. Bei X-Wing findet diese in mehreren Etappen statt: Zunächst wird der Geleitschutz der Station angegriffen, dann eine Schneise in die Turbolaser-Phalanxen geschossen. In der letzten Mission lenkt der Spieler schließlich Luke Skywalkers X-Flügler, der den entscheidenden Treffer auf den Todesstern erzielt und diesen vollständig vernichtet. Farlander, der – laut Kanon – während der Mission einen Y-Flügler flog, überlebt die Schlacht und erhält den Orden „Stern von Alderaan“.
Spielprinzip Der Spieler legt zunächst ein Pilotenprofil an. Durch den Abschluss von Missionen und das Sammeln von Spielpunkten können Orden und Beförderungen verdient werden. Stirbt der Pilot während einer Mission oder wird er vom Imperium gefangen genommen, kann er vom Spieler „wiederbelebt“ werden, verliert aber alle Punkte und Rangstufen. Die meisten Spieler umgehen diese Einschränkung, indem sie nach jeder erfolgreichen Mission manuell eine Sicherungskopie ihrer Pilotendatei anlegen. Nach der Profilwahl hat der Spieler drei Wahlmöglichkeiten: Das „Trainingsgelände“ ist ein Hindernisparcours, der in einer bestimmten Zeit durchflogen werden muss. Die „historischen Missionen“ sind einzeln auswählbare Einsätze, die teilweise als Tutorial für den eigentlichen Hauptteil des Spiels dienen.
Den Hauptteil stellen die „Feldzüge“ dar. Diese (zunächst drei, mit Erweiterungen fünf) Feldzüge sind lineare Abfolgen von Missionen. Es gibt keine Verzweigungen; Missionen müssen grundsätzlich so oft wiederholt werden, bis sie erfolgreich abgeschlossen werden. Auffallend ist, dass im Gegensatz zu Wing Commander auf eine Hintergrundgeschichte auf Ebene des Spielers und anderer Piloten konsequent verzichtet wurde. Andere Jagdpiloten der Rebellen treten nur durch ihre Rufzeichen („Rot 1“, „Gold 2“ etc.) in Erscheinung. Die Handlung wird stattdessen nur durch die Missionsbeschreibungen und einzelne Zwischensequenzen weiterentwickelt. Die Missionen sind das eigentliche Herzstück von X-Wing, da sie in Sachen Komplexität und Taktik die meisten anderen Weltraumsimulationen übertreffen. Geskriptete Ereignisse führen durch das jeweilige Szenario, das so meist aus ruhigeren und auch zeitkritischen Phasen besteht. Es gibt feste Missionsziele, die häufig verlangen, dass der Spieler eigene Schiffe vor Angriffen beschützt. Da die KI der Gegner ebenfalls unterschiedliche Missionsziele verfolgt, gilt es abzuwägen, ob man sich zuerst um die auf einen selbst angesetzten Jäger kümmern oder die eigenen Schiffe vor den Torpedos der Bomber schützen soll. Häufiger als in vergleichbaren Spielen kommt hierbei der Flügelmann zum Tragen, der zwar keine hohe Trefferquote hat, Gegner aber effektiv ablenken kann. Von taktischer Bedeutung ist auch das „Energiemanagement“: Die Energie von Lasern und Schilden kann in mehreren Stufen geregelt werden. Dies ist nötig, da sich sowohl Laserbänke als auch Schilde in Normalstellung nicht wieder aufladen. Andererseits wirkt sich eine hohe Einstellung negativ auf die Geschwindigkeit aus.
Einziges Kriterium bei der Bewertung der Mission ist, ob die vorgegebenen Ziele erfüllt werden konnten. Für Abschüsse und Trefferquoten werden Punkte vergeben, die in Beförderungen oder Auszeichnungen resultieren können. Bei Nichterfüllen eines Primärzieles muss die Mission solange wiederholt werden, bis sie erfolgreich zum Abschluss gebracht wird. Nach dem Abschluss eines Feldzugs können die darin enthaltenen Zwischensequenzen beliebig angesehen werden.
Entwicklungsgeschichte
Als 1992 die Programmierung von X-Wing begann, wehte gerade ein frischer Wind durch das Star-Wars-Franchise: Neun Jahre nachdem der letzte Star-Wars-Film in den Kinos angelaufen war, brachte Timothy Zahns Thrawn-Trilogie, die die Geschichte vom Krieg der Sterne weitererzählte, die Saga wieder ins Gespräch. Zu dieser Zeit beschränkte sich die Auswahl an Star-Wars-Spielen auf einfachere Arcade- und Konsolenspiele. Chris Roberts’ Wing Commander hatte aber bereits 1990 bewiesen, dass moderne Computer inzwischen in der Lage waren, komplexe Weltraumsimulationen zu berechnen. LucasArts beauftragte Edward Kilham, der bis dahin an mehreren erfolgreichen LucasArts-Adventures mitgearbeitet hatte, und Lawrence Holland mit der Entwicklung eines würdigen Konkurrenten. Holland hatte zuvor mit seinem Team mehrere Flugsimulationen programmiert, die im Zweiten Weltkrieg angesiedelt waren, darunter das erfolgreiche Secret Weapons of the Luftwaffe. Ein Großteil der Programmierer dieses Titels übernahm auch die Arbeit an X-Wing (ihre nachfolgenden Spiele wurden unter dem Label „Totally Games“ entwickelt).
Design