Linkin Park ist eine im Jahr 1996 unter dem Namen Xero in Agoura Hills, Los Angeles County (Kalifornien) gegründete US-amerikanische Band, die zumeist den Musikstilen Nu Metal, Alternative Rock, Rap Rock und Electro Rock zugeordnet wird. Nachdem 1999 Chester Bennington der Band als Frontsänger beigetreten war, benannte sich die Band zunächst in Hybrid Theory und nur kurze Zeit später in Linkin Park um.

Bereits mit ihrem Debütalbum Hybrid Theory im Jahre 2000 gelang der Band der internationale Durchbruch. In den folgenden Jahren veröffentlichte die Band mit Meteora (2003), Minutes to Midnight (2007), A Thousand Suns (2010), Living Things (2012), The Hunting Party (2014) und One More Light (2017) sechs weitere Studioalben. Mit mehr als 160 Millionen verkauften Alben und Singles ist Linkin Park eine der kommerziell erfolgreichsten Bands des 21. Jahrhunderts.

Am 20. Juli 2017 beging Chester Bennington Suizid. Nach dem Tod des Frontsängers zog sich die Band zunächst zurück, veröffentlichte in den folgenden Jahren aber Jubiläumsalben mit unveröffentlichten Songs. Im September 2024 gaben sie ihr Comeback bekannt. Linkin Park besteht derzeit aus den Gründungsmitgliedern Mike Shinoda (u. a. Sänger und Rhythmusgitarrist), Brad Delson (Leadgitarrist), Dave Farrell (E-Bassist) und Joseph „Joe“ Hahn (DJ) sowie der Sängerin Emily Armstrong und Colin Brittain am Schlagzeug.

Geschichte Entstehung und Namensänderung (1996–1999) 1991 besuchten Mike Shinoda und Brad Delson, die sich schon aus der Agoura Highschool in Kalifornien kannten, ein Konzert der Thrash-Metal-Band Anthrax, die zusammen mit der Hip-Hop-Gruppe Public Enemy auftrat. Dies soll die Inspiration für die Gründung einer Band gewesen sein.

mini|hochkant|links|Ehemaliges Hybrid-Theory-Logo vor der Umbenennung in Linkin Park 1996 gründeten Shinoda und Delson mit dem Schlagzeuger Rob Bourdon, ihrem Schulkameraden, in Los Angeles die Band Xero. Später stieß der DJ Joe Hahn – ein Kommilitone des Kunststudenten Shinoda – zur Band. Dave Farrell, ein Mitbewohner von Delson, komplettierte die Band vorläufig. Sänger der Band war zuerst Mark Wakefield, der bereits nach dem Einspielen eines Demos ausstieg, weil es ihnen keinen Plattenvertrag einbrachte. Delson hatte zu der Zeit bereits Kontakt zu Jeff Blue, dem Vize-Präsidenten der Warner Music Group. Über diesen fanden sie als Ersatz am Gesang Chester Bennington, den vorherigen Sänger der Post-Grunge-Band Grey Daze. Um das Demo zu singen, schloss sich Bennington drei Tage lang in einem kleinen Studio ein, worauf er es über Telefon der Band vorspielte. Dies überzeugte die Band, ihn aufzunehmen. Um sich voll auf die Band konzentrieren zu können, kündigte Bennington seine Arbeit und zog mit seiner Frau von Arizona nach Kalifornien. Nach seinem Hinzukommen im Jahre 1999 benannte sich die Band in Hybrid Theory um, was später auch der Titel des ersten Albums werden sollte. Aufgrund möglicher rechtlicher Probleme (es existierte schon eine andere Band unter diesem Namen) wurde eine zweite Umbenennung vorgenommen und man einigte sich auf Linkin Park. Wenig später nahm Jeff Blue die Band unter Vertrag.

mini|Hybrid Theory 8-Track-Demo Dieser Name geht auf den Lincoln Park in Santa Monica zurück, welcher heute aber eine andere Bezeichnung trägt. Weil es unzählige Lincoln Parks in den USA gibt, wurde die anfangs überregional unbekannte Band laut eigener Aussage häufig für eine neue Nachwuchsgruppe aus der Gegend gehalten und kam auf diese Weise schnell zu Aufmerksamkeit.

Die Abwandlung der Schreibweise in Linkin Park war rein pragmatischer Art, denn die Band wollte sich eine .com-Domain sichern. Erleichtert wurde diese Entscheidung dadurch, dass man Lincoln Park in Kalifornien tatsächlich wie Linkin Park ausspricht. Die Website wurde am 24. Mai 2000 registriert.

Erstes Album und schnelle Erfolge (1999–2002)

Die Band nahm 1999 ihre erste EP mit dem Titel Hybrid Theory EP auf, zu dem Zeitpunkt noch unter dem Bandnamen Hybrid Theory.

Zwischen März und Juni 2000 arbeitete Linkin Park am gleichnamigen Album Hybrid Theory bei NRG Recordings in North Hollywood, worauf es am 24. Oktober 2000 in den USA veröffentlicht wurde. hybridsoldier.de, abgerufen am 23. Februar 2012. Das Album war ein massiver Erfolg. Im Debüt-Jahr wurden 4,8 Millionen Exemplare des Albums verkauft. Die Single-Auskopplungen One Step Closer und Crawling dominierten die Charts in vielen Nationen.Charts DE

Die Band gewann den Grammy Award for Best Hard Rock Performance für Crawling und wurde für den Grammy in den Kategorien Best New Artist und Best Rock Album nominiert.

Das Album schaffte es in die Top 20 der Billboard-Charts und erhielt nach nur drei Wochen die Goldene Schallplatte. Auf der folgenden Tour als Vorband für die Deftones konnten Linkin Park auch vor großem Publikum überzeugen und erhielten wohlwollende Kritiken.

Reanimation und Meteora (2002–2004)

Im Jahr 2002 veröffentlichte die Band das Album Reanimation, ein hauptsächlich auf Hybrid Theory basierendes Remixalbum. Auf vielen Liedern kollaborierte Linkin Park mit anderen Musikern und Rappern, z. B. DJ Babu. Die Namen der einzelnen Lieder leiteten sich von den Namen ihrer Vorlagen her, so wurde z. B. aus Forgotten der Titel Frgt/10.

Im Dezember 2002 gab die Band offiziell bekannt, dass sie an einem neuen Album arbeiten. Das Album wurde am 25. März 2003 als Meteora veröffentlicht, worauf es sofort weltweite Anerkennung erhielt. Linkin Park führte auf Meteora die Abwechslungen aus den gesungenen Teilen von Bennington und den gerappten Teilen von Shinoda fort, setzte dabei aber auf weitere innovative Elemente wie den Einsatz einer Shakuhachi, einer japanischen Bambuslängsflöte. Der Albumtitel referenziert die griechische Gebirgsregion Meteora, von der die Bandmitglieder nach eigenen Angaben inspiriert worden waren.

Von Meteora wurden allein in der ersten Woche rund 800.000 Exemplare verkauft. Die Singles des Albums, z. B. Numb, erreichten große Radio-Präsenz. Im Oktober 2003 hatte Linkin Park schon 3 Millionen Mal das Album verkauft.

Nebenprojekte (2004–2006)

Nach dem Erfolg von Meteora konzentrierten sich die Mitglieder Linkin Parks auf verschiedene Nebenprojekte. Chester Bennington gründete die Band Dead by Sunrise, nachdem er Songs geschrieben hatte, die er als zu moody für Linkin Park empfand. Mike Shinoda gründete 2004 Fort Minor, woraufhin er im nächsten Jahr das erste Album von Fort Minor herausbrachte, The Rising Tied, und arbeitete mit Depeche Mode zusammen. 2004 arbeitete die Band wieder mit Jay-Z zusammen, um mit ihm das neue Album Collision Course zu veröffentlichen.

Bei den Grammy Awards 2006 spielten Linkin Park mit Jay-Z Numb/Encore, ein Lied aus Collision Course, das für den Grammy nominiert wurde, worauf Paul McCartney mit auf die Bühne kam und Verse aus Yesterday hinzufügte.collision course. In: Laut.de

Minutes to Midnight (2006–2008)

mini|hochkant|Linkin-Park-Logo (2007–2010) mini|hochkant|Linkin-Park-Symbol (bis 2024) 2006 begann die Band an einem neuen Album zu arbeiten, wofür sie Rick Rubin als Produzent wählten. Im Mai meinte Shinoda, dass Linkin Park noch im selben Jahr ein neues Album herausbringen werde, was sich als falsch herausstellte. Im September fügte Bennington hinzu, dass das neue Album vom alten Nu-Metal Stil abweichen werde. Warner Bros. Records gab schließlich bekannt, dass das Album Minutes to Midnight am 15. Mai in den USA veröffentlicht werde.

Im August 2006 traten Linkin Park als Vorband von Metallica auf dem Festival Summer Sonic in Japan auf. Sie stellten dabei das bislang unveröffentlichte Lied QWERTY und Reading My Eyes (vom Xero-Mixtape) vor. Reading My Eyes ist auf dem rein für Fanclubmitglieder erhältlichen Sampler Linkin Park Underground V6.0 und auf dem 2020 erschienenen Jubiläumsalbum Hybrid Theory 20th Anniversary Edition erhältlich. Das Stück Qwerty findet man auf den Undergroundalben Songs from the Underground und A Decade Underground wieder.

Das Album Minutes to Midnight erschien in Deutschland am 11. Mai 2007, mit What I’ve Done wurde vorab zum 4. Mai eine Single weltweit veröffentlicht. Das Album zeigt die Band, wie zuvor mehrmals angekündigt, stilistisch stark verändert. Die Nu-Metal- und Crossoverelemente sind nur noch sporadisch zu vernehmen und die Musik geht insgesamt mehr in Richtung Alternative Rock. Der sonst charakteristische Wechselgesang zwischen Bennington und Shinodas Raps ist ebenso gewichen und wird nur noch auf einem einzigen Lied (Bleed It Out) derart eingesetzt. Die Texte der neuen Lieder setzen sich auch mit aktuellen politischen Geschehnissen auseinander, so wird in Hands Held High der Irakkrieg kritisiert, in The Little Things Give You Away das Verhalten der US-amerikanischen Regierung beim Hurricane Katrina angeprangert, No More Sorrow richtet sich gegen George W. Bush.

Im Sommer 2007 spielten Linkin Park unter anderem als Headliner auf den Festivals Rock am Ring, Rock im Park und dem Live-Earth-Konzert in Chiba (Japan). Aus einer Kollaboration mit Busta Rhymes entstand das Stück We Made It, das als Promo-Single für dessen Album Back on My B. S. veröffentlicht wurde, auf dem Album selbst jedoch nicht zu hören ist.

A Thousand Suns (2008–2011)

Im Jahre 2009 veröffentlichte Linkin Park die EP Songs from the Underground. Dort erschien auch der Song QWERTY, der vorher nur für Mitglieder des Fanclubs Linkin Park Underground erhältlich war. Am 18. Mai 2009 erschien die Single New Divide als Titellied zum Film Transformers – Die Rache. Bereits zum ersten Transformers-Film steuerten Linkin Park das Lied What I've Done bei. Zum Erdbeben in Haiti 2010 steuerten Linkin Park den Titel Not Alone dem Album Download to Donate bei.musicforrelief.org

Am 8. September 2010A Thousand Suns (CD/DVD Version) (Archiviert vom Original im Internet Archive), abgerufen am 4. April 2019 wurde das erneut von Rick Rubin und Mike Shinoda produzierte Album A Thousand Suns veröffentlicht. Anfang August erschien mit The Catalyst die erste vorab-Single. Am 2. September verschickten Linkin Park exklusiv den Song Wretches and Kings an alle Leute, die das Album über die offizielle Webseite vorbestellt hatten. Zudem wurde am 3. September die zweite Single Waiting for the End angekündigt, die ab 7. September im Radio zu hören war. Linkinpark.de

Vierte Single und gleichzeitig der Titelsong zu Transformers 3 wurde Iridescent. Zudem traten sie am 4. Juli bei dem iTunes Festival 2011 auf, wovon sie dann auch auf iTunes eine EP veröffentlichten. Bei dem Auftritt spielten sie auch den Song Rolling in the Deep von Adele.

Living Things und Recharged (2011–2013)

Im Juni 2011 kündigte Chester Bennington an, dass an einem weiteren, fünften Studioalbum gearbeitet werde. Dem Magazin Kerrang erzählte er, dass für jenes wieder eine neue musikalische Stilrichtung angestrebt wird. Seiner Meinung nach könnte diese wohl polarisierend sein.Adam Bychawski: Linkin Park: ‘Our next album will polarize people’ In: nme.com. 15. Juni 2011, abgerufen am 11. Juli 2016 (englisch).

Wie auch bei den letzten zwei Alben, Minutes to Midnight und A Thousand Suns, war Rick Rubin wieder Produzent.Rick Rubin auf allmusic.com (englisch). Abgerufen am 20. Mai 2012 Er sagte, dass es für den aktuellen Zeitpunkt in der Entwicklung im Vergleich zu den anderen Alben einen bedeutenden Fortschritt gebe. Es werde sich typischerweise einmal in der Woche getroffen, um über Songs zu reden, die die Band entwickelt hat.Rick Rubin über das fünfte Studioalbum

Außerdem verriet Bennington dem Rolling Stone im Juli, dass für weitere Alben ein 18-Monate-Rhythmus angestrebt werde und er erschrocken sein würde, wenn 2012 kein Album erscheinen würde. Es werde weiterhin neues Material produziert, auch während Tourneen.Interview von Rolling Stone