mini|Villa Zanders (September 2006) Das Kunstmuseum Villa Zanders ist die ehemalige Villa, erbaut 1873/74, der Unternehmerfamilie Zanders in Bergisch Gladbach im Rheinisch-Bergischen Kreis (Nordrhein-Westfalen). Sie steht unter Denkmalschutz und ist seit 1992 als Kunstmuseum für Besucher geöffnet. Zunächst als „Städtische Galerie Villa Zanders“ bezeichnet, wurde sie 2014 in „Kunstmuseum Villa Zanders“ umbenannt.

Geschichte mini|Villa Zanders von Nordosten mit der Schnabelsmühle; Holzstich von Richard Brend’amour nach Carl Ludwig Fahrbach um 1880 Die herrschaftliche Villa Zanders, ursprünglich nur durch den Park von der benachbarten Papierfabrik getrennt, wurde von 1873 bis 1874 für Maria Zanders, die Witwe des früh verstorbenen Papierfabrikanten Carl Richard Zanders, nach Plänen des renommierten Kölner Architekten Hermann Otto Pflaume errichtet. Sie lag ursprünglich inmitten einer kleinen Parkanlage, von der nur noch Reste erhalten sind. Maria Zanders lebte 30 Jahre in der Villa, bis zu ihrem Tod 1904. Nach ein paar Jahren Leerstand zog ihr Sohn Hans Zanders ein, nach dessen Tod im Jahr 1915 lebte seine Witwe dort bis 1932.

Das Anwesen ging 1932 in das Eigentum des alten Rheinisch-Bergischen Kreises und später durch einen Grundstückstausch in das der Stadt Bergisch Gladbach über. Lange Zeit diente es als Verwaltungssitz der beiden Behörden.Wolfgang Vomm: Die Musenvilla. In: Bürgerburg und Musenvilla. Zugänge zu historischen Herrschaftsbauten in Bergisch Gladbach. Bergisch Gladbach 2006, ISBN 3-9809631-8-7, S. 151–196. In den 1970er Jahren wurde die Villa baufällig, es drohte der Abriss. Am 23. Juni 1982 wurde die Villa Zanders als Nr. 20 in die Liste der Baudenkmäler in Bergisch Gladbach eingetragen. Von 1985 bis 1992 wurde das Gebäude saniert. Der „Rote Salon“ stand früher für standesamtliche Trauungen bereit., abgerufen am 27. Dezember 2015.

1992 wurde die Villa als „Städtische Galerie Villa Zanders“ wieder eröffnet. Heute beherbergt sie das städtische Kunstmuseum und bildet zusammen mit dem benachbarten Bürgerhaus „Bergischer Löwe“ das kulturelle Zentrum der Stadt und der Region. Im Fokus der Aktivitäten steht Kunst aus und mit Papier, um die Geschichte des Hauses zu würdigen.

Architektur Die Fassaden des dreigeschossigen Baus aus Backstein-Mauerwerk werden durch Naturstein-Elemente im Stil der französischen Renaissance gegliedert. Die Risalitbildung, die vertikale Betonung und das Motiv des Triumphbogens sind charakteristisch. Das Mansarddach ist durch Gauben belebt; das Dachgesims und die Kaminaufbauten sind nicht erhalten. Ein zeitgenössischer Holzstich zeigt, dass die Bauten der ehemaligen Papierfabrik Schnabelsmühle ziemlich nahe an die südliche Seite der Villa heranreichten.

Kunstmuseum Villa Zanders Ab 1986 wurde das Gebäude saniert. Seit dieser Zeit brachte man hier die Verwaltung für die städtischen Museen und besonders das Kunstmuseum Villa Zanders unter. Dieses wurde ab dem 1. September 2012 von der Kunsthistorikerin Petra Oelschlägel geleitet.Impressum Homepage Galerie, abgerufen am 29. Oktober 2012. Sie verließ das Museum zum 2024 in den Ruhestand. Ihre Nachfolgerin ist seit 1. März 2024 die promovierte Kunsthistorikerin Ina Dinter.

Das Haus zeigt Kunst auf drei Etagen: Im historischen Ambiente des Erdgeschosses wird hauptsächlich spätromantische Malerei der Düsseldorfer Malerschule aus der Zeit von Maria Zanders gezeigt, darunter Werke von Künstlern wie Johann Wilhelm Schirmer, Carl Ludwig Fahrbach und dem aus Bergisch Gladbach stammenden Johann Wilhelm Lindlar. Die beiden umgestalteten Obergeschosse sind zur Präsentation von Wechselausstellungen moderner Kunst vorgesehen. Hier finden Ausstellungen zur Kunst des 19. bis 21. Jahrhunderts statt. An erster Stelle steht die hauseigene Sammlung „Kunst aus Papier“. Sie umfasst ca. 500 Werke von internationalen Künstlerinnen und Künstlern und erinnert an die 400-jährige Tradition der Stadt als Ort der Papierherstellung. Die im Haus befindlich, ehrenamtlich betriebene Artothek hält über tausend Kunstwerke zur Ausleihe vor. Für eine begrenzte Zeit kann man sich hier zum Beispiel ein Original von Joseph Beuys für die eigenen vier Wände ausleihen. Diese ist seit 1993 eröffnet und spiegelt die internationale künstlerische Entwicklung seit der Nachkriegszeit bis heute.

Sonderausstellungen seit 2010 (Auswahl) 2010/2011: Die multiplizierte Natur. Schirmer und die Druckgraphik, 2010, Johann Wilhelm Schirmer. Vom Rheinland in die Welt 2011: Heinz Zolper, Wahrnehmung und Glaube I Variationen zur Lemniskate 2012/2013: Salonstücke RELOADED. Künstlerräume 2013: Norbert Prangenberg. „Winterreise“ 2014: Monika Grzymala. – Rückbau, abgerufen am 27. Dezember 2015 2014: Ines Hock: Line to Line 2016: Heike Weber – 23 2016: Achtung Kulturgut. Die Sammlung Kunst aus Papier 2016: Schwarzarbeit – Die Magie des Dunklen 2017: Karin Sander – Identities on Display 2017: Freunde treffen sich – revisited. Manfred Boecker, Rainer Gross, Wolfgang Niedecken 2017/2018: in der Reihe „Ortstermin“: Mary Bauermeister. Zeichen, Worte, Universen 2018: Reinhold Koehler – Décollagen 2018/2019: Karlheinz Stockhausen – Klang Bilder 2019: Tina Haase. unbedingt 2019: KUNST ist immer eine Behauptung. SAMMELN auch. 50 Jahre Sammlung Kraft 2019: Stefan Wewerka – Dekonstruktion der Moderne 2020: Neu aufgestellt; Neuerwerbungen, Schenkungen, Dauerleihgaben und mehr 2020: in der Reihe „Ortstermin“: „Es wird einmal gewesen sein“ Jutta Dunkel – Martin Rosswog 2021: Hede Bühl imago. Arbeiten auf Papier 2021: Aus Papier! Ein Album zur Sammlung „Kunst aus Papier“ 2021/2022: Gesa Lange. Filament 2021/2022: Peter Tollens. Something to live for 2021/2022: Kabinettausstellung: Wir Lichtgestalten 2022: Kabinettausstellung: Otto Nemitz. Malerei wird Raum 2022: Katharina Hinsberg. Still Lines 2022: Inge Schmidt 2022/2023: Bibliomania. Das Buch in der Kunst. Malerei, Zeichnung, Fotografie, Film, Installation, Buchobjekte, Künstlerbücher. 2023: Mechtild Frisch. Sehstücke. 2023: Rainer Plum. Im Fluss der Linien 2023/2024: Oskar Holweck. Meister der Reduktion 2024: Martin Noël – Otto Freundlich. Die Entdeckung der Moderne 2024: Kabinettausstellung: Honig für Kunst und Gesellschaft. Bienen und ihre Produkte in Werken von Joseph Beuys, Hede Bühl, Felix Droese u.a. 2024: Jenny Michel: Soft Ruins 2024/25: Paper / Elements. Kunst aus Papier und die vier Elemente 2024/25: Ruth Marten. All About Eve 2024/25: Kabinettausstellung: Michael Buthe 80/30. Arbeiten mit und auf Papier aus der Sammlung Kraft 2025: Kunst ohne Grund. Hängende Skulpturen und Installationen aus Papier 2025/26: Kabinettausstellung: Heute hier, morgen dort. Unterwegs mit Walter Lindgens 2025/26: Eckart Hahn. Papiertiger 2025/26: Veronika Moos: nicht mehr und dann 2026: Zeichenräume. Monika Bartholomé, Claudia Busching, Kati Gausmann, Betina Kuntzsch, Angela Lubič, Katja Pudor, Kamilla Szíj, Jolanta Wagner, Julia Ziegler 2026: James Ensors fantastische Welten. Druckgraphik aus der Sammlung Quinensor 2026: Am Rande des Vulkans. Blut als Material in der Kunst bei Peter Gilles im Dialog mit Joseph Beuys, Felix Droese, Jenny Holzer, Birgit Kahle, Hermann Nitsch und Anna Sudermann

Siehe auch Liste der Museen im Rheinisch-Bergischen Kreis

Literatur Claudia Euskirchen, Olaf Gisbertz, Ulrich Schäfer (Bearb.): Dehio-Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Nordrhein-Westfalen, Band 1, Rheinland. Deutscher Kunstverlag, München / Berlin 2005, ISBN 3-422-03093-X, S. 130.

Weblinks

Website des Kunstmuseums Villa Zanders

Einzelnachweise

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