mini|Wappen der Transalpinen Redemptoristen mini|Papa Stronsay und das Kloster Golgotha
Die Transalpinen Redemptoristen, offiziell lateinisch Filii Sanctissimi Redemptoris („Söhne des Allerheiligsten Erlösers“), englisch Sons of the Most Holy Redeemer, Ordenskürzel FSSR, sind eine altritualistische Ordensgemeinschaft, die die Liturgie in der außerordentlichen Form des römischen Ritus feiert und sich inzwischen zum Sedisprivationismus (Ablehnung der regierenden Päpste) bekennt. Sie zählte 2026 24 Mitglieder, die in abgelegenen Klosteranlagen in Schottland leben.
Geschichte Gründung und anfängliche Entwicklungen Die Gemeinschaft wurde 1988 mit dem Segen des Erzbischofs Marcel Lefebvre gegründet. Bis 2008 blieb sie eng mit der Priesterbruderschaft St. Pius X. verbunden. Als ihre Berufung sehen die Transalpinen Redemptoristen an, nach der ursprünglichen Ordensregel und Lebensweise der Redemptoristen zu leben, wobei die Modernisierung der Redemptoristenregel von 1969 abgelehnt wird.
Zunächst hatte die Gemeinschaft bis 2001 mit dem Warden Manor ein Kloster auf der Insel Sheppey, zudem gab es einige Jahre in Joinville in Frankreich ein zweites Haus.
Im Jahr 1999 erwarben die Transalpinen Redemptoristen die Insel Papa Stronsay, eine kleine Nebeninsel von Stronsay auf Orkney, renovierten die verfallenen Gebäude; das waren im Wesentlichen das Herrenhaus und die umliegenden Gebäude der ehemaligen Fischereistation aus der Zeit des letzten Heringbooms im 19. Jahrhundert. Dort errichteten sie das Kloster Golgotha. In den Folgejahren entstand eine kleine Siedlung aus Zellenhäusern, die den etwa 20 Mönchen der Gemeinschaft als Unterkunft dienen. Zur Sicherung ihrer wirtschaftlichen Existenz betreiben sie eine Schafzucht mit eigener Käserei, Fischfang und kommerziellen Gartenbau. Die Transalpinen Redemptoristen beteiligen sich nach eigenen Angaben stark am kulturellen und sozialen Leben der Inselgemeinde und tragen durch ihre handwerklichen Leistungen bei, dass das Stronsay Fish Mart Interpretation Centre mit dem angeschlossenen Independent Hostel unterhalten werden.
Nach Erlass des Motu Propio Summorum Pontificum durch Papst Benedikt XVI. suchte die Gemeinschaft beim Heiligen Stuhl um die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche nach. Im Namen der Gemeinschaft bat ihr Oberer, Michael Mary Sim, am 18. Juni 2008 vor der päpstlichen Kommission Ecclesia Dei um Aufhebung der über sie verhängten Kirchenstrafen und erhielt am 26. Juni 2008 zustimmende Antwort. Am 1. Juli 2008 teilten die Transalpinen Redemptoristen die Einigung mit Rom öffentlich mit. Eine kanonische Errichtung als Orden kam zunächst noch nicht zustande. Am 15. August 2012 erhielten sie schließlich vom Bischof von Aberdeen, Hugh Gilbert OSB, die Anerkennung als Institut diözesanen Rechts.
2020 wurde im Bistum Great Falls-Billings nahe der Stadt Jordan im Garfield County in Montana ein weiteres Domizil erworben und mit dem Bau eines Klosters im Rosebud County, ebenfalls in Montana, begonnen.
Im April 2026 ertrank ein 24-jähriger Ordensmann im Meer. Kurz nach der Veröffentlichung eines zweiten schismatischen Manifests im April 2026 entflohen zudem drei Männer der Gemeinschaft auf der Insel.
Konflikte mit der römisch-katholischen Kirche Die Gemeinschaft ist davon überzeugt, dass „die Kirche […] mindestens seit Papst Gregor XVI. (1831–1846) von Feinden unterwandert“ sei. Zudem habe das Zweite Vatikanische Konzil die „freimaurerische Irrlehre des Indifferentismus“ gelehrt.
Im Jahr 2024 wurden Ordensleute der Transalpinen Redemptoristen aus der Diözese Christchurch in Neuseeland ausgewiesen und es wurde ihnen untersagt, ihre priesterlichen Dienste in dieser Diözese auszuführen. Dies geschah durch den Bischof von Christchurch, Michael Andrew Gielen, welcher damit, nach einer Apostolischen Visitation, auf ein Schreiben des Ordensdikasteriums reagierte. Die Visitation fand statt, nachdem Medienberichte verlautbaren ließen, dass Mitglieder der Transalpinen Redemptoristen unerlaubt Exorzismen durchgeführt hätten.
Im Oktober 2025 erklärte die Gemeinschaft in einem offenen Brief, „dass der traditionelle katholische Glaube, der Glaube aller Zeiten und der Heiligen, mit der neuen, modernen Kirche, der Frucht des Zweiten Vatikanischen Konzils, unvereinbar ist. Sie können schlicht nicht in einem Leib gemeinsam bestehen“. Dabei hoben sie ablehnend die „Liberalisierung des Kommunionempfangs, die Einschränkungen der vorkonziliaren Liturgie durch Traditionis custodes und die Erlaubnis für Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare durch Fiducia supplicans“ hervor. Zum Teil wurde dieser offene Brief „als schismatischer Akt“ gewertet. Bischof Hugh Gilbert OSB verurteilte das Verhalten des Ordens und leitete ein kanonisches Verfahren gegen den Orden ein.
Nachdem der Obere der Niederlassung in Christchurch, Pater Michael Mary, am 10. April 2026 die Einberufung eines Konzils ohne Papst angekündigt hatte, erklärte die Kongregation am 2. Mai 2026, dass sie die Päpste seit Paul VI. nicht mehr anerkenne. Daraufhin wurde ein kanonisches Strafverfahren gegen den Oberen der Transalpinen Redemptoristen, Pater Michael Mary, eingeleitet. Im Juni 2026 wurde er wegen Schismas exkommuniziert.
Am 25. Juli 2026 wurde Pater Michael Mary zum Bischof geweiht. Die Weihe spendete der Kanadier Pierre Roy, Kokonsekratoren waren Fernando Altamira und Rodrigo Henrique Ribeiro da Silva.
Weblinks Website der Transalpinen Redemptoristen Mitteilungen der Transalpinen Redemptoristen
Einzelnachweise
Kategorie:Männerorden Kategorie:Orkney Kategorie:Gründung einer religiösen Organisation 1988