Das Rundblatt-Labkraut oder Rundblättrige Labkraut (Galium rotundifolium) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Labkräuter (Galium) innerhalb der Familie der Rötegewächse (Rubiaceae). Ein Synonym ist Trichogalium rotundifolium
Beschreibung Vegetative Merkmale Das Rundblatt-Labkraut ist eine kleine, immergrüne, ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von etwa 15, selten bis 30 Zentimetern erreicht. Die aufsteigenden Stängel sind schlaff.
An jedem Knoten stehen genau vier Laubblätter. Innerhalb der Gattung sind für diese Art die breit-elliptischen oder eiförmigen Blattspreiten typisch, die höchstens 2,5-mal so lang wie breit sind. Die Blattränder sind mit feinen Stachelspitzen besetzt bis weiß-borstig behaart. Außer dem Mittelnerv sind noch zwei weitere Seitennerven, die vom Blattgrund in einem Bogen bis fast zur Blattspitze gehen, zu sehen, so dass die Laubblätter dreinervig aussehen.
Generative Merkmale Die kleinen weißen Blüten stehen in einer lockeren, endständigen, etwa schirmförmigen Thyrse. Die Blütezeit liegt je nach Standort zwischen Juni und September.
Die Früchte sind mit hakigen Borsten besetzt.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22.
Ökologie Beim Rundblättrigen Labkraut handelt es sich um einen mesomorphen Chamaephyten. Das Rundblättrige Labkraut ist ein Moderhumus-Wurzler.
Die Bestäubung erfolgt durch Insekten oder es erfolgt Selbstbestäubung.
Die Ausbreitung der Diasporen erfolgt über den Wind oder Klettausbreitung sowie Verdauungsausbreitung.
mini|Rundblättriges Labkraut (Galium rotundifolium) mini|Blattquirl Vorkommen Das Verbreitungsgebiet des Rundblättrigen Labkrautes reicht von Europa bis Afghanistan und umfasst außerdem Marokko, das nördliche Borneo, Java und von Bangladesch bis Vietnam. Es kommt nur in den gemäßigten Regionen Europas vor. In den Allgäuer Alpen steigt es am Bolsterlanger Horn in Bayern in Höhenlagen bis zu 1540 Meter auf.
Das Rundblatt-Labkraut gedeiht vor allem in Fichten- und Tannenmischwäldern und in Fichtenforsten. In den Gebirgen ist es verbreitet, ansonsten kommt es nur sehr zerstreut vor. Es wächst in Mitteleuropa zerstreut, aber gesellig in moosreichen Wäldern, auf frischen, mäßig nährstoffreichen, basenreichen, kalkarmen, mäßig sauren modrig-humosen Lehm- und Tonböden in humider Klimalage. Es ist eine Art des Unterverbands Galio-Abietenion, kommt aber auch in Gesellschaften des Unterverbands Lonicero-fagenion vor. Es ist eine Schattenpflanze.
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3 (mäßig feucht), Lichtzahl L = 1 (sehr schattig), Reaktionszahl R = 2 (sauer), Temperaturzahl T = 3 (montan), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).
Systematik Die Erstveröffentlichung von Galium rotundifolium erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum Band 1 Seite 108 ("rotundifol."). Das Epitheton hatte Linné von Caspar Bauhins Pinax (1623) übernommen. Synonyme von Galium rotundifolium sind: Galium rotundum nom. superfl., Trichogalium rotundifolium , Galium rotundifolium var. hirsutum , Galium decipiens nom. illeg., Galium linckii , Galium rotundifolium var. decipiens , Galium rotundifolium var. batallae , Galium rotundifolium subsp. hirsutum , Galium rotundifolium var. lanceolatum .
Einige Taxa wurden kontrovers diskutiert und als eigene Arten, Varietäten oder Synonyme aufgefasst. Es gibt in Nordamerika zwei ähnliche Arten, die manchmal auch als Varietäten von Galium rotundifolium aufgefasst werden, nämlich: Galium circaezans var. circaezans = Galium rotundifolium var. circaezans Galium lanceolatum = Galium rotundifolium var. lanceolatum .
Quellen
Einzelnachweise
Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 506.
Weblinks
Thomas Meyer: Labkraut Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben). Datenblatt Galium rotundifolium mit Fotos bei Botanik im Bild / Flora von Österreich, Liechtenstein und Südtirol, 2011.
Kategorie:Labkräuter