Medaillenspiegel Platz Land G S B Ges. 1 12 9 8 29 2 10 10 5 25 3 9 6 3 18 4 6 5 4 15 5 6 3 4 13 6 5 4 2 11 7 5 1 4 10 8 3 5 9 17 9 3 1 2 6 10 2 6 2 10 … … … … … 12 2 2 3 7 Vollständiger Medaillenspiegel
mini|Olympiamedaillen
Die Olympischen Winterspiele 1998 (auch XVIII. Olympische Winterspiele genannt) wurden in der japanischen Stadt Nagano ausgetragen. Andere Kandidatenstädte waren Aosta (Italien), Jaca (Spanien), Östersund (Schweden) und Salt Lake City (USA). Nagano wurde am 15. Juni 1991 im fünften Wahlgang zum Ausrichter gewählt.
Gastgeberstadt Nagano ist der bislang am weitesten südlich gelegene Austragungsort der Olympischen Winterspiele. Andere Bewerberstädte für die Olympischen Spiele 1998 waren Aosta in Italien, Jaca in Spanien, Östersund in Schweden und Salt Lake City (USA).
Die Gastgeberstadtwahl fand in Birmingham, Vereinigtes Königreich, am 15. Juni 1991 statt. Dies war die 97. IOC-Session. Nagano siegte nur mit vier Stimmen Vorsprung auf Salt Lake City. Hauptgrund für dieses Ergebnis war der „Atlanta-Faktor“, da die Olympischen Sommerspiele 1996 schon auf amerikanischen Boden, in Atlanta, geplant waren.
Wahlergebnisse Olympische Winterspiele 1998 Wahlergebnisse Stadt Land Runde 1 Runde 2 Runde 3 Runde 4 Runde 5 Nagano 21 – 30 36 46 Salt Lake City 15 59 27 29 42 Östersund 18 – 25 23 - Jaca 19 – 5 – - Aosta 15 29 – – - Die Runde 2 war eine Stichentscheidung zwischen den beiden Bewerbern mit den wenigsten Stimmen (15).
Vergabepolitik Maßgeblichen Anteil an der erfolgreichen Bewerbung Naganos hatte der Unternehmer Yoshiaki Tsutsumi, der bereits bei der Vergabe der Alpinen Skiweltmeisterschaften 1993 eine wichtige Rolle gespielt hatte. Tsutsumi war zwischen 1989 und März 1990 Vorsitzender des Japanischen Olympischen Komitees und von 1997 bis zu seinem Rücktritt 2004 Ehrenpräsident. Unter anderem stiftete er 20 Millionen US-Dollar für den Bau des olympischen Museums in Lausanne, einem Projekt des damaligen IOC-Präsidenten Juan Antonio Samaranch.Tsutsumi wird auf der Liste der Spender des Olympischen Museums geführt. Nicht zuletzt deshalb wurden auch Korruptionsvorwürfe gegen das Internationale Olympische Komitee (IOC) um die Vergabe der Spiele laut.Time Magazine, 25. Januar 1999: How The Olympics Were Bought (englisch) Zudem wurde kritisiert, dass Tsutsumi als Unternehmer in der Hotel- und Freizeitbranche mit Immobilienbesitz in der Region nicht nur der größte Förderer, sondern zugleich der größte Profiteur der Olympischen Spiele in Nagano sei. Im Zusammenhang mit den Infrastrukturmaßnahmen während der Vorbereitungen wurde 1997 der Nagano-Shinkansen, der Hochgeschwindigkeitszug zwischen Takasaki und Nagano, eingeweiht, der die Region zusammen mit dem Jōetsu-Shinkansen an die Metropole Tokio anbindet.
Bauten Unter anderem wurden die beiden Eishockey-Stadien Nagano-shi Wakasato Tamokuteki Sports Arena („Big Hat“) und Nagano Undōkōen Sōgō Undōjō Sōgō Shimin Pool („Aqua Wing“) gebaut. Die Eröffnungs- wie die Abschlussfeier fand im Olympiastadion Nagano statt.
Maskottchen Die offiziellen Maskottchen der Spiele waren die Snowlets, vier Eulen mit den Namen Sukki, Nokki, Lekki and Tsukki. Der Entwurf der Maskottchen stammte aus der Agentur Landor Associates, die Eulen sollten Weisheit sowie die Verbundenheit zur Natur und zu den historischen griechischen Olympischen Spielen symbolisieren.
Wettkampfprogramm Es wurden 68 Wettbewerbe (37 für Männer, 29 für Frauen und 2 Mixed-Wettbewerbe) in 7 Sportarten/14 Disziplinen ausgetragen. Das waren 7 Wettbewerbe, 1 Sportart und 2 Disziplinen mehr als in Lillehammer 1994. Nachfolgend die Änderungen im Detail:
Curling wurde als Mannschaftssport für Männer und Frauen ins olympische Programm aufgenommen, nachdem es mehrere Male Demonstrationssportart und 1924 bereits einmal olympisch war. Im Eishockey kam das Frauenturnier hinzu. In der Nordischen Kombination wird beim Mannschaftswettbewerb aus der 3 × 10-km-Staffel eine 4 × 5-km-Staffel Snowboard wurde mit Halfpipe und Riesenslalom sowohl für Männer und für Frauen Teil des olympischen Programms.
Olympische Sportarten/Disziplinen
Anzahl der Wettkämpfe in Klammern
Zeitplan Zeitplan Disziplin Sa.7. So.8. Mo.9. Di.10. Mi.11. Do.12. Fr.13. Sa.14. So.15. Mo.16. Di.17. Mi.18. Do.19. Fr.20. Sa.21. So.22. Ent-schei-dungen Februar 20px Eröffnungsfeier 20px|klasse=skin-invert-image Biathlon 1 1 1 1 1 1 6 20px|klasse=skin-invert-image Bob 1 1 2 20px|klasse=skin-invert-image Curling 2 2 20px|klasse=skin-invert-image Eishockey 1 1 2 Eislauf 20px|klasse=skin-invert-image Eiskunstlauf 1 1 1 1 4 20px|klasse=skin-invert-image Eisschnelllauf 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 10 20px|klasse=skin-invert-image Shorttrack 2 1 3 6 20px|klasse=skin-invert-image Rennrodeln 1 1 1 3 Skisport 20px|klasse=skin-invert-image Freestyle-Skiing 2 2 4 20px|klasse=skin-invert-image Ski Alpin 1 2 2 1 2 1 1 10 SkiNordisch 20px|klasse=skin-invert-image Nordische Kombination 1 1 2 20px|klasse=skin-invert-image Skilanglauf 1 1 1 2 1 1 1 1 1 10 20px|klasse=skin-invert-image Skispringen 1 1 1 3 20px|klasse=skin-invert-image Snowboard 1 2 1 4 20px Schlussfeier Entscheidungen 3 3 5 7 4 3 4 6 5 6 4 5 5 6 2 68 Sa.7. So.8. Mo.9. Di.10. Mi.11. Do.12. Fr.13. Sa.14. So.15. Mo.16. Di.17. Mi.18. Do.19. Fr.20. Sa.21. So.22. Februar
Farblegende
Wettbewerbe Bjørn Dæhlie gewann drei Goldmedaillen im Skilanglauf und wurde der erste Athlet bei den Winterspielen, der in seiner Karriere acht Goldmedaillen und zwölf Medaillen insgesamt erringen konnte. Die 15-jährige Tara Lipinski wurde durch ihren Titel im Eiskunstlauf die jüngste Gewinnerin eines Einzeltitels in der Geschichte der Winterspiele. Hermann Maier stürzte in der Abfahrt schwer und gewann anschließend Gold im Super-G und im Riesenslalom Gianni Romme und Marianne Timmer gewannen beide je zwei Goldmedaillen für die Niederlande – damit gehen fünf von zehn Titeln im Eisschnelllauf an die Niederlande. Der Snowboarder Ross Rebagliati gewann – nach einer ursprünglichen Disqualifikation wegen Marihuanamissbrauchs – die Goldmedaille. Sowohl Deborah Compagnoni (Riesenslalom) als auch Katja Seizinger (Abfahrt) gelangen als ersten alpinen Skiläuferinnen eine „Titelverteidigung“. Der Sieger der alpinen Herrenabfahrt Jean-Luc Crétier zählte zu jenen Goldmedaillengewinnern in der Geschichte des alpinen Skisports, denen in ihrer Karriere nie ein Weltcupsieg gelang.
Teilnehmer Für die Winterspiele von Nagano traten Sportler aus 72 Nationen an. Erstmals nahmen Aserbaidschan, Kenia, Mazedonien, Uruguay und Venezuela an Winterspielen teil. Europa (1453 aus 45 Nationen) (3) (7) * (4) (59) (1) (8) (19) (12) (125) (20) (85) (106) (4) (13) (34) (6) (7) (3) (112) * (6) (6) (29) (8) (7) (1) * (3) (2) (4) (22) (76) (96) (39) (2) (122) (16) (99) (69) (37) (34) (12) (60) (1) (17) (56) (1) Amerika (360 Athleten aus 12 Nationen) (7) (2) (1) (1) (3) (6) (144) (6) (2) * (1) * (1) (186) Asien (333 Athleten aus 11 Nationen) (55) (7) (1) (1) (156) (60) (1) (8) (37) (3) (4) Ozeanien (31 Athleten aus 2 Nationen) (23) (8) Afrika (3 Athleten aus 2 Nationen) * (1) (2) (teilnehmende Athleten) *erstmalige Teilnahme an Winterspielen
Zeremonien Eröffnungsfeier Offiziell eröffnet wurden die Spiele durch den japanischen Kaiser Akihito. Letzte Fackelträgerin war die japanische Eiskunstläuferin Midori Itō. Den olympischen Eid sprachen der nordische Kombinierer Kenji Ogiwara und der Eiskunstlauf-Kampfrichter Junko Hiramatsu aus Japan.
Schlussfeier Die olympische Flagge wurde von Tasuku Tsukada, dem Bürgermeister von Nagano, an Deedee Corradini, die Bürgermeisterin von Salt Lake City, übergeben.
Dies und das Auf Grund der vielen bevorstehenden Straßensperren in der Olympiastadt und anderen Austragungsstädten mussten sich deren Einwohner Fahrgenehmigungen besorgen, um trotzdem solche gesperrten Straßen passieren zu dürfen. Die Bevölkerung war wenig erfreut, die Leute wollten sich nicht dazu überreden lassen, während der Spiele die öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen.„In Nagano wächst olympischer Unmut“ in »Tiroler Tageszeitung« Nr. 6 vom 9. Januar 1998, Seite 26; POS.: unten IOC-Präsident Samaranch eröffnete am 29. Januar das Hauptpressezentrum für Printmedien (für 2800 Journalisten und Fotografen). Zwei japanische Zeitungen („Sankei“ und „Sankei Sports“) hatten unerlaubt in Wort und Bild von einer Probe der Eröffnungsfeier eine Reportage publiziert, worauf ihnen die Akkreditierung vorerst entzogen, dann aber zurückgegeben wurde. Allerdings durften sie nicht mit eigenen Journalisten von der Eröffnungsfeier berichten. Hinsichtlich der Snowboard-Premiere zahlte Boardhersteller „Burton“ ca. 167.000 US-Dollar an Goldprämie, insgesamt war in diesem Metier eine Goldmedaille bei 834.000 US-Dollar wert.„Gold ist zehn Millionen wert“ in »Salzburger Nachrichten« vom 7. Februar 1998, Seite 26 Wenngleich es die zweiten Olympischen Spiele in Japan waren, wurde die olympische Hymne erstmals auf Japanisch gesungen. Auf Grund der teuren Kartenpreise der Eishockeymatches (das Vorrundenmatch Österreichs gegen die Slowakei konnte mit Tickets von 1200 bis 2800 Schilling besucht werden) blieb die Anfrage österreichischer Fans unter 30 Personen.Rubrik „Gesprächsthema Nagano“ in »Salzburger Nachrichten« vom 7. Februar 1998, Seite 21 Im vorläufigen Aufgebot der 132 deutschen Olympiateilnehmer war zum 21. Januar nur ein Herr des DSV enthalten: Slalomspezialist Alois Vogl,Spalte „Sport Mix“ mit Untertitel „Zahl des Tages“ in »Tiroler Tageszeitung« Nr. 17 vom 22. Januar 1998, Seite 29; POS.: Spalte 5, vorletzter Titel letztlich durfte auch noch Markus Eberle nach Erfüllung der Normen (Rang 7 im Kitzbühel-Slalom) starten; das deutsche NOK hatte am 2. Februar ein Gnadengesuch für Stefan Krauß und Andreas Ertl, die diese Vorgaben (zweimal unter den besten 15 oder einmal in den Top 8) nicht erfüllt hatten, abgelehnt. (Rainer Mutschler kündigte an, sich von seinem Posten als Cheftrainer der Herren zum Saisonende zurückzuziehen und Alpinchef zu werden.)Rubrik „Weltcup-Tagebuch“; zweiter Beitrag, in »Salzburger Nachrichten« vom 10. Januar 1998, Seite 25; POS.: links untenRubrik „Gesprächsthema Olympia“, letzter Beitrag, in »Salzburger Nachrichten« vom 3. Februar 1998, Seite 21; POS.: links unten Auch die Schweizer Herren bestritten eine Qualifikation – und kurioserweise war es (nach 1988 und 1992) erneut William Besse, der sich nicht qualifizieren konnte.Glosse „Sport Mix“ mit Untertitel „Frage des Tages“ in »Tiroler Tageszeitung« Nr. 32 vom 9. Februar 1998, Seite 25; POS.: Spalte 5, unten Während des Herrenslaloms am 21. Februar kam es zu einem kurzen Erdbeben der Stärke 5,0 laut Richterskala; es geschah gerade beim Lauf von Mario Reiter, der ausschied, aber dies nicht auf das Naturereignis zurückführte. Mulmiger war es eher den auf 30 Meter hohen Stahlgerüsttürmen sitzenden TV-Reportern zumute.Rubrik „Olympia-Tagebuch“ mit Titel „Unter Mario Reiter bebte die Erde“ in »Salzburger Nachrichten« vom 23. Februar 1998, Seite 23; POS.: zweiter großer Titel
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