Das Goethe-Institut ist ein gemeinnütziger Verein mit Hauptsitz in München, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Kenntnis der deutschen Sprache im Ausland zu fördern, die internationale kulturelle Zusammenarbeit zu pflegen und ein umfassendes, aktuelles Deutschlandbild zu vermitteln. Das Kulturinstitut ist nach dem deutschen Dichter Johann Wolfgang von Goethe benannt.

2022 nahmen hier über 264.000 Menschen an Deutschkursen teil; im Juli 2026 gab es an 154 Standorten in 100 Ländern Goethe-Institute. Das Goethe-Institut wird überwiegend aus dem Bundeshaushalt finanziert.

Organisation Struktur

Das Goethe-Institut unterhält mit Stand von 2025 Niederlassungen in zwölf Städten Deutschlands sowie 154 Institute und Verbindungsbüros in 100 Ländern. Hinzu kommen etwa 1100 weitere Einrichtungen von ausländischen Kooperationspartnern weltweit, die das Goethe-Institut finanziell fördern oder Maßnahmen der Beratung und Qualitätssicherung bereitstellen.

Organe Rechtliche Grundlage des Goethe-Instituts ist die Vereinssatzung vom 23. November 2021. Diese sieht als Organe die Mitgliederversammlung, das Präsidium und den Vorstand vor. Die Mitgliederversammlung setzt sich aus Vertretern der Bundes- wie der Landesregierungen und des Bundestags sowie Personen des kulturellen Lebens zusammen. Das Präsidium besteht aus der ehrenamtlich tätigen Präsidentin, sechs von der Mitgliederversammlung gewählten Mitgliedern, je einem Vertreter des Auswärtigen Amts und des Bundesministeriums der Finanzen sowie drei Arbeitnehmervertretern. Die Mitgliederversammlung und das Präsidium nehmen vorwiegend Kontrollaufgaben wahr und sind für Beschlüsse über grundsätzliche Angelegenheiten zuständig. Der Vorstand besteht aus einer Generalsekretärin (seit 2026: Gitte Zschoch) und einer Kaufmännischen Direktorin (seit 2026: Doreen Kirmse); sie führt die laufenden Geschäfte. Aufgabe der Zentrale in München (mit Hauptstadtbüro in Berlin) ist die strategische Gesamtsteuerung, Evaluation und Qualitätssicherung sowie die fachliche Beratung der Institute im Ausland. Sie gliedert sich in sieben Abteilungen (Strategie und Evaluation (Stabsabteilung); Information und Marketing; Kultur und Bildung; Deutsche Sprache; Personal; Finanzen und Recht; Infrastruktur) sowie in die Stabsbereiche Strategische Kommunikation, Medien und Politik sowie Digitale Transformation. Die 154 Auslandsinstitute sind in 10 Regionen, die 12 Institute in der Bundesrepublik sind in der Region Deutschland zusammengefasst. mini|Zentrale in München

Rahmenvertrag Das Verhältnis des Goethe-Instituts zum Staat ist seit 1976 durch einen mit dem Auswärtigen Amt geschlossenen Rahmenvertrag geregelt. „Dieser Vertrag gilt zu Recht als Muster für die adäquate Regelung des Verhältnisses zwischen Mittlerorganisationen und staatlichen Instanzen.“ (Lit.: S. K. Schulte). In diesem Vertrag wird das Goethe-Institut vom Auswärtigen Amt „im Rahmen seiner verfassungsmäßigen Zuständigkeit für die auswärtige Kulturpolitik“ mit einem relativ konkreten Aufgabenkatalog betraut, auf Grundlage dessen es eigenverantwortlich für den Staat tätig wird. Neben individuell aufgezählten Arbeitsgebieten ermöglicht eine Generalklausel nach vorheriger Abstimmung mit dem Auswärtigen Amt auch weitere Beteiligungen an kulturellem Austausch mit dem Ausland. Als Grundnorm für das Verhältnis Auswärtiges Amt – Goethe-Institut kann § 2 Abs. 1 des Vertrages gelten. Danach arbeiten beide Partner bei der Ausführung der Vertragsaufgaben „eng zusammen.“ Ihren Bediensteten und Mitarbeitern machen beide Seiten eine „loyale Zusammenarbeit“ zur Pflicht. In Ausnahmefällen ist die unmittelbare Einwirkung auf die laufende Arbeit des Goethe-Instituts möglich. Eine Veranstaltung einer Zweigstelle im Ausland kann durch Veto des Leiters der örtlichen Auslandsvertretung verhindert werden. Das Auswärtige Amt kann bei politisch schädigendem Verhalten von Mitarbeitern im Ausland deren sofortige Suspendierung verlangen (Lit.: Schulte S. 121 f.).

Tätigkeit Förderung der deutschen Sprache im Ausland mini|hochkant|Goethe-Institut in Prag mini|Goethe-Institut Philippinen in Makati, Metro Manila mini|Goethe-Institut in La Paz mini|Diskussionsforum mit der internationalen Schülerzeitung trait d'union über den Élysée-Vertrag im Goethe-Institut in Toulouse (2003) mini|Osterfest 2019 beim Goethe-Sprachlernzentrum, Shenyang Die personell größte Mittlerorganisation der deutschen Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik hält eine breite Palette von Angeboten bereit: Ein Schwerpunkt ist der Unterricht „Deutsch als Fremdsprache“, der neben der Durchführung von Sprachkursen und -prüfungen auch die Erarbeitung von Lehrmaterialien sowie die Fortbildung von Deutschlehrern umfasst. 7100 Lehrkräfte für Deutsch als Fremdsprache nahmen 2023 an Zertifizierungsprogrammen für Deutschlehrer an den Goethe-Instituten im Ausland und in Deutschland teil. Auch nimmt es in diesem Bereich an wissenschaftlichen Forschungen und sprachenpolitischen Initiativen teil.

Alle zwei Jahre veranstaltet das Goethe-Institut die Internationale Deutscholympiade (IDO), auf der Deutschlernende aus aller Welt sich treffen und austauschen.

Das Goethe-Institut ist ein zentraler Partner bei der Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“. Das vom Auswärtigen Amt initiierte Projekt vernetzt weltweit mehr als 2000 Partnerschulen Deutschlands und ergänzt so das Netz deutscher Auslandsschulen und Schulen, die das Deutsche Sprachdiplom anbieten (Auswahl und Förderung betreut die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) mit). Im Rahmen der Initiative identifiziert und fördert das Goethe-Institut 700 Schulen weltweit, die einen Schwerpunkt auf „Deutsch als Fremdsprache“ haben. Sie werden FIT-Schulen („Fit in Deutsch“) genannt.

Sprachprüfungen Das Goethe-Institut bietet folgende Sprachprüfungen an: Start Deutsch/Goethe-Zertifikat A1/A2 für die Niveaustufen A1 und A2 des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen für Sprachen Goethe-Zertifikat B1 (früher Zertifikat Deutsch) Goethe-Zertifikat B2 Goethe-Zertifikat C1 (früher Zentrale Mittelstufenprüfung) Goethe-Zertifikat C2 (früher Zentrale Oberstufenprüfung)

Internationale kulturelle Zusammenarbeit Eine weitere zentrale Aufgabe des Goethe-Instituts ist die kulturelle Zusammenarbeit mit Menschen in anderen Staaten, etwa auf den Gebieten Literatur, Musik, Theater, Film, Tanz, Ausstellungen und Übersetzung. Hierzu organisiert es in Kooperation mit Partnern in den Gastländern Programme zu kulturellen und gesellschaftlichen Themen und liefert unter anderem auch Beiträge zu Festivals, z. B. als Kooperationspartner des ältesten und größten LGBT-Filmfestivals Kolumbiens Ciclo Rosa. Bei den Projekten an den Auslandsinstituten wirken Autoren, Musiker und andere Künstler aus Deutschland mit und fördern so den kulturellen und gesellschaftlichen Dialog der Bundesrepublik Deutschland mit der Welt.

Große Projekte des Goethe-Instituts zeigen regelmäßig, wie wichtig die europäische Zusammenarbeit ist. 2017 diskutierten bei der internationalen Konferenz European Angst in Brüssel unter anderem Herta Müller und Slavoj Žižek und in Weimar wurde ein Kultursymposium zum Thema Teilen und Tauschen veranstaltet. Die zweite Ausgabe des Kultursymposiums vom 19. bis zum 21. Juni 2019 trug den Titel Die Route wird neu berechnet. 2021 fand das Kultursymposium Weimar vom 16. Bis zum 17. Juni digital zum Thema Generationen statt. Zuletzt wurde über das Thema Vertrauen diskutiert.

Regionale Einrichtungen, die mit dem Goethe-Institut einen Kooperationsvertrag abgeschlossen haben und sich verpflichtet haben, ihre Sprach- und Kulturarbeit nach den Grundsätzen und Qualitätsmaßstäben des Goethe-Instituts zu gestalten, werden als „Goethe-Zentren“ bezeichnet.

Vermittlung eines aktuellen Deutschlandbildes Drittes Hauptziel ist die Vermittlung eines aktuellen Deutschlandbildes, unter anderem durch Bibliotheken, Informationszentren, Diskussionsforen, vielfältige Publikationen, digitale Verleihformate, umfassende Webseiten auf Deutsch und in den Landessprachen der Gastländer sowie durch Besucherprogramme. Somit wird auch der internationale Diskurs zu Schlüsselthemen der zunehmend globalisierten Gesellschaft gefördert. Groß angelegte Deutschlandjahre und -wochen in Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt und anderen Partnern vermitteln ein umfassendes Bild von Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft in Deutschland.

Regionale Schwerpunkte Verstärkt hat das Goethe-Institut seine Aktivitäten seit den 2000er Jahren unter anderem in Afrika. Die vom Auswärtigen Amt initiierte „Aktion Afrika“ stellt zusätzliche Finanzmittel für neue Projekte, Institute und mehrere Verbindungsbüros, sowie Sprachlernzentren zur Verfügung. In Indien, wo 2011/2012 ein großes Deutschlandjahr stattfand, führen die Niederlassungen die Zusatzbezeichnung „Max Müller Bhavan“ nach dem dort bekannten deutschen Indologen.

Regelmäßig finden weltweit Deutschlandjahre statt. 2017 wurde in Mexiko die deutsch-mexikanische Freundschaft gefeiert; 2018 fand ein Deutschlandjahr in den USA statt.

Von 2004 bis 2009 betrieb das Goethe-Institut das Goethe-Informationszentrum Pjöngjang in der nordkoreanischen Hauptstadt.

Anfang 2024 stellte das Goethe-Institut seine Vision und Strategie für die Zukunft seiner Programme und Projekte bis zum Jahr 2026 vor.

Geschichte Allgemeines Das Goethe-Institut wurde 1951 als Nachfolger der 1925 gegründeten Deutschen Akademie errichtet. Ursprünglich sollte es zur Ausbildung ausländischer Deutschlehrer in Deutschland dienen. 1952 konnte das erste Goethe-Institut in Athen eröffnet werden. 1953 begannen die ersten Sprachkurse, im gleichen Jahr übernahm das Goethe-Institut Aufgaben zur Förderung von Deutsch als Fremdsprache im Ausland. Auf Initiative des damaligen Leiters der Kulturabteilung des Auswärtigen Amtes, Dieter Sattler, wurden ab 1959 bis 1960 nach und nach alle staatlichen westdeutschen Kulturinstitutionen im Ausland Teil des Goethe-Instituts. 1968 begann das Goethe-Institut seine kulturelle Programmarbeit.

Im Zuge des Beginns dialogischer und partnerschaftlicher Kulturarbeit als dritter Säule der deutschen Außenpolitik unter Willy Brandt erlebte das Goethe-Institut Anfang der siebziger Jahre einen weiteren Bedeutungszuwachs. 1976 wurde der Rahmenvertrag mit dem Auswärtigen Amt unterzeichnet. 1980 trat ein neues Standortkonzept für die Institute in Deutschland in Kraft, das eine stärkere Berücksichtigung von Groß- und Universitätsstädten zur Folge hatte.

Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989 weitete das Goethe-Institut seine Aktivitäten verstärkt auf Osteuropa aus; es kam zu zahlreichen Institutsneugründungen in den Hauptstädten, aber auch in St. Petersburg oder Nowosibirsk. Nach der Fusion mit Inter Nationes (einem 1952 in Bonn vom Bundespresseamt gegründeten Verein zur Herstellung und zum Vertrieb von Informationsmaterial über deutsches Kulturgut im Ausland) am 21. September 2000, führte das Goethe-Institut von Januar 2001 bis Juli 2003 den Namen Goethe-Institut Inter Nationes. Im August 2021 feierte das Institut sein 70-jähriges Bestehen, wozu eine Übersicht mit multimedialen Elementen zur Geschichte und den Aktivitäten in den verschiedenen Etappen seiner Entwicklung veröffentlicht wurde.

Im Jahr 2021 wurden die Aktivitäten des Goethe-Instituts in Belarus auf Wunsch der belarussischen Behörden eingestellt.

mini|Eingang zur Zentrale in München (2019)

Präsidenten und Generalsekretäre des Goethe-Instituts Kurt Magnus (1951–1962) Max Grasmann (1962–1963) Peter H. Pfeiffer (1963–1971) Hans-Heinrich Herwarth von Bittenfeld (1971–1977) Klaus von Bismarck (1977–1989) Hans Heigert (1989–1993) Hilmar Hoffmann (1993–2001) Jutta Limbach (2002–2008) Klaus-Dieter Lehmann (2008–2020) Carola Lentz (2020–2024) Gesche Joost (seit 2024) mini|Goethe-Institut in Sydney (2023) Die Geschäftsführer/Generalsekretäre des Goethe-Instituts (bis 1973 lautete der Titel Hauptgeschäftsführer bzw. Direktor des Goethe-Instituts):