Auf dem Gebiet des deutschen Bundeslandes Hessen befindet sich eine Vielzahl von Schlössern und Burgen oder deren Überreste. Diese zum Teil auf eine 1000-jährige oder gar längere Geschichte zurückblickenden Bauten, aus der Zeit vom Beginn des Frühmittelalters bis in die Neuzeit, waren Schauplatz historischer Ereignisse und Wirkungsstätte bekannter Persönlichkeiten und sind häufig noch heute eindrucksvolle Anlagen.

Beschreibung Regionale Besonderheiten bestehen in Hessen besonders in den Zollburgen am Rhein und den zahlreichen Adelssitzen um die Freie Reichsstadt Frankfurt am Main. In den hessischen Mittelgebirgsregionen war die vorherrschende Burgform die Höhen- oder Spornburg. Wasser- oder Niederungsburgen sind aufgrund ihrer topographischen Gegebenheiten, meist in Ortslage, oft stark überbaut oder in ihrer Substanz in späteren Zeiten überformt.

Mit der Zeit gelangte die Mehrheit der Burgen in den Besitz größerer Landesherrschaften, einige wurden zu Schlössern umgebaut. Bedeutende Schlossbauten Hessens gehen auf die größeren Fürstenhäuser Hessen-Kassel, Hessen-Darmstadt oder Nassau zurück. In Südhessen kommen einige kurmainzische und kurpfälzische Burgen- und Schlossgebäude hinzu. Weitere Schlösser und Burgen, die auf den Klerus zurückgehen, stammen von der Abtei Fulda (später Bistum), der Abtei Hersfeld und dem Kloster Lorsch.

Der Repräsentationsbedarf kleinerer Landesherren wie der Grafen von Erbach, Grafen von Hanau, Grafen von Solms, Grafen von Isenburg oder Grafen und Fürsten von Waldeck und ihrer Nebenlinien hat in vielen hessischen Kleinstädten sehenswerte Residenzen entstehen lassen. Auch der niedere Adel, zum Beispiel die Herren von Buchenau oder die Herren von Hutten, erbauten ansehnliche Residenzen, die in vielen Dörfern noch immer das Ortsbild bestimmen und Zentren der Gemeinden darstellen.

Viele Burgen und Schlösser befinden sich heute im Besitz der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen, sind bewohnt oder im Privatbesitz. Für einen großen Teil der Burgruinen gibt es lokale Burgvereine, die sich um den Unterhalt und die Sicherung der Bauwerke bemühen sowie diese der Öffentlichkeit zugänglich machen.

In dieser Liste sind auch frühmittelalterliche Wallburgen, Turmhügelburgen, Feste Häuser und Wohntürme aufgeführt, sowie die im Mittelalter entstandenen Rittergüter, Herrenhäuser oder aus der Entwicklung von Städten hervorgegangenen Festungen und herrschaftlichen Paläste. Dabei werden sowohl erhaltene und zerstörte Bauwerke (Ruinen) gelistet, als auch völlig abgegangene oder verschwundene Gebäude (etwa Burgställe oder nur noch als Bodendenkmal erhaltene Anlagen), soweit sie in der einschlägigen Literatur Erwähnung finden.

Erläuterung zur Liste Die Liste ist in die entsprechenden derzeitigen Kreise des Landes Hessen unterteilt. Die Anzahl aufgeführter Artikel zu den Bauwerken sind im Bestand gezählt, die Anzahl der Artikel genannt. Bauwerke ohne eigenen Artikel sind als Rotlink sichtbar, dann sind aber die wichtigsten Daten in der entsprechenden Zeile aufgeführt. Burgen oder Schlösser, die noch keinen eigenen Artikel haben, aber detaillierter in anderen Artikeln beschrieben werden, sind mit einem „→“ gekennzeichnet. Ort: Zeigt an, in welcher Gemeinde das Bauwerk steht oder stand bzw. in welcher Gemarkung es liegt. Typ: Gibt den jeweiligen Bautypus an: Für Burgen meist nach ihrer geografischen Zuordnung; Schlösser, werden, wenn möglich nach ihrem Typus gegliedert; z. B. in Residenzschloss, Jagdschloss, Palais. Entstehungszeit: Zeigt (falls bekannt) das Baujahr an. Für Burgen sind meist nur urkundliche Ersterwähnungen oder Datierungen nach Baustil in bestimmte Zeitepochen möglich. Erhaltungszustand und heutige Nutzung: Beschreibt den heutigen Ist-Zustand des Gebäudes, als „abgegangen“ wird eine Burg bezeichnet, wenn keine Reste mehr vorhanden sind – Burgstall, wenn keine oberirdischen Reste mehr vorhanden sind. Es ist vermerkt, wenn das Gebäude in Privatbesitz ist bzw. nicht zugänglich. Bild: Zeigt, wenn möglich, ein zutreffendes Foto, Bild oder Zeichnung des Bauwerkes, der Ruine oder des Burgstalles an. Oft sind auch nur noch Nachfolgebauten zu dokumentieren. Diese Liste ist sortierbar: durch Anklicken eines Spaltenkopfes wird die Liste nach dieser Spalte sortiert, zweimaliges Anklicken kehrt die Sortierung um. Durch das Anklicken zweier Spalten hintereinander lässt sich jede gewünschte Kombination erzielen.

Regierungsbezirk Darmstadt (Südhessen)

Darmstadt   Bestand am: 15. März 2023 | 14 in 13 Artikeln   Name Koordinaten Ort Typ Entstehungszeit Erhaltungszustand und heutige Nutzung Bild Alexanderpalais Darmstadt Stadtpalais 1804 1944 zerstört, abgerissen 100px Altes Palais Darmstadt Stadtpalais 1802–1804 1839–1842 durch Georg Moller umfassend restauriert, 1944 zerstört, heute steht dort das Luisencenter 100px Lustschlösschen Einsiedel Darmstadt-Ost Lustschloss 1910 Lustschlösschen für den hessischen Großherzog Ernst Ludwig im neobarocken Stil, ab 1930 Umbau zu einer Gaststätte. Erhalten. 100px Dianaburg Darmstadt-Arheilgen Jagdschloss 1765 um 1808 abgerissen, ab 1836 nur noch kl. Pavillon 100px Haus Hagenberg (Georg-Christoph-Lichtenberg-Haus) Darmstadt-Ost Stadtpalais 1899 (ab 1910 Stadtpalais) 1899 als Parkhotel, ab 1910 Umbau: als Haus Hagenburg herrschaftlicher Wohnsitz für Prinz Otto Heinrich zu Schaumburg-Lippe, ab 1925 Graf Renault van Becker, Kaiserlicher Persischer Geheimer Legationsrat, 1936 zwangsversteigert und vielfach andere Nutzung, seit 1955 Besitz der Technischen Hochschule Darmstadt: Studentenwohnheim bis 1977, ab 1980 Internationales Begegnungszentrum für Wissenschaft als Gästehaus, 1983 Benennung nach Georg Christoph Lichtenberg, im Innern viele Jugendstil-Elemente erhalten, in Nutzung der TUD 100px Jagdschloss Kranichstein Darmstadt-Kranichstein Jagdschloss 1578 Jagdmuseum und Hotel 100px Jagdschloss Louisburg Griesheim (Ludwigsburg, Griesheimer Haus) Darmstadt-West Jagdschloss 1713 2. Neubau schon 1774 wieder abgebrochen 100px Neues Palais Darmstadt Residenzschloss 1864/1865 Großherzogliche Stadtresidenz Ludwigs IV. und dessen Nachfolger Ernst Ludwig; erste Spielwiese des Darmstädter Jugendstils, 1944 zerstört, 1955 endgültig abgerissen; an seiner Stelle entstand später der Georg-Büchner-Platz und angrenzend das Staatstheater Darmstadt 100px Orangerie Darmstadt-Bessungen Schloss 1719–1721 Konzerte und Tagungen, Restaurant 100px Palais Rosenhöhe Darmstadt Schloss 1894 1944 zerstört und niedergelegt, nur noch ein Torbogen erhalten 100px Prinz-Carl-Palais Darmstadt-Bessungen Schloss 1835 Stadtschloss für Karl von Hessen-Darmstadt durch Georg Moller, heute Landesversicherungsanstalt 100px Prinz-Emil-Schlösschen Darmstadt-Bessungen Schloss 1775–1778 Erhaltenes Gartenpalais in U-förmiger Anlage in wiederhergestellter Parklandschaft, Nutzung als Bessunger Nachbarschaftshaus 100px→ Prinz-Georg-Palais Darmstadt Schloss 1710 Stadtschloss für Landgraf Ernst Ludwig, den Namen erhielt es von Prinz Georg Wilhelm (Sommersitz ab 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts); einfacher zweigeschossiger Bau, heute Museum: Großherzoglich-Hessische Porzellansammlung 100px Residenzschloss Darmstadt Darmstadt Residenzschloss, Landgräflich/Großherzogliche Residenz von Hessen-Darmstadt Mitte 13. Jahrhundert, zahlreiche Umbauten Nach Zerstörung 1944 wiederaufgebaut, Nutzung durch Teile der TU Darmstadt, Universitäts- und Landesbibliothek, Schlossmuseum, Außenstelle des LfD Hessen im Glockenbau 100px

Frankfurt am Main   Bestand am: 20. Oktober 2019 | 24 in 23 Artikeln