mini|Schweriner Schloss, heute Sitz des Landtages von Mecklenburg-Vorpommern Auf dem Gebiet des heutigen deutschen Landes Mecklenburg-Vorpommern befindet sich eine Vielzahl von Schlössern, Burgen und Gutshäusern, insgesamt über 2000.Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern.: „Mehr als 2000 Schlösser, Guts- und Herrenhäuser in den verschiedensten Baustilen hinterließen Fürsten und Herzöge, Landjunker und reiche Hansestädter zwischen Ostsee und Seenplatte – so viele wie nirgends sonst in Europa.“ Abgerufen am 12. April 2014 Diese zum Teil auf eine tausendjährige Geschichte zurückblickenden Bauten waren Schauplatz historischer Ereignisse, Wirkungsstätte bekannter Persönlichkeiten und sind häufig noch heute imposante Gebäude. Nicht aufgeführt sind Zier- und Nachbauten, die nie als Wohngebäude oder zur Verteidigung genutzt wurden.

Neun historische Schlossanlagen, acht davon im Landesteil Mecklenburg sowie bislang eine Schlossanlage im Landesteil Vorpommern, werden seit Januar 2018 von der neuen Oberen Landesbehörde Staatliche Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen Mecklenburg-Vorpommern verwaltet: Schloss Bothmer, Schloss und Garten Wiligrad, Schloss und Schlossgarten Schwerin, Schloss und Garten Ludwigslust, Schloss und Garten Güstrow, Schlossgarten Neustrelitz, Schloss und Garten Mirow, Schloss und Garten Hohenzieritz sowie das Jagdschlossensemble Granitz.Staatliche Schlösser und Gärten Mecklenburg-Vorpommern, abgerufen am 3. Februar 2018

Residenzschlösser

Im engeren Sinne sind lediglich die ehemaligen Residenzen der pommerschen und mecklenburgischen (Mecklenburg-Strelitzer und -Schweriner) Herzöge tatsächliche „Schlösser“, dienten also als offizielle Wohnsitze der Landesherren. Andere als Schlösser bezeichnete Bauten sind in der Regel durch adlige oder nichtadlige Gutsherren bewohnte Landsitze, sogenannte Gutshäuser bzw. Herrenhäuser. Siehe Abschnitt: Als Schloss bezeichnete Gutshäuser

Neben den großen (meist am Rande der Innenstadt gelegenen) Residenzschlössern und den Landschlössern gab es auch einige herzogliche Stadtpalais, wie das Palais Neubrandenburg, das Rostocker Palais nebst Barocksaal, das Doberaner Große Palais und das Alte sowie das Neustädtische Palais in Schwerin. Eine Besonderheit ist die herzogliche Alexandrinen-Cottage in Heiligendamm direkt an der Ostsee.

Im Herzogtum Mecklenburg-Schwerin fungierten die Schlösser in Güstrow, Ludwigslust, Dargun und Schwerin als herzögliche Residenzen. Das Schloss in Dargun ist seit 1945 nur noch als Ruine vorhanden. Gelbensande diente als herzogliches Jagdschloss. Das Schloss Remplin wurde auf Mecklenburg-Schweriner Land von Strelitzer Herzögen erbaut, nur noch der Nordflügel ist davon erhalten.

Im Herzogtum Mecklenburg-Strelitz gab es die Hauptresidenz Schloss Neustrelitz und die Nebenresidenzen Hohenzieritz, Mirow und Neubrandenburg. Die Schlösser in Neustrelitz und Neubrandenburg wurden durch den Zweiten Weltkrieg sowie anschließende Brandstiftungen und spätere Abrisse weitgehend ausgelöscht, der Neustrelitzer Schlosspark und das Neubrandenburger Belvedere blieben erhalten. Mehrere Akteure streben den Wiederaufbau der Mecklenburg-Strelitzer Hauptresidenz in Neustrelitz an.Residenzschlossverein Neustrelitz Im Unteren Schloss von Mirow wurde die spätere englische Königin (Sophie) Charlotte geboren. Das heute zum Gebiet des Landes Brandenburg gehörige Schloss Fürstenberg wurde als Witwensitz der mecklenburgischen Herzogin Dorothea Sophie erbaut. Als letzte Residenz im Staat Mecklenburg-Strelitz wurde 1913 bis 1915 das großherzogliche Parkhaus in Neustrelitz unter Adolf Friedrich VI. errichtet.

Schloss Ueckermünde, Schloss Ludwigsburg und Schloss Pudagla sind verbliebene herzoglich-pommersche Residenzen im heutigen Deutschland. Das Schloss Wolgast wurde mehrmals zerstört und verschwand 1820 vollständig aus dem Stadtbild. Im heute polnischen Teil Pommerns können die restaurierten Greifenschlösser in Stettin, Rügenwalde und Stolp besucht werden.

Die Residenzanlagen von Bothmer, Granitz, Güstrow, Ludwigslust, Hohenzieritz, Mirow, Neustrelitz, Schwerin und Wiligrad sind im Besitz des Landes Mecklenburg-Vorpommern.Staatliche Schlösser, Parks und Gärten des Landes Mecklenburg-Vorpommern Für ihre weitere Restaurierung unter Leitung des Agrarministeriums werden bis 2020 rund 60 Millionen Euro u. a. aus EFRE-Mitteln bereitgestellt.MV: 42 Millionen Euro aus Brüssel für die Schlösser, Hamburger Abendblatt, 23. März 2015

Name Gemeinde Land- kreis Koord. Landesteil Bauzeit Besonderheiten Abbildung Schloss Dargun Dargun MSE Mecklenburg-Schwerin 16. Jh.Seit 1945 Ruine, ein Hauptwerk des norddeutschen Schlossbaus, Arkaden mit toskanischer Säulenordnung im Erdgeschoss, ionischer Ordnung in der Mitteletage und runden Holzsäulen im Obergeschoss 150px Jagdschloss Friedrichsmoor Neustadt-Glewe LUP Mecklenburg-Schwerin 1793eingeschossiger, dreiflügeliger Fachwerkbau, Planungen des Hofbaumeisters Johann Christoph Heinrich von Seydewitz, im Gartensaal Szenentapete „la chasse á Compiègne“ (Die Jagd von Compiegne) von 1814 150px Jagdschloss Friedrichsthal Schwerin-Friedrichsthal SN Mecklenburg-Schwerin 1790–1805zweigeschossiger Fachwerkbau 150px Schloss Gadebusch Gadebusch NWM Mecklenburg-Schwerin 1573Renaissanceschloss mit Terrakotten aus der Lübecker Werkstatt des Niederländers Statius von Düren, typisches Beispiel norddeutscher Backsteinrenaissance, Baumeister Christoph Haubitz 150px Jagdschloss Gelbensande Gelbensande LRO Mecklenburg-Schwerin 1885–1887nach den Plänen des mecklenburgischen Hofbaurates Gotthilf Ludwig Möckel, Schmuck- und Gestaltungselemente aus russischen Schlössern und Bojaren-Häusern, 1904 Verlobung der Prinzessin Cecilie von Mecklenburg-Schwerin mit Kronprinz Wilhelm von Preußen im Jagdschloss 150px Schloss Güstrow Güstrow LRO Mecklenburg-Schwerin 1558–1671eines der bedeutendsten Renaissancebauwerke Norddeutschlands, aufwändig verputzter Backsteinbau, an den Fassaden und im Inneren zahlreiche Formelemente aus der Antike 150px Schloss Hohenzieritz Hohenzieritz MSE Mecklenburg-Strelitz 1747–1751heute weitgehend frühklassizistisch, massives Erdgeschoss und Fachwerk-Obergeschoss verputzt, der Sockel mit imitiertem Bossenwerk, ionische Kapitelle aus geschnitztem Eichenholz, hohes Walmdach mit Dreiecksgiebeln über Risaliten 150px Schloss Ludwigsburg Ludwigsburg VG Vorpommern 16. Jh.weitgehend original erhaltener Renaissancebau der pommerschen Herzöge, dreigeschossiges zwölfachsiges Gebäude mit geputzter Fassade, Torscheune mit Durchfahrt und Schmuckportal von 1742 mit Familienwappen, spätbarocker Park mit etwa 100 Meter langer Lindenallee 150px Schloss Ludwigslust Ludwigslust LUP Mecklenburg-Schwerin 1774 von 1763 bis 1837 Hauptresidenz der (Groß-)Herzöge von Mecklenburg-Schwerin, großflächige Anlage mit Schloss als Mittelpunkt und Hofkirche als architektonischem Gegengewicht, nach Entwürfen des Architekten Johann Joachim Busch, diente vorerst nur als schlichtes Jagdhaus, Barockgarten im Stil eines Englischen Landschaftsgartens, drei Vollgeschosse und ein Mezzanin, als Schmuck 40 allegorische Sandsteinfiguren, 18 Ziervasen und eine Wappenkartusche 150px Schloss Mirow Mirow MSE Mecklenburg-Strelitz 1749–1752 Barocker dreigeschossiger Putzbau mit H-förmigem Grundriss in Insellage mit parkartiger Gestaltung, Innenausstattung teilweise erhalten, Kavalierhaus von 1756/60, Torhaus von 1588 und Johanniterkirche aus dem 14. Jahrhundert 150px Neues Schloss Neustadt-Glewe Neustadt-Glewe LUP Mecklenburg-Schwerin 1717zweigeschossige Dreiflügelanlage im Stil des holländischen Klassizismus mit Ehrenhof, Innendecken mit aufwändigen Stuckarbeiten 150px Palais Neubrandenburg Neubrandenburg MSE Mecklenburg-Strelitz ab 17751945 zerstört, Sommer- und Nebenresidenz der (Groß-)Herzöge von Mecklenburg-Strelitz, um 1820 nach den Entwürfen des Hofbaumeisters und Bildhauers Christian Philipp Wolff (1772–1820) im klassizistischen Stil umgebaut, nach 1918 städtisch genutzt, ein Schauplatz der Humoreske Dörchläuchting von Fritz Reuter (1867). 150px Schloss Neustrelitz Neustrelitz MSE Mecklenburg-Strelitz 1726–17311945 zerstört, Hauptresidenz des (Teil-)Herzogtums Mecklenburg-Strelitz, Sitz der (Groß-)Herzoglichen Familie, um 1755 Errichtung der Treppenanlagen nach dem Vorbild von Versailles, 1865 stadtseitiger Schlossflügel nach Entwürfen von Friedrich August Stüler überformt, einschneidende Um- und Erweiterungsbauten von 1905 bis 1909 mit Anbau drei weiterer Flügelbauten; der Schlosspark mit der klassizistischen Orangerie und weiteren bedeutenden Elementen ist weitgehend erhalten 150x150px|zentriert Jagdschloss Prillwitz Prillwitz MSE Mecklenburg-Strelitz 1890Jagdschloss im Stil einer Vorstadtvilla nach Plänen von Baurat Eugen Müschen, Wände im Inneren teilweise mit eingemauerten Austernschalen und Weinbergschneckengehäusen als „Grotte“ gestaltet 150px Schloss Pudagla Pudagla VG Vorpommern 1574ehemaliges Schloss der Herzöge von Pommern, zweigeschossiger, weitgehend schmuckloser Putzbau mit zwölf Achsen und rundem Erker an der Südwestecke, Krüppelwalmdach mit Fledermausgauben, Hauptportal von Pilastern gerahmt, oberhalb des Portals Wappen Pommerns und Inschriftentafel, Rückseite Vorbau mit überwölbter Wendeltreppe, 1731 bis 1824 Sitz des Generalpächters und Amtmanns, zu DDR-Zeiten und nach der Wiedervereinigung Gaststätte 150px Schloss Remplin Malchin MSE Mecklenburg-Schwerin 1750, 1865 (Umbau)1852 erwarb Herzog Georg zu Mecklenburg, der jüngere Sohn des Großherzogs Georg von Mecklenburg-Strelitz, aus Anlass seiner Hochzeit mit Großfürstin Katharina Michailowna Romanowa Gut und Schloss als Fideikommissherrschaft für sich und seine Nachkommen. Er ließ das barocke Schloss und den Park umbauen. 1940 wurde der Hauptbau bis auf den Nordflügel zerstört; Torturm, Kirchen und Sternenwarte sowie Nebengebäude sind erhalten. 150px Schweriner Schloss Schwerin -- Mecklenburg-Schwerin 1857Sitz des Landtages von Mecklenburg-Vorpommern, lange Zeit Residenz der mecklenburgischen Herzöge und Großherzöge, in tausendjährigem Bauprozess historisch gewachsenes Bauwerk, geht auf eine Wallanlage einer slawischen Burg zurück, romantischer Historismus, Um- und Neubau des alten Schlosses von 1845 bis 1857 nach Georg Adolf Demmler, Gottfried Semper, Friedrich August Stüler und Ernst Friedrich Zwirner, französische Renaissanceschlösser als Vorbild 150px Schloss Ueckermünde Ueckermünde VG Vorpommern 1546ehemalige Burg der pommerschen Herzöge, Bergfried erhalten und in den Bau des Schlosses einbezogen, Schloss ursprünglich vierflügelig im Renaissancestil, Südflügel erhalten, im 18. Jahrhundert um ein Stockwerk verkleinert, Durchfahrt zum Schlosshof, über der Pforte Sandsteinrelief mit dem Bild des Herzogs Philipp II. und dem pommerschen Wappen 150px Schloss Wiligrad Lübstorf NWM Mecklenburg-Schwerin 1898für Herzog Johann Albrecht gebaut, Ende des Zweiten Weltkrieges Hauptquartier der 15. Schottischen Division, danach Typhuslazarett, Flüchtlingsunterkünfte, Ausbildungsstätte der Polizei und Kinderferienlager, heute Kunstverein Wiligrad mit Galerieausstellungen und Sitz des Landesamts für Bodendenkmalpflege 150px Schloss Wolgast Wolgast VG Vorpommern 1496Residenzschloss der Pommernherzöge, zählte zu den bedeutenden Renaissancebauten in Norddeutschland, endgültige Zerstörung um 1820, Reste wurden als Baumaterial für andere Gebäude verwendet, wenige Gegenstände in verschiedenen Ausstellungen erhalten 150px

Außerhalb der modernen Landesgrenzen Die folgenden ehemaligen mecklenburgischen bzw. pommerschen Herzogsresidenzen liegen außerhalb des heutigen Landesgebietes von Mecklenburg-Vorpommern: