mini|1000 C$ Banknote (1861) mini|500 C$ Banknote (1864)Anm.: Mit dem Porträt von General Thomas Jackson, rechts der Wahlspruch der Konföderation, Deo Vindice („Mit Gott als unseren Verteidiger“). Die einzige Banknote auf der die Flagge der Konföderierten abgebildet wurde. mini|100 C$ Banknote (1861) mini|50 C$ Banknote (1862) mini|20 C$ Banknote (1861) mini|10 C$ Banknote (1861–1862) mini|5 C$ Banknote (1862)Anm.: Mit dem Porträt von Finanzminister Christopher Memminger mini|2 C$ Banknote (1862) mini|1 C$ Banknote (1862)Anm.: Auf dieser Note befindet sich ein Porträt von Mrs. Lucy Pettway Holcombe Pickens (1832–1899) aus LaGrange, Tennessee, die Gattin des Gouverneurs von South Carolina, Francis Wilkinson Pickens, einem ehemaligen Botschafter in Russland. Sie war in den gesellschaftlichen Kreisen für ihren außergewöhnlichen Liebreiz bekannt und galt als Verkörperung des damaligen Schönheitsideals in den Südstaaten ("Southern belle"). Die First Lady von South Carolina soll ihren Schmuck verkauft haben, um die Konföderation zu unterstützen. Sie ist die einzige Frau, die auf den CSA-Noten abgebildet ist. Ihr Bild wurde auf Dollarnoten verwendet, die 1862 und 1863 ausgegeben wurden, und auf einem 100-Dollar-Schein, der 1864 ausgegeben wurde. mini|50 ¢ Banknote (1864) mini|50 ¢ (Half Dollar) Münze (1861) mini|1 ¢ Münze (1861)
Der Confederate States of America Dollar, kurz CSD, war zwischen 1861 und 1865 die offizielle Währung der Konföderierten Staaten von Amerika (Confederate States of America, kurz CSA).
Dollar leitet sich von der niederdeutsch/niederländischen Münzbezeichnung Taler ab. Seine Südstaatenvariante (Civil War money) wurde im April 1861, zwei Monate nach Gründung der Konföderation, wenige Tage vor Ausbruch des Sezessionskriegs, in Umlauf gebracht und war die wichtigste Geldquelle zur Finanzierung des Bürgerkriegs gegen die Vereinigten Staaten von Amerika. Aufgrund der Farbgebung der Rückseiten der Banknoten wurde der CSD auch als „Grey- oder Blueback“ bezeichnet. Die Konföderierte Währung war nicht durch reale Sachwerte wie z. B. auf vorhandene Gold- und Silbermünzendepots gedeckt, stattdessen wurde den Besitzern der Noten versprochen, sie nach dem Abschluss eines Friedensvertrages zu entschädigen. Man hoffte deshalb auf einen nur kurzen Kampf mit den Unionsstaaten, und dass die Papiernoten ihren nominellen Wert bis dahin halten könnten.
Der unerwartet lange und verlustreiche Krieg, eine engmaschige Wirtschaftsblockade und die weit verbreitete Fälschung dieser Banknoten verursachte jedoch im gesamten Währungsraum einen massiven Preisanstieg, wodurch der CSD schon kurz nach seiner Einführung schnell seine Kaufkraft und das Vertrauen in der Bevölkerung einbüßte. Die Banknoten wurden zudem im Verhältnis zur tatsächlichen Wertschöpfung im Süden in viel größeren Beträgen ausgegeben als die der Union.CSA Currency: Museum of American Finance (abgerufen am 22. September 2022) Deswegen und auch infolge der viel zu geringen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Südstaaten gegenüber den Nordstaaten konnte man den CSD in der kurzen Zeit seines Bestehens auch nicht als frei konvertierbares Zahlungsmittel durchsetzen. Bis zum Ende des Krieges hatte man weitgehend ungedecktes Papiergeld in der Höhe von über einer Milliarde CSA-Dollar in Umlauf gebracht. Die Grundlagen, auf welche sich diese Währung stützte, ist ein Lehrbeispiel dafür, wie hastig und unvorbereitet die Gründung der Konföderierten Staaten vonstattenging.
Deckung Die Konföderation begann ihre Existenz mit einer leeren Staatskasse. Um die erste Zeit zu überbrücken, lieh ihr der Staat Alabama 500.000 US-Dollar. Die konföderierten Behörden beschlagnahmten später mehrere Hunderttausend Dollar von ehemaligen Bundeszollämtern sowie fast 400.000 Dollar aus der Münzprägeanstalt in New Orleans. Trotz dieser ersten Geldbeschaffungsmaßnahmen war es offensichtlich, dass man eine langfristigere Finanzierungsmöglichkeit kreieren musste, die dem fragilen Staatenbund ein regelmäßiges Einkommen sichern würde. Die Regierung griff daher auf das Drucken von Geld und die Ausgabe von Anleihen zurück, ein Geldbeschaffungssystem, das weniger schmerzhaft, populärer und, so wurde argumentiert, logischer war als eine allgemeine Besteuerung. Viele der Verantwortlichen im Süden glaubten anfangs noch, dass der Krieg, falls er überhaupt stattfände, ohnehin nur von kurzer Dauer sein würde und dass ein viel zu aufwendiges System der Kriegsbesteuerung fast sofort nach seiner Einführung wieder abgeschafft werden müsste. Ein Gesetz vom 9. März 1861 sah daher vorerst die Ausgabe von Papiergeld im Wert von nicht mehr als einer Million Dollar in Stückelungen von mindestens 50 Dollar vor. Diesem Gesetz folgten bald weitere, die kleinere Stückelungen in astronomisch hohen Beträgen vorsahen. Obwohl der im Umlauf befindliche Betrag zeitweise etwas reduziert wurde, da er für die Zahlung von Anleihen verwendet wurde. Dennoch gab Finanzminister Memminger (gegen dessen ausdrückliche Empfehlung ungedecktes Geld gedruckt wurde) mehr als einmal zu bedenken, dass der im Umlauf befindliche Betrag den tatsächlichen Bedarf des Staates um das Fünffache überstieg.Michael Ray: The Confederacy at war. The Confederate economy. Online-Artikel in Encyclopaedia Britannica (abgerufen am 14. Februar 2025). Die Währung des Südens stützte sich daher nicht auf Edelmetalldepots, wie z. B. die in einer Zentralbank gelagerten Goldreserven eines Staates.Anm.: Auch der US-Dollar war zu dieser Zeit durch Goldreserven gedeckt. D.h. keine dieser Papiernoten konnte auf Wunsch bei den dafür zuständigen Institutionen in Gold, Silber oder andere Sachwerte eingelöst werden – wie es im 19. Jahrhundert noch vielerorts üblich war.Fricke 2012; Slabaugh 2000. Auf den Banknoten stand nur die folgende Garantieerklärung zu lesen:
Die Mitgliedstaaten druckten ebenfalls massenhaft ungedecktes Papiergeld, die einzigen Ausnahmen hierbei waren Mississippi, wo 1862 eine Serie von Banknoten ausgegeben wurden, die mit eingelagerten Baumwollballen einer Pflanzerkooperative, und Florida, wo sie (theoretisch) durch im Staatsbesitz befindliches Land abgesichert waren.H. Shull: A Guide Book of Southern States Currency. Whitman Publishing LLC, 2006. Die Banknoten von Privatunternehmen konnten auch gegen Waren und Dienstleistungen eingelöst werden, wenn staatliche oder sogar kommunale Banknoten als Wechselgeld nicht verfügbar waren.The Historic New Orleans Collection: Banking and the Civil War, or, Floating Away on a Sea of Paper Money (abgerufen am 9. Oktober 2022.)
Bei diesem Zahlungsmittel handelte es sich um Kreditgeld, verbunden mit den Absichtserklärungen der Emittenten, dem Inhaber der Noten den Nennwert in Edelmetallen (oder anderen Sachwerten), zuzüglich Zinsen (zwei Cent pro Tag), auszuzahlen. Vorausgesetzt, dass der Süden den Krieg bis dahin siegreich beendet, oder wenigstens einen für ihn vorteilhaften Frieden ausgehandelt hatte. Später dehnte man die versprochene Auszahlungsfrist der Schuldverschreibungen sogar auf bis zwei Jahre nach Abschluss eines Friedensvertrags aus. Einige Wirtschaftshistoriker sind heute der Meinung, dass der CSD durchaus einen gewissen Wert hätte halten können (zumindest für einen längeren Zeitraum), wenn er durch Handelsgüter die im Süden noch reichlich vorhanden waren, wie Baumwolle oder Tabak, gestützt worden wäre. Im Gegensatz dazu blieb der US-Dollar den ganzen Krieg über relativ stabil.Ben Tarnoff: Money Maker. Financial History, 2011, S. 43ff.Fricke 2012; Slabaugh 2000.
Emissionen Generell besaß das US-Finanzministerium in Washington die alleinige Befugnis, Geld innerhalb der Vereinigten Staaten auszugeben. Den Bundesstaaten war es nicht gestattet, eigenmächtig Papiergeld zu drucken, Münzen zu prägen oder Anleihen aufzulegen. Sie umgingen diese Beschränkung, indem sie einfach Privatbanken gründeten, die dann das benötigte Papiergeld in ihrem Auftrag druckte. Als ihre Zahl immer weiter zunahm, stieg auch die Menge und Vielfalt der Noten. Um 1800 existierten in den Vereinigten Staaten 29 dieser Banken; 16 Jahre später war die Zahl schon auf 250 gestiegen. In den 1850er Jahren waren in den USA mehr als 10.000 verschiedene Serien von Banknoten im Umlauf. Im Gegensatz zur Konföderation gab die Union erst ab 1862 ihr offizielles Papiergeld heraus. Die „Legal Tender Note“ wurde auch als Reaktion auf den Ausbruch des Krieges eingeführt, da im Zuge dessen eine höhere Nachfrage nach (auch kriegswichtigen) Edelmetallen entstand, und diese nicht in der Mehrzahl für die Münzprägung aufgewendet werden sollte. Die Papiernoten ermöglichten es jedem Bürger, auch eine größere Geldmenge mit sich zu führen, ohne vom Gewicht des Hartgelds belastet zu werden.Ben Tarnoff: Money Maker. Financial History, 2011, S. 43.
Die Menschen im Süden nahmen das neue Papiergeld als Zahlungsmittel bereitwillig an. Zudem musste Richmond dafür keine unpopulären Steuern erheben. Die Konföderation gab jedoch keine eigenen Münzen in größeren Mengen aus, hauptsächlich wurden auf ihrem Gebiet (für kurze Zeit) noch US-Münzen geprägt, mit Ausnahme einer Handvoll Centstücke als Probe- und Ansichtsexemplare. Das einzige, ab März 1863 ausgegebene, Kleingeld waren 50-Cent-Scheine. Der Zahlungsverkehr sollte auch nur mit dem neuen Papiergeld abgewickelt werden, der Staat Louisiana mobilisierte in diesem Sinne seine Banken zur Unterstützung der Kriegsanstrengungen. Gouverneur Thomas Overton Moore erließ im November 1861 eine Anweisung, den Zahlungsverkehr mit Münzgeld (specie payment) auszusetzen und hierzu ausschließlich auf das Papiergeld zurückzugreifen.The Historic New Orleans Collection: Banking and the Civil War, or, Floating Away on a Sea of Paper Money (abgerufen am 9. Oktober 2022.)