Die hier angeführten Flugplätze und Flugplatzprojekte sind zeitlich eingeschränkt auf die Ära „Fliegen schwerer als Luft“ und räumlich auf die größte Ausdehnung der Stadt während der NS-Herrschaft (Groß-Wien). In diese Aufstellung wurden jedoch auch drei Flugplätze aufgenommen, die nicht auf dem Stadtgebiet von Groß-Wien lagen. Das Flugfeld Ebergassing lag direkt an der Grenze zwischen Wien und Niederdonau. Der Flugplatz Langenlebarn war während der Besatzungszeit der Flughafen der US-amerikanischen Besatzungstruppen in Wien. Genau so hielt es die Sowjetunion mit dem Flugplatz Bad Vöslau.
Monarchie Flugfeld Simmeringer Haide Erstmals als Flugfeld wurde die Simmeringer Haide am 23. Oktober 1909 benutzt, als ein Schaufliegen mit Louis Blériot veranstaltet wurde. Am 27. Oktober desselben Jahres unternahm Hauptmann Emanuel Quoika als erster Offizier der k.u.k. Armee Flugversuche. Karl Illner unternahm am 17. Mai 1910 seinen Langstreckenflug Wiener Neustadt – Simmering – Wiener Neustadt mit einer Etrich-Taube. Im Juni 1911 wurde ein Wettfliegen Wien – Budapest – Wien veranstaltet. Danach verlor die Simmeringer Haide als Flugfeld an Bedeutung, der Flugbetrieb wurde eingestellt.
Flugplatz Aspern Nach der am 25. Jänner 1912 erfolgten Gründung der Wiener Flugfeld Ges.m.b.H fand ab dem 23. Juni desselben Jahres die „1. Internationale Flugwoche“ statt. 1913 wurden die Flugparks 8 und 14 der k.u.k. Fliegertruppe gegründet. Am 20. März 1918 startete erstmals der Post- und Kurierflugdienst mit der Route Wien – Krakau – Lemberg – Kiew. Zwischen dem 31. August und November 1918 wurde diese Strecke planmäßig beflogen. mini|Flüge ab und nach Wien: Aspern und Reichsbrücke 1924 1934 wurde der Flugplatz Aspern zum Standort des Regierungsflugzeugs, einer Douglas DC-2 bestimmt. 1936 wurde diese Maschine an die Swissair verkauft. Während des Österreichischen Bürgerkriegs startete von hier aus Godwin Brumowski zum einzigen Kampfeinsatz der Fliegertruppe des Bundesheeres der Ersten Republik gegen den Goethehof.
Unter der Naziherrschaft in Österreich stieg zunächst die Bedeutung als Verkehrsflugplatz, die Anlage wurde dann aber von der Luftwaffe genutzt.
Während der Besatzungszeit nach dem Zweiten Weltkrieg nutzte ihn die Rote Armee.
Nach der Unterzeichnung des Staatsvertrages 1955 übernahm wieder Österreich die Kontrolle über die schwer beschädigten Anlagen. In den 70er-Jahren wurde hier eine Flugschule angesiedelt, deren berühmtester Absolvent Niki Lauda ist.
Am 31. März 1977 wurde der Flugplatz Aspern geschlossen und der Flugbetrieb eingestellt. Am 18. Dezember 1978 erfolgte der Entzug der Betriebsbewilligung.
Flugfeld Fischamend 1909 suchte die k.u.k. Aeronautische Anstalt Platz für ein neues Flugfeld, das noch für den Betrieb mit Luftschiffen vorgesehen war, da das Areal beim Arsenal zu klein wurde. Ab 1911 wurde das Flugfeld in Fischamend zum Einfliegen neuer Flugzeuge der k.u.k. Fliegertruppe genutzt. 1914 gelang hier erstmals die Aufnahme des Funkkontakts mit einem fliegenden Flugzeug und 1917 wurde gemeinsam mit der Technischen Hochschule in Wien ein Windkanal errichtet.
Entsprechend den Bestimmungen des Vertrags von Saint Germain wurden alle flugtechnischen Einrichtungen demontiert oder zerstört. Diese Arbeiten waren am 14. Februar 1921 abgeschlossen.
Während des Zweiten Weltkriegs diente das Areal der deutschen Luftwaffe als Behelfsflugplatz.
Werksflugplatz Hennersdorf 1913 nahm die Wiener Karosserie- und Flugzeugfabrik (WKF) Doktor Wilhelm von Gutmann in der Schumanngasse die Produktion von Flugzeugen auf. Die Endmontage und das Einfliegen der Flugzeuge fand auf dem Flugplatz Aspern statt.
1916 erfolgte die Übersiedlung in die Laxenburger Straße 131–135 und 1917 wurde in Hennersdorf ein Werksflugplatz mit Endmontage errichtet.
Den Bestimmungen des Friedensvertrags von Saint Germain entsprechend musste die Fabrik die Produktion einstellen. Damit bestand auch an dem Werksflugplatz kein Bedarf mehr und dieser wurde geschlossen.
1. Republik Flugplatz Jedlesee Landflugzeuge: Die Pläne für einen zweiten Flugplatz in Wien entstanden noch während der Kontrolle des Flugplatzes von Aspern durch die Entente. Das Areal befand sich am linken Donauufer bei Jedlesee auf Höhe der Anlegestelle von Nußdorf. Am 14. Mai 1923 landete der Chefpilot der Firma Junkers & Co., Hans Baur, erstmal mit einer Junkers F 13 auf dem neuen Flugplatz. Ab 23. Mai gab es einen regelmäßigen Flugverkehr zwischen Wien und München.
Wasserflugzeuge: Ab dem 16. Juli 1923 wurde der Linienverkehr nach Budapest mit Wasserflugzeugen aufgenommen. In der Hauptstadt von Ungarn befand sich die Anlegestelle beim Hotel Gellért, so dass die Flüge (beinahe) von Stadtzentrum zu Stadtzentrum geführt wurden. Im Jahr 1924 wurde der Flugplatz für Landflugzeuge nach Aspern verlegt und der für Wasserflugzeuge zur Reichsbrücke.
Landeplatz Reichsbrücke Die erste Landung am Landeplatz Reichsbrücke für Wasserflugzeuge führte am 11. Jänner 1923 eine Junkers F-13 durch. Hauptsächlich benutzt wurde er durch die ungarische Fluggesellschaft Aero-Express. Zwischen 21. April und 31. Dezember 1924 flog von hier aus die OELAG täglich außer Sonntag nach Budapest. Ab dem 7. August 1924 nahm die OELAG außerdem die Route Wien-Reichsbrücke – Linz – Wels – Sankt Wolfgang im Salzkammergut auf.
Station Winterhafen Die Station Winterhafen für Schwimmer- und Flugboote wurde von der OELAG und der ungarischen Fluglinie Aero-Express zwischen dem 4. Mai und dem 30. September 1925 genutzt.
Während des Zweiten Weltkriegs waren zur Beseitigung von aus der Luft abgeworfenen Minen Schwimmerflugzeuge der Luftwaffe im Winterhafen stationiert, die von hier aus starteten. Bei der Verlegung von Schwimmerflugzeugen und Flugbooten zwischen Norddeutschland und dem Mittelmeer wurde die Donau für Zwischenlandungen genutzt.
Bootssteg beim Kahlenbergerdorf Der Bootssteg beim Kahlenbergerdorf war ab 23. April 1928 Ankerplatz für ein Lohner-Flugboot der ehemaligen Kriegsmarine von Österreich-Ungarn. Im September 1928 wurde das Flugboot nach Pörtschach am Wörthersee verlegt. Dort erhielt es den Namen „Nelly“ und wurde für Rundflüge genutzt. mini|Programm des Flugtages in Mauer am 3. Juli 1927
Flugplatz „Mauer International Airport“ Zur Entlastung des Flughafens Aspern wurde 1925 das Projekt eines Flughafens Mauer diskutiert. Am 12. November 1925 fand die 1. Österreichische Flugkonferenz in Mauer statt und am 29. November 1925 ein Propagandaflug von Aspern nach Mauer.
Nachdem die Arbeiten begonnen hatten, fand am 14. Februar 1926 auch die 2. Österreichische Flugkonferenz in Mauer statt. Am 3. Juli 1927 fand auf dem Fluggelände Mauer ein Flugtag mit 40.000 Zusehern statt.
Am 3. Oktober 1929 wurde die Betriebsbewilligung entzogen.
Flugplatz Inzersdorf (Projekt) Als Nachfolger für den geschlossenen „International Airport Mauer“ wollte der Gemeinderat von Mauer auf dem Gemeindegebiet von Inzersdorf einen Flugplatz errichten. Das Vorhaben scheiterte jedoch ebenfalls.
Drittes Reich Schwechat Offizieller Baubeginn für den heutigen Flughafen Wien-Schwechat war der am 14. Mai 1938 erfolgte Spatenstich durch Hermann Göring. Nach der Fertigstellung wurde hier die Jagdfliegerschule 5 stationiert.
1942 wurden Teile der Ernst Heinkel Flugzeugwerke nach Schwechat verlegt und für die Flugzeugerprobung eine 1.500 Meter lange Betonpiste angelegt. Ab August 1943 erfolgten immer wieder Bombenangriffe.
Nachdem das Flugzeugwerk mit der Produktion der Heinkel He 162 „Volksjäger“ beauftragt worden war – diese erfolgte in der Seegrotte bei Hinterbrühl –, wurden die Flugzeuge hier eingeflogen. Im März 1945 wurde das Werk nach Westen verlegt. Die Rote Armee eroberte den Flugplatz am 5. April 1945.
Am 24. Juli 1945 wurde der Flugplatz an die britischen und französischen Besatzungstruppen übergeben, die ihn durch die British European Airways BEA und die Air France trotz Protesten durch die Sowjets auch zivil nutzten. Wegen des zunehmenden Flugverkehrs musste 1952 die Start- und Landebahn saniert werden. Der Flugbetrieb wurde in dieser Zeit über Langenlebarn abgewickelt.
Noch während der Besatzungszeit erhielt die österreichische Bundesregierung über den Flughafen Schwechat ein Mitspracherecht. Am 11. Dezember 1953 wurde die Flughafen Wien Betriebsgesellschaft gegründet, am 1. Jänner 1954 nahm diese den Betrieb auf.
Langenlebarn Die deutsche Luftwaffe griff die vom Bundesheer der 1. Republik erstellten Pläne für einen Fliegerhorst östlich von Tulln an der Donau in Niederösterreich auf und begann im September des Jahres 1938 mit der Errichtung.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Fliegerhorst Langenlebarn trotz der schweren Bombenangriffe auf das weiter im Osten gelegene Wien und der im Westen gelegenen Rüstungsbetriebe erst spät selbst zum Ziel.
Im Juli 1945 bekamen die US-Truppen den in der sowjetischen Besatzungszone gelegenen Flughafen zugewiesen. Die Verbindungsroute zwischen der „US Air Force Station Tulln – Vienna“ und der von allen vier Alliierten besetzten Stadt Wien wurde zwar vertraglich vereinbart, Probleme auf der Strecke gab es aber immer wieder.
Ab Juni 1946 nahm die US-amerikanische Luftlinie „Pan American World Airways (PanAm)“ den Linienverkehr von New York nach Langenlebarn auf. Im selben Jahr wurde für den Rest der Besatzungszeit der Name des Flugplatzes auf „Army Air Base Tulln“ geändert.
1967 bekam die Kaserne den Namen „Fliegerhorst Brumowski Langenlebarn-Tulln“, nach dem Fliegerass des Ersten Weltkrieges, Godwin Brumowski.
Zwölfaxing Baubeginn für den Flugplatz Zwölfaxing war bereits im April 1938. Hier wurde die Flugzeugführerschule A/B 114 stationiert, die während der Vorbereitung des Balkanfeldzugs nach Langenlebarn bei Tulln verlegt wurde, um Platz für das Kampfgeschwader 2 zu schaffen. Anschließend diente er wieder Schulungszwecken.
Im Sommer 1943 wurde der Schulungsbetrieb eingestellt und der Flugplatz am 3. August den Heinkel-Werken übergeben, um hier die Heinkel He 177 zu erproben.
1944 wurde der Flugplatz immer wieder von der US-Luftwaffe bombardiert, wobei einige Gebäude zerstört wurden. Die deutsche Luftwaffe stationierte hier immer wieder Jagdgeschwader. Im März 1945 wurden die Flugzeuge nach Westen verlegt und die intakten Einrichtungen von der deutschen Wehrmacht gesprengt.
Während der Besatzungszeit belegte die Rote Armee den Flugplatz. Nach deren Abzug ergab eine Überprüfung, dass ein Wiederaufbau unmöglich war. Unter dem Namen Burstyn-Kaserne wird der ehemalige Flugplatz heute vom österreichischen Bundesheer genutzt.
Seyring In Seyring wurde ein Außenlandeplatz für die Flugzeugführerschulen in Langenlebarn, Schwechat und Zwölfaxing errichtet. 1940/1941 entstanden Pläne, Seyring als Ersatz für den Flugplatz Aspern auszubauen. Zwischen Februar und Juni 1944 wurde hier das Jagdgeschwader 302 zum Schutz von Flugzeugwerken und Erdölanlagen im Raum Wien stationiert. Die abziehenden deutschen Truppen zerstörten am 8. April 1945 den Flugplatz. Die ersten Einheiten der Roten Armee besetzten am 12. April 1945 den Flugplatz. Am 20. Juli 1951 erhielt der Österreichische Modell- und Sportflieger Club „Wilhelm R. Kress“ die Genehmigung zur Durchführung eines Segelflugbetriebes. Der Flugbetrieb konnte aber erst 1953 aufgenommen werden. Am Montag, den 26. August 1957 flüchteten zwei tschechoslowakische Staatsbürger mit einem Sportflugzeug nach Österreich und landeten am ehemaligen Flugfeld Seyring. Am 3. Mai 1981 rückte das ehemalige Flugfeld wieder in das Blickfeld der Öffentlichkeit. Der tschechoslowakische Pilot Vaclav Otahal flüchtete mit seiner Frau und seinem Sohn mit einem Agrarflugzeug nach Österreich und landete am ehemaligen Flugplatz. Heute sind vom Flugplatz und seinen Einrichtungen nur mehr wenige Reste erhalten. Im Zuge der Straßenbauarbeiten für die Nordautobahn verschwanden weitere Reste des Fliegerhorstes für immer.
Deutsch-Wagram