Die Alpine Kombination ist ein Wettbewerb in den Disziplinen Ski Alpin und Grasski. Sie verbindet als Mehrkampf die Abfahrt beziehungsweise den Super-G mit dem Slalom. Dabei wird unterschieden zwischen der Klassischen Kombination und der Alpinen Kombination (auch „Super-Kombination“ genannt).
Ski Alpin
Klassische Kombination Eine Klassische Kombination besteht aus einem Abfahrtslauf und zwei Slalomläufen, wobei beide Teilwettbewerbe an unterschiedlichen Tagen durchgeführt werden konnten.
Bis in die 1990er-Jahre wurden üblicherweise Kombinationswettbewerbe im Punktesystem veranstaltet. Dabei wurde für alle Teilwettbewerbe das Verhältnis aus Zeitrückstand und Bestzeit mit einer Konstante multipliziert. Anschließend wurden die Ergebnisse der Teilwettbewerbe addiert. Es gewann der Athlet oder die Athletin mit den wenigsten Punkten.
Alpine Kombination Eine Alpine Kombination, zeitweise auch Super-Kombination genannt, besteht aus einem Abfahrts- oder Super-G-Lauf und einem Slalomlauf, wobei beide Teilwettbewerbe am selben Tag durchgeführt werden. Eine solche „Super-Kombination“ wurde im Weltcup erstmals am 14. Januar 2005 in Wengen veranstaltet, wobei Benjamin Raich vor Lasse Kjus und Didier Défago gewann.
Team-Kombination Die Team-Kombination ist eine Weiterentwicklung der Alpinen Kombination, allerdings, wie der Name sagt, als Teamwettkampf. Ein Team besteht aus zwei Sportlern, wobei ein Sportler jeweils im Super-G oder in der Abfahrt und der andere im Slalom antritt. Die Zeiten werden addiert. Pro Nation können maximal vier Teams antreten, also insgesamt acht Athleten. Der Wettkampf wird nach Möglichkeit am gleichen Tag ausgetragen, die Abfahrt am Morgen und der Slalom am frühen Nachmittag.
Erstmals ausgetragen wurde dieser Wettkampf bei den Juniorenweltmeisterschaften 2023 in St. Anton am Arlberg. Gold ging an das italienische Team Corrado Barbera und Marco Abbruzzese, bei den Damen gewann das Schweizer Duo Janine Mächler und Stefanie Grob. Der Wettkampf wurde erstmals auch bei den Olympischen Winterspielen in Mailand-Cortina ausgetragen.
Geschichte Der erste internationale Kombinationswettbewerb bestand aus einem Abfahrts- und einem Slalomrennen und fand 1928 bei der Premiere der Arlberg-Kandahar-Rennen statt. In den Anfangsjahren des Skisports hatten Kombinationswertungen einen sehr hohen Stellenwert bei den Athleten und dem Publikum. Sogar die Goldmedaille in der Weltmeisterschafts-Kombination hatte die höhere Anerkennung als jene im Einzelbewerb (dies steht praktisch im Gegensatz zur Gegenwart). Zu erwähnen ist auch, dass in den 1930er-Jahren bei den Herren sogar sogenannte „Vierer-Kombinationen“ ausgetragen wurden (Abfahrt, Slalom, Skispringen, Langlauf), wodurch für ihre Zeit wahre „Skikönige“ gekürt wurden.
Bei allen Weltmeisterschaften, außer 1931, 1950 und 1952, wurden Weltmeister in der Kombination ermittelt. Von 1956 bis 1980 wurden zusätzlich zu Abfahrt und Slalom auch die Ergebnisse der Riesenslaloms einbezogen. Dieser Modus wird auch als Dreier-Kombination bezeichnet und heute noch bei den Juniorenweltmeisterschaften angewendet. Es gab im November 1956 bereits Debatten, bei Weltmeisterschaften (vielleicht schon ab 1958) statt der Dreier-Kombination eine Zweier-Kombination zu installieren, die separat gefahren wird, weil man das für sportlich wertvoller erachtete. Probleme sah man darin, dass dafür separate Pisten zur Verfügung stehen müssten und das Programm nicht mehr innerhalb einer Woche abgewickelt werden könnte.
Bei den Olympischen Winterspielen 1936, als der alpine Skisport erstmals auf dem Programm stand, war die Kombination der einzige alpine Wettbewerb. Bei den Olympischen Winterspielen 1948 setzte sie sich aus einem eigenen „Kombinationsslalom“ und der Spezialabfahrt zusammen (diese Spezialabfahrt wurde demnach als eigener Olympiawettbewerb gewertet). Von 1952 bis 1984 gehörte die Alpine Kombination nicht zum olympischen Programm. Da bis 1980 die Olympischen Winterspiele auch als Skiweltmeisterschaften galten, wurden Kombinations-Weltmeisterschaftsmedaillen an die drei Bestplatzierten der Dreier-Kombination aus den olympischen Wettbewerben Abfahrt, Riesenslalom und Slalom vergeben.
Der Weltcup förderte mehr das Spezialistentum. Allerdings fühlten sich auch schon vorher die Slalomfahrer benachteiligt, weil bei den großen Kombinationen, nicht nur bei der „Arlberg“-Kandahar-Kombination, sondern auch bei jener am Lauberhorn und Hahnenkamm, das Abfahrtsresultat für die Startreihenfolge maßgeblich war. Das bedeutete, dass die Besten des Abfahrtslaufes die vorderen Startnummern erhielten und die naturgemäß in den Abfahrten zurückliegenden Slalomläufer weiter hinten starten mussten, vielleicht sogar wegen begrenzter Starterfelder gar nicht starten durften. Es wurde dann zwar von diversen Veranstaltern ein Sicherheitsventil eingebaut, das den ausgewiesenen Slalomspezialisten – ungeachtet ihres Abschneidens in der Abfahrt – einen günstigen Startplatz garantierte. So verblieb bis zur Einführung des Weltcups tatsächlich nur noch das Kandahar, das diese Entwicklung (vorerst) an sich abprallen ließ, jedoch entsprach dessen Reglement nicht den Weltcup-Richtlinien (siehe dazu den eigenen Artikel).Ist die alpine Kombination noch zeitgemäß?. In: ski – Offizielles Organ des Deutschen Skiverbandes Jahrgang 19, Heft Nr. 4, Unionverlag Stuttgart 1. Dezember 1966, S. 230.
Erst ab der Saison 1973/74 wurde kurzfristig eine „Aufwertung“ der Kombination dahingehend eingeführt, dass einer Läuferin / einem Läufer eine Verdoppelung der errungenen Weltcuppunkte zuerkannt wurde, wenn sie/er sich sowohl im Speed- als auch technischen Wettbewerb in den Weltcup-Rängen (also Top Ten) platzierte.Weltcupwertung, Arbeiterzeitung Wien vom 11. Dezember 1973, S. 15, rechts Allerdings war dies äußerst selten der Fall, weil die besten zehn einer Abfahrt sich meist nicht in den besten zehn des Slaloms klassieren konnten oder recht oft auch am Slalom nicht teilnahmen (und umgekehrt). Erst ab der Saison 1974/75 gab es mehrere Kombinationen pro Winter. Diese setzten sich meist aus Einzelergebnissen von Abfahrten und Slaloms, mitunter aber auch aus Abfahrt und Riesenslalom, später auch aus Super-G und Slalom, zusammen. Kombinationen aus 2 technischen Wettbewerben sind nicht evident, demhingegen gab es bis einschließlich der Saison 1985/86 einige Kombinationen aus Abfahrten und Super-Gs. (Erstmals geschah es 1982 bei den Herren, wobei der Schweizer Franz Heinzer diese Kombination aus dem am 12. Dezember gefahrenen Super-G in Val-d’Isère und der am 19. Dezember stattgefundenen Abfahrt von Val Gardena/Gröden gewann. Erneut siegte 1983 Franz Heinzer – und wiederum in Val d’Isère – am 10. Dezember 1983, wo diesmal sowohl die Abfahrt als auch der Super-G gefahren wurden. Pirmin Zurbriggen, SUI, scheint als Sieger von Garmisch-Partenkirchen am 29. Januar 1984 auf. Peter Müller, SUI, war zweimal erfolgreich: Am 27. Januar 1985 gewann er in Garmisch-Partenkirchen und am 3. Februar 1986 in Crans-Montana, wobei hier der Super-G im Zusammenhang mit der schon am 7. Dezember in Val d’Isère stattgefundenen Abfahrt stand. Letztlich gab es am 8. Februar 1986 den Sieg von Markus Wasmeier, GER, in Morzine. Bei den Damen siegte Gerry Sorensen, CAN, am 8. Januar 1984 in Puy-Saint-Vincent.)
Eine Problematik ergab sich vor allem für das interessierte Publikum dahingehend, dass diverse Kombinationen, teilweise derart geplant, teilweise wegen Absagen eines der beiden Wettbewerbe (meist jenem im Speedbereich), an unterschiedlichen Orten und oft mit einem beachtlichen Zeitintervall von bis zu einem Monat veranstaltet wurden. Anfang der 1980er Jahre setzte sich die für die Weltcup-Wertung maßgebliche Hahnenkamm-Kombination aus der Abfahrt in Kitzbühel und einem Slalom an einem anderen Ort im naheliegenden Bayern zusammen, während die „Original“-Kitzbühel-Kombination (mit dem Slalom am Ganslernhang) „unterging“. Erst in späteren Jahren wurde diese wieder ins Weltcupprogramm aufgenommen.
Ab 1982 war die Kombination bei Weltmeisterschaften und ab 1988 bei Olympischen Spielen ein eigenständiger Wettbewerb, der sich aus einem verkürzten Kombinations-Abfahrtslauf und zwei ebenfalls kürzeren Kombinations-Slalomläufen zusammensetzte. Im Gegensatz dazu bestanden die Kombinationen im Weltcup zunächst weiterhin aus zwei Einzelrennen.
Ab 1994 wurden die Ergebnisse nicht mehr nach einem Punktesystem ermittelt, sondern die Laufzeiten von Abfahrt und Slalom einfach addiert. Allerdings waren sowohl beim Punktesystem als auch bei diesem neuen Modus in der Regel die stärkeren Slalomläufer bevorzugt. Dieser Vorteil sollte erst ein Jahrzehnt später durch Einführung der Super-Kombination und die damit verbundene Reduktion auf nur einen (etwas längeren) Slalomlauf abgeschwächt werden. Auf alle Fälle kam der Modus mit nur einem Slalomlauf allen Athleten mehr entgegen. Zur Abschaffung des Punktesystems: In den Anfangszeiten wurden die Sieger des Abfahrtsbewerbs mit 100 Punkte bonifiziert, genauso die Sieger des Slalombewerbs. Die Punkte für die Nachplatzierten wurden durch ein kompliziertes Rechensystem, gewissermaßen aliquot zum Zeitrückstand, ermittelt. Dies änderte sich später. Nunmehr gab es für den jeweiligen Sieger null Punkte – wodurch bei Siegen sowohl in der Abfahrt als auch im Slalom (eventuell auch noch Riesenslalom) von der „Idealnote Null“ gesprochen wurde. Toni Sailer (Cortina 1956) und Jean-Claude Killy (Grenoble 1968) gewannen die Weltmeisterschafts-Goldmedaille mit dieser Idealnote Null. Es mehrte sich aber der Ruf nach mehr Transparenz. Vor allem für die Zuseher der Skirennen waren diese Berechnungen nicht nachvollziehbar, während dies bei bloßer Addition der Laufzeiten kein Problem darstellt.
Seit 2005 ist die Kombination in Form der Super-Kombination auch im Weltcup ein eigenständiger Wettbewerb. Die letzte klassische Kombination fand bis 2013 einmal jährlich bei den Hahnenkammrennen in Kitzbühel statt. Sie setzte sich aus den Einzelergebnissen der Abfahrt am Samstag und des Slaloms am Sonntag zusammen und zählte ebenso wie die Super-Kombination zur Kombinations-Weltcupwertung.
Hinsichtlich der Startreihenfolge für den Kombinations-Slalom entscheidet das Resultat aus dem jeweiligen Speedwettbewerb, wobei die ersten Dreißig in gestürzter Reihenfolge starten und danach jene ab Rang 31. Um „taktische Finessen“ zu vermeiden, die darin bestanden, dass ein Verband diverse (nicht aussichtsreich platzierte) Starter für den Kombinations-Slalom zurückzog, um damit einem ansonsten hinter den ersten dreißig platzierten Läufern zum Sprung in das günstige „Dreißiger-Feld“ zu verhelfen, kam es zu einer Regeländerung. Dies war eine schon beschlossene Sache, geltend nach der Super-Kombi 2007 am Lauberhorn. Damit war der Österreicher Mario Matt letzter (großer) Nutznießer der bisherigen Regelung akkurat beim besagten Wettbewerb im Januar 2007: Nach der Abfahrt auf Rang 34 rückte er dank diverser Startverzichte exakt auf Rang 30 vor und durfte als Erster ins Rennen gehen – und er gewann. Nach dem danach geltenden Reglement starten alle Läufer, die nach dem Speedwettbewerb hinter Rang 30 aufscheinen – unabhängig von eventuellen Startverzichten – erst nach dem Start des bestplatzierten Läufers aus dem Speedwettbewerb.