Basisdaten Landeskirche: Evangelische Landeskirche in Württemberg Prälatur: Stuttgart Fläche: km² Gliederung: 19 Kirchengemeinden Gemeindeglieder: ca. 28.000 (Ende 2019) Adresse desDekanatamtes: Zeppelinstr. 2771665 Vaihingen an der Enz Dekan: Reiner Zeyher Karte 200px|Lage des Kirchenbezirks Vaihingen an der Enz innerhalb der Evang. Landeskirche in Württemberg

Der Evangelische Kirchenbezirk Vaihingen an der Enz war einer der Kirchenbezirke der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Zum 1. Januar 2020 fusionierte er mit dem bisherigen Kirchenbezirk Ditzingen zum neuen Evangelischen Kirchenbezirk Vaihingen-Ditzingen.Website des Evangelischen Kirchenbezirks Vaihingen-Ditzingen

Geographie Der Kirchenbezirk Vaihingen an der Enz lag im Nordwesten der württembergischen Landeskirche. Sein Gebiet umfasste den Stromberg und dessen Ausläufer sowie das Tal der Enz, die den Kirchenbezirk von Südwesten nach Nordosten durchfließt.

Nachbarkirchenbezirke Der Kirchenbezirk Vaihingen an der Enz grenzte zuletzt an folgende Kirchenbezirke (im Uhrzeigersinn beginnend im Nordosten): Besigheim, Ludwigsburg, Ditzingen, Mühlacker und Brackenheim.

Geschichte Historischer Vorläufer des Dekanats Vaihingen an der Enz war das Landkapitel Vaihingen im Archidiakonat Trinitatis des Bistums Speyer. Das „Spezialsuperintendentur“ genannte evangelische Dekanat wurde schon 1547, also kurz nach der Reformation in Württemberg errichtet und gehört damit zu den ältesten der Landeskirche. Zum Dekan wurde der Pfarrer an der Stadtkirche ernannt. Zwischen 1560 und 1567 war der Pfarrer von Enzweihingen Dekan. Von 1694 bis 1698 war das Dekanat in Nußdorf. Anfangs gehörten 23 Kirchengemeinden zum Dekanat Vaihingen, das damals das Gebiet des alten württembergischen Oberamtes Vaihingen umfasste. Nach der Kreisreform 1973 wechselten drei Kirchengemeinden (Mühlhausen/Enz, Großglattbach und Iptingen) in den Nachbarkirchenbezirk Mühlacker, weil sie seither politisch zum Enzkreis gehören. Bei der Kirchengemeinde Iptingen war dies mit Wirkung vom 12. November 1995. Hochdorf und Riet schlossen sich zum 1. Januar 2019 zur Kirchengemeinde Hochdorf-Riet zusammen. Der Kirchenbezirk Vaihingen hatte zum Zeitpunkt der Fusion mit dem Kirchenbezirk Ditzingen somit nur noch 19 Kirchengemeinden.

Im 19. Jahrhundert gehörte der Kirchenbezirk Vaihingen zum Generalat Heilbronn. Von 1992 bis 2003 gehörte er zur Prälatur Ludwigsburg und seither zur Prälatur Stuttgart.

Infolge der Auflösung einiger Kreise bzw. Oberämter in Württemberg 1939 wurden auch die kirchlichen Verwaltungsbezirke teilweise neu gegliedert. So wurde mit Wirkung vom 1. April 1939 die Kirchengemeinde Weissach in den Kirchenbezirk Leonberg umgegliedert. Im Gegenzug erhielt der Kirchenbezirk Vaihingen an der Enz vom Kirchenbezirk Brackenheim die Kirchengemeinden Häfnerhaslach, Ochsenbach und Spielberg. Mit Wirkung vom 1. Januar 1973 wurde die Kirchengemeinde Mühlhausen/Enz und durch Verfügung des Oberkirchenrats vom 21. Juni 1979 die Kirchengemeinde Großglattbach in den Kirchenbezirk Mühlacker umgegliedert. Im Gegenzug wurde zum 1. Januar 1973 die Kirchengemeinde Gündelbach vom Kirchenbezirk Mühlacker in den Kirchenbezirk Vaihingen umgegliedert.

Leitung des Kirchenbezirks Die Leitung des Kirchenbezirks oblag der Bezirkssynode, dem Kirchenbezirksausschuss (KBA) und dem Dekan. Letzter Dekan war Reiner Zeyher, der zugleich einer der Pfarrer an der Stadtkirche in Vaihingen an der Enz war.

Dekane des Kirchenbezirks Vaihingen 15..–1556 Alb.(Albert oder Albrecht) Abelin 1556–1560 Eberhard Bidenbach 1560–1562 D. Emeran Schrötlin 1562–1567 D. Johannes Magirus 1567–1584 D. Johann Werlin 1584–1586 D. Wilhelm Zimmermann 1586–1601 M. Wilhelm Mögling 1601–1608 M. Michael Spizer 1608–1633 M. Melchior Bengel 1633–1635 M.Johann Schlatter 1636–1638 M. Eberhard Machtolph 1638–1654 M. Heinrich Dauber 1654–1660 M. Johann Conrad Zeller 1660–1665 M. Johann Melchior Nicolai 1665–1669 Johann Jacob Müller 1669–1681 M. Johann Zeller 1681–1684 M. Gottfried Cuhorst 1684–1692 M. Johann Wolfgang Dieterich 1692–1694 M. Georg Fr. Crafft 1694–1706 Johann Balthasar Golther 1706–1725 M.Johann Eberhard Hauber 1725–1748 M.Johann Philipp Luz 1748–1759 M.Johann Adam Lederer 1759–1767 M.Johann Jacob Glocker 1767–1780 M.Georg David Leusler 1780–1788 M.Johann Christoph Ludwig Mieg 1788–1810 Jakob Nikolaus Hesler 1810–1841 Georg Friedrich Veiel 1841–1842 Rudolf Friedrich Wilhelm Andler 1843–1843 Josias Schüle 1843–1850 Eberhard Ludwig Luithlen 1850–1866 Christoph Ludwig Eyth 1866–1889 Dr. Christian Daniel Fulda 1890–1912 Gustav Eugen Zeller 1913–1918 Dr. Karl Ströle 1918–1934 Ernst Welsch (1866–1944) 1934–1937 Max Fischer 1937–1942 Arthur Eifert (1879–1947) 1943–1950 Gerhard Pfänder 1950–1966 Max Ziegler (1901–1973) 1967–1981 Alfred Bauer (1915–1992) 1981–1994 Gerhard Weimer (1932–2011) 1995–2010 Hartmut Leins (* 1947) 2010–2019 Reiner Zeyher (* 1957)

Kirchengemeinden Im Kirchenbezirk Vaihingen an der Enz gab es zuletzt 19 Kirchengemeinden. Diese gehörten zu den politischen Städten und Gemeinden Eberdingen, Markgröningen, Oberriexingen, Sachsenheim, Sersheim und Vaihingen an der Enz des Landkreises Ludwigsburg.

Kirchengemeinde Aurich mini|Pfarrhaus und Kirche in Aurich Die Kirchengemeinde AurichWebsite der Kirchengemeinden Rosswag und Aurich umfasst den gleichnamigen Stadtteil der Stadt Vaihingen an der Enz. Die Johanneskirche hat einen kreuzrippengewölbten Turmchor aus dem 15. Jahrhundert. Das Schiff wurde im 16. Jahrhundert erweitert.

Kirchengemeinde Eberdingen mini|links|hochkant|Evang. Kirche Eberdingen Die Kirchengemeinde EberdingenWebsite der Kirchengemeinde Eberdingen umfasst den gleichnamigen Ortsteil der Gemeinde Eberdingen. Die Kirchengemeinde verfügt über die gotische Pfarrkirche St. Nikolaus und Martin.

Kirchengemeinde Ensingen mini|Kirche St. Veit in Ensingen Die Kirchengemeinde EnsingenWebsite der Kirchengemeinde Ensingen umfasst den gleichnamigen Stadtteil der Stadt Vaihingen an der Enz. Die Gemeinde besitzt mit der St. Veitskirche eine schlichte Dorfturmkirche, deren Kern aus dem 13. Jahrhundert stammt. 1468 wurde sie erneuert und später mehrmals verändert. Die Kirchengemeinde ist auch Träger eines Kindergartens. Die evangelischen Bewohner der Aussiedlerhöfe Herold und Dillmann wurden durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 7. Februar 1983 der Kirchengemeinde Vaihingen/Enz zugeordnet.

Kirchengemeinde Enzweihingen mini|hochkant|Evang. Kirche Vaihingen-Enzweihingen Die Kirchengemeinde EnzweihingenWebsite der Kirchengemeinde Enzweihingen umfasst den gleichnamigen Stadtteil der Stadt Vaihingen an der Enz. Die Pfarrkirche St. Martin (früher zusätzlich auch St. Nikolaus) stammt aus dem 14. Jahrhundert und wurde von Hans Buß erbaut und danach mehrfach verändert. Die spätgotische Westturmanlage hat einen netzgewölbten Chor. Sie enthält Adelsgrabmäler bis 1705. Die Kirchengemeinde unterhält zwei Kindergärten.

Kirchengemeinde Großsachsenheim mini|links|Stadtkirche St. Fabian und Sebastian in Großsachsenheim Die Kirchengemeinde GroßsachsenheimWebsite der Kirchengemeinde Großsachsenheim umfasst den gleichnamigen Stadtteil der Stadt Sachsenheim. Die Kirchengemeinde besitzt mit der Stadtkirche St. Fabian und Sebastian eine Kirche, deren Kern bereits 1265 errichtet wurde. 1484 wurde sie umgebaut, dabei wurde der Chorturm und die kreuzrippengewölbte Seitenkapelle beibehalten. Das Schiff der Kirche wurde 1718 teilweise erneuert. Die Kirche besitzt noch Grabdenkmäler der letzten Herren von Sachsenheim aus der Renaissancezeit. Die Kirchengemeinde ist Träger von drei Kindergärten (Schlosskindergarten, Klingenbergkindergarten und Waldkindergarten) sowie einer kirchlichen Sozialstation.

Kirchengemeinde Gündelbach mini|Kirche und Rathaus in Gündelbach Die Kirchengemeinde GündelbachWebsite der Kirchengemeinde Gündelbach umfasst den gleichnamigen Stadtteil der Stadt Vaihingen an der Enz sowie den zum Ortsteil Schützingen der Gemeinde Illingen gehörigen Weiler Schützinger Mühle, welcher durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 21. Juli 1952 von der Kirchengemeinde Schützingen (heute Kirchenbezirk Mühlacker) hierher umgegliedert wurde. Die Laurentiuskirche in Gündelbach wurde im 15. Jahrhundert errichtet, das Langhaus 1618 angebaut. Die Kirchengemeinde ist Träger eines Kindergartens. Bis 1972 gehörte die Kirchengemeinde Gündelbach zum Kirchenbezirk Mühlacker. Mit Wirkung vom 1. Januar 1973 wurde sie in den Kirchenbezirk Vaihingen an der Enz umgegliedert.

Kirchengemeinde Häfnerhaslach mini|links|Remigiuskirche in Häfnerhaslach Die Kirchengemeinde HäfnerhaslachWebsite der Kirchengemeinden Ochsenbach-Spielberg und Häfnerhaslach umfasst den gleichnamigen Stadtteil der Stadt Sachsenheim. Die Remigiuskirche wurde im 15. Jahrhundert errichtet, das Schiff 1767 erweitert. Die Kirchengemeinde wird vom Pfarramt Ochsenbach-Spielberg betreut. Bis 1939 gehörte die Kirchengemeinde Häfnerhaslach zum Kirchenbezirk Brackenheim. Mit Wirkung vom 1. April 1939 wurde sie in den Kirchenbezirk Vaihingen an der Enz umgegliedert.

Kirchengemeinde Hochdorf-Riet mini|Michaelskirche in Hochdorf Die Kirchengemeinde Hochdorf-RietWebsite der Kirchengemeinde Hochdorf-Riet umfasst seit ihrem Zusammenschluss zum 1. Januar 2019 den Ortsteil Hochdorf an der Enz der Gemeinde Eberdingen und den Stadtteil Riet der Stadt Vaihingen an der Enz. Die gotische Michaelskirche in Hochdorf wurde nach 1582 stark verändert, der Chor rechteckig erweitert. Sie enthält Grabmäler der Herren von Münchingen und von Tessin aus den Jahren 1542 bis 1746.

Die Kirche St. Stephan in Riet ist gotischen Ursprungs und wurde 1722 verändert. Sie wurde 1487 zur Pfarrkirche erhoben, zuvor gehörte der Ort als Filiale zu Enzweihingen.

Kirchengemeinde Hohenhaslach mini|links|Kirche St. Georg in Hohenhaslach Die Kirchengemeinde HohenhaslachWebsite der Kirchengemeinde Hohenhaslach umfasst den gleichnamigen Stadtteil der Stadt Sachsenheim. Die Kirche St. Georg wurde in nahezu der Form, wie sie heute steht, bereits im 13. Jahrhundert errichtet. Da eine karolingische Altarplatte bis zu der Renovierung 1957 erhalten war und ein Kryptaähnliches Gewölbe unterirdisch vor dem Altar vorhanden ist, ist davon aus zu gehen, dass bereits im Jahre 800, als der Ort erstmals urkundlich erwähnt wurde, an der gleichen Stelle eine Kirche gestanden hat.

1566 wurde die Nordwand um ca. 4 m versetzt, um mehr Platz zu schaffen. Im Zuge der Verbreiterung der Kirche musste das Dach ebenfalls um ca. 4 m erhöht werden, um die Dachsteigung zu erhalten. Dadurch wirkt der Kirchturm kürzer. Die Kirche besitzt einen kreuzrippengewölbten Chorturm mit wertvollen gotischen Fresken. 1783/84 erfolgten weitere bauliche Maßnahmen am Dachstuhl. Die Verlängerung der Fenster nach unten und der Einzug einer weißen, mit schlichtem Stuckmotiv des Lammes Gottes in der Barockzeit bewirkten eine Erhellung des Kirchenraumes. Die Entfernung einer Seiten- und der Orgelempore im Chor 1957 brachten noch mehr Licht in den Kirchenraum, so dass heute die Kirche sehr hell und freundlich wirkt.

In Niederhaslach gab es früher auch eine Kirche, die dem Hl. Hippolyt geweiht war. Diese Kirche wurde aber Anfang des 18. Jahrhunderts, da schon länger eine Ruine, vollends abgebrochen.

Zur Kirchengemeinde gehören traditionell „der Berg“ (Hohenhaslach), „das Dörfle“ (Mittelhaslach), „das äußere Dörfle“ (Niederhaslach), Burg und Weiler Bromberg (heute als Bromberger Höfe zu Ochsenbach gehörig) sowie die Domäne Rechentshofen (ehemaliges Zisterzienserinnenkloster) und die Aussiedlergehöfte Langmantel.

Kirchengemeinde Horrheim mini|Clemens-Kirche in Horrheim