mini|hochkant|Marktkirche mini|hochkant|Rathaus mini|Bergkirche mini|hochkant|Turm der Bergkirche mini|hochkant|In der Altstadt mini|Friederikenschlösschen mini|Schloss Dryburg mini|Stadtmuseum im ehemaligen Augustiner-Eremitenkloster Bad Langensalza (bis 1956: Langensalza) ist eine Stadt im Unstrut-Hainich-Kreis in Thüringen und staatlich anerkannter Kurort mit der Artbezeichnung Schwefel-Sole-Heilbad. Sie ist nach der Kreisstadt Mühlhausen die zweitgrößte Stadt im Kreis und bildet das Mittelzentrum für dessen südöstlichen Teil sowie für einige Gemeinden im nördlichen Landkreis Gotha.
Bad Langensalza gehört zu den historisch bedeutendsten Städten im Thüringer Becken, wovon die reichhaltige historische Bausubstanz in der Altstadt zeugt. Sie hat mit einer ummauerten Fläche von gut 50 Hektar nach denen der Nachbarstädte Erfurt und Mühlhausen die drittgrößte Altstadt in Thüringen. Als eine der Waidstädte war Bad Langensalza sehr wohlhabend, sodass große Kirchen und eine mächtige Stadtmauer aus Langensalzaer Travertin, der direkt im Südwesten der Altstadt abgebaut werden konnte, errichtet wurden. Seit 1990 wurde die Altstadt zu einem großen Teil restauriert.
Später wurden in der Stadt Heilquellen erschlossen, die bis heute dem Kurbetrieb dienen. Damit einher ging die Anlage mehrerer Parks, wie Rosengarten und Japanischer Garten.
Geographie Geographische Lage Bad Langensalza liegt im Thüringer Becken, dem fruchtbaren Tiefland entlang der Unstrut. Durch die Stadt selbst fließt die Salza, die etwa zwei Kilometer östlich der Stadt in die Unstrut mündet. Bad Langensalza liegt in einer unbewaldeten, intensiv landwirtschaftlich genutzten flach-welligen Landschaft, die nach Westen zum Hainich, nach Norden zu den Heilinger Höhen und nach Südosten zu den Fahner Höhen ansteigt. Bedingt durch diese Lage ist das Klima in Bad Langensalza verhältnismäßig mild und mit Jahresniederschlägen von etwa 500 Millimetern sehr trocken.
Die Stadt selbst gliedert sich in den relativ großen Altstadtkern, dessen Begrenzung die historische Stadtmauer darstellt, sowie mehrere städtische Erweiterungsgebiete aus der Zeit ab 1850. Zunächst dehnte sich die Stadt in Richtung Bahnhof nach Süden und Südosten aus. Hier entstanden auch die ersten Industriegebiete. Es folgte eine Ausdehnung nach Südwesten, wo sich das 1950 eingemeindete Dorf Ufhoven befindet, das mittlerweile vollständig mit der Kernstadt zusammengewachsen ist. Seit 1950 dehnte sich die Stadt vor allem nach Norden aus, wo mehrere Wohn- und Gewerbegebiete entstanden. Durch die Kommunalreformen seit Anfang der 1990er-Jahre wurde das administrative Stadtgebiet stark vergrößert und erstreckt sich jetzt von den Wäldern des Nationalparks Hainich bis auf die östliche Seite der Unstrut.
Nachbarstädte Nachbarstädte von Bad Langensalza sind Mühlhausen, 20 Kilometer nordwestlich, Eisenach, 30 Kilometer südwestlich, Gotha, 20 Kilometer südlich, Erfurt, 36 Kilometer südöstlich, Sömmerda, 35 Kilometer östlich und Sondershausen, 35 Kilometer nordöstlich. Angrenzende Gemeinden sind (im Uhrzeigersinn, beginnend im Westen): Unstrut-Hainich, Nottertal-Heilinger Höhen, Kirchheilingen, Sundhausen, Tottleben, Urleben und Großvargula im Unstrut-Hainich-Kreis, Tonna und Nessetal im Landkreis Gotha sowie Hörselberg-Hainich im Wartburgkreis.
Stadtgliederung Bad Langensalza gliedert sich in insgesamt 15 Ortsteile (einschließlich der Kernstadt):
+ Stand: 31. Dez. 2025 Ortsteil Einwohner Datum der EingemeindungKernstadt 11.534Aschara 427Eckardtsleben 175Großwelsbach 237Grumbach 222Henningsleben 224Illeben 239Klettstedt 199Merxleben 418Nägelstedt 759Thamsbrück 925Ufhoven 1.491Waldstedt 87Wiegleben 380Zimmern 309
Auf Basis einer 2018 gestarteten Bürgerinitiative beschloss der Stadtrat am 21. Februar 2019, Ufhoven den Ortsteilstatus zu verleihen. Dieser Beschluss ist mit Bekanntgabe der dafür geänderten Hauptsatzung in Kraft getreten. Ufhoven hatte am 31. Dezember 2025 1.491 Einwohner. Damit ist Ufhoven nicht nur der jüngste, sondern auch größte aller Ortsteile (die Kernstadt ausgenommen).
Geschichte Eine tabellarische Übersicht über die Stadtgeschichte findet man in der Zeittafel auf den Webseiten der Stadt.
Ersterwähnung bis 1815 Zu Beginn des 9. Jahrhunderts wurde erstmals ein Ort namens Salza – im lateinischen Text Salzaha – im Breviarium Sancti Lulli, dem Güterverzeichnis des Klosters Hersfeld zur Zeit des Erzbischofs Lullus von Mainz († 786), urkundlich erwähnt. Das Kloster besaß im Ort zwei Hufen und zwei Höfe.
Am 1. Juni 932 erfolgte die erste sichere urkundliche Erwähnung des Dorfes Salzaha (Langensalza) in der Urkunde über einen Gütertausch im Westergau zwischen dem deutschen König Heinrich I. und dem damaligen Abt des Klosters Hersfeld, Megingoz.
Im Jahr 1070 stiftete Ludwig der Springer aus dem Geschlecht der Ludowinger die Liebfrauenkirche in Salza. Drei Jahre später wurde im Reichshof Homburg an der Unstrut eine Fürstenversammlung abgehalten. Im Rahmen des Sachsenkriegs Heinrichs IV. fand am 9. Juni 1075 die Schlacht bei Homburg und Nägelstedt an der Unstrut statt. Das königliche Heer siegte über das vereinte aufständische sächsisch-thüringische Heer. Der Halberstädter Bischof Burchard II., einer der Anführer der Aufständischen, wurde in der Homburg festgesetzt.
1136 wurde die Stiftung des Benediktinerklosters Homburg erneuert. Kaiser Lothar III. bestimmte die Umwandlung des Nonnenklosters in ein Mönchskloster. Das Kloster gehörte zur Erzdiözese Mainz und wurde unter den Schutz von Papst Honorius gestellt.
Im Jahr 1196 verliehen Bernhard III. von Sachsen (?) und Heinrich V., Pfalzgraf bei Rhein, dem Kloster Homburg die Kirche St. Stephan in Salza samt Patronat und Grundbesitz.
Im staufisch-welfischen Thronstreit kam es 1212 zur Belagerung der Dryburg in Salza durch Kaiser Otto IV. Nach kurzem Widerstand gaben die Belagerten auf. Noch im selben Jahr soll der Kaiser dem Dorf das Stadtrecht verliehen haben. Die erste zuverlässige Nennung Salzas als Stadt („oppidum“) ist in einer Urkunde Werner von Eppsteins belegt. Der Erzbischof von Mainz verlängerte darin ein über die Stadt verhängtes Interdikt und untersagte den Bewohnern den Handel in Erfurt.
Die ersten Nachweise einer Münzstätte Langensalza (Salza) sind mit Brakteaten der Herren von Salza, geprägt von etwa 1255 bis 1300, erbracht worden.
Um 1300 wurde die Stadtmauer mit vier Eingangstoren fertiggestellt. Heute sind von der ältesten Stadtbefestigung noch vier Stadtmauertürme erhalten.
1325 gründeten Günther IV. von Salza und seine Söhne das Weißfrauenkloster.
Wegen eines Besitzstreites zwischen dem Landgrafen von Thüringen, Friedrich II., und dem Mainzer Erzbischof Heinrich von Virneburg (Thüringer Grafenkrieg) wurde die Stadt 1346 belagert und zerstört. 1356 schlossen sich Jacobstadt, Neustadt und Altstadt zusammen und bildeten einen gemeinsamen Rat. Es wurde eine Stadtmauer mit sieben Toren und mehr als dreißig Wachtürmen errichtet.
Nach der sächsischen Erbteilung im Jahr 1485 gehörten Stadt und Amt Salza zum albertinischen Herzogtum Sachsen.
Am 25. April 1525 begann ein Aufstand der Handwerker und Bauern im Zuge des Bauernkrieges. Die Aufständischen erzwangen zwölf Sitze im Stadtrat. 1578 wurde die Stadt erstmals als „Langensalza“ urkundlich erwähnt. Die Pappenheimer plünderten und brandschatzten Langensalza 1632 im Zuge des Dreißigjährigen Krieges.Inge Beyer-Lehnhardt und andere: Krieg, Hunger, Pest und Tod. Langensalza im Dreißigjährigen Krieg. moerbuch, Schweinfurt 2018, ISBN 978-3-942726-23-8.
Die Stadt lag an der 1700 eingerichteten Fahrpostroute Leipzig–Kassel im Rahmen der Fernpostlinie Moskau–Amsterdam.
Ein verheerender Stadtbrand legte 1711 Teile der Altstadt in Schutt und Asche. Die im prachtvollen Barockstil an ihrer Stelle entstandenen Bürgerhäuser prägen noch heute das Bild der Stadt. 1751 wurde das Friederikenschlösschen für die Herzoginwitwe Friederike von Sachsen-Weißenfels (1715–1775) errichtet. 1811 wurden Schwefelquellen entdeckt. Schon im Folgejahr eröffnete das erste Schwefelbad im Badewäldchen.
Geschichte ab 1815 mini|links|Massengrab i[m] Badewäldchen für die Toten der Schlacht bei Langensalza; Kabinettfoto Nummer 42 von Christian Gottfried Bregazzi, handschriftlich datiert 1891
Nach dem Wiener Kongress kam Langensalza 1815 durch die Aufteilung Sachsens als Kreisstadt zur preußischen Provinz Sachsen. Im Deutschen Krieg wurden am 27. Juni 1866 in der Schlacht bei Langensalza schnell zusammengezogene preußische Truppen und vom Herzogtum Sachsen-Coburg-Gotha von der Armee des Königreichs Hannover geschlagen, welche gleichwohl zwei Tage später vor der überlegenen preußischen Armee kapitulierte.Manfred Linck: Langensalza 1866. Die Hannoveraner siegten in der Schlacht und verloren ihr Königreich. In: Jahrbuch für Erfurter Geschichte. Jg. 11, 2016, S. 15–27.
Im Juni 1938 wurde im Reinhardbrunner Hof eine antisemitische Hetzausstellung gezeigt, die einen propagandistischen Beitrag zur Verfolgung von Langensalzaer Juden gab. Ebenso wurden Sinti- und Roma-Familien verfolgt, von denen einige im KZ Langensalza, einem Außenlager des KZ Buchenwald, inhaftiert waren. Dort mussten insgesamt etwa 1300 ausländische Frauen und Männer Zwangsarbeit für ein Projekt der Junkers verrichten.
Am 24. März 1944 erfolgte ein Luftangriff auf die Stadt. Eine Luftmine detonierte an der Treischmühle und beim Hotel „Zum Schwan“ am heutigen Wiebeckplatz, führte zu schweren Zerstörungen im Umkreis, und weite Teile der Innenstadt verloren Dächer und Fenster. Beginnende Brände durch Hunderte von Stabbrand- und Phosphorbomben quer durch die Stadt konnten gelöscht werden. Die Presse meldete acht Tote und acht vermisste Personen. Wahrscheinlich hatte ein (angeschossenes?) schweres britisches Bombenflugzeug den Angriff geflogen. Auf der im Volksmund Bombenfleck genannten Freifläche befindet sich heute ein Parkplatz.
Am 5. April 1945 wurde Langensalza durch amerikanische Truppen besetzt und Anfang Juli an die Rote Armee übergeben. So wurde es Teil der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und ab 1949 der DDR.
1952 wurde der Kreis Langensalza im Bezirk Erfurt gebildet. Nach der Wiedervereinigung 1990 wurden die Kreise Mühlhausen und Langensalza 1994 zum Unstrut-Hainich-Kreis zusammengelegt. Langensalza verlor dadurch den Status einer Kreisstadt.
Seit dem 28. Juni 1956 trägt Langensalza den Namenszusatz Bad. Nach der Entdeckung von Sole und Mineralwasser im Jahr 1996 wurden die Kurgesellschaft Bad Langensalza mbH Thermalsole- und Schwefelbad (1997) und der Nationalpark Hainich (31. Dezember 1997) gegründet, die Rehaklinik an der Salza (1998), das Kurmittelhaus („Friederiken Therme“) (21. Mai 1999), der Rosengarten mit Rosenmuseum (Juli 1999), der Botanische Garten auf dem Gelände des ehemaligen Freibades (22. Juni 2002) und der Japanische Garten (16. August 2003) eröffnet.
Seit dem 22. Juni 2002 nennt sich Bad Langensalza „Rosenstadt“. Am 21. März 2005 erhielt Bad Langensalza von Thüringens Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz während einer Festveranstaltung im Kultur- und Kongresszentrum die Urkunde als staatlich anerkannter Kurort mit der Artbezeichnung Schwefel-Sole-Heilbad.Artbezeichnung siehe: Die Kur in Bad Langensalza, Prospekt der KTL Kur und Tourismus Bad Langensalza GmbH, Stand Januar 2025.
Am 26. August 2005 wurde nahe Bad Langensalza, am Ostrand des Nationalparks Hainich, der Baumkronenpfad Hainich eröffnet.
Am 25. Mai 2009 erhielt die Stadt den von der damaligen Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.
Am 16. September 2011 wurde Bad Langensalza in Rogaška Slatina, Slowenien, der Preis „Entente Florale“ in Gold in der Kategorie Stadt verliehen.
Eingemeindungen mini|Stadtteilübersicht 1. Juli 1950: Ufhoven 1. Januar 1992: Eckardtsleben und Illeben 6. Mai 1993: Grumbach (bei Bad Langensalza), Henningsleben, Waldstedt und Wiegleben 8. März 1994: Aschara, Großwelsbach, Merxleben, Nägelstedt, Thamsbrück (Stadt) und Zimmern 1. Januar 2019: Klettstedt