Franz Ferdinand ist eine schottische Indie-Rockband aus Glasgow. Stilistisch wird die Gruppe teilweise dem Britpop zugerechnet, wobei ihre Musik klare Einflüsse aus dem Post-Punk der späten 1970er und dem New Wave der frühen 1980er Jahre aufweist.
Geschichte
mini|250px|Die Band Franz Ferdinand beim Festival Internacional de la Canción 2006 Im Jahre 2001 begannen Alex Kapranos, Nicholas McCarthy, Paul Thomson und Robert Hardy, gemeinsam in Glasgow Musik zu machen. Kapranos, ein ehemaliger Student der Englischen Literatur, und Thomson kannten sich bereits seit Jahren und hatten zuvor in anderen Bands gespielt. Kapranos und Hardy, der die Glasgow School of Art besuchte, lernten sich im Jahr 2000 kennen. Kapranos schenkte Hardy, der keine musikalischen Vorkenntnisse hatte, einen Bass und brachte ihm das Spielen des Instruments bei. McCarthy, der in München am Richard-Strauss-Konservatorium Kontrabass und Klavier studiert hatte und erst kurz vor dem Zusammenfinden der Band nach Glasgow gezogen war, spielte zunächst Schlagzeug. Denn er hatte auf einer Party Kapranos Frage, ob er Schlagzeug spielen könne, bejaht, obwohl er dieses Instrument nicht wirklich beherrschte. Nach einigen Proben wechselte dann McCarthy zur Gitarre und Thomson übernahm das Schlagzeug.
Ihre ersten Auftritte hatte die Band im Frühjahr 2002 im Chateau, einer leerstehenden Lagerhalle, die sie selbst zu einem illegalen Treffpunkt von Glasgower Indie-Bands und Kunststudenten gestalteten.
Im Sommer 2003 wurden die Aufnahmen für das Debütalbum gemacht. Als Produzent war Tore Johansson engagiert.
Ihre erste Single Darts of Pleasure erschien im Oktober 2003 beim Independent-Label Domino Records. Mit ihrer im Januar 2004 veröffentlichten zweiten Single Take Me Out schaffte es die Band auf Anhieb auf Platz drei der britischen Verkaufscharts. Auch ihr Debütalbum Franz Ferdinand, das am 9. Februar 2004 erschien, kam in Großbritannien auf den dritten Rang der Hitparade. In dem Film 9 Songs des britischen Regisseurs Michael Winterbottom spielen Franz Ferdinand mit Jacqueline einen der neun Songs des Films. Ihre Leistungen wurden 2005 mit zwei BRIT Awards belohnt, unter anderem als beste britische Band. Bisher kamen sie auf das Cover der deutschen Musikzeitschriften SPEX (Februar 2004), Visions (März 2004 sowie Februar 2005 und Oktober 2005), Rolling Stone (Dezember 2004) und Musikexpress (Oktober 2005, Februar 2009 und September 2013).
Der deutsche Einfluss in der Band geht vom Gitarristen Nick McCarthy aus. Als er zwei Jahre alt war, zog seine Familie vom nordenglischen Blackpool nach Bayern. McCarthy besuchte im oberbayerischen Bad Aibling das Gymnasium und studierte in München. Er spielte in seiner Zeit in München bei der Folk-Punk-Band Kamerakino und beinahe fünf Jahre bei dem Krautrock-Musiker-Kollektiv Embryo. Das Lied Tell Her Tonight wurde eine Zeit lang auf der offiziellen Webseite in einer deutschsprachigen Version zum Herunterladen angeboten, außerdem ist die Endsequenz des Songs Darts of Pleasure auf Deutsch; diese letzten Sätze „Ich heiße superfantastisch! Ich trinke Schampus mit Lachsfisch!“ sind jedoch aufgrund der Form als eine Art Anspielung zu verstehen. Zusätzlich gibt es einen Song namens Auf Achse, der nach der gleichnamigen Fernsehserie benannt ist.
Am 30. September 2005 veröffentlichte die Gruppe ihr zweites Album You Could Have It So Much Better, das von Rich Costley produziert wurde. Das Album kennzeichnet ein leichter stilistischer Wechsel zu ernsteren Themen und Akkorden, die eindeutig rockiger und mit weniger künstlichen Klängen ausgestattet sind. Vereinzelt wird auch der Einfluss der Beatles auf Sänger Kapranos hörbar.
Der Song "Do You Want To" diente als Ending zur Anime-Serie "Paradise Kiss".
Am 25. November 2005 erschien eine Live-DVD, auf der zwei Konzerte, diverse Livesongs und Karaokeversionen ihrer Hits zu finden sind.
Das dritte Studioalbum, Tonight: Franz Ferdinand, erschien am 23. Januar 2009. Die erste Singleauskopplung trägt den Titel Ulysses. Dieses Album unterscheidet sich stark von den Vorgängern: Der Sound ist roher, weniger rockig und Synthesizer und Drumcomputer werden verwendet.
Im Rahmen einer Werbekampagne für das französische Modelabel Dior nahm die Schauspielerin Marion Cotillard 2010 den Song The Eyes of Mars auf, der von Franz Ferdinand geschrieben worden war. Weiterhin steuerte die Band Anfang 2010 den Song The Lobster Quadrille zur eigens für Tim Burtons Neuverfilmung von Alice im Wunderland komponierten und davon inspirierten CD Almost Alice bei.
Im August 2013 erschien das vierte Studioalbum Right Thoughts, Right Words, Right Action.
2015 begann die Band unter dem Namen FFS eine Zusammenarbeit mit den Sparks und veröffentlichte im selben Jahr ein gleichnamiges Studioalbum.
Im Juli 2016 gab Nick McCarthy seinen Ausstieg bei der Band bekannt. Im Mai 2017 verkündete die Band den Einstieg von zwei neuen Mitgliedern: Dino Bardot (Gitarre) und Julian Corrie (Keyboard).
Am 9. Februar 2018 erschien das fünfte Studioalbum Always Ascending. Es wurde in den Londoner RAK Studios sowie in den Motorbass Studios in Paris mit dem Produzenten Philipe Zdar aufgenommen.
Im Oktober 2021, als die Band dabei war, die Titel für eine Greatest-Hits-Kompilation zusammenzustellen, kündigte Schlagzeuger Paul Thomson seinen Ausstieg an. An seine Stelle trat Audrey Tait.
Das Best-of-Album Hits to the Head erschien am 11. März 2022 und beinhaltete auch zwei neue Songs (Billy Goodbye und Curious).
Der Song This Fffire diente 2022 als Opening Song für die polnisch-japanische Animationsserie Cyberpunk: Edgerunners.
Bandname Die Band stand kurz vor ihrem fünften Auftritt, war aber immer noch namenlos. In einer Diskussion über Erzherzöge, angestoßen durch das Rennpferd „The Archduke“, kam die Band auch auf den österreichischen Erzherzog Franz Ferdinand zu sprechen, dessen Ermordung den Ersten Weltkrieg auslöste. Auch „Bob und Nicks Band“ wollte die Welt mit ihrer Musik verändern, und da ihnen auch der Klang des Namens gefiel, nannte sie sich ab diesem Zeitpunkt „Franz Ferdinand“. Der Name der Band wird deutsch ausgesprochen.
Besetzung
Diskografie
Studioalben
Livealben 2003: Live 2003 2009: Live Tonight (Birmingham O2 Academy, 8th March 2009) 2009: Live Tonight (Glasgow Barrowland, 5th March 2009) 2009: Live Tonight (London HMV Hammersmith Apollo, 9th March 2009) 2009: Live Tonight: Franz Ferdinand (Glasgow Barrowland, 4th March 2009) 2014: Live 2014 (07.03.2014 Forest National, Brussels) 2014: Live 2014 (14.03.2014 Roundhouse, London)
Kompilationen
Remixalben 2009: Blood: Franz Ferdinand (Dub-Versionen einiger Tracks von Tonight: Franz Ferdinand)
Singles
Weitere Singles 2004: This Fire 2006: Swallow Smile (wurde nur in begrenzter Stückzahl an die Mitglieder des Franz-Ferdinand-Fanclubs („ff:FC“) in Form einer 7-Zoll-Vinyl-Single ausgegeben) 2009: Can’t Stop Feeling 2009: Live Alone 2013: Right Action 2013: Love Illumination 2013: Evil Eye 2014: Bullet 2014: Fresh Strawberries 2014: Stand on the Horizon 2015: Johnny Delusional (mit den Sparks als FFS) 2015: Call Girl (mit den Sparks als FFS) mini|Franz Ferdinand live 2015: Police Encounters (mit den Sparks als FFS) 2017: Always Ascending 2018: Feel the Love Go 2018: Lazy Boy 2022: Curious 2024: Audacious 2024: Night or Day
Videoalben 2005: Franz Ferdinand (US: )
Auszeichnungen für Musikverkäufe Goldene Schallplatte
2005: für das Album You Could Have It So Much Better
2004: für das Album Franz Ferdinand 2009: für das Album You Could Have It So Much Better
2021: für die Single Take Me Out
2005: für das Album You Could Have It So Much Better
2025: für das Album Tonight: Franz Ferdinand 2025: für das Album You Could Have It So Much Better
2005: für das Album You Could Have It So Much Better
2005: für das Album Franz Ferdinand
Platin-Schallplatte
2004: für das Album Franz Ferdinand
2021: für die Single Take Me Out2× Platin-Schallplatte
2025: für das Album Franz Ferdinand
2005: für das Album Franz Ferdinand
2024: für die Single Take Me Out
4× Platin-Schallplatte
2025: für die Single Take Me Out
2026: für die Single Take Me Out
Diamantene Schallplatte (Impala) 2009: für das Album Tonight: Franz Ferdinand
Preise und Auszeichnungen Jahr Preis Kategorie 2004 Mercury Prize Mercury Prize Ivor Novello Award Ivor Novello Award NME Awards Philip Hall Radar Award MTV Awards Breakthrough Video (Take Me Out) Q Awards Bestes Video (Take Me Out) 2005 BRIT Awards Beste Gruppe BRIT Awards Bester britischer Rock-Act NME Awards Bestes Musikstück (Take Me Out) NME Awards Bestes Album (Franz Ferdinand) Meteor Music Awards Beste internationale Gruppe Meteor Music Awards Bestes internationales Album (Franz Ferdinand) 2006 NME Awards Beste Liveband
Literatur Nicholas Artsrunik: Franz Ferdinand. Schwarzkopf & Schwarzkopf, 2006, ISBN 978-3-89602-712-2. Helen Chase: Franz Ferdinand von A bis Z. Hamburg: Rockbuch 2009, ISBN 978-3-927638-44-0.
Einzelnachweise Chartquellen: DE AT CH UK US Chartquellen für FFS (Franz Ferdinand & Sparks): DE AT CH UK US
Weblinks
Offizielle Website
Kategorie:Rockband Kategorie:Indie-Band Kategorie:Post-Punk-Band Kategorie:Garage-Rock-Band Kategorie:Schottische Band Kategorie:Träger des Mercury Prize Kategorie:Franz Ferdinand von Österreich-Este