Ohligs ist der westlichste Stadtteil der nordrhein-westfälischen Großstadt Solingen. Er gehört dem Stadtbezirk Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid an, der mit über 43.000 Einwohnern ein beliebter Wohn- und Arbeitsort an der Rheinschiene zwischen Düsseldorf und Köln ist.
Als die Bergisch-Märkische Eisenbahngesellschaft in den 1860er-Jahren eine Bahnstrecke zwischen dem damaligen Bahnhof Haan (heute Haan-Gruiten) und dem damaligen Bahnhof Deutz (heute Bahnhof Köln Messe/Deutz) realisieren wollte, wurde 1867 für die neue Bahnstrecke ein Bahnhof (heute Solinger Hauptbahnhof) gebaut. Der Bahnhofsneubau hatte ein enormes Bevölkerungswachstum in Ohligs zur Folge. Konjunkturell entwickelte sich die ehemalige Hofschaft so stark, dass die damaligen Kommunalpolitiker der Bürgermeisterei Merscheid beschlossen, Merscheid in Ohligs umzubenennen. Die Umbenennung erfolgte am 11. August 1891. Aus der einstigen Hofschaft entstand eine wirtschaftlich florierende Kleinstadt im Landkreis Solingen.
Am 1. August 1929 wurde durch einen politischen Beschluss und gegen den Willen der Ohligser Bürgerschaft Ohligs mit den Städten Gräfrath, Höhscheid, Wald und Solingen zur neuen Großstadt Solingen zusammengelegt. Mit den Stadtteilen Aufderhöhe und Merscheid entstand in der Folge der bevölkerungsreichste Solinger Stadtbezirk Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid., auf solingen.deStädtevereinigung 1929, auf solingen-internet.de
Geographie Lage mini|Die katholische Kirche St. Joseph steht auf Ohligs‘ höchster geographischer Erhebung Ohligs ist Teil der Mittelbergischen Hochflächen. Die Gesteine bestehen hauptsächlich aus Devonischem Schiefer, Grauwacke und Sandstein. Nach Westen fällt der Stadtteil mit deutlicher Neigung zur Bergischen Heideterrasse ab. Ohligs liegt auf ca. 100 Meter über Normalhöhennull.Rheinischer Städteatlas Ohligs; Lfg. XII Nr. 66, 1996; Bearbeiterin: Elisabeth Reuß; Rheinland-Verlag Köln Der Stadtteil ist relativ flach und im Naherholungsgebiet Ohligser Heide befindet sich Solingens tiefster Punkt, er liegt 53 Meter über dem Meeresspiegel. Der höchste Punkt befindet sich an der oberen Hackhauser Straße am Standort der heutigen Pfarrkirche St. Joseph.
Nachbarstadtteile und -städte Direkte Nachbarstädte von Ohligs sind im Norden Haan und im Südwesten Langenfeld. Im Osten sind es die Solinger Stadtteile Wald, Merscheid und Höhscheid, im Süden ist es der Solinger Stadtteil Aufderhöhe, der angrenzt. Die Entfernung zum Solinger Stadtzentrum beträgt ca. 9 Kilometer.
Unmittelbar angrenzende Zwillingsstadt von Ohligs ist im Nordwesten die Stadt Hilden (ca. 57.000 Einwohner). Hilden und Ohligs sind in den letzten Jahrzehnten zu einem gemeinsamen Stadtraum zusammengewachsen. Nur durch die unterschiedliche Benennung der Landesstraße 85, die auf Hildener Stadtseite Walder Straße und in Ohligs Hildener Straße heißt, ist die Stadtgrenze erkennbar.
Ohligs liegt ca. 20 Kilometer südöstlich von Düsseldorf und ca. 33 Kilometer nördlich von Köln.
Klima Ohligs liegt im nordwestdeutschen Klimabereich, was zu normal warmen Sommern und relativ milden Wintern führt. Einflüsse der örtlichen Topografie führen dabei zu unterschiedlichen Ausprägungen der Klimaparameter Temperatur und Niederschlag. So kommt es oft im Winter vor, dass im wesentlich höher gelegenen Solingen-Gräfrath einige Zentimeter Neuschnee fallen, während es zeitgleich im geografisch tieferen und flacheren Ohligs regnet. Die Jahresmitteltemperatur liegt bei 10,2 °C.
Naturräume Ohligser Heide mini|Heidemoorlandschaft in der Ohligser Heide|links Die 1,47 km² große Ohligser Heide war bis Mitte des 20. Jahrhunderts eine unbewaldete Heidelandschaft. Im Zuge von Aufforstungsmaßnahmen zwischen 1877 und 1914 bildet sie heute den größten Fichtenwald in Solingen. Der jetzige (reine) Fichtenwald soll teilweise in eine Feuchtheide mit Birken, Eichen und Buchen zu einem neuen Biotop umgewandelt werden.
Biologen, Landschaftsbauer und Forstwirte entnehmen dazu ortsfremde Pflanzenarten und legen neue Gewässer an. Seit 1998 ist die Ohligser Heide bei der Europäischen Union als Fauna-Flora-Habitat-Gebiet gemeldet. Damit verbunden ist die Verpflichtung, sowohl die typischen Pflanzen als auch die auf einer Heide lebenden Tierarten zu schützen. Die Pflege der Heidelandschaft ist eine dauerhafte Aufgabe, vor diesem Hintergrund werden seit 2002 Moorschnucken eingesetzt. Ihre Aufgabe ist es, die Heidegräser kurz zu halten, um eine Bewaldung zu verhindern. Tagsüber wird die Herde von einem Schäfer mit ausgebildeten Hütehunden über die Flächen geführt. In der Nacht wird die Moorschnuckenherde durch einen Elektrozaun geschützt. Die Wiederherstellung der Ohligser Heide wird zu 100 % von der Europäischen Union und dem Land Nordrhein-Westfalen gefördert. Sie ist Teil des Projekts „Atlantische Sandlandschaften“. Die Heide ist durch zahlreiche Radwanderwege erschlossen und gilt wegen der dort vorkommenden Arten als ein Naturschutzgebiet von besonderer Bedeutung.Wanderschafherde futtert sich durch die Ohligser Heide, auf solingenmagazin.deWanderschafherde futtert sich durch die Ohligser Heide, auf solingenmagazin.deRenaturierung So wird die Ohligser Heide umgestaltet, auf solinger-tageblatt.deOhligser Heide Eine Wanderschafherde pflegt die Heidelandschaft, auf rp-online.deMoorschnucken betreiben Landschaftspflege Schafe pflegen die Heide, auf rp-online.de Hackhauser Wald mini|Schloss Hackhausen Der Hackhauser Wald liegt südlich der Ohligser Heide zwischen Hilden und Ohligs. Der Name des Waldgebietes geht auf das dortige Wasserschloss Hackhausen zurück. Dieses Wasserschloss wurde durch einen Brand im Jahr 1887 völlig zerstört und im Jahr 1907 wiederhergestellt, heute wird es privat genutzt. Das Waldgebiet Hackhausen wird heute durch die Bonner Straße (Landesstraße 228) geteilt. Die Bonner Straße verbindet Ohligs mit dem Langenfelder Stadtteil Wiescheid.Hackhauser Mühle (Viehbach), auf zeitspurensuche.de
Ittertal mini|Schloss Caspersbroich im Ittertal Das Ittertal ist ein ca. 2 km breiter und 10 km langer Talraum entlang des namensgebenden Baches Itter. Im Regionalplan wird dieser Raum auch als Grünzug Solinger Bachtäler bezeichnet. Die Itter hat in Solingen-Gräfrath mehrere Quellbäche und mündet ca. 20 km weiter südwestlich bei Düsseldorf-Benrath in den Rhein. In den Jahren der Industrialisierung ist das Tal häufig von den Rändern her bebaut worden, so dass jetzt nur noch ein relativ enger, aber naturbelassener Streifen entlang der Talsohle geblieben ist. Dieser Streifen stellt eine wertvolle Verbindung zwischen verschiedenen Biotopen dar, so dass ein Austausch von Flora und Fauna zwischen dem Tal der Wupper und dem Rhein möglich ist. Östlich des Bahndamms im Ittertal liegt das aus dem Mittelalter stammende Schloss Caspersbroich.
Stadtteilbeschreibung Der Solinger Stadtteil Ohligs liegt an der Rheinschiene zwischen Düsseldorf und Köln, er wurde und wird durch den Hauptbahnhof mit seinen vielen Verkehrsanbindungen geprägt. Die Ohligser Bevölkerung unterscheidet den Stadtteil in Mitte, Unterland und Oberland, wobei der Verlauf der Bahnstrecke die beiden letzteren voneinander trennt.Ohligser Innenstadt „Hier wächst die neue Mitte von Solingen“, auf rp-online.de
Ohligs-Mitte Der Hauptbahnhof und die direkt angrenzende Düsseldorfer Straße bilden heute gemeinsam das urbane Zentrum von Ohligs. Die Achse zwischen Hauptbahnhof und Ohligser Marktplatz prägt heute das Gemeindeleben im Stadtteil. Als reine Fußgängerzone hat die ca. 1 km lange Düsseldorfer Straße eine fast geschlossene Wohnbebauung mit zahlreichen Einzelhandelsgeschäften. Typisch sind vor allem die dreistöckigen Wohnhäuser aus der Zeit zwischen der Reichsgründung 1871 und dem Ersten Weltkrieg 1914. Auch viele denkmalgeschützte Fabrikantenvillen aus dieser Zeit befinden sich in Ohligs-Mitte, insbesondere entlang der Wilhelmstraße.Johannes Fahmüller, Ralf Rogge, Marco Kieser: Villen in Solingen. Bürgerliche Wohnhäuser zwischen 1860 und 1950. Worms 2009, S. 46/47, 69–72, 107/108, 120–124, 139/140, 169–173, 186–189, 193–197, 209/210, 218–231, 234–238, 246/247. An vielen Stellen konnte Ohligs-Mitte sein kleinstädtisches Flair mangels Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg und trotz diverser Abbrüche in der Nachkriegszeit bewahren. Ein Großteil von Ohligs-Mitte gilt heute mit seiner Architektur als idealtypisch für eine deutsche Kleinstadt im Stil der Gründerzeit (1871–1914).Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept Solingen-Ohligs (Stadtumbau West), auf stadtteilbuero-ohligs.de
Ohligs-Unterland Das Unterland verläuft westlich des Hauptbahnhofes bis hin zur Stadt Hilden und wird von der Autobahn A 3 begrenzt. Diverse Wohngebiete kennzeichnen das Unterland, dessen Ursprünge in der Gründerzeit um 1870 liegen. Im Unterland befindet sich das öffentliche Freibad Heide, Solingens größter Spielplatz, der Engelsberger Hof und der Solinger Vogel- und Tierpark am Hermann-Löns-Weg sowie das Naturschutzgebiet Ohligser Heide.Naturschutzgebiet Umbau der Ohligser Heide geht 2019 weiter, auf solinger-tageblatt.deOhligser Heide und Unterland, auf bilder-von-solingen.de, abgerufen am 7. März 2023
Ohligs-Oberland Als Oberland wird der östliche Teil von Ohligs bezeichnet, der sich vom Hauptbahnhof aus bis zur Bebelallee erstreckt. Die Bebelallee bildet heute die östliche Stadtteilgrenze zu den Solinger Stadtteilen Wald und Merscheid. Die Gegend rund um die Suppenheide unmittelbar östlich des Hauptbahnhofs war lange Zeit industriell geprägt. Seit den 2010er Jahren erlebt sie einen Strukturwandel, bei dem ehemals brachliegende Industrieflächen einer neuen Nutzung weichen. So entstand dort 2016 die Firmenzentrale des Unternehmens Codecentric sowie 2019 das Galileum Solingen (Sternwarte mit Planetarium).Immobilienmesse Solingen auf der Expo Real in München, auf rp-online.de, auf germansite.de
Ortslagen und Wohnplätze mini|Hofschaft MaubesDie frühere Stadt Ohligs bestand historisch aus vielen einzelnen Ortslagen und Hofschaften. So gibt es bis heute innerhalb des Stadtteils viele kleinere Orte mit eigener Ortsbezeichnung. Einige der genannten Orte sind jedoch am Ende des 19. Jahrhunderts in der wachsenden Stadt Ohligs aufgegangen, so dass ihre Namen heute nicht mehr gebräuchlich sind. Im Einzelnen liegen folgende Orte im Stadtteil Ohligs, auch wenn die Grenzen zu Aufderhöhe und Merscheid nicht klar definiert sind:
Altenufer, Anfang, Anker, Barl, Bauermannsheide, Blech, Bockstiege, Brabant, Broßhaus, Broßhauser Mühle, Caspersbroich, Deusberg, Diepenbruch, Dunkelnberg, Engelsberg, Engelsberger Hof, Götsche, Hackhauser Hof, Hassels, Heide, Heiligenstock, Honigsheide, Hüttenhaus, Kalstert, Keusenhof, Klein-Holland, Kottendorf, Kovelenberg, Kuckesberg, Kullen, Maubes, Maubeshaus, Molterkiste, Monhof, Nassenweg, Neuenhaus, Neuenufer, Pannenschoppen, Piepers, Poschheide, Poschheider Mühle, Potzhof, Rennpatt, Scharrenberg, Scharrenbergerheide, Scharrenberger Mühle, Scheid, Schleifersberg, Schnittert, Siebelskamp, Suppenheide, Untenmankhaus, Wahnenkamp, Weissenhäuschen, Wilzhaus, Verlach
Wohnungsmarkt Ohligs wird für private Immobilieninvestoren immer attraktiver. Die Neubaukosten in Solingen pro Quadratmeter liegen bei ca. 3500 Euro (Stand 2021). Die Immobilienpreise in der Klingenstadt variieren zum Teil stark von Stadtteil zu Stadtteil, so kommt es oft vor, dass Immobilien der gleichen Art in Ohligs tendenziell teurer sind als z. B. in Solingen-Mitte. Die Solinger Stadtverwaltung unterstützt den privaten Wohnungsbau und hat dazu ein Kataster mit möglichen Baugrundstücken erstellt.