Rödermark ist eine Stadt im Landkreis Offenbach, südöstlich von Frankfurt am Main und nordöstlich von Darmstadt auf dem 50. Breitengrad.

Geographie Geographische Lage Die Stadt liegt zum größten Teil im Messeler Hügelland, einem leicht hügeligen Teil der Untermainebene. Die Höhenunterschiede sind gering, sie reichen von rund 130 Meter über Normalnull in den Rodau-Auen östlich von Ober-Roden bis rund 200 Meter über Normalnull auf der Bulau. Rödermark ist von Grünzügen umgeben, die sich hauptsächlich im Gebiet der Rodau befinden. Die Rodau quert das Stadtgebiet von West nach Ost. Die nördlichen Siedlungsgebiete Bulau, Messenhausen und Waldacker haben vorwiegend Wohnfunktionen, während die Hauptorte Ober-Roden und Urberach eine vollständige Infrastruktur bieten. Die nächsten Autobahnanschlüsse sind zehn Kilometer entfernt, der Frankfurter Flughafen etwa 25 Kilometer. Rödermark liegt im Gebiet des Rhein-Main-Verkehrsverbundes und ist aufgrund der günstigen Lage des Bahnhofes Ober-Roden Endstation der S-Bahn-Linie S1 und Station der RMV-Linie 61 (Dreieichbahn).

Rödermark liegt exakt in der Mitte zwischen den Städten Frankfurt, Darmstadt und Aschaffenburg. Der 50. Breitengrad verläuft im Norden des Stadtgebietes durch die Siedlung Waldacker. Östlich von Waldacker, nahe dem Vereinsgelände des örtlichen Tennisclubs, wurde an dem in Richtung Rodgau verlaufenden Radweg dazu von der Stadtverwaltung eigens eine Erinnerungs-Anlage errichtet, die an den 50. Breitengrad an genau dieser Stelle, sowie an „Siedlungsspuren der Jahrtausende in der Landschaft“, d. h. auf archäologische Funde aus der Gegend, aufmerksam macht.

Nachbargemeinden Rödermark grenzt im Norden an die Stadt Dietzenbach, im Osten an die Stadt Rodgau, im Süden an die Gemeinden Eppertshausen und Messel (beide Landkreis Darmstadt-Dieburg), sowie im Westen an die Stadt Dreieich.

Stadtgliederung Rödermark besteht aus den fünf Stadtteilen Messenhausen mit 821 Einwohnern, Ober-Roden mit 13.782 Einwohnern, Urberach mit 12.323 Einwohnern, Waldacker mit 3.067 Einwohnern und Bulau mit 82 Einwohnern (Stand: 31. Dezember 2023).

Geschichte mini|hochkant|Die Rodau verläuft in Ober-Roden unmittelbar neben der Trinkbornschule

Gemeindebildung Die Gemeinde Rödermark entstand am 1. Januar 1977 im Zuge der Gebietsreform in Hessen per Gesetz durch Zusammenschluss der Gemeinden Ober-Roden und Urberach. Beide Gründungsgemeinden gehörten zum Landkreis Dieburg und kamen mit der Gründung der Gemeinde Rödermark zum Landkreis Offenbach. Ortsbezirke wurden in Rödermark nicht gebildet. Am 23. August 1980 bekam Rödermark offiziell die Stadtrechte verliehen. Der Name geht auf eine spätmittelalterliche Waldmarkgenossenschaft (marca raodora) Rödermark zurück.

Einwohnerentwicklung (jeweils zum 31. Dezember) 1998: 25.787 1999: 25.814 2000: 26.049 2001: 26.126 2002: 26.285 2003: 26.289 2004: 28.189 2005: 28.107 2006: 26.161 30. Juni 2007: 27.889 2008: 27.858, davon 12.676 in Ober-Roden, 11.528 in Urberach, 2.864 in Waldacker und 790 in Messenhausen, davon sind 14.190 Frauen (50,97 %) und 13.668 Männer (49,06 %); 2.982 Ausländer (10,7 %) 2011: 26.297 2012: 27.805, davon 12.610 in Ober-Roden, 11.408 in Urberach, 2.912 in Waldacker und 777 in Messenhausen, davon sind 3.037 Ausländer (10,92 %) 2013: 26.494, davon 12.542 in Ober-Roden, 11.485 in Urberach, 2.944 in Waldacker und 747 in Messenhausen und 99 auf der Bulau 2015: 27.242 2016: 27.579

Geschichte von Ober-Roden

100px|rechts|Wappen von Ober-Roden Mit einiger Wahrscheinlichkeit gab es früher im Ort ein Nonnenkloster (Kloster Rotaha), welches von Äbtissin Aba 786 dem Kloster Lorsch unterstellt wurde. Ein endgültiger Beweis hierfür fehlt allerdings noch. Die Siedlung Rotaha wurde 790 erstmals in einer Schenkung an das Kloster Lorsch erwähnt. Aber auch am 22. April 791 schenkte ein fränkischer Adliger namens Erlulf seinen gesamten Besitz in Ober-Roden, Nieder-Roden und Bieber dem Kloster Lorsch.

Die Gemeinde hatte 1939 3608 Einwohner. 1957 beschloss Messenhausen den Anschluss an Ober-Roden, nachdem es bereits seit 1821 der Bürgermeisterei angeschlossen war, aber einen eigenen Gemeindehaushalt behielt.

Geschichte von Urberach

100px|rechts|Wappen von Urberach Der Ort wurde 1275 als Orbruch erstmals urkundlich erwähnt. Kurmainz erwarb im Spätmittelalter die Hoheit über Urberach, das Dorf gehörte zum mainzischen Amt Dieburg.

Die Einwohnerzahl stieg von 1488 Einwohnern 1861 auf 2807 im Jahr 1939 und 9558 Einwohner 1978.

Geschichte von Messenhausen

Das Dorf wurde 1282 erstmals erwähnt. 1821 wurde Messenhausen der Bürgermeisterei Ober-Roden angeschlossen, behielt aber bis 1957 einen eigenen Gemeindehaushalt. 1957 schloss sich der Ort Ober-Roden an. Messenhausen hatte 1829 80 Einwohner und 1978 605 Einwohner.

Geschichte von Waldacker

Waldacker wurde in den 1930er-Jahren besiedelt und gehört seit der Gebietsreform im Jahre 1977 zu Rödermark.

Geschichte der Bulau

Die Wohnsiedlung diente ursprünglich der Unterbringung von Arbeitern der seit 1940 in Urberach ansässigen Fabrik Telefonbau & Normalzeit.

Religionen mini|hochkant|Katholische Kirche St. Nazarius Rödermark war katholisch geprägt. Die Zuwanderung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat jedoch viele evangelische Christen in die Stadt gebracht. Es gibt vier christliche Kirchengemeinden: Katholische Kirchengemeinde St. Nazarius Ober-Roden Katholische Kirchengemeinde St. Gallus Urberach Evangelische Kirchengemeinde Rödermark(2025 fusioniert aus Evangelische Petrusgemeinde Urberach und Evangelische Kirchengemeinde Ober-Roden)Evangelische Kirchengemeinde Rödermark Freie Evangelische Gemeinde Rödermark

Das älteste Gotteshaus in Rödermark ist die Dreifaltigkeitskapelle am Ortseingang von Messenhausen (Baujahr 1820).

Seit 2007 gibt es in Rödermark eine Weidenkirche, die von allen vier christlichen Gemeinden als ökumenisches Projekt ins Leben gerufen wurde und gemeinschaftlich gepflegt und genutzt wird.

Politik Stadtverordnetenversammlung Für die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Rödermark erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 15. März 2026 - 23° Election Manager: Rödermark 2026 in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:

Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001 35,4 14 33,7 13 39,5 15 41,0 16 47,1 22 52,9 24 AL/Grüne Andere Liste / Die Grünen 21,9 8 32,4 13 24,2 10 33,5 13 28,1 13 16,1 7 15,1 6 1,7 1 — — — — — — — — 12,3 5 12,8 5 15,9 6 15,6 6 17,1 8 25,8 12 8,6 3 10,3 4 10,4 4 4,9 2 — — — — 6,6 3 9,2 3 10,0 4 5,0 2 7,8 3 5,2 2 Gesamt 100,0 39 100,0 39 100,0 39 100,0 39 100,0 45 100,0 45 Wahlbeteiligung in % 54,2 52,4 54,5 54,5 47,7 57,3

Bürgermeister Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Magistrats, dem in der Stadt Rödermark neben dem Bürgermeister hauptamtlich ein Erster Stadtrat und ehrenamtlich neun weitere Stadträte angehören.Stadt Rödermark, 11. Juni 2021: Neuer Magistrat gewählt Bürgermeister ist seit dem 1. Juli 2019 Jörg Rotter (CDU), der bis dahin als Erster Stadtrat dem Magistrat angehörte und hauptamtlich ein Dezernat der Stadtverwaltung leitete. Sein Amtsvorgänger Roland Kern (Grüne) wollte die dritte Amtszeit aus Altersgründen im 72. Lebensjahr vorzeitig beenden und die Wahl des neuen Bürgermeisters musste vorgezogen werden. Jörg Rotter erhielt am 24. März 2019 im ersten Wahlgang bei 48,9 Prozent Wahlbeteiligung 55,6 Prozent der Stimmen. Am 26. Januar 2025 folgte die Wiederwahl des Bürgermeisters Jörg Rotter mit 76,0 Prozent der Stimmen.hessenschau: Bürgermeisterwahl am 26. Januar 2025 in Rödermark

Amtszeiten der Bürgermeister; Hinweis: für die Ansicht der archivierten Einzelergebnisse ggf. die Endung index.html aus der Webadresse löschen und diese dann neu laden 2019–2031 Jörg Rotter (CDU)Stadt Rödermark: - Offenbach-Post, 25. März 2019: Jörg Rotter (CDU) löst Roland Kern (AL/Die Grünen) als Bürgermeister ab - Stadt Rödermark, 25. Juni 2019: Andrea Schülner wird Erste Stadträtin 2005–2019 Roland Kern (Grüne) 1993–2005 Alfons Maurer (CDU) 1982–1993 Walter Faust (CDU) 1977–1982 Karl Martin Rebel (CDU)

Wappen und Flagge

mini|100px Wappen links|100px Blasonierung: „In Gold ein roter Sparren, darunter pfahlweise ein siebenblättriger strahlenförmig aufgerichteter Lindenzweig und ein rotes, sechsspeichiges Mainzer Rad.“

Das Wappen wurde der Gemeinde (seit 1980 Stadt) Rödermark im Landkreis Offenbach am 1. Februar 1978 durch den Hessischen Innenminister genehmigt. Gestaltet wurde es durch den Bad Nauheimer Heraldiker Heinz Ritt.

Der rote Sparren wurde aus dem Wappen der Gemeinde Ober-Roden übernommen und symbolisiert dessen historische Zugehörigkeit zur Grafschaft Hanau. Aus dem Wappen der Gemeinde Urberach wurde das Mainzer Rad übernommen und symbolisiert wiederum dessen Zugehörigkeit zum Kurfürstentum Mainz.

Der dazwischen liegende Lindenzweig symbolisiert die Rödermark. Die sieben Blätter stehen für die sieben Orte der Mark, die unter der Gerichtslinde in Ober-Roden Gericht hielten.

Flagge

Die Flagge wurde der Gemeinde gemeinsam mit dem Wappen am 1. Februar 1978 durch den Hessischen Innenminister genehmigt und wird wie folgt beschrieben:

„Zwischen zwei roten Randstreifen auf weißer Mittelbahn aufgelegt das Gemeindewappen.“

Städtepartnerschaften Rödermark und seine Stadtteile unterhalten mehrere Städtepartnerschaften: Stadt Rödermark 30px Bodajk seit 1992 30px Pleśna seit 2022 Ober-Roden 30px Saalfelden seit 1976 Urberach 30px Tramin seit 1975

Im Jahre 1975 ging Urberach mit der Gemeinde Tramin in Südtirol/Italien eine Partnerschaft ein. Ein Jahr später verschwisterten sich die Gemeinden Saalfelden in Österreich und Ober-Roden. Rödermark beschloss dann 1992 eine Partnerschaft mit der Gemeinde Bodajk in Ungarn und 2022 eine Verschwisterung mit der Gemeinde Pleśna in Polen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Theater mini|Eingang zur Kulturhalle Rödermark Das Alternative Zentrum Rödermark e. V. wurde 1979 gegründet. Ziel war zunächst die Gründung eines „alternativen“ Jugendzentrums, als Reaktion auf die damals unzureichende Jugendpolitik der Stadt. Auf bis zu 35 Veranstaltungen im Jahr wuchs das Programm des AZ an, stilistisch vielfältig mit Avantgarde und Weltmusik neben Folk, Jazz und Rock. Kabarett und Kleinkunst wurden vertreten von „Badesalz“ und dem „Vorläufigen Frankfurter Fronttheater“. Weitere Highlights der ersten zehn Jahre waren: „Die 3 Tornados“, Gerd Dudenhöffer, Gerhard Polt, Stephan Wald, „Die kleine Tierschau“, Hanns Dieter Hüsch, Hans-Joachim Kulenkampff, Bruno Jonas und Gardi Hutter. Hinzu kamen Künstler aus aller Welt. Immer häufiger war das AZ zu Gast in Schulen, Vereinsheimen, in der Mehrzweckhalle (später Kulturhalle) oder in den Evangelischen Gemeindehäusern. Das AZ ist Gründungsmitglied der Landesarbeitsgemeinschaft der Kulturinitiativen und soziokulturellen Zentren in Hessen e. V.Website des AZ Rödermark

In der 1995 eröffneten Kulturhalle im Stadtteil Ober-Roden mit 720 Sitzplätzen finden Theatervorstellungen, Konzerte und andere Veranstaltungen statt.

Von 2004 bis 2023 bespielten die Schauspieler Friederike und Oliver Nedelmann ihr Wohnzimmertheater in der ehemaligen Villa der Geschäftsleitung der Firma Telefonbau und Normalzeit (T&N) im Stadtteil Urberach. Seit 2023 finden die Aufführungen in kürzerer Form unter neuer Adresse in ihrer Küchenbühne statt.

Als Kulturträger ist neben vielen anderen Kulturvereinen der Musikverein Viktoria 08 Ober-Roden erwähnenswert.

Museen