mini|hochkant|Birgit Minichmayr beim Österreichischen Filmpreis 2025

Birgit Minichmayr (* 3. April 1977 in Linz) ist eine österreichische Schauspielerin und Musikerin. Seit 2000 wirkte sie in über 40 Film- und Fernsehproduktionen mit. Ihren Durchbruch als Filmschauspielerin hatte sie 2009 neben Lars Eidinger in Maren Ades Beziehungsdrama Alle anderen. Neben diversen Filmengagements ist sie derzeit Mitglied des Ensembles des Wiener Burgtheaters.

Privatleben Minichmayr wuchs in Pasching bei Linz (Oberösterreich) mit zwei Brüdern auf einem Bauernhof auf. Ihr Vater hatte den Betrieb von den Großeltern übernommen und führte ihn bis zur Verpachtung im Jahr 1995 als Nebenerwerbsbetrieb. Er war danach primär im Versicherungsgeschäft tätig, während Minichmayrs Mutter als Homöopathin praktizierte., abgerufen am 23. Oktober 2020.

Birgit Minichmayr lebt in Wien. Sie war mit einem Südtiroler Unternehmer verheiratet und wurde im Jänner 2018 Mutter von Zwillingsmädchen.Birgit Minichmayr: "Die Testosteron-Männer werden aussterben", abgerufen am 24. Februar 2021.

Seit 2022 ist sie in einer Beziehung mit dem Schauspieler Itay Tiran.

Karriere Frühe Jahre und Theater mini|Gespräch bei Bayern1Gabi Fischer: Blaue Couch – Birgit Minichmayr, Schauspielerin. In: br.de. 25. März 2019, abgerufen am 9. Dezember 2019.

Ursprüngliche Pläne, Operngesang zu studieren, gab Minichmayr aufgrund stimmlicher Probleme auf. Die Beschäftigung mit Gustaf Gründgens’ Darstellung von Goethes Faust im Deutschunterricht ließ in ihr den Plan reifen, Schauspielerin zu werden.

Nach ihrer Matura wurde sie in Wien am Max-Reinhardt-Seminar zur Schauspielerin ausgebildet, unter anderem von Inge Konradi, Artak Grigorjan und Klaus Maria BrandauerMax-Reinhardt-Seminar: , mit dem sie immer wieder zusammenarbeitet. Die Ausbildung im Seminar brach sie mit dem dritten Studienjahr ab, als sie an das Burgtheater in Wien engagiert wurde.Wiener Zeitung: Birgit Minichmayr: „Ich bin nicht besessen vom Beruf“, 27. September 2013 Dort debütierte sie 1999 als Dirne in Schnitzlers Drama Der Reigen. 2004 spielte Minichmayr als Gast bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen die Hauptrolle in Frank Castorfs Inszenierung Gier nach Gold, die in einer Koproduktion mit der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin entstand. Nach dieser Zusammenarbeit mit Castorf entschloss sie sich, nach Berlin an die Volksbühne zu gehen. Ab 2004 war sie dort Ensemblemitglied, bis sie 2007 ans Burgtheater zurückkehrte, wo ihre erste Rolle der Narr in König Lear war. 2008 verkörperte sie an der Burg u. a. den Weibsteufel und Lady Macbeth. Von 2010 bis 2012 spielte sie bei den Salzburger Festspielen die Rolle der Buhlschaft an der Seite von Nicholas Ofczarek als Jedermann. Von Oktober 2011 bis 2016 war sie Ensemblemitglied des Residenztheaters in München, das Martin Kušej als Intendant leitete. Anschließend arbeitete sie freischaffend an den wichtigsten Theatern im deutschen Sprachraum. Mit der Übernahme der Intendanz durch Martin Kušej zur Spielzeit 2019/20 kehrte sie als festes Ensemblemitglied an das Wiener Burgtheater zurück.

Film und Fernsehen mini|Birgit Minichmayr bei Dreharbeiten zu Eine Liebe für den Frieden – Bertha von Suttner und Alfred Nobel mit Sebastian Koch 2014 in Wien

Birgit Minichmayr gab 2000 ihr Filmdebüt als Schauspielerin Barbara Brecht-Schall unter der Regie von Jan Schütte in dem biografischen Spielfilm Abschied. Brechts letzter Sommer. Im Juli 2001 war sie an der Seite von Harald Krassnitzer als Moritz Eisner im österreichischen Tatort Böses Blut in der Rolle der Barbara Mühlbacher in einer Episodenhauptrolle zu sehen. Bei der Berlinale 2001 wurde Minichmayr als einer der „Shooting Stars“ des europäischen Films präsentiert. In Hendrik Handloegtens Literaturverfilmung liegen lernen übernahm sie 2003 die Rolle der Tina. 2005 spielte sie in Tom Tykwers Film Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders, der Verfilmung des gleichnamigen Romans von Patrick Süskind, die Mutter der Hauptfigur. 2008 übernahm sie an der Seite von Hannelore Elsner die Rolle ihrer Filmtochter Karolin Angermeier in Doris Dörries Filmdrama Kirschblüten – Hanami. 2009 gelang ihr der Durchbruch als Filmschauspielerin. Gemeinsam mit Lars Eidinger war sie in Maren Ades Film Alle anderen als ungleiches Liebespaar zu sehen, Minichmayr erhielt dafür den Darstellerpreis der 59. Berlinale. Im gleichen Jahr spielte sie die Figur der Frieda in dem vielfach preisgekrönten Drama Das weiße Band – Eine deutsche Kindergeschichte von Michael Haneke.

Bei der Berlinale 2012 war sie Jurymitglied des Amnesty-International-Filmpreises und war neben Jürgen Vogel in der Hauptrolle von Matthias Glasners Wettbewerbsfilm Gnade zu sehen.

In Das Labyrinth, dem vorletzten Film der Fernsehreihe Bloch, übernahm Minichmayr 2013 die Rolle der Andrea Bickert, die dem Psychotherapeuten Dr. Maximilian Bloch (Dieter Pfaff) eine Vergewaltigung unterstellt. 2014 verkörperte sie in Urs Eggers Eine Liebe für den Frieden – Bertha von Suttner und Alfred Nobel die österreichische Pazifistin, Friedensforscherin und Schriftstellerin Bertha von Suttner.

Seit 2015 gehört Minichmayr neben Ronald Zehrfeld als Hackerin Olga Illiescu zum Hauptcast der ZDF-Krimireihe Dengler. Ebenfalls 2015 wurde sie vom Zurich Film Festival in die Jury für die Wettbewerbskategorie Fokus Schweiz, Deutschland, Österreich berufen. Beim Locarno Festival 2017 war sie Mitglied der von Olivier Assayas geleiteten Jury für die Vergabe des Goldenen Leoparden. Am 7. März 2019 startete Kirschblüten & Dämonen, die Fortsetzung des Filmdramas Kirschblüten – Hanami aus dem Jahre 2008, in welchem sie erneut die Rolle der Karolin Angermeier spielte.

2021 wurde Minichmayr mit dem Hannelore-Elsner-Preis des Fünf Seen Filmfestivals ausgezeichnet. Darüber hinaus erhielt sie für die Nebenrolle als Anna Bartok in dem Spielfilm Schachnovelle, der auf der gleichnamigen Novelle des österreichischen Schriftstellers Stefan Zweig basiert, eine Nominierung für den Deutschen Filmpreis 2021 zuerkannt.

Musik Minichmayr nahm 2008 mit Campino ein Duett auf. Der Titel Auflösen erschien im November 2008 auf dem Album In aller Stille der Toten Hosen. Unter der Regie von Wim Wenders entstand 2009 ein gemeinsames Musikvideo zum Song. Zusammen mit Campino schrieb sie den Text des Liedes Tage wie diese, das die erste Singleauskoppelung aus dem Album Ballast der Republik war. 2021 legte sie mit As an Unperfect Actor ein Album mit Vertonungen von Shakespeare-Sonetten vor, die gemeinsam mit den Musikern von Quadro Nuevo und Bernd Lhotzky entstanden und von BR-Klassik als Jazzalbum des Monats ausgezeichnet wurde; das Album wurde auch in der Rubrik „Grenzgänger“ in die Vierteljahresliste des Preis der deutschen Schallplattenkritik aufgenommen.Vierteljahresliste 3/2021 beim Preis der deutschen Schallplattenkritik Es platzierte sie auf Platz 50 der österreichischen Albumcharts.Birgit Minichmayr in den österreichischen Charts

Seit vielen Jahren entwickelt Minichmayr literarisch-musikalische Programme. Dies führte zu Kooperationen u. a. mit dem Hamburger Ensemble Resonanz, dem Aurora Orchestra London, Ensembles der Wiener Philharmoniker, Alois Mühlbacher, Helene Glüxam, Wolfgang Kogert, Olga Paschtschenko und Georg Nigl.

Filmografie Kinofilme

Fernsehfilme

Fernsehserien und -reihen

Theater Burgtheater, Wien Reigen von Arthur Schnitzler, 1999, Dirne, Regie: Sven-Eric Bechtolf Das Spiel ums Baby von Edward Albee, 1999, Regie: Holger Berg Pompes Funèbres, Liederabend, 2000, Regie: Franz Wittenbrink Der Färber und sein Zwillingsbruder von Johann Nestroy, 2000, Rosa Blau , Regie: Karlheinz Hackl Troilus und Cressida, 2000, Cressida, Regie: Declan Donellan Der Leutnant von Inishmore von Martin McDonough, 2001, Regie: Dimiter Gotscheff Der Zerrissene, 2001, Regie: Georg Schmiedleitner Frühlings Erwachen, 2001, Wendla, Regie: Christina Paulhofer, mit David Rott, Daniel Jesch, Elisabeth Augustin Das weite Land, Koproduktion mit den Salzburger Festspielen 2002, Regie: Andrea Breth Anatol, 2002, Regie: Luc Bondy, mit Michael Maertens, Angela Winkler Hamlet 2002, Ophelia, Regie: Klaus Maria Brandauer, mit Michael Maertens, Robert Meyer, Walter Schmidinger, Maria Happel Ödipus auf Kolonos von Sophokles, in einer Textübertragung von Peter Handke, Regie: Klaus Michael Grüber 2003, Antigone, mit Bruno Ganz, Otto Sander Das goldene Vlies von Franz Grillparzer, 2004, Medea, Regie Stephan Kimmig, mit Michael Maertens, Sabine Haupt König Lear von William Shakespeare, 2007, Narr, Regie Luc Bondywien.orf.at Der Weibsteufel von Karl Schönherr, 2008, Die Frau, Regie: Martin Kušej Macbeth von William Shakespeare, 2008, Lady Macbeth, Regie: Stephan Kimmig Struwwelpeter von Julian Crouch, Martyn Jacques, Phelim Mc Dermott nach Heinrich Hoffmann, 2009, Sängerin / Schauspielerin, Regie: Stefan Pucher Geschichten aus dem Wienerwald von Ödön von Horváth, 2010, Marianne, Regie: Stefan Bachmann Helena von Euripides, Peter Handke, 2010, Helena, Regie: Luc Bondy Cavalcade or Being a holy motor von René Pollesch, 2013, Silvia, Regie: René Pollesch John Gabriel Borkman von Henrik Ibsen, 2015, Gunhild Borkman, Regie: Simon Stone Carol Reed von René Pollesch, 2017, Regie: René Pollesch Deponie Highfield von René Pollesch, 2019, Regie: René Pollesch Das Interview von Theo van Gogh und Theodor Holman, 2020, Regie: Martin Kušej, mit Oliver Nägele Heldenplatz von Thomas Bernhard, 2024, Frau Professor, Regie: Frank Castorf

Volksbühne, Berlin Gier nach Gold von Frank Norris, Koproduktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen 2004, Regie: Frank Castorf, mit Bernhard Schütz Meine Schneekönigin von Hans Christian Andersen, Regie: Frank Castorf, Koproduktion mit dem Theatre MC93 Bobigny Iwanow von Anton Tschechow, 2005, Regie: Dimiter Gotscheff Schuld und Sühne von Fjodor Dostojewskij, 2005, Regie: Frank Castorf, Koproduktion mit den Wiener Festwochen und dem Théâtre national de Chaillot Strepitolino – I Giovanotti Disgraziati von René Pollesch, 2006, Regie: René Pollesch Glanz und Elend der Kurtisanen von René Pollesch nach Honoré de Balzac, 2013, Regie: René Pollesch Judith Tragödie von Friedrich Hebbel, 2016, Regie: Frank Castorf

Admiralspalast, Berlin Polly in Die Dreigroschenoper von Bertolt Brecht, 2006, Regie: Klaus Maria Brandauer

Deutsches Theater, Berlin Das Pulverfass von Dejan Dukowski, 2008, Regie: Dimiter Gotscheff, Koproduktion mit der Spielzeit Europa

Theater Neumarkt, Zürich Das Interview von Theo van Gogh und Theodor Holman, 2009, Regie: Martin Kušej, mit Sebastian Blomberg

Salzburger Festspiele Jedermann von Hugo von Hofmannsthal, 2010–2012, Regie: Christian Stückl, mit Nicholas Ofczarek Maria Stuart von Friedrich Schiller, 2021, Regie: Martin Kušej, Koproduktion mit dem Wiener Burgtheater

Residenztheater, München Kasimir und Karoline von Ödön von Horváth, 2011, Karoline, Regie: Frank Castorf Hedda Gabler von Henrik Ibsen, 2012, Hedda, Regie: Martin Kušej FaustIn and out von Elfriede Jelinek, 2014, FaustIn, Regie: Johan Simons

Deutsches Schauspielhaus, Hamburg Die Rasenden (Iphigenie in Aulis, Die Troerinnen, Die Orestie) nach Euripides, Jean-Paul Sartre, Aischylos und Hugo von Hofmannsthal, Spielfassung: Karin Beier und Rita Thiele, 2013, Elektra, Regie: Karin Beier

Ruhrtriennale, Duisburg Medea.Matrix von Susanne Kennedy und Markus Selg, 2016, Regie: Susanne Kennedy, Koproduktion mit den Wiener Festwochen

Hörspiele und Feature 2005: Jane Bowles: Zwei sehr ernsthafte Damen – Bearbeitung/Regie: Heike Tauch (Hörspiel – DLR) 2008: Marie von Ebner-Eschenbach: Das Gemeindekind (Vinska) – Regie: Götz Fritsch (Hörspiel – ORF/MDR) 2009: Iris Nindl / Elisabeth Putz: Inferno Livestream – Regie: Elisabeth Putz (DKultur/ORF) 2013: E. M. Cioran: Vom Nachteil, geboren zu sein – Regie: Kai Grehn (Hörspiel – SWR) 2014: Marguerite Duras: La Musica (Anne-Marie Roche) – Regie: Kai Grehn (Hörspiel – SR/RBB)