Die Associazione Calcio Milan, kurz AC Milan oder Milan, im deutschen Sprachraum auch bekannt als die oder der AC Mailand, ist ein 1899 gegründetes italienisches Fußballunternehmen aus der lombardischen Hauptstadt Mailand.

Weitere Bezeichnungen sind I Rossoneri („Die Rot-Schwarzen“) und Il Diavolo („Der Teufel“).

Die AC Mailand zählt zu den erfolgreichsten Fußballvereinen der Welt – mit 19 nationalen Meistertiteln, fünf nationalen Pokalsiegen, dem siebenmaligen Gewinn des Europapokals der Landesmeister bzw. der UEFA Champions League, dem viermaligen Gewinn des Weltpokals, zwei Erfolgen im Europapokal der Pokalsieger und fünf Siegen im UEFA Super Cup.

Seine Heimspielstätte, das auch unter dem ehemaligen Namen San Siro bekannte Giuseppe-Meazza-Stadion, teilt sich der Klub mit dem Stadtrivalen Inter Mailand.

Geschichte Gründung und frühe Jahre (1899–1929) mini|links|Gründerväter der Associazione Calcio Milan (1899) mini|Die Meistermannschaft der AC Mailand im Jahr 1901 Die Associazione Calcio Milan wurde am 16. Dezember 1899 als Mailänder Fußball- und Cricketklub (Milan Cricket and Football Club) unter der Leitung von Alfred Edwards und Herbert Kilpin gegründet. Edwards, ein ehemaliger britischer Vizekonsul, wurde der erste gewählte Präsident des Vereins. Anfangs bestand neben der Fußballsparte kurzzeitig auch eine Cricketabteilung, die von Edward Berra geleitet wurde.acmilan.com – La Storia Die offiziellen Vereinsfarben rot und schwarz wurden von Mitgründer und Trainer Herbert Kilpin gewählt. In diesen Jahren entwickelte sich in Italien gerade ein erster geordneter Spielbetrieb auf Landesebene, in dem sich Milan schnell profilierte. Bereits 17 Monate nach der Vereinsgründung, am 5. Mai 1901, setzte sich die Mannschaft aus der Lombardei mit einem 3:0 nach Verlängerung im Meisterschaftsendspiel gegen den CFC Genua durch und errang den ersten Titelgewinn.magliarossonera.it – Storia della stagione

Zwischenzeitlich wurden zwei weitere Meistertitel errungen, als 1908 einige Mitglieder den Verein verließen, um den heutigen Lokalrivalen Inter Mailand zu gründen. In den folgenden Jahren gelang es der AC Mailand mit der neuen Mannschaft nicht mehr, an die Erfolge der ersten neun Jahre anzuknüpfen. Erst im Jahr 1915 erreichte die Mannschaft wieder die Endrunde, die wegen des Kriegsbeginns nicht zu Ende gespielt wurde. Während der Kriegsjahre wurde in einigen Regionen noch Fußball gespielt, und Milan trat im näheren Umland gegen andere Mailänder Vereine an. Ab 1929 etablierte man sich in der neu gegründeten Serie A.

Nach dem Zweiten Weltkrieg (1949–1960) mini|links|Gre-No-Li Saisondaten 1949–1960 Saison Platz Tore Punkte International Serie A 1949/50 2. 118:45 57:19 Serie A 1950/51 1. 107:39 60:16 Sieger im Coupe Latine Serie A 1951/52 2. 87:41 53:23 Serie A 1952/53 3. 64:34 43:25 Sieger im Coupe Latine Serie A 1953/54 3. 66:39 44:24 Serie A 1954/55 1. 81:35 48:20 Serie A 1955/56 2. 70:48 41:27 Halbfinale im Landesmeister-Pokal Serie A 1956/57 1. 65:40 48:20 3. Platz im Coupe Latine Serie A 1957/58 9. 61:47 32:36 Finale im Landesmeister-Pokal Serie A 1958/59 1. 84:32 52:16 Serie A 1959/60 3. 56:37 44:24 1. Runde im Landesmeister-Pokal

Nach dem Zweiten Weltkrieg verstärkten sich die Rossoneri mit den schwedischen Spielern Gunnar Gren, Gunnar Nordahl und Nils Liedholm, die als Gre-No-Li bekannt wurden, und fanden zu alter Spielstärke zurück.magliarossonera.it – Il Gre-No-Li Die Defensive wurde um Cesare Maldini herum aufgebaut und von Kapitän Andrea Bonomi angeführt; mit der Treffsicherheit des Torjägers Nordahl feierte Milan 1951 die vierte Meisterschaft. Als Mitte der 50er Jahre zudem die Südamerikaner Juan Schiaffino und José Altafini zum Verein stießen, wurde die Überlegenheit in der italienischen Liga immer deutlicher. Bis Ende der 1950er Jahre wurde in der Serie A bis auf eine Ausnahme stets einer der ersten drei Tabellenplätze erreicht, wobei es allein vier Meistertitel zu bejubeln gab.

Im seit 1958 wieder ausgespielten Italienischen Fußball-Pokal blieben Erfolge aus. So schied man außer 1958 immer im ersten Spiel aus. 1958 schaffte man immerhin den Sprung ins Viertelfinale, wo man am FC Bologna scheiterte.

International behauptete man sich hingegen ebenso regelmäßig wie in der nationalen Meisterschaft. 1951 wurde die Coupe Latine, ein Pokalwettbewerb für Vereinsmannschaften aus Frankreich, Italien, Spanien, Portugal und anderen Staaten mit romanischer Sprache, nach Mailand geholt, als man im Finalspiel den OSC Lille schlug. 1953 wiederholte man diesen Erfolg durch einen Finalsieg gegen Athletic Bilbao. Im neu geschaffenen Europapokal der Landesmeister erreichte man in der Erstauflage das Halbfinale, wo man knapp am späteren Pokalsieger Real Madrid scheiterte. 1958 schaffte man den Sprung ins Finale und scheiterte dort nach zweimaliger Führung erneut an den Spaniern.

Aufstieg zur europäischen Spitzenmannschaft (1960–1969) mini|links|Juan Schiaffino und Gianni Rivera (1960) Nach der Saison 1960/61 wurde Nereo Rocco vom Sportdirektor Giuseppe Viani als Trainer verpflichtet. Viani hatte vormals selbst als Trainer fungiert und mit Milan einen Titel errungen, jedoch einen Herzinfarkt erlitten und sich nun auf eine Rolle als Sportdirektor zurückgezogen.John Foot: Calcio. Fourth Estate, London 2006, S. 225. Mit Rocco und dem Neuzugang Gianni Rivera als prägendem Mittelfeldspieler gewann Milan vier nationale Titel.John Foot: Calcio. Fourth Estate, London 2006, S. 116. Auch auf internationaler Ebene feierte man weiterhin Erfolge. Nachdem die Italiener 1956 und 1958 im Halbfinale bzw. im Finale des Europapokals der Landesmeister jeweils am spanischen Vertreter Real Madrid gescheitert waren, errangen sie am 22. Mai 1963 mit einem 2:1-Endspielsieg gegen Benfica Lissabon erstmals den bedeutendsten europäischen Titel.uefa.com – Altafini strikes for Milan

Den Gewinn des Weltpokals verpasste man allerdings, nachdem man gegen den Gewinner der südamerikanischen Klubmeisterschaft FC Santos im entscheidenden Spiel mit 0:1 unterlegen war. Zuvor hatten beide Mannschaften zuhause ihren Gegner jeweils mit 4:2 bezwungen.

mini|Milan nach dem Gewinn des Europapokal der Pokalsieger 1967/68 mini|Die Mannschaft feiert mit Anhängern den Gewinn des Europapokals der Landesmeister 1968/69 1964 schied die AC Mailand als Titelverteidiger bereits im Viertelfinale gegen den späteren Finalisten Real Madrid aus. Im Jahr 1967 gewann man zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte den nationalen Pokalwettbewerb. Im Finale der Coppa Italia wurde Calcio Padova mit 1:0 geschlagen. Nachdem 1964 und 1965 jeweils der Stadtrivale Inter sowohl den Europapokal der Landesmeister als auch den Weltpokal gewonnen hatte und somit in der Anzahl der Erfolge an Milan vorbeigezogen war, folgte 1968 der zweite große internationale Triumph für die Rossoneri, als sie gegen den deutschen Vertreter Hamburger SV den Europapokal der Pokalsieger gewannen. Ein Jahr später gewann die AC Mailand zum zweiten Mal den Europapokal der Landesmeister. Dabei schlugen sie die Mannschaft von Ajax Amsterdam deutlich mit 4:1.uefa.com – Pratis Dreierpack schockt Ajax Diesmal blieben die Mailänder auch im Duell gegen den Vertreter aus Südamerika Sieger und gewannen somit erstmals den Weltpokal. Dabei setzten sie sich gegen den Vorjahressieger Estudiantes de La Plata aus Argentinien durch, als sie nach einem deutlichen 3:0-Heimerfolg im Rückspiel knapp mit 1:2 unterlagen. Der europäische Vereinstitel wurde aber wiederum nicht verteidigt, da man in der darauf folgenden Saison im Achtelfinale gegen den späteren Turniersieger Feyenoord Rotterdam ausschied.

Nachdem man 1972 im Finale gegen die SSC Neapel zum zweiten Mal den nationalen Pokal gewonnen hatte, war man 1973 ebenfalls zum zweiten Mal den Pokalsiegerwettbewerb siegreich. Dabei wurde im Endspiel die Mannschaft von Leeds United bezwungen. Ein Jahr später verteidigte man die Coppa Italia im Finalspiel gegen Juventus Turin. Auch im Pokal der Pokalsiegerwettbewerb stand man erneut im Finale, wo man überraschend mit 0:2 gegen den Pokalsieger aus der DDR, den 1. FC Magdeburg verlor.

Ende der 1970er Jahre wurden weitere Erfolge gefeiert, so entschied man 1976/77 zum vierten Mal den nationalen Pokalwettbewerb für sich und schlug dabei im Finale den Erzrivalen Inter Mailand mit 2:0. In der Spielzeit 1978/79, Gianni Riveras letzter Saison, gewann die AC Mailand zum zehnten Mal die Meisterschaft. Nach dem letzten Spieltag stand man vor der AC Perugia und Juventus Turin auf Platz eins.John Foot: Calcio. Fourth Estate, London 2006, S. 117.

1979/80 endete die Erfolgsserie, als der Klub zusammen mit Lazio Rom wegen illegaler Wettgeschäfte vom italienischen Fußballverband zum Zwangsabstieg in die Serie B verurteilt wurde.storiedicalcio.org – Lo scandalo del Calcioscommesse 1980 Auch wenn Milan umgehend der Wiederaufstieg gelang, erholte sich der Verein nur langsam und musste im Jahr darauf erneut den Weg in die zweite Liga antreten. Nach dem neuerlichen Abstieg in die Serie B gelang wiederholt der sofortige Wiederaufstieg in die oberste Spielklasse. Unter anderem wurde dies erreicht, da Lokalrivale Inter den Rossoneri drei Spieler auslieh, da Milan zu dieser Zeit nicht über die finanziellen Mittel verfügte, eine schlagkräftige Mannschaft aufzustellen.Flutlicht und Schatten. Die Geschichte des Europapokals. ISBN 3-89533-474-X, S. 431.

Sacchis „Gli Immortali“ (1986–1990) Saisondaten 1986–1990 Saison Platz Tore Punkte International Serie A 1985/86 7. 26:24 31:29 UEFA-Pokal, 1. Runde Serie A 1986/87 6. 31:21 35:25 Serie A 1987/88 1. 43:14 45:15 UEFA-Pokal, 2. Runde Serie A 1988/89 3. 61:25 46:22 Europapokal der Landesmeister, Sieger Serie A 1989/90 2. 56:27 49:19 Europapokal der Landesmeister, Sieger mini|hochkant|Die Trophäe des Europapokals der Landesmeister 1988/89 im San Siro Museum Als der italienische Unternehmer Silvio Berlusconi 1986 die Aktienmehrheit am Verein erwarb, fand die AC Mailand wieder in die Erfolgsspur zurück. Die Mannschaft erfuhr einen erheblichen Neuaufbau, dabei wurde mit Arrigo Sacchi ein Trainer verpflichtet, welcher einen offensiven Fußball bevorzugte. Neben Roberto Donadoni wurden die Niederländer Ruud Gullit, Marco van Basten und Frank Rijkaard verpflichtet. Neben diesen offensiven Spielern und den beiden Verteidigern Franco Baresi und Paolo Maldini entwickelte sich eine schlagkräftige Mannschaft, welche ab Ende der achtziger Jahre den europäischen Vereinsfußball zu dominieren begann.

Während dieser Zeit wurde das Team Gli Immortali („Die Unsterblichen“) genannt. Dabei gewann Milan 1988 zum elften Mal die Meisterschaft; 1989 gewann man den Europapokal der Landesmeisteruefa.com – Milan begeistert die Fußballwelt, den Europäischen Supercup und den Weltpokal. In der nationalen Meisterschaft hingegen musste man sich am Saisonende mit dem dritten Rang hinter dem Stadtrivalen Inter und dem SSC Neapel begnügen.

1990 gelang Sacchis Mannschaft die erfolgreiche Titelverteidigung im Europapokal der Landesmeister.uefa.com – Rijkaard trifft zum Sieg des AC Milan In der heimischen Liga musste man sich auch in diesem Jahr geschlagen geben und belegte hinter dem von Diego Maradona angeführten SSC Neapel in der Endabrechnung Platz zwei.

Capellos „Gli Invincibili“ (1991–1996) Saisondaten 1991–2000 Saison Platz Tore Punkte International Serie A 1990/91 2. 46:19 46:19 Europapokal der Landesmeister Viertelfinale Serie A 1991/92 1. 74:21 56:12 Serie A 1992/93 1. 65:32 50:18 UEFA-Champions-League-Finale Serie A 1993/94 1. 36:15 50:18 UEFA-Champions-League-Sieger Serie A 1994/95 4. 53:32 60 UEFA Champions-League-Finale Serie A 1995/96 1. 60:24 73 UEFA-Pokal-Viertelfinale Serie A 1996/97 11. 43:44 43 UEFA-Champions-League-Gruppenphase Serie A 1997/98 10. 37:43 44 Serie A 1998/99 1. 59:34 70 Serie A 1999/2000 3. 65:40 61 UEFA-Champions-League-Gruppenphase Serie A 2000/01 6. 56:46 49 UEFA-Champions-League 2. Gruppenphase