Die Hamburg Freezers (freezer engl. = der Froster, der Gefrierschrank; offizielle Abkürzung: HHF) waren eine deutsche Eishockeymannschaft aus Hamburg, die von 2002 bis 2016 in der Deutschen Eishockey Liga spielte. Nachdem der Eigentümer der Betriebsgesellschaft, die Anschutz Entertainment Group, 2011 nicht an Red Bull verkaufen wollte und sich entschied, mit zwei Standorten weiterzumachen, beantragte er keine Lizenz für die Saison 2016/17.
Die Profimannschaft wurde von der HEC Hamburg Eishockeyclub GmbH betrieben, die 1999 gegründet wurde und bis 2003 als MEC Münchener Eishockey Club GmbH firmierte.Umfirmierung bei den Hamburg Freezers vollzogen eishockey.info, 13. Februar 2003. Sie war eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Anschutz Entertainment Group und betrieb von 1999 bis 2002 die München Barons. Zur Nachwuchsförderung wurde 2005 der Hamburg Freezers e. V. gegründet.
Die größten Erfolge des Clubs, der seine Heimspiele in der 12.947 Zuschauer fassenden Barclaycard Arena (zuvor Color Line Arena und O2 World Hamburg) austrug, waren das Erreichen des Play-off-Halbfinales in den Jahren 2004 und 2014. Die Vereinsfarben der Hamburg Freezers waren kristallblau und weiß.
Geschichte Der Umzug von München nach Hamburg mini|Die Barclaycard Arena Hamburg aus der Luft Die Hamburg Freezers wurden 2002 von ihrem Besitzer aus München, wo sie seit 1999 die Mannschaft des EV Landshut übernommen und als München Barons gespielt hatten, nach Hamburg transferiert.Aus München Barons werden Hamburg Freezers. handelsblatt.com, 5. August 2002. Hierdurch wurde erstmals ein Profieishockeyteam in der Hansestadt gegründet, das in der obersten deutschen Spielklasse spielte, auch wenn es bereits in den 1930er- und 1950er-Jahren mit dem Altonaer SV und dem Harvestehuder THC Hamburger Vereine in der obersten Spielklasse gab. Vorausgegangen waren die stagnierenden Zuschauerzahlen der München Barons sowie die dortigen finanziellen Probleme. Des Weiteren wurden durch den Bau der Color Linie Arena in Hamburg, die Voraussetzungen für eine dauerhafte Teilnahme an der DEL geschaffen. Die Anteile der Spielbetriebs-GmbH waren zunächst zu 70 Prozent im Besitz der Anschutz Entertainment Group, unter Führung des US-amerikanischen Milliardärs Philip F. Anschutz, und zu 30 Prozent im Besitz des Finnen Harry Harkimo.München Barons ziehen nach Hamburg. handelsblatt.com, 3. Juni 2002. Im Sommer 2005 übernahm die Anschutz Entertainment Group die 30 Prozent von Harry Harkimo. Color Line Arena steht zum Verkauf. welt.de, 27. Oktober 2005. In ihrer ersten Saison in Hamburg rechneten die Verantwortlichen mit einem Zuschauerschnitt von 5.000 Besuchern pro Spiel.
2002 bis 2005: Die ersten Jahre in der DEL und das Erreichen des Halbfinals Saison Liga Hauptrunde Play-offs 2002/03 DEL 8. Platz Viertelfinale 2003/04 DEL 3. Platz Halbfinale 2004/05 DEL 8. Platz Viertelfinale
In ihrer ersten Spielzeit nach dem Umzug aus München, der Saison 2002/03, die zunächst mit zwölf Auswärtsspielen am Stück begann, da die Color Line Arena nicht rechtzeitig zu Saisonbeginn fertiggestellt werden konnte, erreichten die Hamburg Freezers am Ende der Hauptrunde Platz acht, was gleichzeitig die Playoff-Teilnahme bedeutete. Dort unterlag man im Viertelfinale gegen die Eisbären Berlin mit 1:4 Spielen. Trotz frühen Ausscheidens konnte man die Saison als Erfolg verbuchen: Der Zuschauerschnitt übertraf weit alle Erwartungen und eine noch nie dagewesene Eishockey-Euphorie machte sich in der Hansestadt breit. Im Schnitt besuchten 10.713 Zuschauer die 26 Heimspiele der Freezers.hamburg-freezers.de,
Zu Beginn der zweiten Spielzeit wurde mit dem Kanadier Dave King ein NHL-erfahrener Trainer verpflichtet. Auch der Kader wurde mit zahlreichen Profis aus den nordamerikanischen Profiligen AHL/NHL verstärkt. Anschließend erreichte die Mannschaft nach der Hauptrunde ihre bislang beste Platzierung, den dritten Tabellenrang. In den anschließenden Playoffs besiegte der Klub im Viertelfinale zunächst den damaligen Meisterschaftsfavoriten Adler Mannheim in einer Best of Seven-Serie mit 4:2-Siegen. Das Halbfinale verloren die Freezers gegen den späteren deutschen Meister, die Frankfurt Lions. Die Zuschauerzahlen konnten, auch auf Grund der kurzfristigen Erfolge, die das Team erzielen konnte, weiter gesteigert werden. So besuchten im Spieljahr 2003/04 durchschnittlich 12.055 Fans die Spiele der Hamburger. Damit war die Color Line Arena bei nahezu jedem Heimspiel voll ausgelastet. Am 2. Februar 2004 wurde der Klub mit dem Marketingpreis des Sport in der Kategorie Sportveranstaltung ausgezeichnet.
Die Saison 2004/05 war von dem Spielerstreik in der NHL geprägt. Zahlreiche Spieler aus der National Hockey League wechselten zu Saisonbeginn in die DEL, um die Zeit des Lockouts zu überbrücken. Während zum Beispiel die Eisbären Berlin mit Olaf Kölzig, Erik Cole und Nathan Dempsey gleich drei Profis aus Nordamerika verpflichteten, verzichteten die Freezers darauf, Spieler aus der NHL unter Vertrag zu nehmen. Vier Spieltage vor dem Ende der Vorrunde wurde der Coach Dave King, aus Angst die Play-offs nicht zu erreichen, von den Hamburger Verantwortlichen beurlaubt. Als Siebtplatzierter hatte der Klub die Distanz auf den Neunten auf sechs Punkte verringert. Interimstrainer wurde der bisherige Co-Trainer Mike Schmidt. Die Freezers beendeten die Vorrunde als Tabellenachter, erreichten die Play-offs und schieden daraufhin im Viertelfinale erneut gegen die Frankfurt Lions nach sechs Partien mit 2:4 aus. Am 25. Oktober 2005 unterlagen die Freezers in ihrer ehemaligen Heimat mit 1:4 gegen den EHC München. Der Zweitligist warf den DEL-Verein damit aus dem DEB-Pokal.
2005 bis 2008: Erfolglose Zeit und Absturz der Zuschauerzahlen mini|Die Spieler der Freezers Saison Liga Hauptrunde Play-offs 2005/06 DEL 6. Platz Viertelfinale 2006/07 DEL 7. Platz Viertelfinale 2007/08 DEL 7. Platz Viertelfinale
Zur Saison 2005/06 wurden mit Benoît Gratton, François Fortier und Marc Beaucage drei Spieler verpflichtet, die zusammen die Paradereihe der Freezers bildeten, die sogenannte „French-Connection“.Kill Bill plötzlich Soft Bill, bild.de. Mit 132 erzielten Scorerpunkten hatte diese Reihe einen wesentlichen Anteil am erneuten Erreichen der Play-offs. In dieser Saison benötigten die Freezers durch eine Verletzungsmisere insgesamt sieben Torhüter. Nachdem sich im November innerhalb einer Woche die drei etatmäßigen Torhüter Boris Rousson, Steffen Karg und Tobias Güttner verletzten, halfen die Eisbären Berlin aus und liehen Youri Ziffzer für zwei Spiele an Hamburg aus, als Backup war Roland Schröder für einen Monat verpflichtet worden. Mit Roman Čechmánek konnten die Verantwortlichen schließlich einen neuen ersten Torwart unter Vertrag nehmen. Auch dieser verletzte sich kurze Zeit später und wurde durch Tobias Güttner vertreten. Da Güttner später ebenfalls für längere Zeit ausfiel und Hamburg mit Roland Schröder erneut nur einen Goalie hatte, half wieder Berlin aus, diesmal kam Sebastian Stefaniszin für vier Spiele. Die Freezers beendeten die reguläre Saison als Tabellensechster und trafen im Playoff-Viertelfinale auf den drittplatzierten, die DEG Metro Stars. Wie im Vorjahr schied der Klub in der ersten Playoff-Runde aus (2:4).
In die Saison 2006/07 starteten die Freezers mit Mike Schmidt als Trainer, für den es die zweite Saison war, in die er bei den Freezers als Headcoach startet, sowie mit Bob Leslie als Co-Trainer, der Doug Bradley ablöste und André Lebrun als Torwarttrainer. Auf Grund der schlechten Teamleistung und der Platzierung der Hamburg Freezers auf dem elften Tabellenplatz am 24. Spieltag, wurde das Vertragsverhältnis von Mike Schmidt am 25. November 2006, nach der Niederlage einen Tag zuvor bei den Iserlohn Roosters, aufgelöst., netzeitung.de. Als neuer Chef-Trainer wurde Bill Stewart präsentiert.Schwere Vorwürfe gegen Freezers-Führung und den neuen Trainer, welt.de. Trotz anfänglichem Erfolg unter Stewart (bestes DEL-Team 2007) verspielten die Freezers am letzten Spieltag bei den Nürnberg Ice Tigers die direkte Qualifikation zu den Play-offs und mussten sich anschließend über die Pre-Play-offs für die Endrunde qualifizieren. Das Team erreichte nach Siegen gegen die Krefeld Pinguine das Play-off-Halbfinale, welches allerdings gegen die DEG Metro Stars verloren ging. Überschattet wurde die Serie gegen die DEG durch einen rassistischen Vorfall: Marc Beaucage soll den farbigen Spieler der DEG, Jean-Luc Grand-Pierre, angeblich rassistisch beschimpft haben. Der Vorfall wurde jedoch kurze Zeit später ad acta gelegt, nachdem sich beide Spieler zur Aussprache getroffen haben.Drittes Duell in Düsseldorf wird für die Freezers zur Nervenschlacht, welt.de.Rassismus-Vorwurf: Verfahren eingestellt, rp-online.de. mini|Die Spieler beim Aufwärmen Trotz hochkarätiger Verstärkung verlief die Spielzeit 2007/08 alles andere als gewünscht und Kritik seitens der Fans und der Medien kam auf. Infolgedessen wurden strukturelle Neuerungen im Januar 2008 bekannt gegeben: Boris Capla, seines Zeichens Geschäftsführer der Hamburg Freezers, sollte sich ausschließlich um die administrativen Belange des Klubs kümmern und sich aus dem sportlichen Bereich zurückziehen. Bob Leslie, bis dato Co-Trainer, wurde zum Sportmanager befördert. Dazu wurde der Vertrag von Head-Coach Bill Stewart um ein weiteres Jahr verlängert. Sportlich konnten die Hamburger erneut nicht überzeugen. Durch eine Siegesserie von acht Siegen in Folge am Ende der Saison, konnten die Freezers die Hauptrunde auf dem siebten Rang und beenden und somit die Qualifikationsrunde zu den Playoffs erreichen. Durch zwei Siege gegen den ERC Ingolstadt in den Pre-Play-offs, qualifizierten sich die Freezers für die Endrunde. Dort unterlag das Team den Eisbären Berlin. Die Zuschauerzahlen waren inzwischen nicht mehr zufriedenstellend und weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben. So waren zu den Heimspielen der Hamburger im Schnitt nur noch 8.834 Zuschauer gekommen. Dies war ein Minus von 1.459 im Vergleich zur Vorsaison.
2008 bis 2010: Investition in die Zukunft und sportliche Misere Größtes Projekt des Vereins war die Initiierung einer Dritten Arena in Hamburg. Direkt neben der Hauptspielstätte, der Color Line Arena entstand ein Kompetenzzentrum für den Eishockeysport und diverse Ballsportarten. Die Volksbank Arena bietet der Bevölkerung seit dem 1. November 2008 nach 18 Monaten Bauzeit Möglichkeiten für den Eislauf, die Freezers, ihre Jugendmannschaften und weitere hamburgische Vereine trainieren dort. Möglich machte dies die Alexander Otto Sportstiftung, deren Kuratorium neben Präsident Andreas Mattner noch weitere Vorstandsmitglieder der Freezers angehören.Eröffnung der Volksbank Arena, hamburg-web.de.
Saison Liga Hauptrunde Play-offs 2008/09 DEL 8. Platz Viertelfinale 2009/10 DEL 14. Platz – 2010/11 DEL 11. Platz –2011/12 DEL 4. Platz Viertelfinale2012/13 DEL 5. Platz Viertelfinale2013/14 DEL 1. Platz Halbfinale2014/15 DEL 4. Platz Viertelfinale2015/16 DEL 11. Platz –